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Krankheiten: Das ist zu tun wenn das Meerschweinchen krank ist

Inhaltsübersicht

Auch wenn kein Halter dies gerne hört, Meerschweinchen können verschiedene Krankheiten bekommen. Um seinen kleinen Lieblingen möglichst schnell durch einen Tierarzt helfen lassen zu können, ist es wichtig, zu wissen, welche Symptome auf Krankheiten hindeuten.

Wie sieht der tägliche und der wöchentliche Gesundheitsscheck aus? Was sind allgemeine Krankheitssymptome? Woran kann ich erkennen, dass es meine Meerschweinchen nicht gut geht? Welche Symptome machen den Besuch bei einem Tierarzt erforderlich?

Darüber hinaus gehen wir auf häufige Meerschweinchen-Krankheiten ein, zeigen deren Symptome, Ursachen und Behandlung. Außerdem zeigen wir, welche besonderen Vorkehrungen im Sommer getroffen werden müssen, damit Meerschweinchen keinen Hitzschlag bekommen. Woran man erkennt, dass das Meerschweinchen langsam aber sicher alt wird, zeigen wir ebenfalls. Zudem gehen wir darauf ein, wie man sich auf den Besuch beim Tierarzt vorbereitet, wie man seinen kleinen Lieblingen Medikamente verabreicht und welche Vor- und Nachsorge bei einer anstehenden Operation wichtig ist.

Gesundheitscheck – Worauf muss ich achten?

Auch wenn man seine Tiere ziemlich gut kennt, ist es schwer, zu erkennen, wenn es einem Meerschweinchen nicht gut geht. Die Tiere sind wahre Künstler darin, ihr Unwohlsein zu verstecken. Und genau deshalb ist es wichtig, einen so genannten Gesundheitscheck durchzuführen. Bei diesem wird überprüft, ob es deutliche Anzeichen auf Krankheiten gibt. So kann schnell gehandelt und im schlimmsten Fall das Leben des Meerschweinchens gerettet werden.

Wir empfehlen einen täglichen und einen wöchentlichen Gesundheitscheck.

Der tägliche Gesundheitscheck

Der tägliche Gesundheitsscheck dauert nur wenige Minuten und wird insgesamt an der Gruppe durchgeführt. Geachtet werden sollte auf Folgendes:

  • Sind alle Tiere munter?
  • Kommen alle Meerschweinchen zur Fütterung?
  • Fressen die Tiere in ihrer normalen Geschwindigkeit?
  • Zeigen die Meerschweinchen Interesse an ihrer Umgebung?
  • Bewegen sich die Tiere normal?
  • Ist der Kot der Meerschweinchen normal geformt?

Sollte eines der Tiere in diesen Punkten Auffälligkeiten zeigen, muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Der wöchentliche Gesundheitscheck

Während der tägliche Gesundheitscheck lediglich Hinweise auf leichte Krankheiten oder Stress gibt, hat man mit dem wöchentlichen Check die Möglichkeit, schlimmere Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Besonders wichtig ist, jedes Tier einzelnen genau zu untersuchen und sich hierfür genügend Zeit zu nehmen. Dafür werden die Meerschweinchen nacheinander aus dem Gehege genommen und auf Folgendes kontrolliert:

  • Gewichtskontrolle: Ungestüme Meerschweinchen wiegt man am besten in der Transportbox. Hierfür zunächst die Transportbox ohne, dann mit Tier, wiegen und das Gewicht der Box abziehen. Das Gewicht des Meerschweinchens sollte notiert werden. Dies gibt einem die Möglichkeit, auch über einen längeren Zeitraum Veränderungen des Körpergewichts zu verfolgen.
  • Gesicht: Anschließend sollten die Ohren, das Mäulchen und die Augen kontrolliert und auf Auffälligkeiten untersucht werden.
  • Abtasten: Tumore können, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, gut behandelt werden. Deshalb gehört zum wöchentlichen Gesundheitscheck auch, das Tier abzutasten und dabei auf Tumore und Verdickungen sowie auf Aufgasungen zu achten.
  • Fell: Um das Fell des Meerschweinchens zu untersuchen, streichelt man das Tier gegen den Strich und achtet auf kahle Stellen, Läsionen sowie andere Auffälligkeiten.
  • After: Auch der After muss kontrolliert werden. Hier sollte das Augenmerk vor allem auf verklebten Stellen liegen.
  • Perinealtasche: Bei Böckchen muss darüber hinaus der Penis und die Perinealtasche, die sich unterhalb des Afters zwischen Anus und Penis/Hoden befindet, untersucht werden. Meistens sammeln sich in der Perinealtasche Schmutzpartikel an. Starke Verschmutzungen werden mit einem Ohrstäbchen und Babyöl entfernt.
  • Krallen: Zum Abschluss werden die Krallen kontrolliert. Sollten diese zu lang sein, werden sie mit einer speziellen Krallenschere gekürzt. Außerdem wird ein Blick auf die Füßchen geworfen, wobei besonders auf Verletzungen und Hornhautverwachsungen geachtet werden und diese entfernt werden sollten.

