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Hundeerziehung: So gehorcht der Vierbeiner aufs Wort

Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 01.09.2021 · Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Für ein harmonisches Miteinander ist die richtige Erziehung bei Hunden entscheidend. Wir zeigen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit der Hundeerziehung zu beginnen, erklären warum Belohnungen wichtig sind und wie diese aussehen sollten und gehen auch auf das Training mit dem Clicker ein. Daneben geben wir spezielle Tipps, wie man seinen Hund stubenrein bekommt und ihm Kommandos beibringt.

Wann mit der Hundeerziehung beginnen?

Ideal ist es, wenn man seinen kleinen Vierbeiner im Welpenalter bekommt und gleich mit der Erziehung beginnt. Denn dann sind die Tiere am lernfähigsten, weil sie sich noch keine schlechten Manieren angewöhnt haben. Mit den ersten Erziehungsmaßnahmen sollte begonnen werden, sobald der neue Mitbewohner sein neues Domizil bezogen hat. Vor allem die Zeit bis zur 16. Lebenswoche gilt als besonders prägend. Alles, was man seinem kleinen Liebling in dieser Phase beibringt, ist die Grundlage für das spätere Miteinander.

Gewaltfreie Erziehung

Wie überall, erreicht man auch in der Hundeerziehung mit Gewalt nichts. Tiere, die gewaltsam erzogen werden, zeigen sich häufig ängstlich und nervös. Besser ist es, seinen Hund zu motivieren, indem man ihm Belohnungen in Aussicht stellt. Eine gewaltfreie Erziehung heißt aber nicht, inkonsequent zu sein. Regeln sollen und müssen gesetzt werden. Für Hunde ist es sehr wichtig, dass ihr Halter den Rahmen absteckt, in dem sie sich bewegen dürfen.

Belohnungen

Hundeerziehung klappt am besten mit Belohnungen. Die meisten denken bei diesem Wort zunächst an Leckerchen, dabei gibt es noch viele weitere Belohnungsmöglichkeiten, die in den meisten Fällen sogar sinnvoller sind. Je nach Situation kann ein Spielzeug oder ein gemeinsames Spiel eine viel größere und bessere Belohnung sein.

Bei der Hundeerziehung ist wichtig, dass man seinen kleinen Liebling sofort belohnt, wenn dieser das richtige Verhalten zeigt. Es muss darauf geachtet werden, dass die Belohnung in der Regel innerhalb von maximal 2 Sekunden nach dem gezeigten Verhalten erfolgt. Hunde sind nicht in der Lage, weit auseinander liegende Ereignisse miteinander zu verknüpfen.

Erfolgt die Belohnung zu spät, kann der Vierbeiner diese nicht richtig zuordnen. Hintergrund: Wenn der Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt und dafür eine Belohnung bekommt, wird er dieses Verhalten häufiger zeigen. Bleibt eine Belohnung aus, fehlt der Verstärker und er wird das Verhalten seltener oder gar nicht mehr zeigen.

Es gibt verschiedene Belohnungsmodelle, mit denen man arbeiten kann. Dabei sollte beachtet werden, dass man sein Tier ein Leben lang belohnen sollte. Verstärktes Verhalten kann nämlich jederzeit gelöscht werden, wenn die Belohnung komplett und dauerhaft ausbleibt.

Während der Hundeerziehung kommt häufig die Immerbestärkung zum Einsatz: Der neue Mitbewohner wird immer nach einer korrekt ausgeführten Übungen bzw. einem korrekt ausgeführten Kommando belohnt. Ein großer Vorteil bei diesem Belohnungsmodell ist, dass der Vierbeiner das Verhalten extrem zuverlässig ausführen wird. Sollte die Belohnung allerdings ausbleiben, wird dieses bestimmte Verhalten schnell wieder gelöscht bzw. vergessen. Man muss also permanent Belohnungsmöglichkeiten parat haben.

