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Köhlerschildkröte

Mit ihren typischen äußeren Merkmalen hebt sich die Köhlerschildkröte von anderen Landschildkrötenarten ab. Das lässt sie zu einem beliebten Haustier werden.

Aussehen

Die als Chelonoidis carbonaria bekannte Köhlerschildkröte ähnelt durch ihren überwiegend schwarz bis gräulichen Rückenpanzer und den meist gelblich bis bräunlichen Zentren auf den einzelnen Schildern kaum anderen Landschildkröten. Ebenso typisch für sie ist die graue Haut der Beine und des Kopfes, die durch rote, gelbe und orange Schuppen bedeckt wird. Diese Stellen lassen das Tier wie ein glühendes Stück Kohle aussehen – was dieser Schildkröte letztendlich auch ihren Namen verliehen hat. Die Köhlerschildkröte hat verschiedene Lebensräume, weswegen sich Farben und Intensität der Farben untereinander erheblich unterscheiden können. Trotzdem werden die Tiere nicht in Unterarten gegliedert.

Köhlerschildkröten erreichen eine Größe von 20 bis knapp 50 cm. Dabei bringen sie ein Gewicht von bis zu 20 Kilo auf die Waage.

Verbreitungsgebiet

Die Köhlerschildkröte stammt aus dem nördlichen Südamerika. Dort ist sie in den Grassavannen, in Galerie- und Dornbuschwäldern, deren Lichtungen und in dichten Regenwaldregionen zu finden.

Haltung

Bevor man sich dafür entscheidet, eines dieser schönen Tiere bei sich aufzunehmen, sollte man wissen, dass die Köhlerschildkröte, wie alle anderen Landschildkröten auch, zu den besonders geschützten Tieren dieser Welt gehört. Im Washingtoner Artenschutzabkommen steht sie im Anhang B. Das bedeutet, die Haltung dieser Tiere ist meldepflichtig. Beim Kauf sollte man sich unbedingt einen Herkunftsnachweis geben lassen.

Köhlerschildkröten brauchen das ganze Jahr über ein Gehege, das mit Temperaturen zwischen 25 und 40° ausgestattet ist. Die relative Luftfeuchte sollte nicht unter 70 % sinken. In der Nacht darf es nicht kälter als 20° sein. Ein ausreichend großes Gehege ist Pflicht – was nicht zuletzt daran liegt, dass diese Schildkröten relativ groß werden können.

Ein Terrarium ist nicht die richtige Unterkunft für Köhlerschildkröten. Vielmehr sollte ihnen ein Zimmergehege oder ein komplettes Gehegezimmer zur Verfügung stehen. Was die Größe des Geheges anbelangt, so richtet sich diese nach der Anzahl und der Größe der Schildkröten. Wichtig ist, dass die Tiere ein gut isoliertes Schutzhaus mit einem direkten Zugang zu einem Freilandgehege im Sommer haben. Der Bodenuntergrund muss immer feucht gehalten werden und trittfest sein. Eine gute Entscheidung ist, das Gehege mit Gartenerde und humosen Boden auszustatten. Halt bieten auch einige Gräser und Pflanzen. Allerdings ist es notwendig, diese von Zeit zu Zeit auszutauschen. Dabei, eine relativ hohe Luftfeuchte zu erreichen, sind hohe Rankpflanzen und tropische Hochpflanzen behilflich.

Damit sich die Tiere wohl fühlen, sollte an einen punktuellen Sonnenplatz, an dem es über 40° warm wird, gedacht werden. Durch das Schaffen von hellen und schattigen Plätzen hat der neue Mitbewohner die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wo er sich aufhalten möchte. Was die Ausstattung des Geheges anbelangt, muss eine große Wasserstelle eingerichtet werden. Diese nutzen die Schildkröten zum Baden. Wenn die Wasserstelle groß genug ist, wird sie von den Tieren auch zum Schwimmen genutzt. Weil die Klimaverhältnisse die Keim- und Bakterienbildung fördern, muss das Wasser mehrmals am Tag ausgetauscht werden.

Die Köhlerschildkröte lebt gerne in einer kleinen Gruppe mit ihren Artgenossen zusammen. Sowohl Männchen und Weibchen als auch alte und junge Tiere vertragen sich gut miteinander. Damit gelten Köhlerschildkröten als friedfertigste Schildkröten überhaupt.

Ernährung

Schildkröten sollten immer langsam wachsen, damit einer Höckerbildung und anderen Wachstumsstörungen vorgebeugt wird. Deswegen sollten die Futterbestandteile kalorienarm und langsam verdaulich sein. Neben einem breiten Spektrum an pflanzlicher Kost brauchen Köhlerschildkröten auch tierisches Futter, da ihre Ernährungsweise omnivor ist.

Wildkräuter sind bei diesen Landschildkröten die Hauptnahrung. Ergänzt wird das Ganze durch Gräser, Blüten, Blätter, Früchte und Wurzeln von Bäumen und Sträuchern. Angeboten werden sollten auch Baumpilze und Samen sowie Insekten, Schnecken und Würmer. In einem Freilandgehege finden die Tiere diese Nahrung von selbst, wobei im Winter zugefüttert werden muss. Aus dem Supermarkt sollten dann Rucola, Radicchio, Romana, Chicoree, Möhren, Zucchini, Mangold, Feldsalat, Kresse, Sprossen, Champignons und Austernpilze verfüttert werden. Ab und an ist auch etwas Obst in Form von Äpfeln, Feigen, Erdbeeren und Papayas erlaubt. Tierische Kost in Form von Insekten und Fisch sollte nur selten auf dem Speiseplan stehen. Für ein schnell einsetzendes Sättigungsgefühl sorgt Heu. Ebenfalls nicht fehlen darf Kalzium. Dieser Mineralstoff ist wichtig für den Knochenbau und dem damit verbundenen Panzeraufbau. Ein guter Kalziumlieferant sind Sepiaschalen oder Eierschalen.

Lebenserwartung

Eine gute Haltung vorausgesetzt, kann die Köhlerschildkröte ein Alter von 50-70 Jahren erreichen. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich ein solches Haustier anschafft. Denn es heißt, die Verantwortung für dieses Lebewesen im Alter an einen anderen Menschen zu übertragen bzw. weiter zu vererben.

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