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Tipps zum Kauf von Ratten

Ratten gelten als sehr anhängliche und soziale Tiere. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum viele sich dafür entscheiden, Farbratten bei sich einziehen zu lassen. Wer von Anfang an alles richtig machen möchte, sollte einige Dinge über Kauf und Anschaffung sowie die Eingewöhnungsphase der Nagetiere wissen.

Vor der Anschaffung

Bevor die Entscheidung fällt, Ratten bei sich einziehen zu lassen, sollten einige grundlegende Dinge geklärt werden. Welche Gedanken sollte man sich vor der Anschaffung machen? Für wen sind Ratten als Haustiere überhaupt geeignet? Und welche Anschaffungskosten kommen auf einen zu?

Gedanken vor der Anschaffung

Wenn man sich Tiere nach Hause holt, sollte man dies mit der Absicht tun, diesen ein schönes und vor allem artgerechtes Leben bieten zu wollen. Anstatt später festzustellen, dass Ratten überhaupt nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, ist es sinnvoller, ein wenig Zeit zu investieren und sich vor der Anschaffung Gedanken zu machen.

Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Ratten liegt bei zwei bis drei Jahren. Zum einen muss sichergestellt sein, dass man sich so lange um die Tiere kümmern kann, auf der anderen Seite sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass es schmerzen kann, die lieb gewonnenen Tiere nach so kurzer Zeit gehen zu lassen.

Haltungsbedingungen: Ratten dürfen niemals allein gehalten werden, da sie sehr soziale Tiere sind. Man muss also die notwendigen finanziellen Mittel als auch genügend Platz haben, um mindestens zwei Ratten bei sich aufnehmen zu können. Noch artgerechter ist natürlich die Unterbringung in einem größeren Rudel.

Zeit: Wer möchte, dass seine Ratten zahm werden, muss viel Geduld haben und auch einiges an Zeit investieren – wie im Übrigen auch für die Pflege der Nagetiere. Jedes Tier hat einen sauberen Käfig und jeden Tag frisches Futter und Wasser verdient. Das muss auch gewährleistet sein, wenn man krank oder im Urlaub ist!

Allergien: In jedem Fall sollte jeder in der Familie mit der Anschaffung von Ratten einverstanden sein. Ebenso wichtig ist, dass keine Allergie vorliegt. Dies kann man vorher bei einem Arzt überprüfen lassen.

Andere Haustiere: Es gibt einige Tiere, die Ratten gefährlich werden könnten und umgedreht. Vor der Anschaffung sollte man deswegen gut überlegen, mit welchen anderen Haustieren es eventuell Probleme geben könnte. Schließlich brauchen Ratten jeden Tag Auslauf und da macht es sich nicht gut, wenn sie sich ein Zimmer mit Vögeln oder Fischen teilen.

Kosten: Nicht nur die Anschaffung von Ratten ist mit Kosten verbunden. Gerade dann, wenn man ein Rudel hält und die Tiere krank werden, können die Tierarztkosten mitunter sehr hoch sein. Für solche Fälle sollte es immer ein kleines Geldpolster geben.

Für wen eignen sich Ratten?

Auch wenn sie – gerade im Sozialgefüge – interessant zu beobachten sind, eignen sich Ratten längst nicht für jeden. Man sollte überprüfen, ob die kleinen Nager zu einem passen. Wenn dem nicht so ist, wird weder man selbst Spaß an den Tieren noch die Tiere Spaß an einem haben. Auf keinen Fall die richtigen Tiere sind Farbratten, wenn man eine teure Wohnungseinrichtung hat. Bei ihrem Auslauf kann es schon mal vorkommen, dass Ratten die Tapete von den Wänden reißen und Möbel zerkratzen. Eine klinisch saubere Umgebung und Ratten passen ebenso wenig zusammen.

