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Artgerechte Käfige für Mäuse

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.09.2021 · Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Ein artgerechter Käfig ist für die Unterbringung von Mäusen sehr wichtig. Schließlich wollen die kleinen Nager ein Zuhause, in welchem sie sich wohl fühlen können. Darüber hinaus stellt ein Mäusekäfig, der mit natürlichen Einrichtungsgegenständen versehen ist, in jeder Wohnung einen Blickfang dar.

Aber was sollte eigentlich beachtet werden, wenn man einen Käfig für Mäuse kauft? Wir gehen darauf ein, ob Mäuse auch im Außengehege gehalten werden können, wie groß der Mäuse-Käfig sein sollte und welche Käfigvarianten es gibt. Darüber hinaus zeigen wir auch wichtiges Grundzubehör für den Käfig, welche Einstreu geeignet ist, was bei der Käfigreinigung und bei der Auswahl eines Käfigstandorts beachtet werden sollte.

Wie groß sollte der Mäuse-Käfig sein?

Hält man im Zoofachhandel Ausschau nach einem Mäuse-Käfig, hat dieser üblicherweise die Grundmaße Länge 80 x Breite 50 x Höhe 40 cm. Diese gelten jedoch nur als absolutes Mindestmaß, wenn man mehrere Weibchen oder Kastraten zusammenhält. Größer ist natürlich besser. Tierschützer setzen sich deshalb schon seit Jahren dafür ein, dass die Mindestmaße für einen Mäuse-Käfig, in dem bis zu zehn Tiere untergebracht werden, bei Länge 100 x Breite 50 x Höhe 80 cm liegen.

Wenn dieser Käfig dann noch mit vielen Etagen ausgestattet wird, kann man dem natürlichen Bewegungsdrang von Mäusen nachkommen. Leider findet man solche Käfige im Fachhandel selten. Deswegen kann es erforderlich sein, selbst einen Käfig zu bauen.

Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen Mindestmaß und optimalem Maß. Je größer und artgerechter das neue Mäuseheim eingerichtet ist, umso wohler werden sich die kleinen Nager fühlen!

Verschiedene Käfigvarianten

Es gibt verschiedene Käfigvarianten, die für die Unterbringung von Mäusen infrage kommen. Wir zeigen, worauf bei Gitterkäfig, Terrarium und Plastikkäfig, Aquarium und Eigenbau geachtet werden sollte.

Gitterkäfig

Wegen der verschiedenen Klettermöglichkeiten ist der Gitterkäfig für Mäuse ein wahres Paradies. Zudem bietet das Gitter dem Halter die Möglichkeit, Äste oder erhöhte Sitzbretter zwischen den Gitterstäben anzubringen. Ein Minuspunkt ist, dass es meistens nur kleine Türen gibt, durch welche man in den Käfig greifen kann.

So wird das Austauschen von Futter und Spielsachen sehr umständlich. Dafür befinden sich die Türen meistens vorne, so dass man nicht von oben in den Käfig greifen muss und den Tieren damit Angst macht. Besonders einfach ist auch die Befestigung von Trinkflaschen; die spezielle Konstruktion sorgt für einen guten Luft-/Wärmeaustausch.

Von Nachteil ist, dass die Einstreu herausfällt und damit die Umgebung des Käfigs beschmutzt – was viele Halter dazu verleitet, keine hohe Einstreu einzufühlen. Wenn die Tiere an den Gitterstäben nagen, sorgt dies für störende Geräusche. Bei zu großen Gitterabständen besteht die Gefahr, dass die Mäuse ausbrechen oder stecken bleiben.

Terrarium und Plastikkäfig

Ein Terrarium oder ein Plastikkäfig als Unterbringung sind nicht sehr empfehlenswert und nur als Notlösung gedacht. Natürlich gibt es bei dieser Unterbringungsmöglichkeit auch Vorteile. Beim Graben kann kaum Einstreu aus dem Terrarium herausfallen und störendes Gitternagen kommt gar nicht erst auf. Und auch die Tatsache, dass die Mäuse von vorne aus dem Gehege genommen werden können, ist ein großer Vorteil.

