Geckos als Haustiere – Steckbrief und alles Wissenswerte

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2023 · Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Geckos zählen im Bereich der Terraristik zu den populärsten Haustieren. Im folgenden Artikel wollen wir die Reptilien genauer vorstellen.

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Geckos: Steckbrief

Gecko-Steckbrief
Lateinische Bezeichnung Gekkonidae
Klasse Reptilien
Ordnung Schuppenkriechtiere
Familie Geckos
Verbreitungsgebiet auf allen Kontinenten außer der Antarktis
Lebenserwartung etwa 8 bis 25 Jahre (je nach Art)
Größe 1,5 bis 40 cm (je nach Art)
Gewicht 2 bis 700 g (je nach Art)
Haltung Einzelhaltung
Wichtige Punkte bei der Haltung

Wissenswertes

Geckos sind sehr interessante Tiere, die über viele Eigenheiten und Besonderheiten verfügen, die sie von anderen Haustieren unterscheiden.

Aussehen

Geckos, von denen es mehr als 700 Unterarten gibt, können, je nachdem um welche Art es sich handelt, unterschiedlich aussehen. Schwanken kann zum Beispiel die Größe der Echsen. Während die kleinsten Geckos gerade einmal knapp zwei Zentimeter groß werden, erreichen größere Arten eine Körpergröße von bis zu 40 Zentimeter.

Alle Geckos besitzen eine sehr empfindliche Haut, die sehr kleine Schuppen aufweist, was sie von anderen Reptilien, wie zum Beispiel Chamäleons, unterscheidet. Ähnlich wie Chamäleons können Geckos die Farbe ihrer Haut an ihre Umgebung anpassen. Die Hautschuppen wachsen bei den Tieren nicht mit, weshalb sich Geckos in regelmäßigen Abständen häuten.

Außerdem sind die Tiere dazu in der Lage ihren Schwanz abzuwerfen, wenn sie angegriffen werden oder sich bedroht fühlen. Dieser wächst zwar nach kurzer Zeit wieder nach, ist dann aber nicht mehr so schön wie zuvor. Der Schwanz dient den Tieren zudem auch als Fett- und Energiespeicher, wodurch ein Verlust ungünstig ist.

Viele Gecko-Arten besitzen an den Füßen spezielle Haftlamellen, die es ihnen ermöglichen, an glatten Gegenständen und Flächen zu laufen und zu klettern. Einige Arten besitzen wiederum winzige Krallen, die ihnen dabei helfen, besonders gut zu klettern.

Verbreitungsgebiet

Die kleinen bis mittelgroßen Reptilien bevölkern bereits seit knapp 50 Millionen Jahre die Erde. Im Laufe ihrer Entwicklung haben sie sich, ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeiten sei Dank, weltweit ausgebreitet.

Heute kann man Geckos deswegen sowohl in den gemäßigten Zonen als auch in sehr trockene Wüsten-Gebieten finden. Das Hauptverbreitungsgebiet sind allerdings die Tropen, wo es eine schier unüberschaubare Artenvielfalt gibt.

Lebensraum

Geckos bewohnen die verschiedensten Lebensräume. Während einige Arten Baumbewohner sind und in den tropischen Gebieten auf den Ästen und Bäumen von Regenwäldern leben, findet man andere Arten vermehrt auf sonnigen Felsen in Wüstengebieten oder zum Teil sogar auf den Mauern und in den Häusern des Menschen.

Lebensweise

Viele Geckos, wie beispielsweise der Leopardgecko, sind in freier Wildbahn vorwiegende Einzelgänger, die praktisch nur während der Paarungszeit mit ihren Artgenossen zusammen finden. Andere Arten wiederum bilden sogar lockere Kolonien. Rund 75 Prozent der Gecko-Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv, lediglich 25 Prozent tagaktiv.

Lebenserwartung

Im Durchschnitt werden Geckos je nach Art etwa acht bis 15 Jahre alt. Einige Unterarten können bei guter Haltung aber auch noch älter werden. Der Leopardgecko beispielsweise kann ein Alter von über 20 Jahre erreichen. In der Natur werden die Tiere tendenziell nicht so alt, da sie oft vorher das Opfer von Krankheiten oder Fressfeinden werden.

