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Schildkröten

Aussehen

Schildkröten, die eine Ordnung der Reptilien sind und die es bereits seit mehr als 220 Millionen Jahren gibt, haben signifikante Merkmale, zu denen zum Beispiel ihr Panzer gehört. Dieser umfasst eine Knochenkapsel, bei welcher es vorne als auch hinten eine Öffnung für Kopf, Hals, Beine und Schwanz gibt. Der Panzer der Schildkröte besteht sowohl aus Knochenteilen der Wirbelsäule als auch der Rippen, des Schultergürtels und aus viel verknöcherter Haut, was ihn sehr sensibel macht. Unempfindlich sind nur die Hornplatten, die mit den Fingernägeln von Menschen vergleichbar sind. Die so genannten Wachstumsringe, die es am Panzer gibt, geben Auskunft über die Wachstumsschübe des Tieres, nicht jedoch über deren Alter.

Die Haut der Schildkröten besteht aus zwei Teilen, die als Oberhaut und bindegewebige Lederhaut bezeichnet werden und ganz bestimmte Aufgaben haben. So ist die Oberhaut wasserundurchlässig und schützt das Tier vor Austrocknung sowie vor Verletzungen. Da Schildkröten keine Drüsen besitzen und demnach kein Schweißsekret absondern können, müssen sie starke Mittagssonne meiden.

Obwohl sie zu den Reptilien gehören, haben Schildkröten keine Zähne, sondern lediglich einen Schnabel, der aus einem gut entwickelten Ober- und Unterkiefer besteht und ihnen dabei hilft, pflanzliche Nahrung abzubeißen und auf Beutefang zu gehen.

Verbreitungsgebiet

Schildkröten gibt es mit Ausnahme der Polargebiete auf allen Kontinenten, wo die Tiere sowohl in tropischen Wäldern und Sümpfen als auch in Wüsten und Halbwüsten, in Seen, Tümpeln, Flüssen sowie in Brackwassergebieten und in Meeren vorkommen.

Lebenserwartung

Schildkröten, von denen es aktuell 313 Arten mit mehr als 200 Unterarten gibt, haben eine unterschiedliche Lebenserwartung. Bei kleineren Arten liegt diese zwischen 35 und 60 Jahren, mittelgroße Arten werden 120 Jahre alt, bei Riesenschildkröten geht man von einer Lebenserwartung von 200 Jahren aus. Durch falsche Haltungsbedingungen erreichen aber nur wenige dieser Tiere tatsächlich dieses Alter.

Haltung

Schildkröten dürfen nur dann gehalten werden, wenn sichergestellt ist, dass sie über viele Jahre eine artgerechte Behandlung und eine regelmäßige Pflege erhalten. Was auch bedeuten kann, die Pflege der Tiere an Nachkommen zu vererben. Aufgrund der hohen Lebenserwartung und der besonderen Haltungsbedingungen sollte man sich im Vorfeld klar über die Verantwortung sein, die man mit der Anschaffung dieses Tieres eingeht.

Folgende Fragen sollte man sich stellen, bevor man eine Schildkröten anschafft:

  • Bin ich dazu in der Lage, der Schildkröte ein artgerechtes als auch ausreichend großes Freigehege in den warmen Monaten zu bieten?
  • Kann ich die Winterruhe der Tiere akzeptieren und unterstützen?
  • Kann ich dem Tier täglich frische Wildkräuter füttern?
  • Habe ich die Möglichkeit, die Kosten für die Haltung der Schildkröte aufzubringen?
  • Bin ich dazu bereit, der Schildkröte über mehrere Jahre ein artgerechtes Zuhause zu bieten?

Schildkröten gelten allgemein als Einzelgänger und halten nichts von einem geselligen Familienleben. Dies sollte bei der Haltung beachtet werden, ansonsten kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen.

Da Schildkröten in der kalten Jahreszeit in Winterstarre fallen, bietet sich die Anschaffung dieser Tiere nur im Frühling an. Dies sollte man ebenso bedenken wie, welche Arten sich für die Haltung tatsächlich eignen. Für Anfänger kommen zum Beispiel tropische Arten nicht infrage, da die Haltung dieser mit einem enormen Aufwand verbunden ist. Tiere, die geringere Ansprüche als die anderer Rassen stellen, sind besser für Anfänger geeignet.

