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Schlangen

Aussehen

Für viele Menschen sind Schlangen gerade wegen ihrem Äußeren faszinierende Tiere. Da verwundert es nicht, dass die echsenartigen Schuppenkriechtiere in der Haltung immer beliebter werden. Es gibt sowohl giftige als auch ungiftige Schlangen, die in Terrarien gepflegt werden. Allerdings sollte die Haltung der giftigen Arten denjenigen vorbehalten sein, die in diesem Bereich über einiges an Erfahrung verfügen.

Doch nicht nur die Frage, ob es eine giftige oder ungiftige Schlange sein soll, sollte vor dem Kauf diskutiert werden. Unterschiede gibt es nämlich auch bei der Größe und dem Gewicht. Die kleinsten Unterarten sind etwa 10 cm groß, mitunter können diese Tiere aber auch eine Länge von bis zu 10 m erreichen. Dies sollte bei der artgerechten Unterbringung beachtet werden.

Schlangen haben einen länglichen und dünnen Körper, der kaum Gliedmaßen besitzt. Deshalb bewegen sie sich durch Kriechen fort. Natürlich gibt es auch Varianten, die eher untersetzt aussehen, weil sie einen dicken Körper und einen kurzen Schwanz haben. Andere werden nach hinten sehr gleichmäßig dünner. Zahlreiche Unterschiede gibt es auch, was Farb- und Zeichnungsvarianten dieser Tiere anbelangt. Die Terrarien-Bewohner können einfarbig sein, über wenig gefärbte Schuppen sowie über Streifen-, Leiter- und Karomuster verfügen. Auch komplexe Farbkombinationen sind möglich. Übrigens kann man giftige von ungiftigen Arten aufgrund ihres Musters unterscheiden. So haben zahlreiche ungiftige Arten im Laufe der Evolution ein ähnliches Muster entwickelt, um ihre Feinde zu verwirren.

Besonders interessant bei Schlangen sind auch deren Zähne, die nicht zum Kauen bestimmt sind, sondern nur die Beute festhalten oder Gifte injizieren sollen. Wenn bei einer Schlange ein Zahn abbricht, wird dieser innerhalb relativ kurzer Zeit ersetzt.

Verbreitungsgebiet

Schlangen findet man fast auf der ganzen Welt. Als nördliche Grenze gilt Skandinavien, wo vor allem die Kreuzotter verbreitet ist. Die südlichste Verbreitungsgrenze ist Patagonien, wo die Patagonien-Lanzenotter lebt. Es gibt aber auch Länder innerhalb der Verbreitungsgrenzen, wo diese echsenartigen Tiere nicht leben. Dazu zählen Irland, Island, Neuseeland, Hawaii, die Azoren und die Bermudas.

Lebenserwartung

Ebenso wie sich das Äußere einzelner Arten unterscheidet, gibt es auch Unterschiede bei der Lebenserwartung von Schlangen. Im Durchschnitt werden die Tiere 10-15 Jahre alt.

Haltung

Die Haltung von Schlangen ist sehr komplex und pflegeaufwändig, weshalb es sich frühestens ab dem 16. Lebensjahr empfiehlt, sich für dieses Tier zu entscheiden. Schlangen leben in Terrarien, wobei sich deren Maße an der Größe der Tiere orientieren müssen. Die Mindestgröße liegt bei 1,20 x 1 x 0,60 m.

Das Terrarium für die Schlange muss auf deren Lebensweise zugeschnitten sein. Erhebliche Unterschiede gibt es schon alleine, was den Bodengrund anbelangt. Besonders empfehlenswert ist Borkenstreu, da es pflegeleicht ist und eine gute Wärmeleitfähigkeit hat. Terrarienerde ist empfehlenswert bei feuchtigkeitsliebenden Schlangen und bei Regenwaldbewohnern, während man für Kletternatterm und Riesenschlangen das Terrarium mit Rindenmulch einrichten sollte. Für Boa- und Pythonarten hat sich Kleintierstreu bewährt.

Das Terrarium muss stets von oben beleuchtet und von unten gewärmt werden. In den meisten Fällen reicht zur Beleuchtung eine 40-60 Watt Glühbirne mit Reflektor aus. Allerdings darf die Schlange mit dieser nie direkt in Kontakt treten, da sie sich sonst verbrennen würde. Wichtig ist auch, auf die Zimmertemperatur zu achten. Diese darf in keinem Fall unter zwei 20° sinken.

In Bezug auf die Luftfeuchtigkeit kann keine allgemeine Aussage getroffen werden, da die Anforderungen von Schlange zu Schlange unterschiedlich sein können. Einem selbst überlassen bleibt auch die Inneneinrichtung, wobei daran gedacht werden sollte, dass die echsenartigen Tiere Versteckplätze, Kletteräste, ein Wasserbecken, erhöhte Liegeplätze und gegebenenfalls Pflanzen benötigen.

Schlangen verschiedener Arten sollten niemals zusammengehalten werden. Nur unter Beachtung verschiedener Faktoren ist diese Haltungsart empfehlenswert.

Ernährung

Je nach Schlangenart gibt es unterschiedliche Vorlieben bei der Ernährung. So lieben Nattern und zahlreiche Blindschlangen Heuschrecken, Grillen und Schaben. Schlangen, die größer als 1,5 m sind, müssen mit fester Nahrung, zu der Mäuse, Ratten, Kaninchen und andere Nager gehören, gefüttert werden. Vor der Anschaffung sollte man also auch daran denken, dass man es vor sich verantworten können muss, das Tier mit lebendigen Meerschweinchen, Hamstern und anderen Nager zu füttern.

Schlangen müssen nicht jeden Tag gefüttert werden. Obwohl sie ein schnelles Verdauungssystem haben, können sie mehrere Tage oder Wochen ohne Nahrung überleben. Bei Nattern gilt, dass diese alle 14 Tage gefüttert werden, für eine Boa ist ein Rhythmus von 3-4 Wochen ausreichend.

Verhalten

Schlangen haben relativ gut ausgeprägte Sinnesorgane, mit denen sie ihre Umgebung wahrnehmen. Allerdings können nur wenige Arten tatsächlich richtig sehen. Die meisten erkennen nur Umrisse. Gerüche nehmen die Tiere hauptsächlich über ihre Zunge auf, die die aufgenommen Duftstoffe dann an das im Gaumen sitzende Jakobsonsche Organ weitergeleitet. Weil dieses Organ Zunge und Gehirn miteinander verbindet, kann so die Zuordnung der jeweiligen Duftstoffe erfolgen. Ihre Beute erkennen Schlangen aber mehr an der Bewegung, die sie durch die ausgelöste Vibration auf dem Boden spüren.

Umgang

Wichtig zu wissen ist, dass Schlangen niemals richtig zahm werden. Sie können sich mit der Zeit aber an das Hochheben und an ihren Halter gewöhnen. Um die Schlange hochzunehmen, greift man diese mit beiden Händen, wobei sich die eine Hand nahe am Kopf des Tieres befinden sollte. Mit der anderen Hand wird der restliche Körper der Schlange gestützt. Unbedingt vermieden werden sollten überstürzte Bewegungen und zu laute Geräusche. Außerdem sollten die Tiere keinem Stress ausgesetzt werden. Erwähnenswert ist außerdem, dass sich die Tiere dann leichter hochnehmen lassen, wenn sie etwas kühler sind. Durch die niedrige Körpertemperatur bewegen sie sich nämlich weniger.

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