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Hannoveraner

Unter den Warmblütern ist der Hannoveraner in Europa am häufigsten vertreten. Höchste Zeit also, sich damit auseinander zu setzen, wie eine artgerechte Haltung dieser Reitpferderasse aussehen sollte.

Geschichte

Die Anfänge der Geschichte des Hannoveraner reichen zurück bis in das 16. Jahrhundert. Damals wurde die Zucht mit Holsteinischen und Mecklenburgischen Hengsten begründet. Hauptaugenmerk der Zucht lag darauf, ein kräftiges und leistungsfähiges schweres Warmblutpferd zu schaffen. Dieses hatte hauptsächlich die Aufgabe, in der Landwirtschaft zu helfen und als Remonten im Militärdienst eingesetzt zu werden. Für viele Bauern war die Zucht des Hannoveraners eine wichtige Existenzgrundlage. Deswegen findet man auch heute noch die meisten Zuchtstuten in den Händen von Bauern.

In der Zucht dieser Pferderasse markiert die Gründung des Landgestütes Celle durch Georg II. am 27. Juli 1735 einen wichtigen Meilenstein. Dem König von Großbritannien und Herzog zu Braunschweig-Lüneburg ist es zu verdanken, dass sich die Zucht weiterentwickelt hat. Bis 1770 waren größtenteils Hengste aus Holstein die Zuchtgrundlage. Später wurde auch Dänen, Ostpreußen, Andalusier, Neapolitaner sowie englische Voll- und Halbblüter zur Zucht eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es durch die Modernisierung und Technisierung der Landwirtschaft zu einem Umzüchtungsprozess. Gefragt war nun ein modernes Sportpferd, das mit der Hilfe von Vollblütern, Arabern und Trakehnern gezüchtet werden konnte.

Aussehen

Hannoveraner erreichen eine Schulterhöhe von 160-185 cm. Typisch für das Sportpferd ist, dass es länger als hoch ist. Weil diese Tiere insbesondere für den Reitsport gezüchtet werden, wird darauf geachtet, dass sie ideale Leistungen erbringen. Dies erfordert spezielle Eigenschaften sowie ein bestimmtes Erscheinungsbild, einen gewissen Bewegungsablauf und eine spezielle Springveranlagung.

Hinsichtlich der Farben sind Braune, Rappen, Füchse und Schimmel zugelassen. Charakteristisch für Hannoveraner ist, dass sie flache Schultern sowie kräftige Beine und einen langen Rücken haben. Ihr Kopf ist von mittlerer Größe, ihr langer Hals zeigt sich muskulös – ebenso wie der Brustbereich. Der Schweif dieser Tiere ist hoch ansetzend.

Haltung

Die Dressur- und Springpferde gelten als genügsam und unkompliziert. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum sie in der Heimtierhaltung so beliebt sind. An Pflege und Haltung stellen sie keine speziellen Ansprüche. Allerdings sollte auf genügend Bewegung und Auslauf an frischer Luft geachtet werden. Ansonsten riskiert man gesundheitliche und psychische Probleme.

Dass er in einer sauberen Box leben, täglich geputzt und die Hufe ausgekratzt werden sollten, ist selbstverständlich. Im Gegensatz zu anderen Pferden braucht der Hannoveraner aber wirklich ausreichend Bewegung.

Ernährung

Unkompliziert ist er auch, was die Ernährung anbelangt. Je nachdem, wie seine Leistungsanforderungen aussehen, reicht normales Kraftfutter in den üblichen Rationen aus. Dieses wird gut verwertet und steht schnell als nutzbare Energie zur Verfügung. Ganz wichtig ist, dass dem Vierbeiner Raufutter ständig zur Verfügung steht.

Gesundheit

Bei dieser Reitpferderasse gibt es keine spezifischen Erkrankungen. Wenn überhaupt, wird der Hannoveraner von allgemein bekannten Pferdekrankheiten heimgesucht. Diese können durch eine artgerechte Haltung und Fütterung vermieden werden. Schädlich für das Tier ist zum Beispiel ein zu großes Nährstoffangebot bei nicht entsprechender Leistung.

Um Krankheiten zu vermeiden, ist ein gutes Nahrungsangebot bei dieser Pferderasse das wichtigste. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Koliken und anhaltenden Verdauungsstörungen kommen.

Weil er vorwiegend im Leistungssport eingesetzt wird, ist er auch anfällig für Erkrankungen des Bewegungsapparats. Häufig trifft man bei ihm auf einen frühzeitigen Verschleiß von Sehnen und Bändern sowie auf Gelenkarthrose und die gefürchteten Chips- oder Gelenk-Mäuse.

Die Lebenserwartung des Hannoveraners liegt bei durchschnittlich 18-30 Jahren.

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