Allgemeine Krankheitssymptome

Woran merke ich, dass es meinem Meerschweinchen nicht gut geht und wann muss ich mit diesem zum Tierarzt?

Nachfolgend haben wir eine kurze Auflistung allgemeiner Krankheitssymptome beim Meerschweinchen zusammengestellt. Diese können auf eine schwerwiegende Erkrankung hindeuten. In jedem Fall sollten die Tiere umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Welche Krankheiten hinter den einzelnen Symptomen stecken können, darauf gehen wir im nächsten Abschnitt ein.

Bei folgenden Krankheitssymptomen muss ein Tierarzt aufgesucht werden:

  • Atembeschwerden, Atemgeräusche
  • häufiges Husten
  • Schwellungen an den Lippen
  • Krusten
  • starke Schuppenbildung
  • Juckreiz
  • kahle Stellen im Fell
  • Hautrötungen und andere Hautveränderungen
  • Abszesse, Schwellungen oder Beulen
  • Äußerung von Schmerzlauten
  • verklebte Analregion
  • zu lange, zu schiefe oder einrollende Zähne
  • Blut im Urin
  • Appetitlosigkeit
  • aufgeblähter Bauch
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Auffälligkeiten im Kot
  • Lähmungserscheinungen
  • Krämpfe
  • vermehrter Speichelfluss
  • Schwellungen oder andere Veränderungen am Gesäuge oder an den Geschlechtsorganen
  • kontinuierliche Gewichtsabnahme

Häufige Meerschweinchen-Krankheiten

Im folgenden Text gehen wir auf häufige Meerschweinchen-Krankheiten ein. Wir zeigen, woran man bestimmte Krankheiten erkennt, welche Ursachen zu Grunde liegen und wie eine adäquate Behandlung durch den Tierarzt aussehen sollte.

Vitaminmangel

Vitaminmangel kommt bei Meerschweinchen weitaus häufiger vor als man denken mag. Meistens ist eine Unterversorgung durch eine nicht abwechslungsreiche Ernährung Schuld daran. Der Mangel an vitaminreichem Grünfutter sowie das Fehlen bestimmter Mineralstoffe und Spurenelemente im Futter können zu folgenden Mangelerscheinungen führen:

Mangel an Vitamin A, gekennzeichnet durch Krämpfe, Lähmungen, Bewegungsunlust und Atemnot. Vitamin A ist in ausreichender Menge in Grünfutter, vor allem in Salat und Karotten, enthalten.

Mangel an Vitamin B, erkennbar an Haarausfall und Hauterkrankungen, Darmerkrankungen, Wachstumsstörungen, Lähmungen, Krämpfen und Blutarmut. Vitamin B kommt vor allem in Sonnenblumenkernen vor.

Mangel an Vitamin C erkennt man an Zahnfleischblutungen und Skorbut. Außerdem sind die Meerschweinchen dann anfälliger für Infektionen. Da Meerschweinchen Vitamin C nicht selbst bilden können, muss eine ausreichende Zufuhr über das Futter durch Karotten und Grünzeug sichergestellt werden.

Mangel an Vitamin D kommt bei Meerschweinchen so gut wie gar nicht vor, weil man dieses Vitamin sowohl in Gemüse als auch in Heu finden kann.

