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Ernährung: Artgerechtes Futter für Ratten

Für ein langes und gesundes Leben ist die richtige Ernährung bei Ratten besonders wichtig. In unserem Ratgeber zeigen wir, woraus sich das Futter für Ratten zusammensetzen sollte und gehen dabei auch auf konkrete Bestandteile ein. Darüber hinaus zeigen wir, was man Ratten auf keinen Fall zu fressen geben sollte und wie man die Fütterung abwechslungsreich gestaltet.

Trockenfutter – der wichtigste Bestandteil bei der Rattenernährung

Trockenfutter ist der wichtigste Bestandteil bei der Ernährung von Ratten. Ein ausgewachsenes Tier braucht pro Tag etwa einen Esslöffel davon. Weil sie immer ein gewisses Maß an Sicherheit haben möchten, sollten Ratten etwas mehr Futter bekommen als sie schaffen, um dieses bunkern zu können. Allerdings sollten sie auch nicht zu viel bunkern können. Ansonsten muss die Futterration verringert werden.

Für Ratten geeignete Trockenfuttermischungen gibt es im Zoofachhandel. Sehr empfehlenswert ist das Tima Rattenfutter, das in Zusammenarbeit mit dem Verein der Rattenliebhaber Deutschlands entwickelt wurde. Es enthält mit Ausnahme von Frischfutter alles, was Ratten zum Leben brauchen. Generell gilt, dass im Trockenfutter nicht zu viele aufgepoppte und in bunte Formen gepresste Bestandteile enthalten sein sollten. Dahingegen muss darauf geachtet werden, dass ein hoher Anteil an verschiedenen Getreidesorten mit wenig Weizen vorhanden ist. Auch getrocknetes Gemüse sowie Kräuter und wenig Ölsaaten, Nüsse und Kerne sollten enthalten sein.

Gerade am Anfang sollte man sich viel Zeit nehmen, um ein geeignetes Trockenfutter zu finden. Abstand gehalten werden sollte von staubigem und grauem Futter. Wichtig ist zudem, dass das Futter keimfähig ist. Dies kann man mit folgendem Test ganz einfach herausfinden: Man streut etwas Rattenfutter auf ein feuchtes Stück Küchenpapier, das man auf die Fensterbank legt. Nun hält man das Küchenpapier stets feucht und beobachtet, ob sich Keimlinge entwickeln. Keimfähiges Futter liefert wichtige Kohlenhydrate, Proteine, Mineralien und Vitamine. Keime können regelmäßig frisch angeboten werden, indem man verschiedene Getreide-Sämereien auf Küchentüchern feucht hält. Die Keime sollten immer frisch verfüttert werden. Ein weißer, pelziger Belag deutet auf Schimmel hin. Das Futter darf den Tieren dann nicht mehr angeboten werden.

Was die Lagerung von Trockenfutter anbelangt, so sollte man lieber öfters einkaufen und das Futter nicht länger als vier Monate aufbewahren. Ansonsten läuft man Gefahr, dass Vitamine verloren gehen und fetthaltige Bestandteile ranzig werden. Aufbewahren kann man das Futter in Blechdosen oder aber in Holzschachteln, die man mit Papier ausschlägt. In Plastiktüten und Plastikbehältern kann das Futter schnell schimmeln, weil die Restfeuchte nicht entweichen kann.

Was sollte das Trockenfutter enthalten?

Bei der Auswahl eines geeigneten Trockenfutters ist darauf zu achten, dass bestimmte Bestandteile vorhanden sind. Wir zeigen, welche dies sein sollten:

Getreide

  • Haferkörner
  • Haferflocken und Haferrispen
  • Weizenkörner und Weizenflocken (nur in geringen Mengen)
  • Roggen
  • Gerste
  • Emmerweizen
  • Buchweizen
  • grüner Hafer
  • Kolbenhirse
  • Amarant

Kleinsämereien

Gras- und Kräutersamen, wie etwa Löwenzahn und Fenchel. Wegen ihres extrem hohen Fettanteils sollten…

  • Negersaat
  • Perilla
  • Leinsaat
  • Hanf
  • Sesam
  • Mohn
  • Kardi

…nur einen geringen Anteil an der Samenmischung ausmachen.