Allerdings wiegen die Nachteile die Vorteile auf. In einem Terrarium können Trinkflaschen und Etagen nur schwer befestigt werden. Davon abgesehen sind Terrarien schwer und unhandlich und es gibt keinen guten Luft-/Wärmeaustausch. Ein Plastikkäfig muss sehr groß sein, damit er eine ausreichende Belüftung gewährleistet.

Aquarien

Von der Haltung in einem Aquarium ist abzuraten. Denn am Aquarienboden kommt es zu Ammoniakdämpfen, weil Mäuse stark Ammoniak ausscheiden. Die schlechte Luftzirkulation im Aquarium tut ihr übriges. Wird das Gehege nicht regelmäßig gereinigt, kann dies bei den Mäusen zu Lungenschäden führen.

Eigenbau

Wer im Fachhandel keinen geeigneten Mäusekäfig findet, greift oft auf einen Eigenbau zurück. Ein solches Gehege kann zum Beispiel aus Siebdruckpressplatten und Plexiglasscheiben gebaut werden. Letztere werden mit Schrauben an der Siebdruckplatte angebracht; die Ecken werden mithilfe von kleinen Winkeln verschraubt. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann so in einigen Stunden ein schönes Mäuseheim gebaut werden.

Grundzubehör für den Käfig

Zu einem Mäusekäfig gehört natürlich auch entsprechendes Zubehör, das vor dem Einzug der Tiere gekauft werden sollte. Überhaupt ist darauf zu achten, dass das Nagerheim bereits fertig eingerichtet ist, wenn die Mäuse ihr neues Domizil beziehen.

Wassernapf und Trinkflasche

Zur Grundausstattung gehört eine Trinkflasche oder ein Wassernapf. Wassernäpfe eignen sich für Mäuse besser, müssen aber auf einer nicht eingestreuten Etage stehen. Sind Jungtiere mit im Käfig, muss darauf geachtet werden, dass diese im Napf nicht ertrinken können. Darüber hinaus müssen Trinknäpfe regelmäßig sauber gemacht werden.

Trinkflaschen können selbstverständlich auch zum Einsatz kommen. Allerdings müssen die Mäuse bei diesen mit ihrer kleinen Zunge fest gegen eine sehr große Metallkugel drücken und damit regelrecht gegen Unterdruck ankämpfen, damit sie etwas trinken können. Davon abgesehen setzen sich in Trinkröhrchen recht schnell Algen, Schimmel und Bakterien fest. In einem Terrarium bringt man Wassertränken am besten mit doppelseitigem Teppichklebeband an. Alternativ dazu gibt es im Zoofachhandel Wasserspender, die auf einem Sockel stehen.

Futternapf

Einen Futternapf brauchen Mäuse nicht unbedingt – zumal sie diesen eher schnell zubuddeln. Um den Tieren Abwechslung und Beschäftigung zu bieten, kann das Trockenfutter einfach im Käfig verstreut werden. Allerdings braucht man für Frischfutter und Milchprodukte einen Futternapf. Dieser wird auf eine höhere, nicht eingestreute Etage gestellt.

Welche Einstreu ist geeignet?

Als wichtige Grundausstattung gilt auch die Einstreu. Im Fachhandel gibt es viele verschiedene Arten. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass die Einstreu staubfrei oder staubarm ist, denn Mäuse haben sehr empfindliche Lungen. Wichtig ist außerdem, dass die Einstreu Feuchtigkeit gut aufnimmt und Geruchsbildung vorbeugt. Faserige Einstreuarten, wie Hanfstreu, Maisstreu, Leinstreu, Pflanzeneisntreu und Miscantus, sind dafür ideal.

Weil die wilden Verwandten von Mäusen häufig in Erdhöhlen leben, sollte der Käfig über mehrere Zentimeter mit Einstreu bedeckt werden. Auch eine Buddelecke wird gerne angenommen. Mäuse legen sich bei hoher Einstreu gerne unter ihren Häusern Bauten an und man kann beobachten, wie sie sich wild durch ihr Gehege graben. Deswegen sollte zumindest in einem Teil des Geheges sowie unter einem offenen Häuschen eine hohe Einstreuschicht sein.