Mangel an Vitamin E kann zu Verdauungsstörungen und Nasenbluten führen. Bei einer abwechslungsreichen Fütterung mit gesundem Heu ist die Gefahr eines Vitamin-E-Mangels jedoch äußerst gering.

Erkältung

Meerschweinchen sind sehr anfällig für Erkältungen. Meistens sind Stress, Zugluft, eine schlechte Haltung oder die Übertragung von Bakterien durch den Menschen dafür verantwortlich, dass die Tiere krank werden. Ist man selbst erkältet, sollte man den Kontakt zu seinen kleinen Lieblingen meiden und jemand anderen bitten, sich um diese zu kümmern. Meerschweinchen, die allem Anschein nach eine Erkältung haben, müssen unverzüglich zum Tierarzt, da aus einer harmlosen Erkältung schnell eine lebensbedrohliche Lungenentzündung werden kann.

Ursachen für eine Erkältung

  • Zugluft
  • Immunschwäche durch eine vitaminarme Ernährung
  • Vermehrung von Bakterien und Viren durch schlechte Haltungsbedingungen
  • starker Stress

Symptome für eine Erkältung

  • Nasen- und/oder Augenausfluss
  • häufiges Niesen
  • Flankenatmung
  • Gewichtsabnahme als Folge von Nahrungsverweigerung

Behandlung von Erkältungen

Wie bereits angesprochen, muss beim Verdacht auf Erkältung unverzüglich einem Tierarzt aufgesucht werden. Ergänzend dazu kann ein Kamillenaufguss helfen. Für diesen wird eine Schale mit heißem Kamillentee neben den Käfig gestellt. Außerdem brauchen erkältete Meerschweinchen Wärme, zum Beispiel über einer Rotlichtlampe.

Ohrenentzündung

Eine Ohrenentzündung kann, sofern sie rechtzeitig entdeckt wird, relativ gut behandelt werden. Außerdem gibt es vieles, was man tun kann, damit die kleinen Lieblinge von dieser Krankheit verschont bleiben.

Ursachen eine Ohrenentzündung

  • Staub und Schmutz
  • Bakterien
  • Pilze
  • Milben

Symptome einer Ohrenentzündung

  • Kopfschiefhaltung
  • dunkles Sekret im Ohr
  • vermehrtes Kopfschütteln
  • Kratzen und Jucken am Ohr

Behandlung einer Ohrenentzündung

Eine Ohrenentzündung verschwindet meistens durch eine gründliche Reinigung der Ohren mit Babyöl. Ist ein Befall mit Milben die Ursache, muss das Meerschweinchen mit Orisel behandelt werden. Liegt ein Befall mit Pilzen oder Bakterien zu Grunde, ist eine Behandlung mit Surolan anzuraten.

Verstopfung

Eine Verstopfung kann für Meerschweinchen schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb sollte von vornherein darauf geachtet werden, dass die Tiere keine Verstopfung bekommen. Durch die richtige Haltung, Pflege und Ernährung kann man sein Tier vor dieser unangenehmen Krankheit beschützen. Sobald man die für eine Verstopfung typischen Symptome erkannt hat, muss innerhalb der nächsten 24 Stunden unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ursachen für eine Verstopfung

  • Flüssigkeitsmangel
  • Bewegungsmangel
  • Heumangel
  • Zahnprobleme
  • Lebererkrankungen

Symptome einer Verstopfung

  • trockener und kleiner Kot
  • unregelmäßiges und seltenes Abkoten
  • Regungslosigkeit und Trägheit
  • geduckter Körper, krummer Rücken

Behandlung bei einer Verstopfung

Beim Tierarzt gibt es wirkungsvolle Medikamente, die Meerschweinchen schnell von Verdauungsproblemen befreien können. Neben der Behandlung mit Paraffinöl sowie der Verabreichung wichtiger Elektrolyte muss darauf geachtet werden, dass das Meerschweinchen genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Durchfall

Durchfall ist in den meisten Fällen eine Folge von falscher oder ungewohnter Ernährung. Deshalb müssen neue Tiere langsam an frisches Futter gewöhnt werden. Auf keinen Fall sollte man Durchfall bei Meerschweinchen auf die leichte Schulter nehmen. In jedem Fall muss ein Tierarzt konsultiert werden.