Trockengemüse

Entweder getrocknet kaufen oder im Umluftofen selbst trocknen. Zum Beispiel:

  • Rote Beete
  • Kohlrabi
  • Möhren
  • Sellerie
  • Fenchel

Trockenobst

Nur ungeschwefelt und in kleinen Mengen. Zum Beispiel:

  • Rosinen
  • Äpfel
  • Birnen
  • Hagebutte

Getrocknete Kräuter

Fester Bestandteil im Trockenfutter sein dürfen:

  • Gänseblümchen
  • Brennnesselkraut
  • Dill
  • Grüner Hafer
  • Vogelmiere
  • Haselnussblätter
  • Hirtentäschelkraut
  • Kamille
  • Kornblumenblüten
  • Ringelblumenblüten
  • Löwenzahnwurzel (mit Kraut)
  • Melisse
  • Petersilie
  • Pfefferminzblätter
  • Sauerampferkraut
  • Schafgarbe
  • Sonnenblumenblüten
  • Spitzwegerrichkraut
  • Brombeerblätter

Nüsse und Kerne

Sie sollten immer nur einen sehr kleinen Anteil am Trockenfutter ausmachen, weil sie sehr viel Fett enthalten. Geeignet sind:

  • Sonnenblumenkerne
  • Haselnüsse
  • Erdnüsse
  • Pinienkerne
  • Macadamia
  • Pecannüsse
  • Süßmandeln
  • Kürbiskerne

Weitere Futterbestandteile

Das Trockenfutter kann ergänzt werden mit:

  • Maisflocken
  • Maiskörnern
  • Reisflocken
  • Erbsenflocken
  • Johannisbrot
  • ungesüßtes Früchtemüsli
  • rohen Nudeln
  • ungezuckerte Cornflakes

Sind Pellets sinnvoll?

Wer möchte, kann dem Trockenfutter spezielle Pellets für Ratten beimischen. Als Alleinfutter sollten Pellets aber nicht angesehen werden. Dies liegt daran, dass Pellets nur über wenig Nährstoffe verfügen und deshalb nicht an die Bedürfnisse von Ratten angepasst werden können. Schließlich haben Ratten in jeder Altersstufe, in der Schwangerschaft und bei Krankheit unterschiedliche Bedürfnisse. Weil Pellets immer die gleiche Zusammensetzung haben, werden sie den Bedürfnissen der kleinen Nager nicht gerecht. Außerdem sollte man aufpassen, denn Pellets verlieren durch eine lange Lagerung ihren Nährwert.

Snacks – Was sollte man wissen?

Wer möchte seinem Tier nicht etwas Gutes tun? Allerdings sind die im Zoofachhandel angebotenen Snacks dafür nicht geeignet. Sie enthalten zu viel Zucker und können Ratten krank machen. Anstatt auf Nagergebäck, Jogurtdrops und Knabberstangen zurückzugreifen, sollte man sich lieber für natürliche Snacks entscheiden. Zu diesen gehören Nüsse, Kerne und Trockenobst. Ab und an darf man seine Ratte auch mit einem Stück ungezuckertem Popcorn verwöhnen.

Spaß bei der Futtersuche

Ratten lieben Abwechslung. Dies kann man wunderbar mit der Fütterung kombinieren, indem man das Futter nicht einfach in einem Napf anbietet, sondern im Gehege verstreut. So sorgt man auch gleich dafür, dass seine kleinen Lieblinge Bewegung haben. Spaß verschafft man Ratten auch, indem man das Futter in Eierkartons versteckt oder aber in Taschentücher wickelt und an das Gitter hängt. In den Fressnapf sollte nur Frischfutter kommen. Aber auch dieses kann man verstecken. Dann muss aber darauf geachtet werden, dass nicht verputztes Futter umgehend entfernt wird, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt.

Frischfutter – wie oft?