Fressfeinde

In ihrem natürlichen Habitat sind die verschiedenen Gecko-Arten durch eine Reihe von Fressfeinden bedroht. Dazu zählen je nach Verbreitungsgebiet hauptsächlich Schlangen, Greifvögel oder räuberisch lebende Säugetiere.

Populäre Gecko-Arten

In der Heimtierhaltung verbreitet sind vor allem der Leopardgecko, der Taggecko, der Faltengecko sowie der Madagaskar Gecko und der Zwergwüstengecko.

Artgerechte Haltung

Geckos sind was die artgerechte Haltung angeht relativ anspruchsvolle Haustiere, denn sie stammen aus Regionen, die in vielerlei Hinsicht ganz anders sind als Europa. Aus diesem Grund sollten sich angehende Halter bereits im Vorfeld genau über die Anforderungen und Eigenheiten der Tiere informieren und genau überlegen, ob ein Gecko ein passendes Haustier für sie ist.

Haltungsform

Eine wichtige Frage, die von Beginn an geklärt werden muss, ist die Frage nach der richtigen Haltungsform. Grundsätzlich kommen Einzelhaltung, Paarhaltung oder Gruppenhaltung infrage. Welche Haltungsform am artgerechtesten ist, ist von der jeweiligen Unterart abhängig. Manche Gecko-Arten sind in der Natur Einzelgänger und sollten dann als Haustier auch einzeln gehalten werden.

Viele Geckos bilden in freier Natur allerdings auch Gruppen beziehungsweise Kolonien. Bei diesen Arten sollte man immer mindestens zwei Tiere halten. Möglich wäre hier eine Paarhaltung, bei der ein Weibchen und ein Männchen zusammen in einem Terrarium gehalten werden.

Von der Vergesellschaftung mehrerer Männchen sollte man hingegen dringend Abstand nehmen, da es ansonsten oft zu Revierkämpfen, die im Extremfall bis zum Tod des Unterlegenen führen können, kommen kann. Als ideal gilt deshalb eine Gruppenhaltung von einem Männchen mit zwei bis drei Weibchen oder eine reine Weibchengruppe.

Terrarium

Geckos werden am besten in einem Terrarium untergebracht. Dieses sollte nach Möglichkeit dem natürlichen Lebensraum der Reptilien nachempfunden sein, damit sich die Tiere in ihrem Zuhause auch tatsächlich wohl fühlen. Das betrifft sowohl die Mindestanforderungen hinsichtlich der Größe als auch die Einrichtung und klimatischen Bedingungen.

Bei der Mindestgröße des Terrariums wird sich hauptsächlich an der Lebensweise und den Körpermaßen der Tiere orientiert. Man unterscheidet zunächst einmal ob die jeweilige Art zu den kletternden Baumbewohnern oder den vorwiegenden Bodenbewohnern zählt. Baumbewohner brauchen ein deutlich höheres Terrarium als Bodenbewohner, die dafür eine größere Grundfläche benötigen.

Mindestgröße Baumbewohner (Dickschwanzgecko, Paarhaltung)

Die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) beträgt beim Dickschwanzgecko zehn Zentimeter. Die Mindestgröße des Terrariums berechnet sich nun nach folgender Formel:

Länge x Breite x Höhe = (6 x KRL) x (6 x KRL) x (8 x KRL) = (6 x 10 cm) x (6 x 10 cm) x (8 x 10 cm) = 60 cm x 60 cm x 80 cm

Mindestgröße Bodenbewohner (Leopardgecko, Paarhaltung)

Die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) beträgt beim Leopardgecko 15 Zentimeter. Die Mindestgröße des Terrariums berechnet sich nun nach folgender Formel:

Länge x Breite x Höhe = (4 x KRL) x (3 x KRL) x (2 x KRL) = (4 x 15 cm) x (3 x 15 cm) x (2 x 15 cm) = 60 cm x 45 cm x 30 cm

Wichtig ist, dass es sich dabei um die Mindestgröße für ein Terrarium für zwei Geckos handelt. Für jeden weiteren Gecko im Terrarium sollten sich die Maße um mindestens 20 Prozent erhöhen. Generell gilt zudem, dass ein größeres Terrarium immer besser ist als ein kleineres.

