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Haflinger

Eigentlich ein Gebirgspferd, wird der Haflinger mittlerweile als Freizeitpferd geschätzt. Aufgrund seiner geringen Größe gehört er zu den Ponyrassen bzw. Kleinpferderassen.

Geschichte

Der Name des schönen Tieres stammt von dem kleinen Ort Hafling, der bei Meran in Südtirol liegt, ab. Mit der geregelten Zucht der Haflinger wurde 1874 begonnen, als der erste Haflinger-Hengst „249 FOLIE“ eingetragen wurde. Bei ihm handelte es sich um einen direkten Nachkommen eines Halbblutorientalen und einer veredelten Landstute. Geboren wurde der Vierbeiner in dem in Südtirol gelegenen Schlunders.

Schon bald wurde Graf Moritz von Leon, damaliger Besitzer der Fragsburg bei Meran, auf die Zucht aufmerksam. 1875 veranlasste er eine kommissionelle Besichtigung des Pferdezuchtgebietes durch das K.u.K. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Haflinger als eigene Rasse gezüchtet. Aufmerksamkeit wurde aber zunächst nur den Hengsten geschenkt. Die Zucht dieser Pferderasse war noch lange nicht planmäßig aufgebaut. Dies erreichte erst Major Graf Huyn aus Wien im Jahr 1897.

Zunächst wurden die Tiere in Österreich, anschließend in Italien gezüchtet, bis 1935 auch in Bayern eine Zucht dieser Tiere aufgebaut wurde. Die Tiere wurden vornehmlich in der Landwirtschaft sowie beim Heer als Tragtiere eingesetzt. Später wurden dann verschiedener Pferdezuchtgebiete aufgebaut und diese Rasse in immer mehr Ländern bekannt.

Aussehen

Das Stockmaß für Haflinger liegt bei 138-155 cm. Die Tiere haben ein fuchsfarbens Fell sowie eine üppige Mähne. Ihre Fesselung ist mittellang. Charakteristisch für sie ist ein kräftiger und langer Rücken sowie ein mittelschwerer Kopf mit breiter Stirn und großen Augen. Der Hals dieser Vierbeiner ist tief im Ansatz und schwer. Erkennen kann man dieses Tier auch an seinem kräftig gebauten und langen Rücken. Seine Kruppe ist schräg und ebenfalls sehr muskulös – genauso wie die Schultern.

Wesen

Das aus Italien und Österreich stammende Pferd gilt als sehr umgänglich, freundlich und trittsicher. Wenn sie weniger Araberblut in sich haben, eignen sie sich hervorragend für die Kutsche oder Reitschulen.

Moderne Haflinger haben mehr Temperament und Gangwerk und sind somit als Reitpferde ideal. Dafür sind sie aber weniger freundlich und etwas komplizierter als der andere Typ.

Haltung

Eine artgerechte Haltung der Haflinger ist die Grundlage für ein langes Leben. Generell sind drei Haltungsformen möglich: die Haltung im Freien, die Haltung auf einer Weide oder die Offenstallhaltung in einer kleinen Herde. Besonders gut ist, wenn die Tiere die Möglichkeit haben, sich ganzjährig draußen auf ausreichend großen Weiden aufzuhalten. So können sie sich das ganze Jahr über bewegen und sich in einer natürlichen Umgebung aufhalten. Ihr Fell passt sich der jahreszeitlichen Witterung an. Vor Regen und Schnee schützt die Ponys ihr dickes Fell. Werden sie draußen gehalten, wächst ihnen das anmutige Teddyfell. Das schöne dichte Winterfell bekommen sie im Herbst.

Kommt es zu Streitereien in der Herde, ist der Halter gefragt. Indem möglichst viele Fressstellen angeboten werden und die Tiere über viel Platz verfügen, können sie sich aus dem Weg gehen. Verjagte Pferde finden an natürlichen Hindernissen, wie Bäumen oder am Boden liegende Baumstämme, Schutz.

Vornehmlich eingesetzt werden die Ponys als Arbeitspferde. Hauptsächlich zur Versorgung von entlegenen Almhütten sind sie gerne gesehen. Daneben sind sie auch gut zum Reiten geeignet. Wegen ihres Charakters kommen Anfänger gut mit ihnen zurecht. Eindeutig die Domäne dieser Tiere ist aber der Fahrsport sowie das Westernreiten.

Eine artgerechte Haltung vorausgesetzt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung des Haflinger bei 25-30 Jahren.

Pflege

Auf keinen Fall sollten Mähne und der Schweif des Haflingers geschnitten oder verzogen werden. Wenn erforderlich, kann der Schweif etwas gestutzt werden. Wichtig ist, dass sowohl Mähne als auch Schweif einen natürlichen Eindruck machen.

Diese Pferderasse verfügt über einen sehr guten Ruf und muss deswegen nicht beschlagen werden. Wenn häufig auf Teer oder Schotterstraßen geritten wird, sollte aber noch einmal darüber nachgedacht werden, die Hufe beschlagen zu lassen.

Ernährung

In Bezug auf die Ernährung sollte man sich an die Wurzeln des Haflingers erinnern. Weil er aus den Bergen stammt, reicht ihm etwas gutes Gras vollkommen aus. Wird er in der Offenstallhaltung mit genügend Weidefläche gehalten, ist kein zusätzliches Futter erforderlich. Immer zur Verfügung stehen sollte ihm allerdings Stroh als Faser für den Magen-Darmtrakt. Angst zu haben, dass das Pony Hunger leidet und nicht mit genügend Nährstoffen versorgt wird, braucht man nicht. Aufgrund des einzigartigen Verdauungsapparates kann das Tier selbst aus dem kleinsten Stückchen Stroh reichlich Energie ziehen.

Bei der Haltung in einer Box muss Heu zugefüttert werden. Am Anfang sollte die Hälfte der Menge gegeben werden, die ein großes Pferd bekommt. Der Rest wird mit Stroh aufgefüllt. Nur dann, wenn das Tier stark beansprucht wird, braucht es Kraftfutter. Erlaubt ist auch Kräuter-Zusatzfutter. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass dieses meistens mit vielen Dickmachern versehen ist – ebenso wie getrocknetes Brot und Leckerlis. Eine gesündere Alternative sind Karotten und Äpfel.

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