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Tipps zum Kauf von Schildkröten

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.09.2021 · Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Schildkröten sind faszinierende Tiere. Diese Reptilien haben aber auch einige Ansprüche. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Schildkröte anzuschaffen, sollte einiges beherzigen. Dazu gehört nicht nur, sich vorher mit dem Gedanken auseinander zu setzen, was es wirklich heißt, über viele Jahre Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.

Neben wichtigen Fragen vor der Anschaffung sollte auch geklärt werden, welche Schildkrötenart man bei sich einziehen lassen möchte. Daneben widmen wir uns auch der Frage, wie viele Tiere man sich anschaffen sollte, woran man gesunde Tiere erkennt und wie man diese sicher nach Hause transportiert.

Fragen vor der Anschaffung

Die Haltung einer Schildkröte bedeutet ein enormes Maß an Verantwortung. Schließlich möchte man sicherstellen, dass es dem neuen Mitbewohner gut geht. Vor der Anschaffung sollte man sich deswegen zu 100% darüber bewusst sein, was es bedeutet, ein solches Tier bei sich einziehen zu lassen. Die Beantwortung der nachfolgenden Fragen kann Klarheit bringen:

  • Kann ich dem Tier ein artgerechtes Zuhause bieten? Besteht die Möglichkeit, ein ausreichend großes und sicheres Freigehege einzurichten?
  • Habe ich die Möglichkeit, meinem neuen Mitbewohner frisches Futter zur Verfügung zu stellen? Bin ich auch dazu bereit, dem Tier Würmer, Insekten, Larven, Krebse etc. zu verfüttern?
  • Bin ich dazu bereit, für die Schildkröte zu sorgen, so lange diese lebt?
  • Verfüge ich über die nötigen finanziellen Mittel? (Anschaffungs- und Haltungskosten)
  • Bin ich mir darüber im Klaren, dass Schildkröten keine Kuscheltiere sind und wahrscheinlich nie zutraulich werden?
  • Gibt es jemanden, der das Tier im Krankheitsfall oder dann versorgt, wenn ich in Urlaub bin?

Welche Schildkrötenart ist die Richtige?

Es gibt verschiedene Schildkrötenarten, die sich hinsichtlich ihrer Größe, ihres Verhaltens und der Unterbringung voneinander unterscheiden. Anfänger greifen am besten auf eine europäische Art zurück. Diese gelten in der Haltung am unkompliziertesten. Infrage kommen zum Beispiel eine Breitrandschildkröte, eine Griechische oder eine Maurische Landschildkröte.

Allerdings sollte beachtet werden, dass diese Arten Winterruhe halten. Dafür können sie Pflegefehler am ehesten wegstecken. Farblich und von der Größe her am attraktivsten sind für viele die Spinnenschildkröte, die Strahlenschildkröte und die Sternschildkröte. Diese afrikanischen bzw. asiatischen Arten haben aber ein vollkommen anderes Klima und sind darüber hinaus viel sensibler. Ganz zu schweigen vom hohen Preis, den man für diese Schildkrötenarten bezahlen muss.

Wie viele Tiere soll ich bei mir einziehen lassen?

Wenn man weiß, welche Art man bei sich aufnehmen möchte, stellt sich die Frage, ob eine Schildkröte reicht oder ob man mehrere Tiere kaufen sollte. Europäische Landschildkröten gelten als Einzelgänger. Sie können durchaus alleine leben, wenn sie artgerecht und in einem ausreichend großen Gehege gehalten werden. In freier Wildbahn treffen sie sich aber hin und wieder mit anderen Artgenossen.

Deswegen können auch mehrere Schildkröten der gleichen Art zusammengehalten werden. Allerdings muss dann genau beobachtet werden, ob sich die beiden vertragen. Meistens ist das ab dem Erreichen der Geschlechtsreife der Fall. Notfalls müssen sie voneinander getrennt und in einem jeweils eigenen Gehege untergebracht werden.

Woran erkennt man gesunde Tiere?

Schildkröten – ganz gleich welcher Art – kauft man am besten bei einem erfahrenen Züchter. Natürlich gibt es auch dort keine Garantie dafür, dass alle gehaltenen Tiere gesund sind. Umso wichtiger ist es, beim Kauf die Augen offen zu halten. Vor dem Kauf sollte man das Tier gründlich beobachten.