Eine andere Möglichkeit ist die variable Bestärkung. Hier bekommt der neue Mitbewohner nicht nach jeder Ausführung, sondern in regelmäßigen Abständen eine Belohnung. Dies hat den Vorteil, dass nicht jedes Verhalten belohnt werden muss. Gleichzeitig wird das Verhalten beim Ausbleiben der Belohnung nicht so schnell gelöscht. Bei dieser Methode besteht aber auch die Gefahr, dass der Hund sich genau merkt, wann er eine Belohnung bekommt und dementsprechend nur die Übung korrekt ausführen wird, bei welcher er eine Belohnung zu erwarten hat.

Etwas anders gestaltet sich die zufällige Bestärkung. Man belohnt seinen kleinen Liebling hier nicht nach jeder Ausführung, sondern rein zufällig in unregelmäßigen Abständen. Diese Methode ist in der Hundeerziehung am weitesten verbreitet, da sie den meisten Erfolg verspricht.

Clicker-Training

Ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Erziehung ist ein Clicker. Bei einem Clicker handelt es sich um einen Gegenstand, der beim Draufdrücken ein einfaches Klickgeräusch macht. Wird dieses Hilfsmittel richtig angewendet, sorgt es bei der Hundeerziehung für eine positive Verstärkung. Wichtig ist, den Clicker klassisch zu konditionieren, indem man willkürlich klickt, ohne dass der Hund etwas tun soll.

Anschließend bekommt er seine Belohnung – entweder in Form von Futter oder Spielzeug. Nach einer gewissen Anzahl von Wiederholungen ist das Klickgeräusch konditioniert und der Clicker kann als sekundärer Verstärker beim Erlernen von Befehlen eingesetzt werden.

Stubenreinheit

Stubenreinheit ist etwas, das auf jeden Fall zur Hundeerziehung gehören sollte. Wie lange es dauert, bis der kleine Vierbeiner dieses Verhalten erlangt hat, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Ganz wichtig ist, sein Tier nicht zu bestrafen, wenn es mal in die Wohnung macht. Dies sorgt nur dafür, dass der neue Mitbewohner ängstlich und nervös wird.

Besser ist es, von vornherein zu vermeiden, dass sich der Hund im Haus erleichtern kann. Am Anfang erfordert dies viel Aufmerksamkeit, schließlich muss man erahnen, wann der Vierbeiner sein Geschäft verrichten möchte. Dies ist meistens der Fall, wenn er aufwacht, gefressen oder gespielt hat.

Hunde senken normalerweise die Nase und schnüffeln angeregt herum, wenn sie ihre Notdurft verrichten müssen. In diesem Fall sollte man mit dem Welpen sofort nach draußen gehen. Hat er sein Geschäft draußen verrichtet, sollte er ausgiebig gelobt werden. Sollte es vorkommen, dass der Hund sein Geschäft in der Wohnung verrichtet, sollte er zu Pfütze geführt werden. Der Halter sollte ihm dann mit einem scharfen „Nein“ verständlich machen, dass dieses Verhalten nicht richtig ist.

Sitz und Platz

Ein wichtiges Kommando, das jeder Hund beherrschen sollte, ist „Sitz!“ und „Platz!“. Um den Befehl „Sitz!“ einzuüben, legt man einen Leckerli in seine Hand und bewegt diese dann über den Kopf des Vierbeiners auf und ab. Dieser wird sich von selbst hinsetzen, damit er das Leckerli besser im Auge behalten kann. Knickt er die Hinterbeine, sollte das Kommando „Sitz!“ gegeben werden.

Anschließend sollte eine Belohnung erfolgen – mit dem Leckerbissen und durch Loben. Dieses Kommando sollte seitlich und frontal zum Welpen wiederholt werden. Dabei werden nach und nach die Futtergaben verringert, bis Worte zum Ausführen des Befehls ausreichen.

Um seinem kleinen Liebling den Befehl „Platz!“ beizubringen, kniet man sich neben diesen sobald er sitzt und fasst sein Halsband. Dabei wird das Leckerli vor die Nase des Hundes gehalten und die Hand langsam nach unten geführt. Sobald die Nase des Vierbeiners dem Leckerli folgt, wird dieses nach vorne vor seinen Körper bewegt. Wenn er versucht, sich hinzulegen, wird der Befehl „Platz!“ gegeben. Das Leckerli wird weiter nach vorne bewegt, bis sich der Welpe hinlegt. Auch danach ist eine Belohnung in Form von Lob und dem Leckerli angebracht.

