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Tipps zum Kauf von Mäusen

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.09.2021 · Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Mäuse sind faszinierende Tiere, die sich allerdings mehr zur Beobachtung als denn zum Kuscheln eignen. Weil diese kleinen Nager ganz spezielle Bedürfnisse und Ansprüche an ihr künftiges Zuhause haben, sollte man über einige Dinge vor dem Kauf Bescheid wissen.

Wie zeigen allerdings nicht nur, welche Überlegungen vor der Anschaffung aufgestellt werden sollten, sondern geben auch Tipps, wo man Mäuse kaufen kann, woran man gesunde Tiere erkennt, wie der richtige Transport aussieht und wie man seinem kleinen Liebling die Zeit der Eingewöhnung erleichtert. Darüber hinaus geben wir einen Überblick über die Anschaffungskosten von Mäusen.

Überlegungen vor dem Kauf

Dass man sich vor dem Kauf intensiv damit auseinandersetzt, was es bedeutet, Verantwortung für mehrere Mäuse zu übernehmen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich kann man seinen neuen Mitbewohnern nur dann ein artgerechtes Leben bieten. Nur Mäuse, die rundum zufrieden sind, können ihr natürliches Verhalten ausleben. Und gerade das ist es doch, was einen an der Haltung von Mäusen so sehr fasziniert.

Folgende Fragen sollte man sich deshalb stellen, bevor man sich endgültig für Mäuse als Haustiere entscheidet:

  • Kann ich den Mäusen eine artgerechte Unterbringung ermöglichen?
  • Habe ich genügend Zeit, um mich um die Tiere zu kümmern? Sowohl die Reinigung des Käfigs als auch die Fütterung und die Behandlung im Krankheitsfall kann einiges an Zeit in Anspruch nehmen.
  • Viele (vor allem unkastrierte) Mäuse verströmen einen starken Eigengeruch. Komme ich damit zurecht?
  • Gibt es jemanden, der sich im Krankheitsfall oder während des Urlaubs um die Mäuse kümmern kann?
  • Kann ich den Tieren eine rauchfreie Umgebung bieten? Dies ist für Mäuse sehr wichtig, da sie äußerst empfindliche Atemwege haben.
  • Ist eine Tierhaar-, Streu- und Heuallergie in der Familie ausgeschlossen?
  • Habe ich die finanziellen Mittel, mich um die Mäuse zu kümmern? Gerade im Krankheitsfall können nicht unerhebliche Tierarztkosten auf einen zukommen.
  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung von Mäusen einverstanden?
  • Verfüge ich über einen ruhigen und zugfreien Standort, an welchem die Mäuse untergebracht werden können?
  • Mäuse haben mit ein bis zwei Jahren eine geringe Lebenserwartung. Kann ich damit klar kommen, eventuell nach einer bereits kurzen Zeit schon wieder Abschied von meinen Mitbewohnern zu nehmen?
  • Bin ich dazu bereit, meine Mäuse immer wieder neu zu vergesellschaften und in Gruppen zu integrieren? Mäuse leben am liebsten in großen Gruppen zusammen, so dass eine Integration in eine neue Gruppe erforderlich wird, sofern ein Tier einzeln übrig bleibt.

Wichtige Vorbereitungen

Wer seinen kleinen Lieblingen Stress ersparen möchte, richtet das neue Mäuseheim möglichst vor dem Kauf der Tiere bereits fertig ein. Dazu gehört aber nicht nur der Kauf eines Käfigs und des entsprechenden Zubehörs, sondern auch die Einrichtung des neuen Mäuseheims sowie das Finden eines geeigneten Standorts. Zum Beispiel dürfen die Tiere weder direkt in der Sonne stehen noch Zugluft oder starken Gerüchen ausgesetzt sein.

Auch der Kauf einer Transportbox ist empfehlenswert. So werden die Mäuse von Anfang an artgerecht untergebracht. Nach Möglichkeit sollte man ein wenig der alten Einstreu in die Transportbox legen, damit die Mäuse während der Fahrt und auch in ihrem neuen Zuhause vertraute Gerüche um sich haben. Zudem sollte die Box mit Trinken und etwas Futter ausgestattet sein. Dass die Autofahrt zum neuen Zuhause so kurz und stressfrei wie möglich sein sollte, versteht sich von selbst.

Wo sollte man Mäuse kaufen?

Es gibt die unterschiedlichsten Quellen, um Mäuse zu kaufen. Die denkbar schlechteste Wahl ist der Kauf in der Zoohandlung. Dort werden die Tiere meistens nicht nach Geschlecht getrennt gehalten. Ungewollte Schwangerschaften und Erbkrankheiten durch Inzest sind damit bereits vorprogrammiert. Ganz zu schweigen davon, dass die Unterbringung der Tiere hier wenig mit artgerechter Haltung zu tun hat. Zwar locken Zoofachgeschäfte mit unschlagbar günstigen Preisen, doch man sollte sich überlegen, ob man günstige Anschaffungskosten dem Wohl der Tiere vorzieht. Denn nicht gerade selten weisen Mäuse aus Zoohandlungen bereits Verhaltensstörungen auf.

Weitaus besser ist es, Mäuse aus dem nächstgelegenen Tierheim zu holen. Viele Tierheime haben auch junge Mäuse, weil trächtige Weibchen ausgesetzt oder bei ihnen abgegeben wurden. Wer etwas Gutes tun möchte, fragt immer zuerst im Tierheim nach. Danach kann man sich auch an einen Züchter wenden. Dieser versorgt einen bei Bedarf auch gerne mit wichtigen Informationen und Tipps zur artgerechten Haltung und auch später kann man sich bei Fragen an den Züchter wenden. Eine Alternative sind auch Nagerausstellungen oder man versucht, auf Reptilienbörsen einige Futtertiere vor ihrem traurigen Schicksal zu bewahren.