Eine gesunde Schildkröte…

  • hat klare, nicht tränende Augen und leicht hervorstehende, glänzende Augen
  • hat eine saubere, trockene Nase, aus der beim Atmen keine Bläschen kommen
  • macht keine Atemgeräusche
  • hat einen glatten Rückenpanzer mit Höckerbildung
  • hat eine saubere Kloakenregion, die nicht mit Kot behaftet ist
  • hat einen klaren, nicht eingefärbten Urin
  • läuft gerade, kraftvoll und gleichmäßig auf allen vier Beinen
  • schleift beim Gehen nicht hinten am Boden, sondern trägt den Panzer gleichmäßig hochgehoben
  • nimmt einen Leckerbissen immer an
  • hebt den Kopf und guckt nach, wenn an ihrem Terrarium hantiert wird
  • fängt nach wenigen Minuten auf der Hand langsam an, sich umzusehen

Auf keinen Fall sollte – auch nicht aus Mitleid – ein krankes Tier mit nach Hause genommen werden! Das würde den Verkäufer nur dazu veranlassen, auch andere Tiere unter den gleichen schlechten Umstände anzubieten. Nur dann, wenn ein Verkäufer merkt, dass sich kranke Tiere nicht verkaufen lassen, wird er seine Haltungsbedingungen ändern.

Die Papiere nicht vergessen

Wer eine Schildkröte halten möchte, braucht dafür Papiere, weil alle Testduo-Arten unter Artenschutz stehen. Beim Züchter oder Händler bekommt man eine gültige EU-Bescheinigung mit einer so genannten Fotodokumentation mit. Damit wird der neue Mitbewohner in der zuständigen Artenschutzbehörde angemeldet.

Der Transport nach Hause

Ist die Wahl auf eine oder mehrere Schildkröten gefallen, stellt sich die Frage, wie man diese sicher nach Hause bringt. Dort sollte schon alles für den neuen Mitbewohner vorbereitet sein. Bei Temperaturen von 15 bis 25 Grad ist ein fester Karton eine gute Transportmöglichkeit. Hierfür kann zum Beispiel ein Schuhkarton mit Deckel verwendet werden. Dieser wird mit einigen Blättern Küchenpapier ausgepolstert.

Bei größeren Tieren sollte ein Handtuch ausgelegt werden. Sind die Temperaturen wärmer oder kälter, sollte der Karton in eine Styropor-Box gestellt werden. Eine solche Box kann man in einem gut sortierten Zoofachgeschäft oder in einem großen Kaufhaus finden. Liegen die Temperaturen unter 10 Grad, ist eine Wärmeflasche mit etwa 30 Grad warmem Wasser empfehlenswert. Diese wird unter das Handtuch in die Box gelegt, danach wird der Karton mit dem Deckel abgedeckt. So wird verhindert, dass das kleine Reptil Zugluft abbekommt. Zudem fühlen sich die Tiere im Dunkeln viel sicherer.

Für den Transport von Schildkröten ungeeignet sind Kleintier-Transportboxen und offene Körbe.

Eingewöhnung

Im neuen Zuhause angekommen, braucht die Schildkröte zunächst Ruhe, um sich an die neue Umgebung gewöhnen zu können. Die Tiere sind sehr sensibel und so kann es durchaus sein, dass es etwas dauert, bis der neue Mitbewohner aus sich herauskommt. Bei richtigen Haltungsbedingungen legt die Schildkröte ihre Scheu nach einigen Tagen von selbst ab.

Am Anfang sollten die Tiere keinesfalls mit Leckerlis aus ihrer Höhle gelockt werden, ansonsten gewöhnen sie sich an eine einseitige Ernährung und bekommen später gesundheitliche Probleme. Nach den ersten Tagen, wenn sich der neue Mitbewohner etwas eingewöhnt hat, steht dann der erste Gang zum schildkrötenkundigen Tierarzt an, zu dem eine Kotprobe für die Untersuchung mitgenommen werden sollte. Der Tierarzt überprüft diese auf Würmer und Flagellaten.

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