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Chinchillas

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2021 · Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Bei den Chinchillas handelt es sich um eine Gattung aus der Gruppe der Nagetiere, die auch unter dem Namen Wollmäuse bekannt ist. Die possierlichen Tierchen gelten hierzulande noch immer ein wenig als Exoten, obwohl sie sich in Sachen Haustierhaltung inzwischen doch großer Beliebtheit erfreuen. In freier Wildbahn sind die Tiere allerdings leider mittlerweile stark gefährdet.

Chinchillas – Ein Steckbrief

Aussehen

Charakteristisch für Chinchillas ist, dass sie große Ohren und große schwarze Kulleraugen haben. Mit diesen können sie sich in der Dunkelheit besonders gut orientieren. Ihr Fell ist besonders dicht und weich. Zwar ist die klassische Fellfarbe dieses Tieres blau-grau. Doch aufgrund von Züchtungen gibt es mittlerweile viele verschiedene Farben, wie zum Beispiel Schwarz, Weiß und Blond.

Die Kopfrumpflänge kann von 22 bis 38 Zentimeter reichen. Was das Gewicht anbelangt, so können Chinchillas bis zu 800 Gramm schwer werden, wobei die Weibchen meistens größer und schwerer als die Männchen sind.

Verbreitungsgebiet

Ursprünglich stammen diese Tiere aus den südamerikanischen Anden, also aus Peru, Chile, Argentinien und Bolivien. Am Tag halten sie sich dort in Felsspalten und Höhlen auf, in der Nacht gehen sie auf Futtersuche.

Lebenserwartung

Da die Lebenserwartung der Tiere bei bis zu 20 Jahren liegt, bedeutet, die Verantwortung für einen Chinchilla zu übernehmen, unter Umständen 20 Jahre lang für ihn zu sorgen. Dies sollten Halter nicht nur im Interesse der Tiere vor einer Anschaffung bedenken.

Geschlecht

Während geübte Augen relativ schnell eine Geschlechtsbestimmung vornehmen können, ist dies für Anfänger hingegen nicht ganz so einfach. Ein Männchen lässt sich von weiblichen Chinchillas dadurch unterscheiden, dass es einen etwa ein Zentimeter langen Abstand zwischen After und Geschlechtsteil hat. Bei einem geschlechtsreifen Chinchilla sind außerdem die Hoden, die sich in der Nähe des Afters befinden, deutlich erkennbar. Weibliche Chinchillas haben keinen Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und After.

Haltung

Da Chinchillas Gruppentiere sind, dürfen sie niemals alleine gehalten werden. Sie brauchen den sozialen Kontakt zu ihren Artgenossen, da sie sonst vereinsamen und krank werden können. Allerdings funktionieren längst nicht alle Gruppenkonstellationen. Schwierig ist zum Beispiel, mehrere Böckchen mit einem oder mehreren Weibchen im gleichen Käfig zu halten. Ebenso problematisch ist, ein nicht kastriertes Böckchen mit zwei oder mehreren Weibchen zusammen zu halten.

Keine Probleme machen hingegen die folgenden Gruppenkonstellationen:

  • Zwei oder mehrere Weibchen
  • Zwei oder mehrere Böckchen
  • Ein kastriertes Böckchen mit mehreren Weibchen
  • Ein nicht kastriertes Böckchen mit einem Weibchen (Vorsicht: Nachwuchs möglich!)

Die unkomplizierteste Haltungsform ist allerdings die Paarhaltung.

Da Chinchillas sehr bewegungsfreudige Tiere sind, gerne klettern, springen und laufen, bieten die handelsüblichen Käfige oftmals nicht genügend Platz und den Tieren keinerlei Abwechslung. Besser ist es, auf einen Eigenbau zu setzen, der bei der richtigen Größe den täglichen Auslauf überflüssig machen kann. Jedem Chinchilla-Paar sollte dabei eine Bodenfläche von fünf Quadratmeter und eine Höhe von mindestens 1,5 Metern zur Verfügung stehen. Noch idealer ist es, wenn Chinchillas ein eigenes kleines Zimmer haben.

Im Fachhandel sind viele Einstreuarten erhältlich, die für diese Tiere geeignet sind. Dazu zählen Hanfstreu, Leinsameneinstreu sowie normale Holzeinstreu. Das Streu sollte mindestens einmal pro Woche ausgetauscht werden.

