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Boa Constrictor

Die Boa Constrictor, auch bekannt als Abgottschlange, Königsschlange oder Königsboa, gehört zur Ordnung der Schuppenkriechtiere und wird zur Familie der Riesenschlangen gezählt. Insgesamt gibt es zehn Unterarten der Boa Constrictor, die sich hinsichtlich Ihrer Merkmale, Verhaltensweisen und Erbsubstanzen voneinander unterscheiden.

Aussehen

Die Boa Constrictor ist aufgrund der zehn Unterarten hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes ziemlich vielfältig. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei der durchschnittliche Größe adulter Exemplare. Während die Boa c. imperator etwa 1 m groß wird, sind es bei der Boa c. constrictor bereits 3 m. Bei allen Unterarten bleiben die Männchen etwa 30-40 cm kleiner als die Weibchen.

Unterschiede bei dieser Schlangenart gibt es aber nicht nur bei der erreichbaren Größe, sondern auch bei der Färbung. Es gibt sowohl weiße als auch rote, braune und fast schwarze Lokalformen. Die Boa c. imperator bietet von allen Schlangen jedoch die größte Vielfalt an unterschiedlich gefärbten Lokalpopulationen. Neben der großen Vielfalt in der Grundfärbung haben alle Boas dunkel umrandete Sattelflecken auf ihrem Rücken. Allerdings kann deren Form je nach Unterart variieren. Typisch für die Boa Constrictor ist, dass sie ihre Farbe je nach Temperatur aufhellen oder abdunkeln kann.

Verbreitungsgebiet

Die Heimat der Boa Constrictor erstreckt sich von der West- bzw. Ostküste Mexikos über ganz Zentralamerika bis hin zu Argentinien – vom Meeresspiegel bis in 1000 m Höhe. Dabei bewohnen die verschiedenen Unterarten unterschiedlichste Lebensräume. Meistens werden Gegenden in Nähe von Gewässern mit hoher Luftfeuchtigkeit und dichtem Buschwerk bevorzugt. Einzelne Populationen kommen aber auch in Halbwüsten vor.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Boa Constrictor liegt zwischen 20 und 40 Jahren.

Haltung

Um seinem neuen Mitbewohner einen artgerechten Lebensraum bieten zu können, ist zunächst die richtige Unterbringung entscheidend. Neben einem ausreichend großen Terrarium von 225 x 150 x 200 cm – bei der Haltung mehrerer Tiere entsprechend größer – braucht die Boa Constrictor ein eigenes Becken, in welchem sie beheiztes Wasser findet und immer wieder ein Bad nehmen kann. Als Bodenbelag ideal ist Pinienmulch. Weil sich die Schlangen gerne zurückziehen, sollten im Terrarium einige Versteckmöglichkeiten, wie beispielsweise Tonröhren oder ausgehöhlte Steine, vorhanden sein. Wer Pflanzen kaufen möchte, sollte bedenken, dass diese häufig keine lange Überlebensdauer haben, da sie von den Schlangen platt gewalzt werden. Bei der Einrichtung des Terrariums sollte auch an Klettermöglichkeiten gedacht werden. Dicke Äste oder große Steine sind der Boa Constrictor gleichzeitig eine Häutungshilfe.

Tagsüber sollten die Temperaturen im Terrarium bei 27-30° liegen. In der Nacht dürfen sie auf bis zu 23° abkühlen. Wichtig ist auch, auf die optimale Luftfeuchtigkeit zu achten. Eine Boa Constrictor fühlt sich bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 70 % am wohlsten. Dies gelingt, indem man ein- bis zweimal am Tag etwas Wasser in das Terrarium sprüht.

Beleuchtung ist ein weiteres Thema, das nicht außer Acht gelassen werden darf, wenn man eine Boa Constrictor bei sich einziehen lässt. Für die Grundbeleuchtung sind HQI-Strahler, die ein Tageslicht ähnliches Licht erzeugen, ideal. Daneben muss auch an einen UV-Strahler gedacht werden. Schlangen brauchen UV-Licht, um das für den Knochenbau wichtige Vitamin D3 bilden zu können. Es ist allerdings vollkommen ausreichend, wenn die UV-Lampe mehrere Stunden am Tag eingeschaltet ist. Da Schlangen wie alle wechselwarmen Tiere Wärme lieben, sollten eine oder mehrere Wärmelampen angebracht werden. Hier dürfen lokal bis zu 40° erreicht werden.

Die Boa Constrictor ist dämmerungs- und nachtaktiv. Daher empfiehlt sich ein so genanntes Mondlicht. Dieses spendet bläuliches Licht, das gerade ausreichend ist, damit man seinen neuen Mitbewohner im Dunkeln gut beobachten kann. Die Tagesbeleuchtung sollte etwa 10-12 Stunden am Tag eingeschaltet sein.

Die Boa Constrictor gilt als friedfertig, so dass es kein Problem darstellt, zwei oder mehrere Tiere zusammen zu halten. Die Terrariengröße sollte dann entsprechend angepasst werden. Wichtig: Zur Fütterung sollen die Tiere getrennt werden, damit es nicht zu Auseinandersetzungen und unfreiwilligen Verletzungen kommen kann.

Da bei allen Reptilien eine Meldepflicht besteht, gilt: Wer eine Schlange kauft, muss dies der Naturschutzbehörde melden. Die Boa Constrictor steht im Anhang B des Washingtoner Artenschutzabkommens. Zwar ist sie nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht, doch der Handel wird international reguliert. Für den Kauf in der EU müssen deswegen Herkunftsnachweise erbracht werden. Hierfür ist üblicherweise die Rechnung ausreichend.

Ernährung

Die Boa Constrictor ernährt sich ausschließlich von Futtertieren. Mäuse, Ratten, Küken und kleinere Kaninchen bietet man ihr am besten noch lebend an. Futtertiere sollten in etwa gleich bis doppelt so groß wie der Leibesumfang der Schlange sein. Gefüttert werden erwachsene Tiere alle 10-14 Tage.

Vor der Anschaffung einer Schlange sollte man sich gründlich damit auseinandersetzen, ob man es übers Herz bringt, seinem neuen Mitbewohner lebendige Tiere zu füttern. Bereits tote Tiere werden von Schlangen häufig nicht als Beute erkannt und verschmäht.

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