Ratten und Kinder – das ist ein Thema für sich. Generell spricht natürlich nichts dagegen, dass man seinem Kind Ratten zur Obhut übergibt. Zum Wohl der Tiere sollte man dies aber nur dann tun, wenn die Kinder über ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein verfügen. Ratten brauchen viel Pflege und sind keinesfalls zum Knuddeln geeignet. Dies sollte einem selbst und den eigenen Kindern bewusst sein. Wenn die Kinder allerdings wissen, dass sie einiges an Zeit und Geduld für die neuen Mitbewohner aufwenden müssen und dass diese eher zum Beobachten als denn zum Spielen geeignet sind, spricht nichts gegen eine Anschaffung. Wir empfehlen, Ratten Kindern ab einem Alter von 8-12 Jahren zu überlassen und am Anfang bei der Käfigreinigung und anderen Pflegemaßnahmen anwesend zu sein. Hilfreich sein können auch entsprechende Ratgeber, die den Kindern den richtigen Umgang mit den Tieren näher bringen. Wichtig ist, seinen Kindern beizubringen, auf die Gefühle und Bedürfnisse der neuen Mitbewohner zu hören. Obwohl oder gerade weil Ratten so kleine Tiere sind, muss auf ihr Wesen und ihren Willen Rücksicht genommen werden.

Welche Anschaffungskosten kommen auf mich zu?

Natürlich darf auch der Kostenaspekt nicht unberücksichtigt bleiben. Neben den Haltungskosten muss auch an die Anschaffungskosten gedacht werden. Während die Ratten selbst relativ günstig zu erwerben sind, können für ein artgerechtes Rattenheim erheblich höhere Kosten auf einen zukommen. Wir geben nachfolgend einen Überblick über die Anschaffungskosten für Ratten:

  • Käfig: ab 50 Euro
  • Käfigeinrichtung: 20-100 Euro
  • Futternäpfe: ca. 5 Euro
  • Ratten: je Tier 5-20 Euro

Die Anschaffung

Ist man sich sicher, dass man den Ansprüchen, die Ratten an ihre Umgebung haben, gerecht werden kann, sollte man sich aktiv damit auseinandersetzen, wo man diese Tiere kaufen kann. Wir zeigen die verschiedenen Bezugsquellen und geben Tipps, woran man gesunde Tiere erkennen kann.

Wo kann man Ratten kaufen?

Möchte man ausgesetzten Tieren etwas Gutes tun, lohnt es sich, zuerst im Tierheim nachzufragen. Nur wenige der hier untergebrachten Ratten sind krank. Vielmehr finden hier Babys aus ungewollten Schwangerschaften Unterschlupf. Die Mitarbeiter hier stehen einem gerne mit Tipps zur Verfügung und helfen einem dabei, die richtigen Tiere auszuwählen. Informationen über nahe gelegene Tierheime gibt es zum Beispiel im Internet, aber auch in lokalen Zeitungen.

Wird man im Tierheim nicht fündig, sollte einen der nächste Weg zu einer Rattenvermittlungsstelle führen. Vor allem die Internetseite des Vereins der Rattenfreunde Deutschlands (VdRD) ist eine gute Anlaufstelle und zeigt anhand einer Rattenvermittlungsliste, wo in Deutschland viele Ratten auf ein neues Zuhause warten.

Wer eine ganz bestimmte Rasse, wie etwa Farbratten, halten möchte, sollte sich an einen erfahrenen Züchter wenden. Dort hat man nicht nur eine große Auswahl, sondern kann auch darauf vertrauen, dass es den Tieren gut geht. Da es aber auch unter Züchtern schwarze Schafe gibt, hält man am besten im Internet Ausschau nach seriösen Züchtern oder lässt sich diese von Freunden und Rattenliebhabern empfehlen. Selbst erkennen kann man einen guten Züchter daran, dass dieser sich auf wenige Rassen spezialisiert hat, seine Tiere gut untergebracht sind und er einem viel über die artgerechte Rattenhaltung und seine Tiere erzählen kann. Auch eine Trennung nach Geschlechtern ist immer ein Indiz für einen seriösen Züchter.

Natürlich gibt es Ratten auch in Zoofachgeschäften. Allerdings darf man dort nicht darauf hoffen, dass die Tiere gut untergebracht sind. Nur mit sehr viel Glück findet man einen Zooladen, wo die Ratten genügend Versteckmöglichkeiten, Häuser, artgerechtes Futter und eine saubere Umgebung haben sowie nach Geschlechtern getrennt sind. Nicht selten kauft man im Zoogeschäft bereits kranke oder trächtige Tiere. Gerade Anfänger wären damit sehr überfordert. Leider sind es jedoch gerade unerfahrene Rattenhalter, die die Tiere im Zoogeschäft kaufen.

