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Carolina-Dosenschildkröte

Die Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina) gehört zur Gattung der Dosenschildkröten. In der Terrarienhaltung ist sie äußerst beliebt. Seit mehr als 100 Jahren wird sie von Terraristik-Fans gehalten.

Herkunft

Die Carolina-Dosenschildkröte ist in den USA beheimatet. Man trifft sie hauptsächlich in den Bundesstaaten Alabama, Michigan, Georgia und Wisconsin. Wohl fühlt sie sich aber auch in den Staaten Illinois, Kentucky und Tennessee. Dieses Schildkrötenart bevorzugt Waldränder sowie lichte Wälder, Wiesen, Feuchtwiesen und Sumpfgebiete. Man trifft sie außerdem entlang von Bächen und Gräben.

Aussehen

Der Rückenpanzer der 12-16,5 cm langen Carolina-Dosenschildkröte ist bräunlich bis hornfarben. Meistens sitzen hier sehr variable gelbe bis orange Flecken, Strahlenmuster, Tupfer und Striche. In einem hellen bis dunklen Braun zeigt sich hingegen der Bauchpanzer. Nicht selten ist dieser mit dunklen Tupfen, Flecken und Strahlenmustern verziert. An den Vorderbeinen sowie am Kopf lassen sich gelbe, rote und orange Flecken finden. Generell sind die männlichen Exemplare stärker gefärbt. Carolina-Dosenschildkröten zählen zu den farbenprächtigen Sumpfschildkröten.

An den Hinterfüßen haben die Reptilien meistens vier Zehen. Das Plastron der Männchen ist meistens nur schwach bis nicht konkav gewölbt. Außerdem besitzen sie derbere, kräftigere Hinterklauen, die ihnen bei der Paarung helfen, sich in den weiblichen Plastron einzuhaken. Im Gegensatz zu Weibchen haben sie auch einen kräftigeren und längeren Schwanz. Zudem ist die Iris bei Männchen rot gefärbt, während sie bei Weibchen gelb oder dunkel ist. Dies ist aber kein sicheres Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern.

Ihren Namen hat die Carolina-Dosenschildkröte aufgrund einer besonderen Fähigkeit erhalten: Die Tiere können ihren Panzer komplett mittels Scharnier am Kopf- und Schwanzende verschließen, sofern Gefahr droht. In menschlicher Obhut ist dies aber so gut wie nie zu beobachten.

Haltung

Im Sommer muss die Carolina-Dosenschildkröte unbedingt in einem Freilandgehege gehalten werden. Gedacht werden muss auch an entsprechende technische Hilfsmittel, damit die im Vergleich zu den südlichen USA zu kühlen Sommer in Deutschland ausgeglichen werden können. Während der Übergangszeit sowie zur Winterruhe ist eine geräumige Terrarienhaltung zu empfehlen.

Zur Grundausstattung des Geheges gehört sowohl eine Badegelegenheit als auch viele Versteckmöglichkeiten. Als Untergrund ideal ist stets feucht zu haltende Pinienborke. Man kann aber auch ähnliche Rindenprodukte oder ein feuchtes Kokossubstrat verwenden. Was die Temperaturen anbelangt, so sollten diese im Sommer tagsüber immer bei mehr als 23° liegen. Die Schildkröten lieben es, jeden Tag mit warmem Wasser übersprüht zu werden. Ein Teil des Geheges sollte den ganzen Tag über von der Sonne beschienen werden. Damit sich der neue Mitbewohner wohl fühlt, sollte die Anlage strukturiert sein und viele Versteckmöglichkeiten bieten. Für die optimale Temperaturversorgung ist eine beheizbare Schutzhütte oder ein Frühbeetkasten die richtige Entscheidung. Angeboten werden müssen überdies feuchte und kühle Rückzugsmöglichkeiten. Die Umzäunung sollte mindestens 30 cm hoch sowie ausbruchssicher sein. Denn die Carolina-Dosenschildkröte ist ein guter Kletterer und kann auch gut graben.

Diese Schildkrötenart hält in der Natur ab ihrem ersten Lebensjahr einen Winterschlaf. In ihrem Freilandgehege bereiten sich die Tiere selbstständig darauf vor. Für den Winterschlaf ideal sind Frühbeetkästen im Freien, ein Kühlschrank oder ein dunkler, kühler Innenraum. Der Winterschlaf sollte 2-3 Monate dauern und unter Temperaturen von 4-8° stattfinden. Während dieses Zeitraums muss das Substrat sehr feucht gehalten werden.

Wichtig: Dosenschildkröten dürfen nicht mit Landschildkröten zusammengehalten werden!

Ernährung

Die Ernährung von Carolina-Dosenschildkröten besteht hauptsächlich aus anderen Tieren. Angeboten werden dürfen Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Heimchen und Grillen, kleine Krebse, Fisch und Wiesenplankton. Erwachsene Tiere freuen sich auch über süße, reife Früchte. Dabei ist eine abwechslungsreiche Ernährung sehr wichtig. Gefüttert werden sollten die neuen Mitbewohner etwa drei bis viermal pro Woche. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Schildkröten die Möglichkeit haben, ihr Futter selbst zu suchen sowie auf die Jagd nach Insekten und Würmern zu gehen.

Zucht

Carolina-Dosenschildkröten paaren sich von Frühjahr bis in den Herbst. In der Zeit von Mai bis Juli legt das Weibchen nach der Paarung die Eier ab. Bis zu vier Gelege mit jeweils 2-6 Eiern sind möglich. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach zwei oder erst nach fünf Monaten.

Bebrütet werden sollte in einem Brutapparat mit feuchtem Substrat. Für die Aufzucht sind Kleinterrarien, die mit 10 cm Walderde gefüllt werden, eine gute Entscheidung. Indem sie sich vergraben, können die Jungtiere sofort Schutz suchen. Im Substrat haben die kleinen Tiere die Möglichkeit, Würmer, Asseln und kleine Heimchen selbstständig zu erbeuten.

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