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Nymphensittiche

Aussehen

Nymphensittiche können von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze eine Länge von 28-32 cm sowie ein Gewicht von 80-100 g erreichen. Vom Aussehen her ähneln sich Männchen und Weibchen stark, vor allem, weil es Nymphensittiche mittlerweile in verschiedenen Farbschlägen gibt. Früher waren Nymphensittiche hauptsächlich grau und hatten weiße Flügeldecken sowie einen orangen Wangenfleck. Charakteristisch für männliche Vögel ist vor allem die ausgeprägte gelbe Gesichtsmaske, während man Weibchen meistens an einer gelb-schwarzem Querbänderung an der Schwanzunterseite und daran erkennen kann, dass diese generell etwas blasser sind als ihre Geschlechtsgenossen.

Verbreitungsgebiet

Die ursprüngliche Heimat der Nymphensittiche ist Australien. Dort leben sie in einem Schwarm aus bis zu 50 Vögeln zusammen. Da der Nymphensittich in der letzten Jahren für die Heimtierhaltung immer beliebter geworden ist, kann man ihn mittlerweile nicht nur auf dem australischen Kontinent treffen. Hauptsächlich in Europa ist er ein beliebtes Haustier.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Nymphensittichen liegt bei 15-25 Jahren.

Haltung

Da Nymphensittiche in der Natur in größeren Schwärmen zusammen leben, sollten sie nach Möglichkeit niemals alleine, sondern immer mindestens zu zweit gehalten werden. Die weit verbreitete Meinung, dass Nymphensittiche, die nicht alleine gehalten werden, weniger schnell zahm werden, ist grundsätzlich falsch. Vielmehr riskiert man so, dass das Tier vereinsamt und Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Üblicherweise werden Nymphensittiche in einer Voliere gehalten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Vögeln ein eigenes Zimmer einzurichten oder die Tiere in einer Außenvoliere unterzubringen. Diese sollte nach Möglichkeit so groß sein, dass die Nymphensittiche die Möglichkeit haben, zu fliegen. Zusätzlich sollte ein täglicher, mehrstündiger Freiflug selbstverständlich sein. Denn mangelnde Bewegung bekommt den Tieren schlecht. Sie verlieren nicht nur an Koordination, sie werden auch übergewichtig und ihre Flugmuskulatur bildet sich zurück.

Was die Ausstattung der Voliere anbelangt, so sollte der Nymphensittich Naturäste in verschiedenen Stärken vorfinden. Deren Durchschnitt sollte bei mindestens 2 cm liegen. Gut eignet sich auch selbst gebasteltes Spielzeug, das aus unbehandelten Naturmaterialien besteht. Kork und Sitzbretter vervollständigen die Einrichtung. Als Bodenbelag sollte Buchenholzgranulat, Sand oder Hanfstreu aus der Zooabteilung verwendet werden. Außerdem brauchen die Tiere Futter- und Wassernäpfe. Bei deren Anbringung ist darauf zu achten, dass die Nymphensittiche diese durch ihren Kot nicht verschmutzen können.

Darüber hinaus müssen den Tieren Bademöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Ernährung

Nymphensittiche benötigen täglich frisches Wasser zum Trinken. Beim Futter sollte man wissen, dass sich die Sittiche hauptsächlich von Körnern ernähren. Im Handel erhältliche Mischungen sollten aus verschiedenen Saaten, Körnern, Kernen und Gräsern bestehen. Zu viele Sonnenblumenkerne und Erdnüsse sollten in der Mischung nicht vorhanden sein. Da diese sehr fettreich sind, können sie den Nymphensittichen mehr schaden als nutzen. Besser ist es, diese als Leckereien und als Belohnung für die Tiere anzusehen.

Gerne angenommen werden auch Hirsekolben, die es in den Sorten Rot und Gelb gibt. Die Tiere sollten auch regelmäßig frisches Obst und Gemüse bekommen. Besonders gerne essen Nymphensittiche Äpfel, Bananen, Weintrauben, Erdbeeren sowie Melone. Beim Gemüse sollte man es zunächst mit Paprika, Karotten, Salat und Tomaten versuchen. Auch Kräuter und Gräser, wie Löwenzahn, Bärlauch, Schnittlauch und Kresse, sind eine gute Möglichkeit, den Speiseplan der Nymphensittiche aufzuwerten. Abgerundet wird das Angebot durch frische Äste, die Vitamine enthalten. Um den Mineralstoffbedarf der Sittiche zu decken, gibt es auch Vogelgrit, Mineralsteine und Sepiaschalen.

Verhalten

Nymphensittiche gelten als sehr gesellige Vögel, die darüber hinaus knabberfreudig und brutfreudig sind. Dies sollte man vor allem bei der Einrichtung der Voliere beachten. Die Sittiche sind außerdem dafür bekannt, eine laute Stimme zu haben, friedlich und neugierig zu sein. Darüber hinaus brauchen sie genügend Flugraum und viel Freiflug. In der Natur können sie nämlich bis zu 100 km/h schnell fliegen und mehrere 100 km am Tag zurücklegen.

Das Schlafbedürfnis der Nymphensittiche liegt bei 12 Stunden. Die Sinnesleistungen Sehen und Hören sind besonders gut entwickelt, dafür können die Tiere nicht besonders gut schmecken. Besonders gerne gehalten werden die Flügel übrigens deswegen, weil sie dazu im Stande sind, Melodien oder Wörter nachzuahmen.

Umgang

Viel Geduld ist erforderlich, wenn man Nymphensittiche handzahm bekommen und diesen eine Melodie oder Wörter beibringen möchte. Verschmust werden diese Haustiere aber nie. Das sollte man respektieren und die Tiere schnell und schmerzfrei nach ihrem Freiflug einfangen. Optimale ist es, wenn die Nymphensittiche die Möglichkeit haben, von selbst wieder in den Käfig zu fliegen. Da es sich um Fluchttiere handelt, ist das Einfangen für sie immer mit Stress und Angst verbunden.

Vom individuellen Charakter und den bisher erlebten Erfahrungen ist es abhängig, ob der Nymphensittich zahm wird oder nicht. Während einige ihrem Besitzer schon nach wenigen Tagen aus der Hand fressen, gibt es auch Tiere, die lieber unter sich bleiben. Generell ist zu beobachten, dass Nymphensittiche, die in einem stabilen Schwarm leben, schneller Vertrauen fassen.

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