Ursachen bei Durchfall

  • zu schnelle Futterumstellung
  • falsches Futter (zu viel Kohl)
  • Fütterung mit chemisch behandeltem Obst und Gemüse
  • Verschlucken von Katzenstreu, giftigen Pflanzen und Plastik
  • bakterielle Infektionen

Symptome bei Durchfall

  • Kot ist weich, klebrig, breiig oder wässrig
  • starke Gewichtsabnahme innerhalb kürzester Zeit
  • Darmgeräusche
  • verschmutzte Afterregion

Behandlung von Durchfall

Bei akutem Durchfall, der länger als 24 Stunden andauert, muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Durch den starken Flüssigkeitsmangel könnte das Meerschweinchen sterben. Außerdem sollte das Tier die nächsten Tage lediglich Heu und Wasser bekommen. Zur Regulierung der Verdauung empfiehlt sich auch ungesüßter und stark verdünnter Kamillentee.

Blähungen

Meerschweinchen haben einen sehr sensiblen Darm. Zu schnelle Futterumstellungen können diesen reizen und zum Beispiel zu Blähungen führen. Diese können für Meerschweinchen im schlimmsten Fall eine Erstickung oder einen Herzstillstand bedeuten, weswegen das Tier in jedem Fall einem Tierarzt vorgestellt werden muss.

Ursachen für Blähungen

  • zu schnelle und unbewohnte Futterumstellung
  • falsche Fütterung (zu viel blähendes Futter, wie Kohl)
  • Fütterung von chemisch behandeltem oder ungewaschenem Obst und Gemüse

Symptome bei Blähungen

  • Bewegungsunlust
  • Verweigerung von Futter
  • Atemnot
  • aufgeblähter Bauch

Behandlung von Blähungen

Da Blähungen eine enorme Belastung für den kleinen Körper eines Meerschweinchens darstellen, muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser wird dem Tier wahrscheinlich ein krampflösendes Mittel verschreiben. In Absprache mit dem Tierarzt sollte nun auch eine Futterumstellung auf Heu und Wasser erfolgen. Zur Regulierung der Verdauung kann auch ungesüßter und stark verdünnter Kamillentee hilfreich sein.

Abszesse

Wenn Bakterien in die Haut oder Schleimhaut von Meerschweinchen eindringen, kann ein Abszess entstehen. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Eiter, die durch Entzündungen durch die Fremdkörper hervorgerufen wird. Ein Abszess muss regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert und entsprechend behandelt werden.

Ursachen für Abszesse

  • in die Haut oder Schleimhaut eindringende Bakterien oder andere Krankheitserreger

Symptome für einen Abszesse

  • kleine, harte Knoten unter der Haut
  • weiche Knoten in Größe eines Tischtennisballs

Behandlung bei einem Abszess

Je nach Position und Größe bestimmt der Tierarzt, wie der Abszess behandelt werden muss. Bei kleinen Knoten, die nicht weiter wachsen, kann bereits ein homöopathisches Mittel Abhilfe verschaffen. Größere Abszesse hingegen müssen vom Tierarzt geöffnet, ausgedrückt und sorgfältig gereinigt werden.

Haarausfall

Haarausfall kann beim Meerschweinchen ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Deshalb ist es wichtig, die Ursachen bei einem Tierarzt abklären zu lassen.

Ursachen für Haarausfall

  • Vitamin- oder Mineralstoffmangel
  • Rohfasermangel
  • Stress
  • Zysten in den Eierstöcken

Symptome bei Haarausfall

  • ständiges Ausfallen der Haare
  • kahle, nicht gerötete Stellen im Fell

Behandlung von Haarausfall

  • ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Proteinen
  • Fütterung von ausreichend Heu und frischem Wasser
  • Vermeidung von Stress
  • eventuell Behandlung der Eierstockzysten durch den Tierarzt

Milben

Milben bei Meerschweinchen sind eine besonders tückische Krankheit, da man die Übeltäter mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Meerschweinchen, die von Milben befallen sind, müssen unbedingt zum Tierarzt. Da sich ein Milbenbefall auch auf andere Meerschweinchen der Gruppe auswirken kann, sollte man am besten alle Tiere mit zum Tierarzt nehmen.

