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Zebrafinken

Während lange Zeit über der Wellensittich eines der beliebtesten Haustiere war, bekommt er nun so langsam vom Zebrafink Konkurrenz. Zebrafinken gehören zur Gruppe der Prachtfinken. Wir zeigen, was diese einzigartigen Vögel auszeichnet, für wen sie geeignet sind, worauf es bei der Haltung ankommt und was man über Ernährung, Gesundheit und Lebenserwartung wissen sollte.

Aussehen

Zebrafinken erreichen eine Körperlänge von 11 cm. Besonders beliebt sind sie aufgrund ihrer bunten Färbung. Insgesamt gibt es 16 verschiedene Farben, wobei diese nochmals aufgesplittet sind. Männchen und Weibchen unterscheiden sich dadurch, dass Männchen meistens eine stärkere Färbung bzw. Zeichnung haben. Wenn es darum geht, sich ein Tier auszusuchen, hat man die Qual der Wahl. Infrage kommen bei den Farben zum Beispiel Grau/Haube, Braun/Zimt sowie Rotbrust.

Auch die Geschlechtsbestimmung lässt sich anhand der Farbe ausmachen. So haben Hennen einen wesentlich dunkleren, roten Schnabel und auf ihrer Wangenzeichnung einen Tränenstrich. Dieser fehlt bei Weibchen entweder vollkommen oder ist nur schwach vorhanden. Es gibt allerdings auch Farbschläge, bei denen die Geschlechtsmerkmale nur sehr schwach ausgeprägt sind.

Für wen sind Zebrafinken als Haustiere geeignet?

Man sollte sich niemals ein Tier leichtfertig in die Wohnung holen, ohne zu wissen, ob dieses überhaupt für einen geeignet ist. Für viele Jahre sollten Zebrafink und der Halter ein Team bilden. Deswegen ist es wichtig, vorher zu überprüfen, ob die kleinen Ziervögel zu einem passen.

Im Gegensatz zu Wellensittichen und Kanarienvögeln bleiben Zebrafinken immer sehr wild und scheu und sind darüber hinaus nur wenig lernfähig. Man sollte also nicht damit rechnen, dass der neue Mitbewohner handzahm wird. Darüber hinaus ist es wichtig, genügend Raum für die Unterbringung zur Verfügung zu haben. Denn die bunten Finken dürfen niemals einzeln gehalten werden. Ansonsten können Verhaltensstörungen und Anfälligkeit gegenüber Krankheiten die Folge sein. Zebrafinken sind zwar relativ klein, benötigen aber einen geräumigen Flugkäfig sowie die Möglichkeit, jeden Tag Freiflug zu bekommen.

Natürlich muss sichergestellt sein, dass sich auch jemand um die neuen Mitbewohner kümmert, wenn man krank ist oder in Urlaub fährt. Jeden Tag sollte man mindestens eine halbe Stunde Zeit haben, um sich ausreichend um die kleinen Gesellen zu kümmern. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass sie Schmutz verursachen. Was auch beachtet werden muss, ist, ob in der Familie eine Allergie gegen Federn oder Vogelkot vorliegt.

Brutwillige Pärchen kann man kaum vom Brüten abhalten. Entweder muss man selbst genug Raum zur Verfügung haben, um die Jungtiere später unterzubringen oder aber eine Möglichkeit finden, diese in liebevolle Hände abzugeben.

Haltung

Noch bevor man sich Zebrafinken ins Haus holt, sollte alles vorbereitet sein. Dabei ist eine artgerechte Unterbringung besonders wichtig. Da wäre zunächst mal das

Gehege

Gewählt werden kann zwischen handelsüblichen Käfigen und Volieren bis hin zu einem Vogelzimmer, Außenvolieren und selbst gebastelten Kastenkäfigen. Auch die Frage nach einem geeigneten Standort sollte rechtzeitig gestellt werden. Der Käfig sollte an einem hellen, sonnigen bis halbschattigen Platz stehen. So können die kleinen Vögel selbst entscheiden, ob sie sich in der Sonne oder im Schatten aufhalten wollen. Gute Schattenspender sind Büsche und kleine Bäumchen oder eine geschlossene Seitenwand. Der Käfigstandort sollte zugluftfrei und trocken sein. Bei der Innenhaltung sollten Mindesttemperaturen von 18-21° eingehalten werden. Entscheidet man sich für die Außenhaltung, sollte den Zebrafinken ein Rückzugsort, wo es mindestens 10-15° warm ist, zur Verfügung gestellt werden. Was den Käfig selbst anbelangt, sollte dieser Mindestmaße von 100 (Breite) x 50 (Tiefe) x 50 (Höhe) cm haben.

Käfigeinrichtung

Ebenso wichtig wie die Wahl des geeigneten Käfigs, ist die Käfigeinrichtung.

Sitzstangen

Zebrafinken brauchen Sitzstangen, die einen Durchmesser von mindestens 8 mm haben. Um Kosten zu sparen und den Tieren einen natürlichen Lebensraum zu bieten, können Naturäste verwendet werden.

Nester

In der Regel sind Nester nicht erforderlich; Zebrafinken schlafen gerne auf der Stange. Wenn Nachwuchs geplant ist, können Nester hingegen als Bauhilfen angeboten werden. In diesem Fall sollten sie eine Mindestdurchmesser von 12 cm haben.