Kontrolliertes Bellen

Um Hunden das kontrollierte Bellen beizubringen, sollten sie bereits den Befehl „Sitz!“ beherrschen. Nachdem sich der Hund hingesetzt hat, tritt der Halter etwa 1 m zurück und neckt seinen kleinen Liebling nun mit einem Spielzeug. Wenn er bellt, bekommt er ein Leckerli. Nach einigen Wiederholungen wird das Kommando „Sprich!“ erteilt, wenn der Hund bellt. Anschließend erfolgt die Belohnung mit dem Spielzeug. Timing ist ein wichtiger Faktor bei dieser Übung. Wer sein Tier genau beobachtet, kann an dessen Körpersprache das Bellen vorausahnen.

Wenn der Befehl „Sprich!“ sitzt, wird beim Bellen der Befehl „Still!“ gegeben. Sobald der neue Mitbewohner aufhört zu bellen, bekommt er ein Spielzeug oder ein Leckerli als Belohnung. Andernfalls wird die Belohnung mit einem bestimmenden „Nein!“ weggelegt. Diese Übung sollte so lange wiederholt werden, bis der Welpe auf die angebotenen Belohnungen zuverlässig reagiert.

Pfote geben

Das Pfotegeben ist ein Ausdruck von Respekt und Unterwerfung. Deswegen gehören solche Übungen unbedingt mit in die Hundeerziehung. Um das Pfotegeben zu üben, kniet man sich rechts neben seinen Vierbeiner und fasst mit der linken Hand an das Halsband des Tieres, während in der rechten Hand eine Belohnung versteckt ist.

Jetzt führt man die rechte Hand zwischen seine Pfoten. Um zu verhindern, dass er sich dem Leckerli in der rechten Hand widmet und sich hinlegt, muss er am Halsband hochgehalten werden. In dieser Position legt man nun seine rechte Hand mit dem Leckerli unter die Pfote, hebt diese mit dem Kommando „Pfote!“ in die Höhe und lässt ihn den Leckerli aus der Hand fressen. Nach einiger Zeit sollte diese Übung ohne Leckerli durchgeführt werden – bis sie sitzt.

Schlechte Angewohnheiten ablegen

Nimmt man einen bereits erwachsenen Hund bei sich auf, könnte sich die Erziehung als schwierig gestalten. Vor allem, weil er bereits feste Angewohnheiten hat, die sich nicht so leicht ablegen lassen, ist Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Im Folgenden zeigen wir, wie verschiedenste schlechte Angewohnheiten abgelegt werden können.

Anspringen: Das Anspringen gehört zu den Urinstinkten von Hunden, schließlich begrüßen Welpen so ihre Mutter. Dieses Verhalten sollte beim Menschen nach Möglichkeit unterbunden werden. Hierfür befiehlt man dann, wenn man den Raum betritt, „Sitz!“. Dabei darf weder die Stimme erhoben noch mit den Armen gewedelt werden, weil dies den Hund stimulieren könnte.

Vermieden werden müssen auch Befehle wie „Nein!“ und „Pfui!“. Hat sich der Vierbeiner auf Kommando hingesetzt, wird er belohnt. Die Übung sollte so lange wiederholt werden, bis man von seinem kleinen Liebling nicht mehr angesprungen wird.

Heulen, Jaulen und Bellen: Kein Hund wird gerne alleine gelassen, jedoch lässt sich das nicht immer vermeiden. Viele allein gelassenen Vierbeiner bellen, heulen und jaulen ständig. Dies kann unterbunden werden, indem man ihnen den Befehl „Still!“ beibringt und anschließend so tut, als wollte man den Raum verlassen.

Nachdem man die Aufmerksamkeit seines Vierbeiners erregt hat, befiehlt man ihm, ruhig zu sein, und bleibt vor der Haustür stehen. Bellt der Hund trotzdem, sollte man ihn aufschrecken, indem man zum Beispiel ein Schlüsselbund gegen die Tür wirft. Verhält er sich hingegen ruhig, geht man zu ihm zurück und lobt ihn.

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