Auch Frischfutter gehört bei Ratten auf den Speiseplan – allerdings nur einmal am Tag und nur in solchen Mengen, dass es schnell verzehrt wird. Am Anfang muss man ein wenig experimentieren, was die Menge anbelangt. Die kleinen Nager sollten auf keinen Fall die Möglichkeit haben, Frischfutter zu bunkern. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass immer ein Stück Frischfutter mehr gereicht wird als Ratten im Gehege sind, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt. Vor der Fütterung muss das frische Futter gründlich gewaschen und getrocknet werden.

Weiter unten zeigen wir in der Futterliste, was an Frischfutter geeignet ist.

Tierische Futterbestandteile

Ratten sind keine reinen Vegetarier. Deswegen gehört auch tierische Nahrung auf den Speiseplan. Indem zwei- bis dreimal pro Woche tierische Nahrung gefüttert wird, kann man Mangelerscheinungen vorbeugen. Weil Ratten eine Laktose-Intoleranz haben, dürfen normale Milch, Sahne und Dosenmilch nicht gefüttert werden. Erlaubt sind dahingegen Magerquark, Magermilch Joghurt und Hüttenkäse. Auch hier findet sich Milchzucker, aber in sehr geringen Mengen. Vielmehr hat dieses Futter positive Auswirkungen auf die Verdauung. Man sollte seinen Tieren davon maximal einen gestrichenen Teelöffel in der Woche geben.

Den Speiseplan bereichern kann man auch mit hart gekochten Eiern und Katzenleckerli. Bei Letzterem sollte aber kein extra zugesetztes Taurin enthalten sein. Gegen gekochten Fisch oder gekochtes Huhn spricht auch nichts. Ungekocht kann es jedoch zu massivem Durchfall führen.

Ratten bevorzugen auch Lebendfutter, wie Mehlwürmer, Grillen, Heimchen, Garnelen und Bachflohkrebse. Wegen des hohen Fettgehalts sollten sie aber nur selten auf dem Speiseplan stehen. Wer sich vor frischen Insekten ekelt, kann diese auch in getrockneter Variante anbieten.

Was ist für die Zahnpflege wichtig?

In punkto Zahnpflege liegt es in der Verantwortung des Halters, den Ratten immer frische Zweige zur Verfügung zu stellen. Weiter unten zeigen wir, welche Zweige und Äste für Ratten geeignet sind. Von der Idee, dass altes, hartes Brot beim Abnutzen der Schneidezähne hilft, sollte man sich schnell verabschieden. Brot enthält Stärke, die für Ratten schwer verdaulich ist. Und die enthaltenen Konservierungsstoffe, Salz und Backtriebmittel sind genauso ungesund. Bei übermäßiger Fütterung kann Brot zudem für Übergewicht sorgen.

Brauchen Ratten Wasser?

Es gibt manche Ratten, die decken ihren Flüssigkeitsbedarf komplett über die Nahrung. Dennoch sollten sie immer Zugang zu frischem Wasser haben. Dies ist deshalb wichtig, weil sich ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf einstellen kann, wenn sich ein Wetterumschwung ankündigt, die Tiere krank werden oder aber bei trockener Heizungsluft. Ob man das Wasser nun in einer Tränke oder einer Schale anbietet, bleibt einem selbst überlassen.

Vitamine, Kalksteine und Salzlecksteine – überflüssig?

Salzlecksteine für Ratten sind komplett überflüssig. Ernährt man seine Tiere artgerecht, kommt es zu keinen Mangelerscheinungen. Mal davon abgesehen, dass Salzlecksteine aus billigen Kochsalzen bestehen. Ratten, die zu viel daran lecken, können eine Natriumchloridüberversorgung und infolgedessen starke Nierenprobleme bekommen.

Vorsicht geboten ist auch bei Kalksteinen. Meistens nagen die Ratten aus Langeweile zu sehr daran, was zu einer hohen Kalziumresorption führt und somit für Harnsteinbildung und Organverkalkung sorgen kann. Über Kräuter und Grünfutter werden Ratten bereits ausreichend mit Kalzium versorgt.