Ursachen für Milbenbefall

  • schlechtes Heu und Grünfutter
  • geschwächtes Immunsystem
  • Stress
  • schlechte Haltungsbedingungen, vor allem Einzelhaltung

Symptome bei Milben

  • kahle Stellen und Haarausfall
  • häufiges Jucken und Kratzen

Behandlung bei Milben

Der Tierarzt stellt zunächst fest, ob die Meerschweinchen tatsächlich von Milben befallen sind. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, müssen die Tiere mehrmals mit Ivomec in Form von Spritzen behandelt werden.

Zahnprobleme

Es gibt vieles, was getan werden kann, um Zahnprobleme bei Meerschweinchen zu vermeiden. In jedem Fall sollte man daran denken, dass Zahnprobleme die Tiere sehr stark beeinträchtigen können.

Ursachen für Zahnprobleme

  • angeborene Fehlstellung der Zähne
  • Zahnabbruch als Folge von Unfällen und Raufereien
  • vitaminarme Ernährung
  • ungenügender Zahnabrieb durch zu weiches Futter

Symptome bei Zahnproblemen

  • Probleme beim Fressen
  • Schmatzen beim Essen
  • ausschließliches Fressen von weicher Nahrung
  • starker Speichelfluss
  • Gewichtsabnahme und Schwäche durch erfolglose Aufnahme von Nahrung

Behandlung von Zahnproblemen

Ganz wichtig ist, regelmäßig die Zähne der Meerschweinchen zu kontrollieren. Diese dürfen auf keinen Fall zu lang sein, da die Tiere sonst Probleme beim Fressen haben. Sollten die Zähne immer wieder abbrechen, deutlich zu lang sein oder unregelmäßig wachsen, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Ansonsten sollten die Meerschweinchen immer genügend Äste und Zweige zum Knabbern im Käfig haben, wenig Trockenfutter und dafür vitamin- und mineralhaltiges Futter bekommen.

Weitere Meerschweinchen-Krankheiten

Daneben gibt es noch weitere Krankheiten, bei denen es notwendig ist, einen Tierarzt aufzusuchen. Dies sind folgende:

  • Arthrose
  • Augenerkrankungen
  • Blasenentzündung
  • Blasensteine
  • Blutarmut
  • Diabetes
  • Eierstockzysten
  • Gebärmutterentzündung
  • Herzerkrankungen
  • Hirnhautentzündung
  • Knochenbruch
  • Leukämie
  • Meerschweinchenlähme
  • Meerschweinchenpest
  • Schlaganfall

Hitzschlag – Kühlung im Sommer

Meerschweinchen vertragen Hitze nur sehr schlecht. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 18 und 22 °C. Da sie sehr temperaturempfindlich sind, können Meerschweinchen an heißen Tagen starke körperliche Probleme bekommen. Werden keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen getroffen, können die kleinen Nager einen Hitzschlag bekommen. Und dieser kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Wie kann ein Hitzschlag verhindert werden?

Doch es gibt einiges, was man tun kann, um seine Meerschweinchen vor einem Hitzschlag zu bewahren. Bei Langhaarmeerschweinchen muss im Sommer das Fell gestutzt werden. Tiere, die im Sommer Auslauf bekommen, sollten genügend schattige Plätze zur Verfügung haben, die sie aufsuchen können. Außerdem sollte bei hohen Temperaturen darauf verzichtet werden, energiereiche Nahrung zu füttern. In einer warmen Wohnung ist es außerdem unerlässlich, ein kühles und nasses Handtuch auf einen Teil des Geheges zu legen.

Welche Ursachen liegen einem Hitzschlag zu Grunde?

Die Ursachen für einen Hitzschlag sind in sehr hohen Umgebungstemperaturen von deutlich über 22 °C zu finden. Doch auch eine direkte und dauerhafte Sonneneinstrahlung kann zu dieser lebensbedrohlichen Krankheit führen. Besonders Acht gegeben werden muss auf schwangere, ältere oder übergewichtige Meerschweinchen.

Was sind die Symptome für einen Hitzschlag?

Einen Hitzschlag erkennt man daran, dass die Meerschweinchen vollkommen teilnahmslos sind, schnell und flach atmen und einen nur noch schwach fühlbaren und schnellen Puls haben.

Was ist bei einem Hitzschlag zu tun?

