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Die Zucht von Ratten

Um keinen unerwarteten Nachwuchs zu bekommen, sollte man zwei gleichgeschlechtliche Ratten kaufen und darauf achten, dass diese bisher nach Geschlechtern getrennt wurden. Manchmal ist aber auch der Wunsch da, selbst Ratten zu züchten. Allerdings sollte diese Entscheidung niemals leichtfertig gefällt werden.

Wir zeigen, welche Gedanken man sich vor der Zucht machen sollte und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Außerdem gehen wir detailliert auf die Paarung, die Trächtigkeit, die Geburt und damit möglicherweise einhergehende Komplikationen ein. Anschließend zeigen wir, wie die Aufzucht der Jungen und die Entwicklung der Rattenbabys aussieht.

Gedanken vor der Zucht

Zwei Tiere miteinander zu paaren, ist ein Schritt, der mit viel Verantwortung einhergeht. Deswegen sollte man sich unbedingt mit dem Thema Rattenzucht beschäftigen, bevor man zwei Tiere miteinander verpaart und auf Nachwuchs wartet. Zwar ist es süß, ein kleines Rattenbaby in seinen Händen zu halten, doch man sollte sich auch darüber bewusst sein, dass man dann Verantwortung für ein weiteres Lebewesen hat. Wer professionell züchten möchte, sollte vorher über eine lange Zeit Ratten als Haustiere gehalten haben. Schließlich sollte man seine eigenen Tiere gut kennen, um auf jede Verhaltensänderung reagieren zu können.

Generell sollte man natürlich über genügend Zeit und Platz verfügen, um eine Zucht anstreben zu können. Welche expliziten Voraussetzungen erfüllt werden müssen, zeigen wir im nächsten Abschnitt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Ein umfangreiches Wissen über Genetik und Rassen ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Zucht. Immerhin können nicht einfach zwei Ratten zusammengesetzt und auf Nachwuchs gewartet werden. Schon allein die Auswahl der Elterntiere ist eine Herausforderung für sich. Auf keinen Fall sollte man Ratten ungeplant vermehren. In Tierheimen gibt es mehr als genug Notfallratten, die auf ein Zuhause warten.

Weil die Tiere später nach Geschlecht getrennt werden müssen, sollte man über genügend Platz verfügen, um noch weitere Käfige aufstellen zu können. Jeder dieser Käfige muss natürlich der Mindestgröße entsprechen. Kann oder möchte man nicht alle Rattenbabys behalten, gilt es, sich rechtzeitig nach jemandem umzusehen, der den Tieren ein liebevolles Zuhause bieten kann.

Die Paarung

Wenn es darum geht, die Elterntiere auszusuchen, ist Feingefühl und Wissen gefragt. In jedem Fall sollten beide Elterntiere gesund und kräftig sein, damit sie keine Krankheiten weiter vererben. Ein großes Problem bei Ratten ist Inzucht. Man sollte also nur Ratten miteinander verpaaren, deren Stammbaum man kennt. Darüber hinaus gibt es nämlich genetisch stark belastete Rassen, zu denen beispielsweise Dumboratten gehören. Diese dürfen auf keinen Fall weiter vermehrt werden.

Ratten, die älter als ein Jahr sind, dürfen nicht mehr gebären, da es sonst zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommen kann. Dadurch wird nicht nur das Leben der werdenden Mutter, sondern auch der Rattenbabys gefährdet. Ganz zu schweigen davon, dass eventuell hohe Tierarztkosten anfallen können. Natürlich kann dies auch immer bei gesunden Ratten der Fall sein. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch um einiges größer, wenn die Tiere genetisch vorbelastet oder krank sind.

Hat man nun ein passendes Pärchen gefunden, werden die beiden Ratten zusammengesetzt. Sobald das Weibchen hitzig ist, zeigt sie dies dem Bock mit Duftsignalen und speziellen Bewegungsabläufen. Innerhalb kurzer Zeit paaren sich die Tiere dann 200-500 mal, womit eine Schwangerschaft quasi sicher ist. Das eine Rättin hitzig ist, kann man daran erkennen, dass sie den Rücken durchdrückt, wenn man ihr darüber streichelt und außerdem den Kopf hochhält sowie ihr Hinterteil anhebt.

Trächtigkeit bei Ratten

Bei Ratten liegt die Tragzeit bei 20-22 Tagen. Während der Schwangerschaft sind die Weibchen meistens aggressiver. Ansonsten zahme Tiere können durchaus zubeißen. Werdende Mütter haben zudem einen erhöhten Bedarf an Eiweiß und Mineralien. Deshalb sollte unbedingt abwechslungsreiche Kost angeboten werden. Dazu gehört, etwas mehr Trockenfutter als sonst zu geben und vor allem frisches Gemüse und Grünfutter anzubieten. Gedacht werden muss auch ein abwechslungsreiches Eiweißfutter, wobei dieses nicht aus zu vielen Proteinquellen stammen sollte. Sonst werden die im Bauch heranwachsenden Babys zu groß, was zu Komplikationen bei der Geburt führen kann.

Sobald man merkt, dass das Weibchen schwanger ist, muss man beim Hochheben sehr vorsichtig sein. Man darf sie nicht um den Bauch fassen, sondern sollte sie hochnehmen und dann alle Füße abstützen.