Futternäpfe

Futternäpfe gibt es in verschiedenen Varianten – zum Einhängen ans Gitter, als Keramikschale, die auf den Boden gestellt wird, als Futterautomat oder Edelstahlnapf, der ans Gitter gehängt oder geschraubt wird.

Wasserschale und Badehaus

Gedacht werden muss auch an eine ausreichend große Badewanne. In dieser können Zebrafinken sowohl baden als auch ihren Flüssigkeitsbedarf stillen. Extra hingestellte Wassernäpfe werden meistens nicht verwendet. Die Badewanne sollte etwa 2-4 cm hoch mit Wasser befüllt werden.

Einstreu

Am besten ist Vogelsand geeignet, um den Käfig auszustreuen. Wer Buchenholzgranulat oder Strohpellets verwendet, sollte zusätzlich an feinen Grit und Vogelsand denken, die in einer Schale angeboten werden.

Spielzeug

In puncto Spielzeug sind der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt. Verzichtet werden sollte allerdings auf bunte Plastikkugeln, Plastikvögel, Spiegel und Glöckchen. Beliebt sind hingegen Schaukeln und Schaukelkreuze, die aus Sisal bestehen oder selbst gebaut werden können.

Ist eine Einzelhaltung möglich?

Es gibt viele Tiere, die solitär leben. Der Zebrafink gehört nicht dazu. Die farbenfrohen Vögel sollten immer mindestens paarweise gehalten werden. Sie verstehen sich aber auch gut mit anderen Prachtfinken sowie einigen anderen Vogelarten und können durchaus in einer gemischten Gemeinschaft untergebracht werden. Damit es zu keinen Streitereien kommt, sollte es sich hierbei entweder um eine reine Pärchengemeinschaft, eine Männergesellschaft oder eine Damengemeinschaft halten.

Bei der Zusammenstellung ist wichtig, dass darauf geachtet wird, dass die einzelnen Arten die gleichen Futteransprüche haben. Auch Vorlieben einzelner Arten sollten besonders berücksichtigt werden – ebenso wie die Verträglichkeit der einzelnen Tiere untereinander. Zusammen mit Zebrafinken gehalten werden können zum Beispiel Schmetterlingsfinken, Weißkopfnonnen, Atlasfinken sowie Chinesische Zwergwachteln.

Ernährung

Die Ernährung von Zebrafinken besteht hauptsächlich aus Körnerfutter. Daneben brauchen sie aber auch noch Frischfutter, das in Form von Obst, Gemüse, Kräutern und Gräsern angeboten werden kann.

Körnerfutter für Zebrafinken findet man im Zoofachhandel unter der Bezeichnung „Exotenfutter“. Eine solche Mischung enthält eine Vielfalt an Hirsesorten – darunter Kolbenhirse, Rispenhirse und Japanhirse. Eine gute Mischung sollte mehr als acht Hirsesorten sowie Negersaat, Kanariensaat und Unkrautsamen enthalten.

Ergänzt wird das Körnerfutter mit Frischfutter. Am Anfang kann es erforderlich sein, ein wenig zu experimentieren. Hat man dann ca. fünf Sorten gefunden, die seinen kleinen Lieblingen schmecken, sollte man bei diesen bleiben. Anhand der folgenden Futterliste für Zebrafinken zeigen wir, was diese Vögel essen dürfen:

Gemüse

Gurke, geriebene Karotte, Chinakohl, Golliwoog, Kopf-, Feld-, Endivien- und Eisbergsalat, Lollo Rosso, Lollo Bianco

Obst

Apfel, Birne, Pflaume (ohne Stein), Kirsche (ohne Stein), Erdbeere, Pfirsich, Nektarine, Banane, Weintrauben (ohne Kerne)

Kräuter

Petersilie (krause und glatte), Kresse, Kerbel, Basilikum, Löwenzahn, Vogelmiere, Breit- und Spitzwegerich, Gänseblümchen, Hirtentäschelkraut, Greiskraut, Schaumkraut, Knöterich-Gewächse (Ampfer), Schafgabe, Beifuss, Kratz- und Gänsedistel

Gräser

Rispengras, italienisches Raygras, Rot-, Schaf- und Wiesenschwingel, Knäulgras, Quecke, Rispengras

Gesundheit und Lebenserwartung

Auch der Zebrafink kann krank werden. Eine artgerechte Unterbringung, Ernährung und Pflege kann dieses Risiko allerdings minimieren. Für Notfälle sollte eine Notfallapotheke zuhause angelegt werden. In diese gehören:

  • Infrarot-Strahler und Dunkelstrahler
  • Multivitamin-Präparat
  • Vogelkohle zur Entgiftung des Magens
  • Flüssigpflaster
  • Mittel gegen Parasiten

Zur regelmäßigen Pflege ist eine kleine Schere oder ein Krallenknipser erforderlich. Wichtig sind außerdem eine Transportbox (für den Gang zum Tierarzt) und ein so genannter Krankenkäfig. In diesem werden kranke Vögel isoliert, bis sie wieder gesund sind.

Krankheiten und Auffälligkeiten, die beim Zebrafink gehäuft auftreten können, sind Erkältung, Darmerkrankungen, Verstopfung, Fettsucht und Leberschaden, Legenot, Blutungen, Knochenbrüche, zu lange Krallen sowie übermäßiger Schnabelwachstum und Probleme mit der Mauser.

Die Lebenserwartung von Zebrafinken liegt bei bis zu zehn Jahren.

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