Ratten, die artgerecht gehalten werden, brauchen auch keine zusätzlichen Vitamine. Vielmehr kann eine Überversorgung mit Vitaminen sie krank machen. Weil Vitamintropfen in das Wasser gegeben werden, kann man auch nie sicherstellen, dass die Tiere nicht zu viel davon aufnehmen. Lediglich im Krankheitsfall können zusätzliche Vitamine und Mineralien sinnvoll sein. Sie sollten aber nur gegeben werden, wenn dies vorher mit den Tierarzt abgesprochen wurde.

Futterlisten

Nachfolgend zeigen wir ganz detailliert, was Ratten fressen dürfen und gehen außerdem darauf ein, was für sie unverträglich oder sogar giftig ist.

Gemüse

  • Fenchel
  • Broccoli
  • Möhren
  • Gurken
  • Zucchini
  • Blumenkohl
  • Paprika
  • Mais (frisch)
  • Tomaten (ohne Grün)
  • Kürbis
  • Sellerie
  • Rote Beete
  • Feldsalat
  • Kopfsalat (nur Bio)
  • Chicoree
  • Eisbergsalat
  • Endiviensalat
  • Mangold

Obst

  • Johannisbeeren
  • Äpfel
  • Bananen
  • Melonen
  • Weintrauben (ohne Kerne)
  • Orangen und Mandarinen (sehr wenig)
  • Birnen
  • Kiwi
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Stachelbeeren
  • Himbeeren

Kräuter, Blüten und Blätter (frisch oder getrocknet)

  • Brombeerblätter
  • Gänseblümchen
  • Sauerampferkraut
  • Haselnussblätter
  • Hirtentäschelkraut
  • Johannisbeerblätter
  • Kamille
  • Kornblumenblüten
  • Löwenzahnwurzel (mit Kraut)
  • Petersilie
  • Pfefferminzblätter
  • Dill
  • Ringelblumenblüten
  • Schafgarbe
  • Sonnenblumenblüten
  • Melisse
  • Grüner Hafer
  • Spitzwegerichkraut
  • Vogelmiere
  • Gras

Unverträgliches und Giftiges

  • Aubergine
  • Avocado
  • Linsen
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Radieschen
  • Kartoffeln
  • Klee
  • Porree
  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Rosenkohl
  • Papaya
  • Rettich
  • Rhabarber
  • Schnittlauch
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Agave
  • Aloe Vera
  • Alpenveilchen
  • Amaryllis
  • Anthurie
  • Aronstab
  • Azalee
  • Bärenklau
  • Berglorbeer
  • Bilsenkraut
  • Bingelkraut
  • Bittersüßer Nachtschatten
  • Blauregen
  • Buschwindröschen
  • Bocksdorn
  • Bohnen
  • Buchsbaum
  • Christrose
  • Christusdorn
  • Efeu
  • Eibengewächse
  • Lonicera
  • Einblatt
  • Seidelbast
  • Eisenhut
  • Essigbaum
  • Farne
  • Fensterblatt
  • Fingerhut
  • Geranien
  • Ginster
  • Wolfsmilchgewächse
  • Goldregen
  • Gundermann
  • Hahnenfuss
  • Hartriegel
  • Heckenkirsche
  • Rebendolde
  • Herbstzeitlose
  • Holunder
  • Hundspetersilie
  • Hyazinthe
  • Ilex
  • Jakobsgreiskraut
  • Kalla
  • Kartoffelkraut
  • Kirschlorbeer
  • Lebensbaum
  • Liguster
  • Lilien
  • Lupine
  • Maiglöckchen
  • Mistel
  • Narzissen
  • Oleander
  • Osterglocke
  • Primel
  • Robinie
  • Sadebaum
  • Sauerklee
  • Schachtelhalm
  • Schierling
  • Schneebeere
  • Schneeglöckchen
  • Schöllkraut
  • Sommerflieder
  • Stechapfel
  • Tollkirsche
  • Wacholder
  • Wunderstrauch
  • Zypressenwolfsmilch
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