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Schmuck-Dosenschildkröte

Die Schmuck-Dosenschildkröte gehört zur Familie der Dosenschildkröten und damit zu den teilweise amphibisch lebenden Neuwelt-Sumpfschildkröten, welche die lateinische Bezeichnung Terrapene haben.

Natürlicher Lebensraum

Schmuck-Dosenschildkröten stammen aus den USA. Am häufigsten trifft man sie in Arizona, Mexiko und Indiana an. Ihr natürlicher Lebensraum sind offene Waldgebiete, wo sie sich häufig in der Nähe von Gewässern niederlassen. Zum natürlichen Lebensraum gehören sowohl Flüsse als auch Nebenflüsse, Altarme, Sumpfgebiete, Wiesen und Weiden sowie lichte Wälder. Gemieden werden trockene Regionen oder dichte Wälder.

In vielen Teilen ihrer Verbreitungsgebiete ist die Schmuck-Dosenschildkröte selten geworden. Weil durch Zersiedelung und Trockenlegung der natürliche Lebensraum zerstört wird, gilt diese Schildkrötenart als gefährdet. In vielen US-Bundesstaaten steht die Schmuck-Dosenschildkröte deswegen unter Schutz. Hier sind Züchtung und Haltung nur für wissenschaftliche und pädagogische Zwecke erlaubt.

Aussehen

Schmuck-Dosenschildkröten, welche die lateinische Bezeichnung Terrapene ornata haben, zählen zu den schönsten und agilsten Schildkröten. Sie haben einen dunkelbraunen, meist fast schwarzen Panzer. Dieser ist deutlich flacher als bei den anderen Schildkröten dieser Art. Besonders schön ist die attraktive gelbe Strahlenzeichnung sowie das Plastron. Sowohl Kopf als auch Gliedmaßen dieser Schildkröte sind hell und zeigen sich oftmals gelb bis orange oder rot gefleckt. Als sehr begehrt gelten Männchen, die eine Blau-Färbung an ihrem Kopf haben.

Die Schmuck-Dosenschildkröte erreicht eine Carapaxlänge von 12 bis 14 cm, wobei männliche Exemplare etwas kleiner als die Weibchen bleiben. Typisch für diese Sumpfschildkröte ist, dass sie ein bewegliches Scharnier am Bauchpanzer hat. Mit diesem kann der Panzer vorne und hinten zum Schutz vollkommen geschlossen werden. Dieser Mechanismus hat ihr übrigens auch ihren Namen – Dosenschildkröte – verliehen.

Die kleinen Füße dieser Schildkrötenart haben keine Schwimmhäute. Zwar können diese Tiere gut schwimmen, tun dies jedoch eher selten. Eine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern kann nicht nur anhand des Größenunterschiedes vorgenommen werden. Männchen haben eine breitere Schwanzwurzel sowie einen insgesamt längeren Schwanz. Darüber hinaus ist der Plastron leicht konkav geformt. Ebenso spezifisch ist, dass die Iris der Augen beim Männchen eine rote bis orangerote Färbung hat; beim Weibchen ist die Iris eher bräunlich gefärbt.

Man unterscheidet zwei Unterarten: die östliche Schmuck-Dosenschildkröte (Terrapene ornata ornata) und die westliche Schmuck-Dosenschildkröte (Terrapene ornata luteola).

Verhalten

Diese Schildkröten sind überwiegend morgens und abends aktiv. Wenn es tagsüber heiß ist, suchen sie gerne Erdhöhlen und andere Verstecke auf. Ihre mehrmonatige Winterruhe halten sie ebenfalls in der Erde. Hierfür graben sie sich mit ihren kräftigen Beinen tief in die Erde ein. Besonders aktiv sind sie von April bis Oktober – je nach Verbreitungsgebiet.

Haltung

Schmuck-Dosenschildkröten gehören nicht in Anfängerhände, sondern brauchen einen erfahrenen Halter. Wer einige Grundregeln beachtet, hat sich für eine pflegeleichte Schildkröte entschieden. Grundsätzlich gilt, dass diese Art in einem geräumigen Terrarium mit Badegelegenheit gehalten werden muss. Nur an warmen Sommertagen sollte sie ins Freigehege kommen. Dann darf sie auch gerne nachts draußen bleiben. Während regnerischer Wetterphasen wird sie wieder ins Terrarium gesetzt, da sie bei kühler Feuchtigkeit sofort geschwollene Augen und eine laufende Nase bekommt. Das Übersiedeln vom Terrarium in das Freigehege verläuft sehr problemlos, da diese Schildkrötenart sehr zahm und wenig stressanfällig ist.

Im Terrarium sollten die Temperaturen tagsüber bei mehr als 25 °C liegen. Außerdem sollte die Schmuck-Dosenschildkröte ein Sonnenbad bei 40 °C genießen können. Hierfür eignen sich bestimmte Strahler, wie etwa HQI. In der Nacht sollte die Temperatur auf unter 20 °C abgesenkt werden.

Die Lebenserwartung der Schmuck-Dosenschildkröte liegt in Freiheit bei durchschnittlich 30-50 Jahren. Viele erreichen dieses Alter in Gefangenschaft aber nicht.

Ernährung

Was die Ernährung anbelangt, so sollten ausgewachsene Tiere drei Fastentage pro Woche einlegen – tragende Weibchen sind davon ausgeschlossen. Daneben sollten die Tiere immer Zugang zu einer zerkleinerten Sepiaschale haben.

Die Schmuck-Dosenschildkröte ist ein Allesfresser und nimmt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich. Ebenfalls nicht verschmäht wird Aas. Folgendes tierisches Futter darf dem neuen Mitbewohner angeboten werden: Insekten, Schnecken, Regenwürmer, Kaulquappen, Eier und Brut von Vögeln. Zur pflanzlichen Nahrung gezählt werden Gräser und Kräuter sowie Wasserpflanzen. Gerne angenommen werden auch Beeren und Früchte.

Zucht

Die Paarung erfolgt bei den Schmuck-Dosenschildkröten etwas ruppiger. Bei einer gewollten Zucht kann man für zusätzliche Stimulation sorgen, indem man seine kleinen Lieblinge bei Sonnenschein in das Freigehege setzt. Die Eiablage erfolgt in den Abendstunden, wobei 2-6 Eier gelegt werden. Nach etwa 61 Tagen schlüpfen die Babys. Die Inkubation sollte nicht ganz so feucht sein. Weil die Aufzucht etwas schwieriger ist und viele Jungtiere die ersten Wochen nicht überleben, ist darauf zu achten, dass ausschließlich mindestens halbjährige, stabile Schildkröten zur Zucht eingesetzt werden.

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