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Gelbrand-Scharnierschildkröte

Die Gelbrand-Scharnierschildkröte ist eine sehr aktive und neugierige Gattung. Weil es viel Spaß macht, die kleinen Reptilien zu beobachten, sind sie in der Terrarienhaltung sehr beliebt.

Verbreitungsgebiet

Die zu den Sumpfschildkröten gehörende Gelbrand-Scharnierschildkröte ist im Südosten von China, in Taiwan sowie auf den zu Japan gehörenden Ryukyu-Inseln beheimatet. Dort lebt sie überwiegend an Land. Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes wird sie als gefährdete Schildkrötenart eingestuft.

Man unterscheidet drei verschiedene Unterarten: die in Taiwan lebende Cuora flavomarginata flavomarginata, die das chinesische Festland bewohnende Cuora flavomarginata sinensis sowie die auf den Ryukyu-Inseln verbreitete Cuora flavomarginata evelynae.

Aussehen

Der Rückenpanzer von Gelbrand-Scharnierschildkröten ist dunkelbraun bis fast schwarz. Ihren Namen haben die Tiere durch ihren deutlich ausgeprägten gelben Mittelkiel über dem Rückenpanzer. Typisch für sie ist auch der gelb-orangene Kopf, der in Augenhöhe Richtung Hals verlaufend gelbe Streifen hat. Die Beine sind dunkelbraun bis schwarz gehalten, wobei sich an den Hinterfüßen vier und an den Vorderfüßen fünf Zehen befinden.

Männchen haben einen längeren Schwanz, der an der Basis dicker ist als bei den Weibchen. Ein weiterer geschlechtsspezifischer Unterschied ist, dass der Kopf der Männchen massiger ist.

Diese Sumpfschildkröten können etwa 15 cm groß werden. Ein besonderes Merkmal dieser Gattung ist, dass die Tiere sich vollständig in den Panzer einziehen und ihr Scharnier am Plastron verschließen können. Allerdings wird man dieses Verhalten in Gefangenschaft nur dann beobachten können, wenn sich die Schildkröten stark erschrecken.

Heizung

Gelbrand-Scharnierschildkröten fühlen sich in einem Zimmer Terrarium am wohlsten. Für eine Haltung im Freigehege ist das europäische Klima zu rau. Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, sich für eine geschützte Freilandhaltung zu entscheiden. Die Anlage sollte in diesem Fall ausbruchssicher und eingefriedet sein. Ebenso wichtig ist, dass feuchte Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen und Mulmgruben vorhanden sind. Viele Pflanzen und Steine, ein flacher kleiner Teich oder Bachlauf sind ebenfalls ein Muss. Bei der Haltung im Terrarium muss auf ein immer feuchtes und mindestens 15 cm tiefes Substrat geachtet werden. Ein flacher und sauberer Wasserteil ist ebenfalls erforderlich und auch an Versteckmöglichkeiten muss gedacht werden.

Was die Größe des Terrariums anbelangt, sollte ein adultes Pärchen ein Platzangebot von etwa 1 m² haben. Bei der Haltung muss auf einen jahreszeitlichen Rhythmus geachtet werden. Im Winterhalbjahr sollte die Beleuchtung der Anlage schwächer und kürzer sein, im Sommer stärker und länger. Im Winter sollten die Temperaturen für mindestens 6-8 Wochen auf etwa 10-12° gesenkt werden; im Sommer sollten Temperaturen bis zu 30° herrschen. Allerdings sollte die Temperatur im Terrarium variieren. Bei der Einrichtung sollte an kühlere Unterschlüpfe gedacht werden. Worauf immer geachtet werden muss, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Terrarium muss eine Bademöglichkeit gegeben sein. Diese darf aber nur so hoch sein, dass die Schildkröten ihren Kopf bequem über die Wasseroberfläche bekommen. Obwohl sie zu den Sumpfschildkröten zählen, können sie nicht schwimmen. Deswegen muss auch an eine Ausstiegsmöglichkeit gedacht werden, damit sie problemlos wieder an Land kommen. Ein echtes Highlight für die Tiere ist ein Ultraschallvernebler, der für etwa 30 Minuten am Tag eingeschaltet werden soll und durch mikrofeine Wasserzerstäubung für Nebel im Terrarium sorgt. Ausgestattet werden sollte das Gehege mit ungedüngter Walderde oder Gartenerde. Gut ist, die Erde mit einer Beregnungsanlage zu befeuchten. Ideale Unterschlupfmöglichkeiten sind Korkröhren, an denen die Schildkröten auch klettern können. Sehr beliebt unter den Tieren sind auch Moorkienholzwurzeln sowie Sphagnum Moos, in welches sie sich gerne eingraben.