Beleuchtung, Klima und Einrichtung

Zur Beleuchtung sind Quecksilberdampfentladungslampen, die eine hohen Lichtintensität und eine natürliche Lichtfarbe liefern, ideal. An der Decke des Terrarium sollten darüber hinaus Halogenstrahler mit etwa 60 W angebracht werden. Mit diesen kann ein Sonnenplatz eingerichtet werden, denn Geckos haben als wechselwarme Tiere ein natürliches Bedürfnis, sich zu sonnen.

Zusätzlich sollte an der Decke des Terrariums eine Leuchtstoffröhre angebracht werden, die den Reptilien genügend UV-Strahlung liefert. Genügend Licht mit UV-Anteil ist für Geckos sehr wichtig, da sie die UV-Strahlung zur Produktion von Vitamin D3 und andere Stoffwechselprozesse benötigen.

In einem Terrarium für Geckos sollte es immer verschiedene Temperatur- und Feuchtigkeitszonen geben. Geckoarten, die Bäume bewohnen, sollten über ausreichend Klettermöglichkeiten verfügen. In Bezug auf die Einrichtung sollte man sich am natürliche Lebensraum der Tiere orientieren. Das heißt, dass Terrarien unbedingt bepflanzt werden müssen.

Ernährung

Bei der artgerechten Ernährung ist es sinnvoll, sich an der Natur, sprich dem Futter im natürlichen Lebensraum der Tiere, zu orientieren. In freier Wildbahn sind Geckos vorwiegend Insektenfresser, die kleine Insekten wie Fliegen, Grillen, Heuschrecken oder Käfer fressen. Größere Arten ernähren sich zusätzlich auch von kleinen Wirbeltieren.

Im Rahmen der Haustierhaltung der Tiere ist es empfehlenswert das Lebendfutter der Reptilien mit einem Vitamin- und Mineralienpräparat zu bestäuben. Dies ist besonders bei trächtigen Weibchen oder bei Jungtieren sinnvoll, um einer Mangelversorgung vorzubeugen, die mitunter irreversibel sein kann.

Damit die Tiere nicht zu schnell wachsen, sollte bei Jungtieren einmal in der Woche ein Fastentag eingelegt werden. Zudem sollte auch auf ein abwechslungsreichen Speiseplan geachtet werden. Zur ausreichenden Flüssigkeitsversorgung sollte Geckos außerdem täglich frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Umgang

Geckos sind Wildtiere mit einem natürlichen Fluchtinstinkt. Die Reptilien gelten dadurch als recht scheue Tiere, die sich blitzschnell bewegen, wenn sie Gefahr wittern. Deshalb sollte man sehr genau darauf achten, dass die Tiere nicht aus dem Terrarium entwischen. Dann sind sie nämlich kaum wieder einzufangen und können leicht unterkühlen.

Generell eignen sich die Echsen mehr zur Beobachtung als zum Spielen und sind deshalb für Kinder eher ungeeignet. Einige Gecko-Arten können aber durchaus auch recht zutraulich werden. Vermeiden sollte man es allerdings nach Möglichkeit, den Schwanz eines Geckos anzufassen, denn die Tiere können diesen abwerfen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Geckos lieben es, wenn sie ihre Futtertiere lebend bekommen. Dies kann neuen Haltern gerade am Anfang ein wenig Überwindung kosten, ist aber notwendig, da die Tiere ihr Futter sonst nicht als solches erkennen und meistens einfach ignorieren.

Dafür ist aber auch sichergestellt, dass die Tiere mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt werden. Viele entscheiden sich deswegen sogar dafür, Futtertiere selbst zu züchten. Ob man das möchte, muss man selbst wissen.

Häufige Fragen

In diesem Abschnitt haben wir einige der häufigsten Fragen über Geckos kurz und knapp beantwortet.

