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Königspython

Der Königspython wird von vielen Terraristikliebhabern als schönste Python-Art verehrt. Das ist auch der Grund, warum diese Riesenschlange immer häufiger in der Terraristikhaltung nachgefragt wird.

Lebenserwartung

Der Python regius, wie die lateinische Bezeichnung dieser Schlangenart ist, hat bei artgerechter Haltung eine Lebenserwartung von bis zu 48 Jahren. Man sollte sich also darüber bewusst sein, die Verantwortung für dieses Tier unter Umständen weiter vererben zu müssen.

Aussehen

Mit einer Gesamtlänge von knapp 130 cm gehört der Königspython zu den kleineren Riesenschlangen. Er zeichnet sich durch einen kräftigen Körper aus, wobei sich der breite Kopf deutlich vom Hals absetzt. Die Schnauze dieser Tiere ist breit gerundet. Von oben betrachtet kann man deutlich die großen Nasenlöcher am Kopf erkennen. Seitlich sind die Sinnesgruben, die eine Art Wärmebildkamera sind, erkennbar.

Typisch für das Aussehen der Königspython ist, dass der Körper dunkelbraun bis schwarz ist. An der Seite wird die Grundfärbung durch hellbraune bis gelbliche Flecken unterbrochen. Teilweise geht diese Zeichnung hinein bis in den Rückenbereich. Außerdem sind die an den Seiten vorhandenen Flecken durch Augenflecken in der Grundfärbung in unregelmäßigen Abständen unterbrochen. Wie für viele Schlangen typisch, ist der Bauch weißlich bis elfenbeinfarbig. Je nach genetischer Veranlagung können sich einzelne Tiere sowohl hinsichtlich der Färbung als auch der Zeichnung unterscheiden.

Verbreitungsgebiet

Der Königspython ist in den Tropen in West- und Zentralafrika beheimatet. Finden kann man die Schlangen sowohl in Gambia als auch im Sudan. Da die Tiere sehr anpassungsfähig sind, kommen sie sowohl im tropischen Regenwald als auch in Savannen, in landwirtschaftlich genutzten Gebieten und in Randbereichen von Siedlungen vor.

Geschlechtsbestimmung und Fortpflanzung

Normalerweise bleiben männliche Tiere kleiner und haben größere Aftersporen als weibliche. Als eindeutiges Geschlechtsmerkmal gilt dies jedoch nicht. Weitaus verlässlicher ist das so genannte Poppen (Evertieren). Diese Methode wird von erfahrenen Züchtern angewandt. Hierfür werden die Geschlechtsteile der Schlange herausmassiert. Der männliche Königspython hat ein gut erkennbares Geschlechtsteil. Von den so genannten Hemipenisen haben die Männchen zwei, bei weiblichen Schlagen ist nichts zu sehen. Weil sich die Schlange gegen das Poppen wehrt, sollte diese Methode zur Geschlechtsbestimmung nur von fachkundigen Schlangenhalter durchgeführt werden.

Möchte man zwei Königspythons miteinander verpaaren, sollten Männchen und Weibchen zunächst getrennt gehalten und erst zur Zucht zusammengesetzt werden. Man kann auch zwei männliche Tiere zu einem Weibchen setzen. Jetzt gilt es, die Schlangen in die richtige Stimmung zu bringen, indem man einen Winter simuliert. Tagsüber werden die Temperaturen auf 26-29° und in der Nacht von 22-24° gesenkt. An der wärmsten Stelle sollte die Temperatur etwas über 29° liegen. Wichtig ist, dass das ganze langsam über einen Zeitraum von 2-3 Wochen passiert. Daneben sollte auch die Tagesbeleuchtung von 12-14 auf 8-10 Stunden reduziert werden. Hilfreich ist auch, die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen. Erst dann, wenn diese veränderten klimatischen Verhältnisse über mehrere Monate beibehalten wurden, kann mit der Zucht begonnen werden.

Die Schlangen paaren sich nun – was jedoch nicht sofort zum Erfolg führen muss. Sobald der Samen des Männchen erfolgreich vom Weibchen aufgenommen wurde, wird dieser gespeichert, bis das Weibchen ihren Eisprung hat. Nach ein bis zwei Tagen wachsen die Eier im Weibchen heran. Als Halter kann man den Ei-Ablagetermin wie folgt bestimmen: Nach dem Eisprung häutet sich die Schlange nach 10-14 Tagen. Etwa 27-35 Tage danach werden die Eier abgelegt. Die werdende Mutter braucht nun Ruhe. Am besten, das Männchen wird aus dem Terrarium entfernt. Damit die Eier nicht absterben, sollten die Temperaturen im Terrarium konstant bei 29° gehalten werden. Zur Eiablage braucht der Königspython einen Ei-Ablagebehälter, der großzügig mit Spanmoos ausgekleidet sein muss. Die Eier werden meistens in den späten Abendstunden abgelegt. Entweder kann man die Brutpflege dem Muttertier überlassen oder die Eier vorsichtig in einen Inkubator legen.

Haltung

Schlangen werden in einem Terrarium gehalten, dessen Größe sich nach der Schlangengröße richtet. Für eine Gruppe von drei ausgewachsenen Königpythons gelten Mindestmaße von 150 x 100 x 100 cm. Als Bodenuntergrund wählt man am besten festen Lehm. Aber auch Torferde mit etwas Rindenmulch vermischt kommt infrage. Wichtig ist, immer auf eine entsprechende Luftfeuchtigkeit zu achten. Dies gelingt, indem man die Terrarieneinrichtung und den Boden täglich ausgiebig mit Wasser besprüht.

Pythons lieben es, sich zu verstecken. Meistens werden sie erst bei Eintreten der Dämmerung aktiv. Das Terrarium sollte deswegen entsprechende Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten haben. Hierfür eignen sich Rindenstücke, Korkröhren und Blumentöpfe, die in das Gehege gelegt werden. Gerne angenommen werden auch Kunststoffdosen mit einer Einlassöffnung. Zudem sollte an geeignete Klettermöglichkeiten in Form von Ästen mit entsprechendem Durchmesser gedacht werden.

Ernährung

Königspythons fressen ausschließlich kleine Säuger und Vögel. In der Terrarienhaltung sehr beliebt sind Mäuse, Wüstenrennmäuse und Ratten. Die Riesenschlangen können Beutetiere verschlingen, die etwa 1,5 mal so dick sind wie sie selbst an ihrer dicksten Stelle. Die Tiere sollten alle 3-4 Wochen mit Futter in der Größenordnung einer Ratte versorgt werden. Kleinere Exemplare werden alle 14 Tage gefüttert.

Wichtig ist, dass man die Futtermenge den Gegebenheiten anpasst. Tiere, die längere Zeit nichts gefressen haben, sollten häufiger und dafür mit weniger Mengen gefüttert werden. Weibchen brauchen nach der Eiablage eine häufigere Fütterung, um ihre Fettreserven wieder auffüllen zu können. Zwischen den Fütterungen sollten immer einige Tage liegen, damit der Python das Futtertier in Ruhe verdauen kann.

Weil die Fütterung mit lebenden Tieren ein Verletzungsrisiko darstellt, sollte sie nur unter Aufsicht stattfinden. Wer möchte, kann seinem neuen Mitbewohner auch Frostfutter anbieten. Dieses muss vor der Fütterung auf Körpertemperatur gebracht werden. Der Schlange ist es egal, ob sie lebendes oder totes Futter bekommt. Entscheidend ist alleine die Qualität.

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