Wie viele Mäuse sollte man zusammen kaufen?

Weil Mäuse das Leben in der Gemeinschaft einer Einzelhaltung vorziehen, sollte man die kleinen Nager mindestens paarweise – besser noch in einer kleinen Gruppe – kaufen. Eine einzelne Maus würde sich schnell einsam fühlen, da Mäuse mit verschiedenen Duftsignalen und ihrer Körpersprache den ganzen Tag miteinander kommunizieren.

Angst haben, dass Mäuse, die nicht einzeln gehalten werden, nicht zahm werden, braucht man nicht. Wer seinen Mäusen genügend Aufmerksamkeit schenkt und sie artgerecht unterbringt, kann durchaus damit rechnen, dass diese mit der Zeit handzahm werden. Wichtig ist natürlich, dass man ungeplanten Nachwuchs vermeidet, indem man bei der Paarhaltung das Männchen kastrieren lässt.

Übrigens vertragen sich zwei männliche Mäuse nicht sonderlich gut; es wird des Öfteren zu Revierkämpfen kommen – außerdem verströmen sie einen stärkeren Geruch als Weibchen. Weibchen sind wesentlich ruhigere Persönlichkeiten und sind nicht so sehr wie Männchen darauf bedacht, sich den Rang des Alphatiers zu erkämpfen.

Woran erkennt man gesunde Mäuse?

Egal ob in der Zoohandlung, im Tierheim oder beim Züchter: Man sollte nur gesunde Mäuse kaufen! Ein Problem ist allerdings, dass Mäuse nicht wirklich deutlich zeigen, wenn sie krank sind. Auch eine kranke Maus nimmt weiterhin am Tagesablauf in ihrem Rudel teil. Umso wichtiger ist es also, beim Kauf auf bestimmte Merkmale, die einem zeigen, ob die Maus wirklich gesund ist, zu achten.

Hierfür sollte man seine zukünftigen Mitbewohner in ihrem Rudel etwas genauer und über längere Zeit beobachten. Die Tiere sollten lebhaft sein – ihre Augen, die Nase und die Afterregion darf nicht verklebt sein. Ein gutes Indiz ist auch eine saubere Umgebung.

Der artgerechte Transport

Der Heimtransport der Mäuse sollte so stressfrei wie möglich sein. Am besten geeignet ist eine Transportbox. Deren Maße sollten für zwei Mäuse bei mindestens 20 x 15 cm liegen. Vom Transport in einer Pappschachtel ist abzuraten, da Mäuse Nagetiere sind und dies gerne von Anfang an unter Beweis stellen, indem sie versuchen, sich durch die Schachtel zu nagen. Darüber hinaus ist eine solche Transportbox sowieso spätestens dann von Nöten, wenn ein Gang zum Tierarzt ansteht. Beziehungsweise bietet sich die Unterbringung in der Transportbox auch bei der Käfigreinigung an.

Die Transportbox sollte mit etwa Einstreu, Futter und Nistmaterial gefüllt werden. Damit die Tiere nicht in eine vollkommen fremde Umgebung kommen, sollte immer auch etwas Einstreu aus dem alten Zuhause mit in die Box und später in den Käfig gegeben werden.

Die Phase der Eingewöhnung

Zur Eingewöhnungsphase gehört vor allem viel Geduld! Wer diese aufbringt, darf sich nach einigen Wochen mit etwas Glück jedoch über handzahme Mäuse freuen, die ihm viel Freude bereiten werden. Dafür ist wichtig, dass der bereits fertig eingerichtete Käfig auf die Mäuse im neuen Zuhause wartet. Dort angekommen, setzt man die Mäuse hinein und gönnt ihnen zunächst eine kleine Verschnaufpause. Erst dann, wenn sich die Mäuse nach einigen Tagen ein wenig mit ihrer Umgebung angefreundet haben, sollte man sich mit leiser und ruhiger Stimme mit ihnen unterhalten.

Später kann damit begonnen werden, die Nager mit einem Leckerli auf der Hand zu sich zu locken. Mit etwas Geduld und mehrmaligem Wiederholen werden die Mäuse mehr und mehr die Scheu verlieren und irgendwann nicht nur den Kern von der Hand nehmen, sondern auch auf diese klettern. Sobald die Maus ruhig auf der Hand sitzen bleibt, kann damit begonnen werden, sie hochzunehmen – aber nur vorsichtig. Schließlich sind Mäuse sehr flink und können schnell von der Hand springen!

Zur Eingewöhnung gehört auch, das Futter, das die Tiere gewohnt sind, nur langsam umzustellen. Das Beste ist, man lässt sich zeigen, welches Trockenfutter die Mäuse bisher bekommen haben, und füttert diese in den ersten Tagen ausschließlich damit. Eine Futterumstellung kann dann langsam eingeleitet werden.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Vor der Anschaffung ist es wichtig, zu wissen, wie hoch die Kosten sind, die auf einen zukommen. Wer hier bereits in finanzielle Engpässe gerät, sollte sich von dem Gedanken der Maushaltung verabschieden. Nachfolgend zeigen wir eine Auflistung der ungefähren Anschaffungskosten für Mäuse:

  • Käfig: ab etwa 70 Euro
  • Wohnlabyrinth mit mehreren Etagen: ca. 20 Euro
  • Futternäpfe, Wassernäpfe: je ca. 4 Euro
  • Laufrad: ab 15 Euro
  • Käfigeinrichtung: etwa 10 Euro
  • Farbmaus: je 5-10 Euro

Gesamtkosten für vier Mäuse: ca 150 Euro

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