Für die Fellpflege unerlässlich sind Sandbäder, wobei von Vogelsand Abstand zu nehmen ist. Dieser kann das empfindliche Fell schädigen. Und auch Quarzsand ist für die Tiere nicht so gut geeignet. Der Chinchilla-Badesand sollte in eine großzügige Badewanne, die aus Keramik oder Metall besteht, gefüllt werden.

Im Käfig ebenfalls vorhanden sein sollte ein Platz für das täglich anzubietende Heu. Und auch eine saubere Trinkflasche darf im Gehege nicht fehlen. Eine Schale für das Futter ist hingegen nicht unbedingt erforderlich. Besser ist es ohnehin, das Futter im Käfig zu verstreuen, damit die Chinchillas Abwechslung und gleichzeitig eine Beschäftigung haben.

Ernährung

Die Nahrung von Chinchillas sollte hauptsächlich aus Heu bestehen. Dieses muss den Tieren immer zur Verfügung stehen. Ebenso gereicht werden sollten spezielle Pellets aus dem Fachhandel. Ergänzt werden kann die Ernährung mit Blättern, Blüten und Kräutern. Geeignet sind in etwa Löwenzahn, Petersilie, Salbei und Haselnussblätter.

Obst und Gemüse sollte nur in getrockneter Form gefüttert werden, da viele Chinchillas empfindlich auf frisches Futter reagieren können und starke Verdauungsprobleme bekommen. Generell sollten Obst und Gemüse aber nur selten und in geringer Menge gegeben werden, da es ansonsten Übergewicht hervorrufen kann.

Für die Zahnpflege unerlässlich sind getrocknete, unbehandelte Äste, wie in etwa Zweige von Apfelbäumen, Birnbäumen und dem Haselnussstrauch. Außerdem sollte den Tieren täglich frisches Wasser zur Verfügung stehen, damit sie ihren Flüssigkeitsbedarf decken können.

Verhalten

Chinchillas besitzen eine ausgeprägte Laut- und der Körpersprache. Besitzer, die wissen, was welches Verhalten bedeutet, können entsprechend diese entsprechend interpretieren. Zieht sich das Tier zum Beispiel in eine Ecke zurück, hat es offensichtlich Angst. Dann sollte man ganz ruhig sprechen und nicht in das Gehege greifen. Ein unbefangenes und neugieriges Hüpfen im Käfig und im Auslauf signalisiert hingegen, dass sich der Nager freut und sichtlich wohl fühlt.

Besonders konzentriert und aufmerksam sind Chinchillas dann, wenn sie Männchen machen. Viele versuchen so, an einen Leckerbissen zu kommen oder etwas Neues und bislang Unbekanntes zu entdecken. Wenn sie etwas stört, bringen die Tiere dies mit einem kurzen, hustenartigen Laut, der fast einem Schrei gleicht, zum Ausdruck. Dies könnte dann der Fall sein, wenn das Tier zum Beispiel in seinem Schlaf gestört wird oder Ärger mit seinem Artgenossen hat.

Umgang

Chinchillas sind sehr neugierig und erkunden ihre Umgebung nur allzu gerne. Dies sollte beim Auslauf berücksichtigt werden. Das heißt, dass alle Kabel, Steckdosen und Zimmerpflanzen entfernt werden sollten. Offene Fenster verleiten die Tiere dazu, herauszuspringen und sollten deshalb geschlossen werden. Offene Türen sind ebenso tabu, wenn der Chinchilla Auslauf hat.

Egal ob im Auslauf oder im Gehege, den Tieren sollten immer Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Alte Pappkartons werden gerne zum Durchlaufen und Reinklettern benutzt. Noch besser ist es, wenn diese mit Heu gefüllt werden, dann können Chinchillas wild darin herumwühlen. Höhlen aus Handtüchern, die über einen Weidenkorb gelegt werden, regen ebenso zum Spielen an. Außerdem kann man Hindernisse in den Weg legen, über die Chinchillas springen können. Und auch im Auslauf sollte immer ein Sandbad zur Verfügung stehen.

