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Wasserschildkröten

Wasserschildkröten haben ganz spezielle Anforderungen. Nur erfahrene Halter sollten sich dafür entscheiden, einer Wasserschildkröte bei sich ein Zuhause zu geben.

Herkunft

Es gibt viele verschiedene Wasserschildkrötenarten, die in unterschiedlichen Ländern anzutreffen sind. Die Lebensräume der unterschiedlichen Arten unterscheiden sich teilweise gering oder auch komplett voneinander. Unterschiede gibt es sowohl hinsichtlich der Wasser- als auch der Lufttemperaturen und der Lichtverhältnisse.

Hauptsächlich vertreten sind Wasserschildkröten in Nordamerika und Südostasien. In Europa trifft man lediglich eine Art – die Europäische Sumpfschildkröte.

Aussehen

Wasserschildkröten bleiben meistens kleiner als Landschildkröten. Viele Arten erreichen lediglich eine Panzerlänge von 10-30 cm. Eine der kleinsten Arten ist die Europäische Sumpfschildkröte. Die einzelnen Wasserschildkrötenarten unterscheiden sich teilweise stark hinsichtlich ihres Aussehens.

So ist zum Beispiel für die Europäische Sumpfschildkröte eine gelbe Punkt- und Strichzeichnung auf dem Panzer, auf dem Kopf, dem Hals und den Gliedmaßen typisch. Dahingegen charakterisiert sich die Rotwangen-Schmuckschildkröte durch ihren rot gefärbten Balken hinter den Augen. Typisch ist auch der sehr flache Panzer, der grün bis dunkelgrün gefärbt ist und meistens gelbe oder orange Stellen hat.

Haltung

Die Haltung von Wasserschildkröten ist um einiges komplizierter als die von Landschildkröten. Für eine artgerechte Haltung müssen viele Dinge beachtet werden. Wer noch nie eine Schildkröte gehalten hat, sollte sich eher für einer weniger anspruchsvolle Art entscheiden. Denn viele Krankheiten von Wasserschildkröten entstehen erst durch falsche Haltungsbedingungen. Darüber hinaus sollte man sich darüber bewusst sein, dass diese Tiere eine Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren haben. Man sollte sich also genau überlegen, ob man eines dieser Reptilien bei sich aufnehmen möchte.

Neben der Größe des Aquariums ist für das Wohlbefinden der Schildkröte auch entscheidend, welche Temperaturen vorherrschen. Diese müssen ständig dem Jahresverlauf angepasst werden. Geachtet werden muss auch auf eine gute Filterung und die notwendige Beleuchtung. Normalerweise dürfen Männchen nur einzeln gehalten werden und auch bei zwei Weibchen kann es zu Unverträglichkeiten kommen. Am idealsten die Haltung von mindestens drei Weibchen. Wasserschildkröten können aber auch problemlos alleine gehalten werden.

Die Beckengröße sollte so groß wie möglich sein. Für kleine Arten liegt sie bei mindestens 100 × 50 cm, für größere Arten bei 150 × 60 cm. Schildkröten, die aus der gemäßigten Zone stammen, sollten im Sommer in den Gartenteich dürfen. Für subtropische und tropische Arten empfiehlt sich ein Heizstab. Wichtig ist auch ein trockener Sonnenplatz sowie ein Eiablageplatz für Weibchen. Mit Wärmestrahlern kann das Wohlbefinden der Schildkröten gesteigert werden. Infrage kommen Glühlampen oder Halogenlampen. Tiere, die im Sommer nicht im Freien gehalten werden, brauchen außerdem einer UV-Beleuchtung. Bei der Einrichtung des Geheges darf eine sonnenähnliche Beleuchtung, zum Beispiel mit HQI, HCI oder CDM-Strahlern, nicht fehlen.

Der Wasserstand sollte so hoch wie möglich sein, wobei sich junge oder neue Tiere erst bei niedrigem Wasserstand eingewöhnen sollten. Zur Bepflanzung ideal sind Schwimmpflanzen, da diese nicht ausgerupft werden können. Als Bodenuntergrund hat sich Quarzsand bewährt. Damit sich die neuen Mitbewohner an der Wasseroberfläche ausruhen oder schlafen können, brauchen sie einen Ruheplatz. Perfekt wird das Gehege mit Versteck- und Klettermöglichkeiten, wie Höhlen und Wurzeln.

Einige Wasserschildkrötenarten halten Winterruhe oder haben in der kalten Jahreszeit eine verminderte Aktivitätsphase. Keine Wasserschildkröte darf in Deutschland draußen überwintert werden!

Ernährung

Einige Wasserschildkröten sind vorwiegend Fleischfresser, andere bevorzugen Pflanzen oder steigen als erwachsene Tiere auf vorwiegend pflanzliche Kost um. In jedem Fall muss abwechslungsreich gefüttert werden. Wichtig ist auch, Fastentage einzulegen, damit die Tiere nicht verfetten. Für die Tiere lebenswichtig sind gute Kalziumquellen, wie Schnecken oder Sepiaschalen.

Fleischfressende Wasserschildkröten freuen sich über Mückenlarven, Regenwürmer, Wasserläufer, Wasserschnecken, Garnelen und Flusskrebse. Die Pflanzenfresser ernähren sich gerne von Löwenzahn, Muschelblume und Froschbiss.

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