Für das Terrarium gilt, dass dieses mindestens zehnmal so lang und etwa halb so breit wie die Schildkröte sein sollte. Wobei größer natürlich immer besser ist. Ebenso wichtig ist, dass das Terrarium nach oben hin offen ist und der Boden mit mindestens 10-15 cm Terrariensubstrat bedeckt wird. Schildkröten lieben außerdem Versteckmöglichkeiten in Form von Steinhöhlen und Wurzeln. Weitere wichtige Einrichtungsgegenstände sind Sonnen- und Schattenplätze im Freigehege und Trinkstellen. Gedacht werden muss auch an die Beheizung des Terrarium mithilfe einer Wärmelampe sowie an Sonnenlicht. In der warmen Jahreszeit bietet sich ein Freigehege an, das den Tieren die Möglichkeit bietet, frische Luft zu bekommen.

Ernährung

Schildkröten ernähren sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung, wobei der Halter eine ausreichende Zufuhr von Kalzium in Form von Kalkpulver, Eierschalen, vertrockneten Knochen oder unbehandelten Sepiaschalen gewährleisten muss. Für einen guten Ausgleich sorgt auch Löwenzahn. Weniger gut verträglich für die Tiere sind hingegen Kopfsalat, Gurken, Tomaten und Paprika. Ebenso schädigend für Schildkröten sind unreife Früchte, die einen hohen Fruchtzuckeranteil haben. Generell schädigen Früchte aller Art die Darmwände der Tiere.

In freier Natur ernähren sich die Tiere hauptsächlich in der warmen Jahreszeit von Heu. Auf dem Speiseplan der Reptilien sollten auch Spitzwegerich, Storchenschnabel, Disteln , Endivien, Feldsalat, Brombeerblätter und frische oder getrocknete Blätter von zartblättrigen Laubbäumen stehen. Ebenso wichtig ist natürlich frisches Wasser.

Verhalten

Das individuelle Verhalten der Schildkröte wird stark von ihrer Unterart bestimmt. Die Tiere haben sehr gut ausgeprägte Sinnesorgane. So reicht ihr optisches Wahrnehmungsspektrum weit über das des Menschen hinaus und dringt sogar bis in den Infrarot- und Ultraviolett-Bereich vor. Arten, die im Wasser leben, haben auch hier ein sehr gutes Sehvermögen. Ebenso gut entwickelt ist der Geruchssinn von Schildkröten, den sie brauchen, um Nahrung und geeignete Partner zu finden.

Schildkröten benötigen Winterruhe. Da sie aus gemäßigten Zonen stammen, brauchen sie diese, um in der kalten Jahreszeit, in der das Futterangebot äußerst übersichtlich ist und die Sonne kaum scheint, überleben zu können. Deshalb sollte der Winterschlaf jeder Schildkröte ermöglicht werden und optimalerweise von Oktober bis Ende März andauern. Kranke Schildkröten dürfen nicht in die Winterruhe geschickt werden, sondern müssen zuerst geheilt werden.

Bei schlechten Haltungsbedingungen kommt es recht oft zu Verhaltensstörungen bei den Reptilien. Risikofaktoren sind mangelnde Eiablageplätze, eine falsche Gruppenzusammenstellung, die zu Rivalenkämpfen zwischen Männchen und zu Bissverletzungen dieser führt, falsche Fütterung, kein warmer und trockener Platz in kalten Monaten sowie kein ausbruchssicheres Gehege.

Umgang

Schildkröten gelten als Einzelgänger, weshalb sie nicht nur einzeln gehalten werden, sondern auch akzeptiert werden sollte, dass sie keine Tiere zum Schmusen sind. Vielmehr lieben sie es, in ihrer gewohnten Umgebung aufzuwachsen, in welcher nichts verändert wird.

Was den Umgang zwischen Schildkröte und Mensch anbelangt, gilt hier, dass man mit dem Tier ruhig reden und versuchen kann, ihm Grünfutter von der Hand zu reichen. Allerdings lassen sich die Tiere nicht in ihrer Art verändern und werden wohl kaum zum Spielgefährten des Menschen, wie man es von Hunden und Katzen kennt. Dennoch verstehen Schildkröten als außerordentlich lernfähige Tiere sehr schnell, welches Wort oder welche Tonlage was bedeutet. Bemerkbar machen sie sich übrigens durch Körperhaltung, Mimik, Lautäußerungen und Schwanzstellung.

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