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Leguan-Krankheiten: Das kann man tun, wenn der Leguan krank ist

Leguane haben eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren. Damit sie diese auch erreichen, ist eine artgerechte Haltung äußerst wichtig. Außerdem sollten die Tiere regelmäßig auf Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten hin kontrolliert werden.

Auch wenn sich viele Halter gerne vor dem Thema Leguan-Krankheiten drücken möchten, so ist dies doch ein wichtiges Thema, das auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Wir zeigen, woran man erkennt, dass ein Leguan krank ist, von welchen Krankheiten diese Tiere befallen werden können und wie man den passenden Tierarzt findet.

Woran erkennt man kranke Tiere?

Dass es dem Leguan nicht gut geht, kann man ziemlich gut erkennen. Am besten, man achtet auf folgende Symptome: schlechter Appetit, tiefliegende Augen sowie eine dunkle bis schwarze Grundfarbe, Apathie

Wie findet man einen reptilienkundigen Tierarzt?

Sobald Leguane eines der genannten Symptome zeigen oder sonst wie anders als gewöhnlich sind, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Allerdings kennt sich längst nicht jeder Tierarzt mit Leguanen aus. Deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, ausschließlich zu einem reptilienkundigen Tierarzt zu gehen. Um im Notfall nicht erst nach einem Ansprechpartner suchen zu müssen, empfiehlt es sich, sich bereits vor dem Kauf eines Leguans damit auseinanderzusetzen, wo sich der nächstgelegene reptilienkundige Tierarzt befindet. Entsprechende Adressen gibt es im Internet.

Die häufigsten Erkrankungen

Nachfolgend haben wir eine Liste der beim Leguan am häufigsten vorkommenden Krankheiten zusammengestellt und informieren sowohl über Symptome als auch über Behandlungsmöglichkeiten.

Verletzungen bei Leguanen

Sehr häufig kommen Verletzungen beim Leguan vor. Und zwar nicht nur, wenn es zu Revierkämpfen kommt. Auch dann, wenn Halter unachtsam sind, können sich die Tiere verletzen. Generell sind Verletzungen nicht schlimm – solange die Wunde nicht infiziert ist. Eine infizierte Wunde kann man daran erkennen, dass die Stelle stark geschwollen ist, nässt und sich unter Umständen Eiter bildet. Wenn dem nicht so ist, müssen eigentlich keinerlei Maßnahmen ergriffen werden, wobei eine Wundsalbe sinnvoll ist. Besonders zur Behandlung von nicht infizierter Hautschäden ist die BETAISODONA Salbe geeignet. Der unverzügliche Gang zu einem reptilienkundigen Tierarzt ist hingegen bei schweren Verletzungen und infizierten Wunden notwendig. Gemeinsam mit dem Tierarzt kann man dann entscheiden, welche Therapie für den Leguan am besten geeignet ist.

Milbenbefall

Eine weitere Krankheit, von welcher der Leguan recht häufig betroffen ist, ist der Befall mit Milben. Einen Milbenbefall behandelt man am besten, indem man ein Hundeflohhalsband bzw. ein Ungezieferhalsband für etwa 2-3 Wochen ins Terrarium hängt. Kaufen kann man diese Halsbänder im Zoofachgeschäft. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Halsbänder den Wirkstoff Dimpylat enthalten. Je nachdem, wie groß das Terrarium ist, können längere oder kürzere Hundeflohhalsbänder zum Einsatz kommen. Pro m3 Terrarium sollte ein 4 cm langes Stückhalsband angebracht werden.

Man sollte sich aber darauf einstellen, dass die Milbenbehandlung etwas länger dauern kann. Schließlich legen Milben ihre Eier in die Dekorationsgegenstände des Terrariums, so dass dort nach einiger Zeit ihre Larven schlüpfen. Deshalb sollte das Hundeflohhalsband erst nach mindestens 2-3 Wochen wieder entfernt und in der Zwischenzeit immer mal wieder durch ein neues ersetzt werden. Sollte der Leguan in diesem Zeitraum Verhaltensauffälligkeiten zeigen, muss die Behandlung umgehend abgebrochen und das Terrarium gelüftet werden. Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass die Tiere das Flohhalsband nicht erreichen können.

Wurmerkrankungen

Eine Krankheit, der man bei Leguanen vorbeugen kann, sind Würmer. Es ist äußerst sinnvoll, einmal im Jahr eine Kotuntersuchung durchführen zu lassen. Sobald das Ergebnis eintrifft, sollte gegebenenfalls von einem reptilienkundigen Tierarzt eine Wurmkur durchgeführt werden.

Recht häufig von Wurmerkrankungen betroffen sind Leguane aus dem Zoohandel. Endoparasiten setzen sich im Magen-Darmtrakt aber auch in anderen Organen der Tiere fest und können sich dort so sehr vermehren, dass sie die Tiere körperlich merklich schwächen. Hinweise darauf sind ein apathisches Verhalten, eingefallene Augenhöhlen und Muskelpartien sowie Nahrungsverweigerung und Durchfall oder Verstopfung.