Woran erkennt man gesunde Tiere?

Ganz egal, wo man seine Tiere kauft, sie sollten in jedem Fall gesund sein. Es wäre natürlich besonders ärgerlich, wenn man kurz nach dem Kauf einen Tierarzt aufsuchen müsste. Mit folgendem kurzen Gesundheitscheck kann man gesunde von kranken Tieren unterscheiden:
Gesunde Ratten…

  • kommen zur Fütterung und fressen gemeinsam mit ihren Artgenossen
  • halten ihre üblichen Wachphasen ein
  • zeigen Interesse an ihrer Umgebung
  • bewegen sich normal
  • legen ihren Artgenossen gegenüber ein normales Verhalten an den Tag

Nach der Anschaffung

Es gibt leider vieles, das man nach der Anschaffung seiner neuen Mitbewohner falsch machen kann. Dies kann bei den kleinen Tieren Stress auslösen und dazu führen, dass diese länger brauchen, um sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Um von Anfang an einen Draht zu den Tieren zu finden, spielen der richtige Transport und die Eingewöhnungszeit eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Wie transportiere ich Ratten richtig?

Wenn man Ratten im Zoofachhandel kauft, bekommt man diese in einer Pappschachtel. Das ist nicht nur Tierquälerei, da diese Schachteln meistens viel zu klein sind und die Ratten so nicht mal die Möglichkeit haben, sich ein wenig zu bewegen. Da Ratten Nagetiere sind, haben sie die Pappe schnell durchgenagt und im schlimmsten Fall entwichen diese einem. Um dem vorzubeugen, sollte man sich ein wenig schlau machen. Für den Transport in das neue Zuhause der Ratten ist eine Transportbox ideal. In dieser finden auch mehrere Tiere bequem Platz und man kann die Box bereits mit Streu auslegen, mit Trinken und Futter ausstatten.

Die Eingewöhnung

Zuhause angekommen, sollte man seinen Ratten in jedem Fall Ruhe gönnen. Jetzt beginnt die Zeit der Eingewöhnung, die für den Halter nicht immer sehr spannend ist. Denn damit sich die Tiere an ihre neue Umgebung gewöhnen können, brauchen sie Ruhe. In den ersten Tagen sollte man sich dem Rattenkäfig also nur langsam nähern; anfassen sollte man seine kleinen Lieblinge erst dann, wenn diese sich in ihrer neuen Umgebung problemlos zurechtfinden.

Dass der fertig eingerichtete Käfig im neuen Zuhause bereits auf die Ratten wartet, sollte selbstverständlich sein. Dann kann man die Tiere einfach mit der Transportbox in den Käfig setzen, diese öffnen und warten, bis die kleinen Nager von selbst herauskommen. Ist die Zeit der Eingewöhnung vorbei, kann man langsam damit beginnen, den Tieren Leckerlis von der Hand anzubieten. Mit der Zeit werden die Ratten Vertrauen fassen und auf die Hand klettern. Wie lange das dauert, ist stark abhängig von den Erfahrungen, welche die Tiere bisher gemacht haben. Es kann durchaus sein, dass Ratten aus der Zoohandlung niemals zahm werden.

Was kann man tun, um den Ratten die Eingewöhnungszeit leichter zu machen? Da Ratten soziale Tiere sind, die am liebsten in einem großen Rudel leben, ist ihnen Heimweh nicht fremd. Ein guter Züchter weist einen darauf hin, dass es sinnvoll ist, etwas der alten Einstreu mit in das neue Zuhause zu nehmen. So nehmen die Tiere weiterhin ihnen vertraute Gerüche wahr.

Um der Gesundheit der Tiere nicht zu schaden, sollte eine Futterumstellung nur sehr langsam erfolgen. Beim Züchter oder im Tierheim sollte man sich danach erkundigen, wie die Ratten bisher gefüttert wurden und sich ein wenig dieses Futters mitgeben lassen. Eine Umstellung auf Frischfutter oder andere Futtersorten sollte sehr behutsam und im Zeitraum von mehreren Wochen erfolgen.

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