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Artgerechte Käfige für Ratten

Wer möchte, dass es seinen Ratten gut geht, sollte diese so optimal wie möglich halten. Vor allem die Wahl des richtigen Käfigs ist für das Wohlbefinden der kleinen Nager von sehr großer Bedeutung.

Wir informieren darüber, wie artgerechte Käfige für Ratten aussehen und gehen zum Beispiel auf Grundsätzliches zum Rattengehege ein. Darüber hinaus helfen wir, sich zwischen den unterschiedlichen Unterbringungsmöglichkeiten zu entscheiden, zeigen, welches Mindestmaß der Käfig haben muss und welche Grundausstattung dazu gehört. Auch das Thema Käfigstandort werden wir näher beleuchten.

Grundsätzliches zum Rattengehege

Ganz wichtig ist, darauf zu achten, seine Tiere artgerecht unterzubringen. Vor allem Ratten sind sehr krankheitsanfällig und so kann sich ein mangelndes Wohlbefinden schnell in eine Krankheit niederschlagen. Dazu gehört nicht nur, auf die richtige Käfiggröße zu achten. Auch die Frage, welche Gehegeart geeignet ist, sollte beantwortet werden. In jedem Fall müssen die Ratten die Möglichkeit haben, ihre natürlichen Verhaltensweisen, zu denen zum Beispiel Graben und Buddeln gehören, auszuleben. Einige Haltungssysteme erfüllen nicht einmal die Minimalbedürfnisse von Ratten, was sich dann in Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

In jedem Fall muss das Gehege einmal die Woche gereinigt werden. Bei starker Verschmutzung sollten die entsprechenden Stellen öfters gereinigt werden. Zudem ist es auch wichtig, den natürlichen Lebensraum der Tiere nachzubilden. Dies geht mit der richtigen Käfigeinrichtung, aber auch, indem man sich ein wenig Zeit nimmt, um herauszufinden, mit welcher Einstreu sich die Ratten am wohlsten fühlen.

Welches Mindestmaß muss der Käfig haben?

Im Zoofachgeschäft findet man in der Nagerabteilung Rattenkäfige, die Maße von 50 x 80 x 80 cm (Breitze x Länge x Höhe) haben und über 2-3 Etagen verfügen. Allerdings handelt es sich dabei keinesfalls um das optimale Maß. Ratten müssen die Möglichkeit haben, sich viel zu bewegen. Ein Käfig mit dem eben genannten Mindestmaß ist deshalb nur für Ratten geeignet, die über mehrere Stunden am Tag Auslauf bekommen.

Weil es Käfige meistens nur mit diesen Maßen gibt, ist es sinnvoll, sich nach einer anderen Unterbringungsmöglichkeit umzusehen. Für ein kleines Rudel bis zu vier Tiere sollte man auf einer Voliere mit den Mindestmaßen von 100 x 60 x 180 cm (Länge x Breite x Höhe) zurückgreifen. Bei einem Gehege, das höher als 80 cm ist, sollten durchgehende Zwischenböden eingebaut werden. So verhindert man, dass seine kleinen Lieblinge aus einer großen Höhe springen oder fallen können. Auf keinen Fall dürfen Ratten tiefer als 50 cm fallen, weil sie sich sonst Verletzungen zuziehen könnten.

Ideal ist ein Käfig dann, wenn er eine Grundfläche von 0,5 m² bietet. So haben die Ratten auch die Möglichkeit, im Gehege ein wenig umherzulaufen. Weil sie auch gerne klettern, sollte zudem eine entsprechende Höhe vorhanden sein. Ein ausreichend großer Käfig hat übrigens gleich zwei Vorteile: Zum einen fühlen sich die Ratten in ihm viel wohler, weil sich frei entfalten können. Auf der anderen Seite hat man als Halter bessere Möglichkeiten, den Käfig artgerecht einzurichten.

Welche Unterbringungsmöglichkeiten gibt es?

Wie bereits angesprochen, gibt es für Ratten die verschiedensten Unterbringungsmöglichkeiten. Wir stellen diese im einzelnen detailliert vor.

Käfig

Im Zoofachhandel sucht man Käfige, die die Idealmaße für Ratten besitzen, meistens vergeblich. Viele gehen dann Kompromisse ein, indem sie einen Käfig kaufen, der nicht die vorgegebenen Mindestmaße erfüllt, und geben ihren Ratten dann mehrere Stunden am Tag Auslauf. Dies ist aber nicht die optimale Lösung. Schließlich kann man nicht den ganzen Tag zuhause sein, um seine kleinen Lieblinge beim Auslauf zu beobachten. Und unbeobachtet sollten die kleinen Nager nie Auslauf bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung kaum Entfaltungsmöglichkeiten haben.

Bei einem Käfig sollte der Gitterabstand nicht mehr als 1,5 cm betragen. Weil Böckchen größer werden, ist bei einer reinen Böckchengruppe ein Gitterabstand von bis zu 2 cm in Ordnung. Besteht der Käfig aus Querstäben, hat dies den Vorteil, dass die Ratten hier viel besser klettern können.

Ebenso wie bei der Voliere, bietet ein Käfig den Vorteil, dass eine gute Durchlüftung gewährleistet ist. Hier können je nach Größe mehr als drei Ratten untergebracht werden. Allerdings muss auf eine gründliche Reinigung geachtet werden. Denn Ratten sind dafür bekannt, die Gitter beim Klettern gerne mit Urin zu markieren. Deswegen muss den Gitterstäben bei der Käfigreinigung genügend Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Voliere

Eine bessere Lösung als der Käfig ist eine Voliere. Schließlich ist diese von den Maßen her besser auf die Bedürfnisse von Ratten zugeschnitten. Im Gegensatz zu einem Käfig ist eine Voliere ziemlich hoch, weshalb auch Etagen eingebaut werden können. Beim Kauf einer Voliere sollte darauf geachtet werden, dass die Gitterböden über den Streuschubladen entfernt werden können. Ratten, die auf Gitterböden gehalten werden, können sich schmerzhafte Schäden an ihren Gliedmaßen zufügen.