Beim Verdacht auf einen Hitzschlag ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen, da dieser bereits innerhalb weniger Stunden zum Tod des Tieres führen kann. Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Hitzschlag können wie folgt aussehen:

  • Meerschweinchen Wasser einflößen
  • Pfoten in kaltes Wasser stellen
  • Meerschweinchen in ein kühles, feuchtes Tuch wickeln

Woran erkennt man ein altes Meerschweinchen?

Bei älteren Meerschweinchen besteht die Gefahr, dass Halter die oben genannten Krankheitssymptome verharmlosen und auf das Alter des Tieres schieben. Dabei können Alterserscheinungen durchaus von einem Tierarzt behandelt werden bzw. können auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken, denen eine falsche Haltung oder schlechte Fütterung zugrundeliegt. Ist das Meerschweinchen von starken körperlichen Beeinträchtigungen betroffen, sollte darüber nachgedacht werden, es bei einem Tierarzt einschläfern zu lassen.

Folgende typische Alterserscheinungen gibt es bei Meerschweinchen:

  • langsamer werden: Aktivitätsverlust, Orientierungslosigkeit, langsame Bewegungen
  • Fellverlust/struppiges Fell: lichter und struppiger werdendes Fell an den Flanken, der Bauchseite, in den Rosetten oder am Kopf, Fellverlust, graue Haare
  • Gewichtsabnahme: langsame, aber stetige Gewichtsabnahme

Was braucht ein älteres Meerschweinchen?

Wie beim Menschen auch, verändern sich bei Meerschweinchen im Alter die körperlichen Prozesse und Abläufe. Deshalb sollte jetzt besonders darauf geachtet werden, seinem kleinen Liebling genug Frischfutter anzubieten. Ein großes Problem dabei: In einer Gruppe mit alten und jüngeren Schweinchen besteht aufgrund des langsamen Fressens der Senioren die Gefahr, dass die alten Meerschweinchen nicht genügend Futter abbekommen. Hier kann es sinnvoll sein, die Tiere zur Fütterung zu trennen.

Um ihm seine letzten Tage zu versüßen, darf das alte Meerschweinchen durchaus ein Leckerchen mehr bekommen als die jüngeren Tiere. Darüber hinaus brauchen alte Meerschweinchen mehr Knollengemüse und Sonnenblumenkerne sowie Kräuter, die ihnen wichtige Mineralien liefern. Meerschweinchen, die Rückenprobleme oder steife Beinchen haben, sollten auf keinen Fall auf Etagen steigen müssen, um an ihr Futter zu kommen.

Sollte ich mein Meerschweinchen einschläfern lassen?

Die Frage, ob man seine Meerschweinchen einschläfern lassen soll oder nicht, ist schwer zu beantworten. Sollte das Tier lediglich die typischen Alterserscheinungen zeigen und viel schlafen, sich wenig bewegen und etwas abmagern, ist dies kein Grund dafür, es einschläfern zu lassen. Solange das Meerschweinchen noch gesund ist und keine Schmerzen hat, sollte es nicht erlöst werden. Über erlösende Maßnahmen sollte erst nachgedacht werden, wenn das Meerschweinchen:

  • sichtbar leidet
  • Schmerzen hat
  • unheilbar krank ist
  • nicht mehr frisst und trinkt

Der Gang zum Tierarzt – Worauf muss geachtet werden?

Steht der Gang zum Tierarzt bevor, ist es wichtig, diesen für das Meerschweinchen so stressfrei und angenehm wie möglich zu gestalten. Viele Meerschweinchen fühlen sich sicherer, wenn sie einen Artgenossen an ihrer Seite haben. Deshalb sollte man ein Meerschweinchen auswählen, das dem erkrankten Tier seelischen Beistand leisten kann. Beide Tiere werden in geeigneten Transportboxen untergebracht. Diese müssen groß genug sein, damit die Tiere sich bequem hinlegen und bewegen können. Außerdem muss die Transportbox mit Heu ausgestattet werden. Auf den Boden legt man am besten ein Handtuch. Um die Meerschweinchen während der Wartezeit beruhigen zu können, muss auch an Frischfutter gedacht werden.