Wird ein Wurmbefall nicht behandelt, können Leguane sterben. Eine vorbeugende Kotuntersuchung kostet knapp 25 € und sollte einem das Geld wert sein, wenn man seinem Tier dadurch Stress erspart.

Lungenentzündung und Erkältung

Ein Niesen bedeutet noch lange nicht, dass sich der Leguan erkältet hat. Dieses natürliche Verhalten der Reptilien ist also kein Indiz auf eine Krankheit. Denn Leguane sondern durch das Niesen die in ihrer Nasenhöhle gelegenen Salzdrüsen-Elektrolyte ab. Vorsicht geboten ist jedoch bei zähfließendem schlammigen Ausfluss aus Mund und Nase. Und auch ein erschwertes Atmen bei geöffnetem Maul, deutliche Atemgeräusche und eine blass-graue Färbung der Mundschleimhaut können auf eine Erkältung hindeuten. In diesem Fall ist der sofortige Gang zum Tierarzt erforderlich. Dort wird ein Trachealabstrich genommen und anhand des Ergebnisses eine Therapie mit dem wirksamsten Antibiotikum eingeleitet. Um die Gesundung des Tieres zu unterstützen, bieten sich Inhalationen mit ätherischen Ölen sowie das Verabreichen von Vitamin C und eines Multivitaminpräparats an.

Mit der Behandlung der Erkältung oder Lungenentzündung ist es aber nicht getan. Man sollte in jedem Fall der Ursache auf den Grund gehen. Eventuell wird der Leguan nicht bei den optimalen Temperaturen gehalten oder es herrscht Zugluft. Wichtig ist auch, einen genaueren Blick auf die Hygiene im Terrarium zu werfen sowie zu überprüfen, ob das Tier vielleicht Mangelerscheinungen oder zu viel Stress hat.

Maufäule

Recht häufig tritt in Verbindung mit einer Erkältung oder Lungenentzündung Maulfäule beim Leguan auf. Dabei handelt es sich um bakterielle Entzündungsherde im Maul, denen eine übermäßige Schleimbildung vorausgeht. Eine ebenso denkbare Ursache können Verletzungen im Maulbereich sein.

Maulfäule ist für den Leguan sehr schmerzhaft, weshalb er bei dieser Erkrankung die Nahrungsaufnahme verweigert. Spätestens dann, wenn es zu einer Ansammlung von käsigem Eiter kommt, ist der sofortige Gang zum Tierarzt erforderlich. Neben einer entsprechenden Behandlung sollte auch der Ursache auf den Grund gegangen werden. Wichtig ist auch, die eitrigen Beläge beim Leguan täglich mittels eines milden Antiseptika und eines Wattestäbchens zu entfernen.

Ursache für Maulfäule ist neben einer Erkältung oder Lungenentzündung eine zu kühle Haltung.

Legenot

Nicht nur bei einer Paarhaltung können weibliche Leguane Eier ablegen. Selbst bei Weibchen, die einzeln gehalten werden, kann jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit ein unbefruchtetes Gelege gebildet werden. Damit es nicht zu einer möglichen Legenot kommt, muss dem Tier rechtzeitig eine Eiablagekiste zur Verfügung gestellt werden.

Wenn das Weibchen alle Grabversuche einstellt, sich normal verhält und wieder mit der Nahrungsaufnahme beginnt, nur um dann nach einiger Zeit apathisch auf einem Ast zu liegen und nicht mehr aktiv zu sein, sollte das Problem der Legenot ernst genommen werden. Eine schnelle Behandlung durch einen reptilienkundige Tierarzt ist dann erforderlich. Dieser wird eine Röntgenaufnahme machen, damit er sich einen Überblick darüber verschaffen kann, wie viele Eier sich noch im Eileiter befinden. Sofern Injektionen nicht erfolgreich sind, wird unter Umständen ein operativer Eingriff erforderlich.

Verstopfung

Wenn ein Leguan mehrere Tage nichts frisst, ist dies nicht unbedingt ein Zeichen für eine Verstopfung. Weitaus richtungsweisender ist ein starkes Trinkbedürfnis. Auch wenn das Tier keinen Kot absetzt, ist dies ein Anzeichen für eine Verstopfung. Dann sollte man versuchen, dem Leguan oral 5 ml Sonnenblumenöl zu verabreichen und die gleiche Menge in die Kloake zu geben. Hilfreich ist auch, das Tier mehrmals in etwa 35° warmen Wasser zu baden.

Sollte dies alles wirkungslos bleiben, ist der Gang zum Tierarzt erforderlich. Spätestens dann, wenn sich der Zustand nach 24 Stunden nicht bessert, kann man dem Ganzen ohne fachkundige Behandlung keine Abhilfe schaffen.

Als Ursache für Verstopfung kommen verschiedene Dinge infrage. Zum Beispiel, dass der Leguan etwas verschluckt hat. Aber auch eine falsche Ernährung kann dieses Krankheitsbild hervorrufen.

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