Kauft man eine Voliere, die keine Zwischenetage besitzt, kann man diese ganz einfach selbst bauen. Hierfür sägt man sich beschichtetes Holz zurecht und befestigt Schraubenhaken am Gitter. Alternativ dazu gibt es auch fertige Plastiketagen im Zoohandel oder in Onlineshops zu kaufen. Auf unbeschichtetes Holz sollte verzichtet werden. In dieses kann sehr schnell Urin einziehen und es kommt zu einer unangenehmen Geruchsbildung.

Nicht jede Voliere im Zoofachgeschäft ist für die Rattenhaltung geeignet. Modelle, die zwar hoch sind, aber nur eine geringe Grundfläche haben, sind keine gute Entscheidung. Hier gibt es oftmals große Probleme mit der Anbringung von Etagen und Rampen, weil darauf geachtet werden muss, dass die Türen für die Käfigreinigung zugänglich bleiben. Ganz zu schweigen davon, dass wenig Platz bleibt, um Häuser und andere Unterschlupfmöglichkeiten sowie Spielsachen unterzubringen.

Eigenbau

Die beste Lösung ist immer noch der Eigenbau. Immerhin kann man bei diesem selbst bestimmen, wie die Maße aussehen sollen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick zaubert man auch auch ein echtes Highlight in der Wohnung. Eine gute Grundlage für den Eigenbau sind Schränke und tiefere Regalsysteme. Anleitungen hierfür lassen sich im Internet finden.

Ungeeignete Gehege

Auf keinen Fall als Gehege verwendet werden dürfen Aquarien oder Terrarien. Hier ist die Luftzirkulation zu schlecht. Ammoniakdämpfe, die durch den Urin der Ratten entstehen, können nicht abziehen. Mit der Zeit werden die empfindlichen Lungen der Ratten unnötig belastet. Mal davon abgesehen, dass sich durch das feuchte Klima Pilze und andere Sporen schnell ausbreiten können.

Grundausstattung im Käfig

Ratten lieben Abwechslung und freuen sich immer wieder über neue Spielzeuge. Allerdings sollte man das Gehege niemals mit zu viel Spielzeug vollstopfen. Die Tiere sollten immer noch genügend Platz zum Laufen und Klettern haben. Zur Grundausstattung gehören in jedem Fall ein oder zwei Häuser, ein Futternapf, ein Gefäß für das Wasser, ein oder zwei Hängematten, Leitern, die Etagen miteinander verbinden sowie Pappröhren zum Verstecken. Außerhalb des Käfigs kann man dann noch eine Art Abenteuerspielplatz einrichten, zu welchem die Ratten beim Auslauf Zugang haben. Diesen kann man mit Kletter- und Versteckmöglichkeiten ausstatten.

Nicht vernachlässigt werden darf die Einstreu. Greift man auf eine dicke Schicht zurück und reinigt die Pipiecken regelmäßig, kann man sich mit der kompletten Käfigreinigung ein wenig Zeit lassen. Das Käfiggitter muss aber täglich mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Welche Einstreuart die beste ist, sollte man durch Probieren herausfinden. Infrage kommen Hanfstreu, Maisstreu oder feines Buchenholzgranulat sowie Leinstreu. Normale Kleintierstreu staubt meistens zu stark. Als Nistmaterial sind unparfümierte Taschen- und Küchentücher ebenso geeignet wie unbedrucktes Papier oder Toilettenpapier.

Der richtige Standort

Eine Frage, die in diesem Ratgeber nicht unbeantwortet bleiben soll, ist die nach dem richtigen Standort für den Käfig. Weil Ratten eine sehr enge Bindung zu ihrem Halter herstellen, sollten sie auf keinen Fall im Keller oder einem anderen abgeschiedenen Raum leben. Für eine gute und dauerhafte Bindung sollte man regelmäßig und häufig Kontakt zu seinen Ratten haben. Allerdings gibt es hierbei einige Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen.

Der Rattenkäfige darf nicht in einer Zugluftschneise stehen. Und auch unter einem schrägen Dachfenster oder einer stark sonnigen Lage ist nicht der richtige Platz für den Käfig. Außerdem muss auf eine konstante Raumtemperatur geachtet werden. Diese liegt idealerweise zwischen 20 und 22° und schließt eine relative Luftfeuchte von 40 % bis 60 % ein. Um diese Werte zu erreichen, bietet es sich an, ein Hygrometer zu Hilfe zu nehmen. Ist ein Raum zu trocken, kann man feuchte Handtücher aufhängen oder aber auf Verdampfer zurückgreifen. Bei zu feuchten Räumen ist ein elektronischer Luftentfeuchter die richtige Entscheidung.

Anstatt auf dem Boden sollte der Käfig auf einer Kommode stehen. Dies hat den Hintergrund, dass bei Ratten in freier Wildbahn die Gefahr immer von oben kommt. Stehen sie auf dem Boden, können sie ihre Scheu und Angst vor dem Menschen nicht so richtig abbauen und sehen in diesem immer eine Gefahr. Außerdem können Ratten dann, wenn sie auf einer Kommode stehen, die Gegend überblicken, was ihnen ein Gefühl von Sicherheit verschafft.

Artgerechte Käfige für Ratten
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