Der Käfigstandort

Einen passenden Käfigstandort zu finden kann schwerer sein als gedacht, denn es müssen viele Punkte berücksichtigt werden. Mäuse sollten einen ruhigen und hellen Standort haben. Direkte Sonneneinstrahlung mögen sie aber nicht. Ideal sind auch eine geringe Luftfeuchtigkeit und eine relativ konstante Temperatur im Raum, bei um die 20 Grad. In dem Zimmer, in dem sich die Mäuse aufhalten, darf keine Zugluft herrschen, es darf nicht geraucht werden; eine laute Geräuschkulisse ist ebenfalls schädlich.

Können Mäuse auch in einem Außengehege gehalten werden?

Ziemlich oft stolpert man bei Mäusen über das Thema Außenhaltung. Vor allem diejenigen, die zum ersten Mal Mäuse halten, denken, dass es ohne Probleme möglich ist, die possierlichen Tierchen in einem Außengehege zu halten. Mäuse dürfen jedoch nicht außerhalb der Wohnung gehalten werden. Aufgrund ihres schwachen Immunsystems und der Tatsache, dass sie von Labormäusen abstammen, die über viele Generationen in klimatisierten Räumen gelebt haben, sollten Mäuse ausschließlich in der Wohnung gehalten werden. Im Vergleich zu denen anderer Tiere sind ihre Lungen sehr klein und empfindlich, so dass sie sich schnell verkühlen könnten. Eine Verkühlung oder eine Infektion können schlimme Folgen haben. Deswegen ist es wichtig, dass Mäuse keinen Temperaturschwankungen und keiner Zugluft ausgesetzt werden.

Bei der Außenhaltung bekommen Mäuse sehr schnell Lungenprobleme, Probleme mit dem Kreislauf und sind anfälliger für Parasiten. Weil sie nicht nur keinen Regen und keine Nässe, sondern auch keine direkte Sonneneinstrahlung vertragen, sollte man den Käfigstandort in der Wohnung mit Bedacht auswählen.

Wichtiges zur Käfigreinigung

Die Käfigreinigung ist ein wichtiger Punkt, wenn man Mäuse als Haustiere hat. Allerdings ist die Käfigreinigung für Mäuse mit viel Stress verbunden. Denn dadurch gehen alle von den Tieren gelegten Duftspuren verloren, was dafür sorgt, dass sich die Mäuse schlechter orientieren können. Recht häufig kann man nach der Käfigreinigung beobachten, dass es zu Stress in der Gruppe kommt. Weil keine Reviermarkierungen mehr vorhanden sind, kommt es dann zu Rangstreitigkeiten, die Reviere müssen neu abgesteckt werden.

Zu den täglichen Reinigungsmaßnahmen gehört, Trinkflasche oder Wassernapf neu zu befüllen. Eine gründliche Reinigung ist nur alle drei Tage erforderlich. Um starke Verschmutzungen und Kalk zu entfernen, können Spülmittel, Essigessenz und Zitronenessenz verwendet werden. Anschließend muss aber sehr gründlich mit Wasser nachgespült werden. Die Futterschalen der Mäuse müssen täglich gereinigt werden.

Mindestens einmal die Woche muss die Urinecke der Mäuse im Käfig gereinigt werden. Auch ein Austausch von feuchter Einstreu ist erforderlich. Frischfutterreste müssen bereits am nächsten Tag entfernt werden. Hier sollte in den Häusern nachgesehen werden, denn dort bunkern Mäuse ihre Futterreste gerne. Deswegen sollten die Mäuse nur so viel Frischfutter bekommen wie sie auch verzehren können.

Die eigentliche Käfigreinigung erfolgt im Abstand von drei bis vier Wochen, je nach Verschmutzung. Für die Reinigung werden zunächst die Mäuse in den Auslauf gebracht oder in einen anderen Käfig gesetzt und anschließend alle Gegenstände aus dem Gehege entfernt. Bei der Reinigung helfen können neben heißem Wasser auch Seifenwasser und Essigwasser.

Chemische Reinigungsmittel sind tabu. Nach der Reinigung wird der komplette Käfig mit lauwarmem Wasser nachgespült. Jetzt geht es daran, den Käfig wieder einzurichten. Um nicht zusätzlichen Stress zu provozieren, sollten alle Gegenstände an ihren alten Platz gestellt werden.

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