Wo leben Geckos?

Die wechselwarmen Geckos leben hauptsächlich in den wärmeren Gebieten der Erde. Ihre natürlichen Lebensräume erstrecken sich von den tropischen Regionen Afrikas über Teile Asiens bis hin zu einigen Inseln im Pazifik. Einige Arten haben sich sogar an städtische Lebensräume angepasst und können in Häusern oder Gebäuden gefunden werden.

Wie alt werden Geckos?

Das Alter, das Geckos erreichen können, hängt zunächst einmal von der jeweiligen Art ab. Einige Arten haben lediglich eine Lebenserwartung von maximal acht Jahren, während andere Gecko-Arten auch 20 Jahre und noch älter werden können.

Warum können Geckos so gut klettern?

Manche Gecko-Arten besitzen an ihren Füßen sogenannte Haftlamellen. Wenn man sich diese unter dem Mikroskop anschaut, dann erkennt man winzig kleine Härchen, die sich wie ein Widerhaken an minimalsten Unebenheiten im Untergrund festhaken können. Man kann sich das ganze etwa wie bei einem Klettverschluss vorstellen. Andere Gecko-Arten besitzen spezielle Krallen, dank dieser sie besonders gut an Bäumen hochklettern können.

Sind Geckos gute Haustiere?

Geckos sind inzwischen recht beliebte Haustiere. Allerdings sind die Reptilien nicht für jeden geeignet, da man für die Haltung ein gewisses Maß an Fachwissen benötigt. Besonders wichtig sind die passenden klimatischen Bedingungen im Terrarium, die strikt eingehalten werden müssen. Grundvoraussetzung ist deshalb auch die Investition in geeignete techische Ausstattung.

Was frisst ein Gecko?

Die genaue Ernährung ist von der jeweiligen Gecko-Art abhängig. Die meisten Geckos fressen ausschließlich Insekten wie Fliegen, Mücken, Schaben und Käfer oder kleine Wirbeltiere. Eine pflanzliche Nahrungsaufnahme ist selten.

Welche Geckos werden zahm?

Geckos sind Wildtiere, bei denen es keine Garantie gibt, dass sie überhaupt zahm werden. Es gibt jedoch einige Gecko-Arten, die unter erfahrenen Haltern als besonders zahm gelten. Dazu zählen der Leopardgecko oder der Große Taggecko. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass es immer vom Individuum und seinen Erfahrungen abhängt, ob ein Gecko zahm wird oder nicht. Wenn ein Gecko nicht wirklich zahm wird sollte man das als Halter deshalb akzeptieren, schließlich bleiben die Reptilien Wildtiere mit natürlichem Fluchtinstinkt.

Sind Geckos nachtaktiv oder tagaktiv?

Das kommt auf die jeweilige Art und ihr natürliches Verbreitungsgebiet an. Die meisten Gecko-Arten sind nachtaktiv. Man erkennt sie an den typischen Augen, bei denen die Pupille schmal und schlitzförmig ist. Knapp ein Viertel der Gecko-Arten sind allerdings tagaktiv. Sie gehören damit der Gruppe der Taggeckos an, die man ebenfalls an ihren typischen Augen mit runder Pupille erkennen kann.

Sind Geckos für Anfänger geeignet?

Die meisten Geckos gehören zu den Haustieren, bei denen man in Sachen artgerechter Haltung einige Dinge beachten muss. Für absolute Anfänger sind die Reptilien deshalb nicht unbedingt das passende Haustier. Wer dennoch in die Gecko-Haltung einsteigen möchte, sollte mit den weniger anspruchsvollen Arten wie dem Leopardgecko oder dem Kronengecko anfangen.

Was kostet ein Gecko?

Geckos kosten im Durchschnitt etwa 50 bis 150 Euro. Der genaue Preis der Tiere ist abhängig von der Art, dem Alter und dem Geschlecht. Am günstigsten sind meist populäre Arten wie der Leopardgecko. Besonders exotische Arten oder Tiere von renommierten Züchtern können allerdings bis zu 1.000 Euro oder sogar noch mehr kosten.

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