Wenn die Geburt unmittelbar bevorsteht, sollte der Käfig nicht mehr gereinigt werden. Nasses Nistmaterial kann jedoch vorsichtig entfernt und durch neues ersetzt werden. Vor der Geburt – spätestens am 19. Tag nach der Begattung – müssen außerdem die Eltern voneinander getrennt werden. Denn Ratten können sofort nach der Geburt wieder gedeckt werden.

Die Geburt des Nachwuchs

Die Geburt des Nachwuchs findet meistens in der Nacht statt und dauert insgesamt etwa 20 Minuten. Wichtig ist, dann, wenn die Geburt mehr als 1 Stunde dauert, unverzüglich einem Tierarzt zu kontaktieren. Am besten, man informiert sich bereits vorher, ob es einen Tierarzt in der Nähe gibt, der im Notfall dazu bereit ist, einen Hausbesuch zu machen.

Nach der Geburt wird jedes einzelne Baby von der Mutter in Empfang genommen, indem es abgenabelt, von der Eihaut befreit und trocken geleckt wird. Bei diesem Prozess darf die Mutter nicht gestört werden. Schließlich steht sie unter Hochspannung, muss sie doch ihre Babys putzen, wärmen und stillen. Etwas, das kein Halter gerne macht, das aber unbedingt erforderlich ist: Das Nest auf Fehlgeburten hin kontrollieren, solange die Mutter Auslauf hat. Der Nachwuchs selbst darf aber erst ab dem fünften Tag berührt werden, sonst kann es sein, dass die Babys nicht mehr von ihrer Mutter angenommen werden.

Pro Wurf können zwischen 8 und 14 Ratten geboren werden.

Warum fressen Ratten ihre Babys?

Manchmal kann es vorkommen, dass Rattenmütter ihre Babys fressen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Mutter einen Eiweiß- oder Mineralienmangel hat. Während der Schwangerschaft muss deswegen auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden. Aber auch dann, wenn die Babys von Geburt an nicht lebensfähig sind und nach der Geburt keinen Schrei ausstoßen, werden sie aufgefressen. Ruhe ist während der Geburt sehr wichtig, denn Störungen können zu Unsicherheit und dazu führen, dass die Mutter ihre Jungen aus Angst frisst. Auch unerfahrene Mütter, die nicht wissen, was sie mit ihrem Nachwuchs machen sollen, sowie diejenigen, die unter Stress stehen, weil sie zum Beispiel keinen Rückzugsraum im Käfig haben, fressen ihre Babys.

Aufzucht und Entwicklung der Rattenbabys

Ratten kommen blind und ohne Fell auf die Welt. Auch ihre Ohren sind noch geschlossen. Deswegen werden sie bis zu ihrem 30. Lebenstag von der Mutter gesäugt. Bemerkbar machen können sie sich durch ein leises Fiepen.

Ab ihrem ersten Lebenstag sind die Rattenbabys bereits dazu in der Lage, zu riechen. Jedoch sind sie bis zu ihrem dritten Lebenstag komplett nackt. Dann treten erste Haarspitzen aus der Haut hervor und das Fell zeichnet sich langsam ab. Auch wenn sie noch so niedlich sind, die Babys sollten erst ab dem fünften Lebenstag für einige Minuten gestreichelt werden. Dabei kann man versuchen, sie durch leises Flüstern an die menschliche Stimme zu gewöhnen. Ab dann sollten die Babys ein- bis zweimal am Tag in die Hand genommen werden. Am besten hebt man sie mit zwei Fingern am Brustkorb an.

Für heftig Tumult sorgen die Rattenbabys ab dem 8. Tag, wenn sie anfangen zu krabbeln und ihre Umgebung zu erkunden. Ab dem 12. Tag öffnen sich ihre Ohren, ab dem 14. ihre Augen. Jetzt nehmen Ausflüge im Käfig zu und man kann damit beginnen, intensiveren Kontakt zu den Tieren aufzunehmen. Vollkommen selbstständig ist der Nachwuchs ab dem 22. Tag, wenn die Ratten feste Nahrung zu sich nehmen. Von ihrer Mutter werden sie aber bis zum 30. Tag gesäugt.

Weil die Männchen ab dem 32. Tag geschlechtsreif werden können, müssen sie von ihrer Mutter getrennt werden, damit es nicht zu unerwünschtem Nachwuchs kommt. Die Weibchen können hingegen noch für mindestens sechs Wochen bei ihrer Mutter bleiben, um von dieser das Sozialverhalten zu lernen. Damit der männliche Nachwuchs weiterhin Kontakt zu seiner Mutter hat, sollte er nur durch ein Maschengitter von dieser getrennt werden, so dass er weiterhin den vertrauten Geruch seiner Mutter wahrnimmt wahrnimmt.

Wenn die Tiere nach ihren Geschlechtern getrennt werden, kann man beobachten, dass sich freundschaftliche Gruppen von 2-3 Tieren bilden. Bei der Vermittlung ist darauf zu achten, dass diese Ratten zusammen abgegeben werden. Eine Abgabe kommt frühestens mit sechs Wochen infrage.

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