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Sittiche

Aussehen

Sittiche, auch als Miniaturausgabe von Papageien bekannt, gibt es in vielen unterschiedlichen Arten. Dementsprechend unterschiedlich kann das Aussehen der Sittiche sein. Am bekanntesten sind Wellensittiche und Nymphensittiche. Der wild lebende Wellensittich hat zum Beispiel ein Gewicht von 30 g und eine Körperlänge von 16-20 cm. Damit zählt er zu den kleineren Sittichen. Nymphensittiche gehören zu den größeren Sittichen.

Ursprünglich sind Sittiche vorwiegend grün und haben einen gelben Kopf mit einer schwarzen Streifenzeichnung. Aufgrund von Züchtungen gibt es mittlerweile aber auch viele andere Farben.

Verbreitungsgebiet

Als Heimat der Sittiche gelten vor allem Australien und Neuseeland, wobei man aus Australien vor allem den Nymphensittich, den Wellensittich und den Paradiessittich kennt. Aus Neuseeland stammen der Ziegensittich und der Springsittich. Sittiche gibt es übrigens auch in Afrika, Amerika und Asien.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Sittichen kann je nach Gattung und Lebensraum schwanken. Bei Wellensittichen geht man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 8 Jahren aus, Nymphensittiche werden im Schnitt 15, Großsittiche ebenfalls 15, Mohrenkopfpapageien sowie Amazonen 25, Aras und Kakadus 30 Jahre alt.

Haltung

Sittiche sind aus verschiedenen Gründen in der Heimtierhaltung äußerst beliebt. Nicht nur ihr attraktives Aussehen, sondern auch ihr freundliches Wesen und das Talent, Sprechen und Singen zu lernen, sorgt dafür, dass sich diese Tiere bereits seit dem 19. Jahrhundert als Heimtiere großer Beliebtheit erfreuen. Ein großes Problem bei der Haltung ist, dass das Nachplappern vor allem bei Vögeln in Einzelhaltung auftritt. Allerdings ist dies ein Zeichen von Vereinsamung und eine Art Verhaltensstörung. Deshalb sollten Sittiche immer mindestens zu zweit oder in einem Schwarm gehalten werden. Sittiche zu beobachten, die glücklich sind und artgerecht gehalten werden, kann um ein Vielfaches spannender und schöner sein als seinem Tier bei der Vereinsamung zuzusehen.

Um glücklich zu sein, brauchen Sittiche zum Beispiel eine ausreichend große Voliere, die sich nach der Größe der Tiere richten sollte. Neben einer geräumigen Behausung, die ihnen die Möglichkeit bietet, zu fliegen, brauchen die Tiere darin auch Spielplätze und Sitzstangen, auf denen sie sich ausruhen können. Darüber hinaus trainieren diese Sitzstangen aus Naturzweigen durch ihre unterschiedliche Dicke die Fußmuskulatur der Vögel. Die Behausung der Sittiche kann mit Buchenholzgranulat und Maiseinstreu ausgelegt werden. Diese Kombination ist meistens sogar besser als Vogelsand, da die Tiere nicht zu viel von diesem zu sich nehmen sollten. Wenn kein Vogelsand benutzt wird, sollten Sittiche ein Schälchen mit Grit im Käfig hängen haben. Spielzeuge, die den Tieren vorgaukeln, es wäre ein zweiter Vogel im Käfig, sind nicht nur ungeeignet, sondern sogar schädlich. Demnach sind Spiegel oder Plastikvögel kein artgerechter Partnerersatz und können zu Verhaltens- und Gesundheitsstörungen führen.

Ganz gleich, wie groß die Voliere ist, Sittiche brauchen regelmäßigen Freiflug in der Wohnung. Bei diesem sollten allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Fenster müssen geschlossen, gefüllte Gefäße abgedeckt und giftige Pflanzen entfernt werden.

Bevor man sich einen Sittich nach Hause holt, sollte man sich darüber informieren, welche Gattung überhaupt zu einem passt. Bei einigen Arten ist auf Besonderheiten zu achten. Ziegensittiche brauchen zum Beispiel sehr viel Platz, der Schwalbensittich benötigt eine spezielle Ernährung. Wer wenig Platz hat, sollte sich für einen Wellensittich, einen Katharinasittich oder einen Bourkesittich entscheiden. Bei besonders viel Platz kann man sich auch für Großsittiche, zu denen der Nymphensittich ebenso gehört wie die Unterart Rosella, entscheiden.

Ernährung

Da sich Sittiche hauptsächlich von trockenen Sämereien ernähren, sollten im Zoofachhandel entsprechende Futtermischungen für Wellen- und Großsittiche gekauft werden. Ein absolutes Muss ist aber auch frisches Futter. Mit diesem kann Mangelerscheinungen vorgebeugt werden. Am Anfang muss man eventuell ein wenig ausprobieren, welches Obst und Gemüse der Sittich mag. Viele können einem Blatt Salat oder einem Stück Apfel nicht widerstehen. Allerdings sollte Salat nur aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, da insbesondere Kopfsalat stark mit Nitrat belastet ist.

Immer zur Verfügung stehen sollte dem Sittich frisches Trinkwasser. Außerdem sollte den Vögeln Kalk in Form von einer Sepiaschale, einem Kalkstein und Vogelgrit angeboten werden. In der Ernährung verzichtet werden sollte auf Nüsse, Milch, energiereiche Knabberstangen sowie Grünfutter aus der Nähe von befahrenen Straßen.

Verhalten

Sittiche sind alles andere als lautlos. Das sollte man unbedingt beachten, bevor man sich für die Haltung dieser Tiere entscheidet. Deshalb muss auch mit dem Vermieter gesprochen werden, bevor man sich Sittiche in die Mietwohnung holt.

Typisch für Sittiche ist auch die Mauser, die sich durch viele Federn am Boden bemerkbar macht. Ausgelöst wird diese durch Hormone im Körper in Abhängigkeit von Ernährung, Licht und Temperatur. Als Halter sollte man die Mauser von Sittichen unbedingt unterstützen. Dies geht mit der optimalen Ernährung (viel Obst, Grünfutter und Gemüse, ab und zu etwas Eifutter und gelegentlich Keimfutter), mit Kieselerde, die entweder in das Futter oder das Trinkwasser gegeben wird, mit ausreichend Luftfeuchtigkeit, UV-Licht und Bademöglichkeiten.

Umgang

Viele, die sich einen Sittich holen, hoffen darauf, diesem Singen oder Sprechen beibringen zu können. Auch wenn Sittiche für dieses Verhalten bekannt sind, klappt es längst nicht bei jedem, diesem Kunststücke beizubringen. Immer ist dabei ein enormes Maß an Geduld gefragt. Bevor man seinem Tier versucht sprechen oder eine Melodie beizubringen, sollte man den Vogel handzahm machen. Hierfür sind viel Geduld und Einfühlungsvermögen erforderlich. Dass Sittiche Vertrauen zu ihrem Halter haben, merkt man daran, dass sie von selbst auf den Finger steigen und sich kraulen lassen.

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