Ohne technisches Equipment funktioniert nichts. Unbedingt erforderlich ist eine Licht-, Wärme- und UV-Quelle. Das Terrarium sollte etwa 10 Stunden täglich bei einer Sonnenplatztemperatur von 35 °C beleuchtet werden. UV-Lampen sorgen für die Bildung von Vitamin D3, mit welchem die Tiere das notwendige Kalzium für den Panzer- und Knochenbau verwerten können.

Wenn das Terrarium ausreichend groß und gut strukturiert ist, können mehrere Schildkröten der gleichen Art gehalten werden. Mehr als ein Männchen sollte man sich aber nicht anschaffen, da diese sich untereinander nicht vertragen.

Die Gelbrand-Scharnierschildkröte kann bei einer artgerechten Haltung durchaus 50 Jahre alt werden.

Ernährung

Die Gelbrand-Scharnierschildkröte sollte eine Mischung aus pflanzlicher und tierischer Kost bekommen. Besonders gerne gefressen werden Mäuse und tiefgefrorene Babymäuse. Eine Fütterung sollte alle 3-5 Tage erfolgen. Dabei kann neben süßem Obst und Beeren auch Lebendfutter angeboten werden.

Folgendes Futter dürfen die Sumpfschildkröten fressen: Erdbeeren, Banane, Birne, Himbeeren, Brombeeren, Apfel, Ananas, Mango, Heuschrecken, Grillen, Schnecken, Regenwürmer, Süßwasserfisch und Zophobas. Gutes Frostfutter sind junge Mäuse und nestjunge Ratten.

Gelbrand-Scharnierschildkröten sind geschickte Jäger. Sie visieren Ihre ihre Beute kurz an und erlegen sie mit einem schnellen Biss. Bei der Fütterung muss darauf geachtet werden, dass auch kleinere Tiere etwas abbekommen und nicht gebissen werden. Schließlich gelten die kleinen Reptilien als sehr futterneidisch. Einem Artgenossen das Futter aus dem Maul zu schnappen, kommt sehr häufig vor.

Die neuen Mitbewohner sollten in ihrem Gehege immer eine Sepiaschale finden. Das ist vor allem für Weibchen zur Bildung und Beschalung ihrer Eier wichtig.

Zucht und Fortpflanzung

Gelbrand-Scharnierschildkröten zeigen das ganze Jahr über Balzaktivitäten. Bei diesen nähert sich das Männchen mit nickenden Bewegungen dem Weibchen. Dabei versucht es, dem Weibchen in Kopf und Vorderbeine zu beißen. Verhält sich das Weibchen ruhig, wird es bestiegen und eine Paarung findet statt. Andernfalls wird das Männchen immer rabiater in seinen Paarungsversuchen, schäumt aus der Nase und zischt. Das aggressive Verhalten kann sogar so weit gehen, dass der Panzer des Weibchens verletzt wird, wenn das Männchen in diesen beißt und ihn hin und her rüttelt.

Wenn ein geeigneter Platz zur Eiablage gefunden ist, werden ein bis drei Eier gelegt und die Eigrube danach sorgfältig verschlossen. In einem Inkubator schlüpfen die Tiere nach etwa 70-90 Tagen. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Jungtiere bereits ähnlich wie die erwachsenen Schildkröten. Wichtig ist, dass sie fleischliche Nahrung angeboten bekommen. Regenwürmer sind besonders geeignet.

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