Wichtige Fragen zu Chinchillas

Einige Fragen werden bezüglich der Chinchillas und ihrer Haltung immer wieder gestellt. Im folgenden Abschnitt möchten wir einige häufige Fragen aufgreifen und beantworten.

Wie viel kostet ein Chinchilla?

Die Anschaffungskosten für Chinchillas fallen unterschiedlich aus und hängen davon ab, wo die Tiere gekauft werden. Im Schnitt müssen Interessierte mit ungefähr 20 Euro pro Tier rechnen. Chinchillas vom Züchter sind üblicherweise etwas teurer, während Tiere aus der Zoohandlung meist etwas günstiger sind. Wer etwas Gutes tun möchte, der kann auch Chinchillas aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben.

Bedacht werden sollte bereits vor der Anschaffung eines Chinchillas, dass die Kosten mit der Anschaffung der Tiere nicht aufhören. Die für eine artgerechte Haltung unbedingt benötigte Grundausstattung kostet ungefähr ab 200 Euro. Hinzu kommen natürlich auch noch weitere Kosten, zum Beispiel für das Futter, das Einstreu oder den manchmal leider notwendigen Besuch beim Tierarzt. Nur wer bereit ist, diese Kosten auch alle zu tragen (und dies auch kann), sollte sich Chinchillas anschaffen.

Können Chinchillas zahm werden?

Chinchillas sind sehr putzige Tierchen, die auf den ersten Blick wie das ideale Kuscheltier aussehen. Gerade Kinder denken deshalb, dass sie mit den Nagern quasi nach Belieben kuscheln und schmusen können. Tatsächlich sind Chinchillas jedoch keine wirklichen Kuscheltiere. Wie fast alle Nagetiere sind auch Chinchillas von Natur aus scheu und fürchten sich instinktiv vor Berührungen.

Zwar gibt es immer wieder auch sehr zahme Exemplare, generell sind die Haustiere aber eher zum Beobachten als zum Kuscheln geeignet. Damit Chinchillas zahm werden, ist vor allem ein behutsames Vorgehen und viel Geduld gefragt. Mit Zwang und Druck erreicht man hingegen nichts, da die Tiere sich leicht erschrecken und den Halter dann mit etwas Negativem assoziieren.

Wie alt können Chinchillas werden?

Es sind Chinchillas bekannt, die deutlich über 20 Jahre alt geworden sind. Dies stellt jedoch nur eine Ausnahme dar. Während Kurzschwanz-Chinchillas (Chinchilla chinchilla) bis zu 20 Jahre alt werden können, liegt die Lebenserwartung von Langschwanz-Chinchillas (Chinchilla lanigera) mit etwa 15 bis 18 Jahren etwas darunter. In der Heimtierhaltung gilt ein erreichtes Alter von 15 Jahren bereits als sehr alt.

Wie alt ein Chinchilla tatsächlich wird, ist vor allem von seiner Genetik und den Haltungsbedingungen abhängig. Chinchillas, die aus schlechten Zuchtbedingungen, wie zum Beispiel Massenzucht ohne Rücksicht auf die Gesundheit oder Inzucht-Vermehrungen, hervorgehen, sind oft genetisch vorbelastet und sterben in der Folge häufig deutlich früher unter anderem aufgrund von Erkrankungen.

Aber auch die Haltung bestimmt darüber, wie alt die Tiere als Haustiere letztendlich werden. Hier kommt es vor allem auf eine möglichst artgerechte Haltung an, bei der die Ernährung einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Die falsche Ernährung ist häufig die Ursache von Zahnproblemen und anderen Erkrankungen, die sich negativ auf die Lebenserwartung auswirken. Schlechte Haltungsbedingungen führen zudem immer zu Stress, der wiederum das Immunsystem schwächt.

Wann sind Chinchillas aktiv?

Alle Chinchilla-Arten sind nachtaktiv, da sie in freier Wildbahn in der Nacht am besten vor ihren Fressfeinden geschützt sind. Auch als Haustiere behalten Chinchillas ihren natürlichen Aktivitätsrhythmus bei. Das bedeutet, dass Halter akzeptieren sollten, dass die pelzigen Gefährten den Tag lieber schlafend verbringen und erst zum Abend hin aktiv werden. Dass Chinchillas tagsüber ungestört schlafen können, ist für ihre Gesundheit nämlich sehr wichtig.

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