Im Winter ist es wichtig, dass die Tiere es warm haben und während der Fahrt nicht auskühlen. Eine Wärmflasche, die man auf eine Seite der Box unter ein Handtuch liegt, kann sinnvoll sein. Im Sommer hingegen muss auf eine gute Belüftung geachtet werden.

Wichtig ist auch, sich auf den Tierarztbesuch vorzubereiten. Da man im Eifer des Gefechts schnell etwas vergessen kann, sollte man sich bereits zuhause Folgendes notieren:

  • Alter und Gewicht des Meerschweinchens
  • vorangegangene Erkrankungen
  • beobachtete Symptome
  • eventuell verabreichte Medikamente
  • eigene Behandlungsversuche

Hat der Tierarzt die Diagnose gestellt, sollte man sich Folgendes genau mitschreiben, um seinen kleinen Liebling richtig unterstützen und behandeln zu können:

  • Diagnose
  • Behandlung und Medikation
  • Verabreichte Medikamente
  • Ist ein weiterer Besuch beim Tierarzt erforderlich? In welchen Abständen?
  • Wann ist mit einer Besserung der Krankheit zu rechnen?

Medikamentengabe – Wie verabreiche ich meinem Meerschweinchen Medikamente?

Wenn man ein Medikament für sein Meerschweinchen mitbekommen hat, hat man die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieses dem Tier richtig verabreicht wird. Nachfolgende Tricks haben sich bewährt, wenn man seinem kleinen Liebling Medikamente verabreichen muss:

  • Antibiotika und andere Tropfen sowie Pasten, Pulver und Tabletten (vorher zerreiben) gibt man am besten mit einem Klecks Früchtemus oder Saft
  • Pulver und Tropfen können auf einem Stück Gurke angeboten werden
  • Medikamente können in Wasser, Saft oder Tee aufgelöst und anschließend mit einer nadellosen Spritze direkt ins Maul gespritzt werden

Auf keinen Fall dürfen Medikamente über das Trinkwasser verabreicht werden. Hier ist die Gefahr groß, dass andere Tiere der Meerschweinchen-Gruppe die Medikamente ebenfalls einnehmen. Außerdem trinken Meerschweinchen unterschiedlich viel, was zur Folge haben kann, dass diese den Wirkstoff in nicht ausreichender Menge aufnehmen.

Operationen – Vorsorge und Nachsorge

Damit eine notwendige Operation bei Meerschweinchen komplikationslos verläuft, gibt es vieles, was der Halter tun kann. Direkt vor der Operation sollte auf die Fütterung von Frischfutter, wie Salat und Kohl, verzichtet werden. Diese können im Darm gähren und Blähungen verursachen. Besser ist es, bereits wenige Tage vor der Operation keine aufgasend wirkenden Futtersorten zu geben, sondern auf Möhren und Knollengemüse zurückzugreifen. Außerdem sollten die Tiere genügend Heu, Kräuter und Wiesengrün bekommen. Auf keinen Fall dürfen die Tiere vor der Operation ausgehungert werden – dies kann zu einer fatalen Verdauungsstörung führen.

Nach der Operation sollte das Meerschweinchen auf einem Wärmekissen gelagert werden. Verfügt der Tierarzt nicht über ein solches, sollte man selbst ein Wärmekissen mitnehmen und das Personal bitten, das Tier nach der Operation darauf zu lagern. Übrigens bekommt man frisch operierte Tiere erst dann wieder mit, wenn sie wach sind. Doch erst Stunden später ist die Narkose völlig abgeklungen. Bis dahin muss das Meerschweinchen gewärmt werden. Eine handwarme Wärmeflasche in der Transportbox ist Pflicht.

Bereits kurze Zeit nach der Operation sollte das Meerschweinchen wieder von selbst fressen. Ist dies nicht der Fall, muss es eventuell gepäppelt bzw. zwangsernährt werden. Bis etwa eine Woche nach der OP sollte das Meerschweinchen auf Handtüchern und Einstreukissen gehalten werden, damit Staub und Streu nicht in die frischen Wunden gelangen können. Darüber hinaus müssen die Wunden täglich kontrolliert werden. Sollten diese anfangen zu bluten oder Entzündungen entstehen, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Krankheiten: Das ist zu tun wenn das Meerschweinchen krank ist
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