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Artgerechtes Terrarium für Leguane

Um Leguane artgerecht unterzubringen, ist ein Terrarium unverzichtbar. Dabei kann man ebenso viel richtig wie falsch machen. Damit sich der neue Mitbewohner in seiner veränderten Umgebung tatsächlich wohl fühlt, ist ein artgerechtes Terrarium die Grundlage für die Leguan-Haltung.

Aber wie genau sieht eigentlich ein für Leguane geeignetes Terrarium aus? Wo findet man solche Terrarien? Wie sieht eine entsprechende Einrichtung aus? Was muss beim technischen Equipment beachtet werden? Und wie teuer ist ein Terrarium in der Anschaffung?

Wo sollte man ein Terrarium kaufen?

Leider machen viele, die sich zum ersten Mal einen Leguan holen, immer noch den Fehler, die Ausstattung für diesen in einem Zoofachgeschäft zu kaufen. Doch wenn es sich dabei nicht gerade um einen Laden handelt, der sich von den gängigen Zoogeschäften unterscheidet, sollte man davon Abstand nehmen, Terrarium und weiteres Zubehör hier zu kaufen. In den meisten Fällen zielen diese Läden nur darauf ab, Gewinn zu erzielen – das Wohl der Tiere kommt häufig zu kurz. Man darf also weder eine umfassende Beratung voraussetzen, noch, dass es hier die passende Behausung für Leguane gibt.

Besser ist es, sich im Internet umzusehen. Viele Onlineshops bieten Maßanfertigungen an. Es gibt aber auch einige Onlineshops, die ein großes Sortiment auf Lager haben. Eine Alternative dazu ist, selbst eine Behausung für den neuen Mitbewohner zu bauen. Alles, was dafür benötigt wird, gibt es im Baumarkt.

Was kostet ein Terrarium?

Mit dem Kauf eines Terrariums können teilweise erhebliche Kosten auf einen zukommen. Schließlich hat gerade das technische Equipment einen großen Anteil an den Gesamtkosten. Alles in allem muss mit Anschaffungskosten von knapp 1.500 Euro gerechnet werden. Hinzu kommen noch monatliche Fixkosten für den Betrieb von Strom und die Instandhaltung der Technik.

Welche Mindestmaße gelten?

Da einige Leguane Gruppentiere sind, sollten sie nach Möglichkeit nicht einzeln gehalten werden. Je nach Größe der Tiere, gelten für das Leguan-Terrarium verschiedene Mindestmaße. Bei der Haltung von zwei Grünen Leguanen sollte die Unterkunft die Mindestmaße von 2,5 x 1,5 x 2,0 m (LxBxH) nicht unterschreiten. Dies sind aber nur die gesetzlich vorgegeben Mindestmaße. Wem daran gelegen ist, dass es seinen Leguanen gut geht, greift auf eine größere Unterkunft zurück. Schließlich macht das Beobachten der Tiere viel mehr Spaß, wenn man merkt, dass diese sich sichtlich wohl fühlen.

Ein Terrarium selbst bauen?

Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man für seine Tiere selbst ein Terrarium bauen. Die Grundlage dafür sind OSB-Platten, die mit einem Holzrahmen verschraubt und danach mit Epoxidharz versiegelt werden und somit Wasser abweisend werden. Um die Wände zu verkleiden, sind Polyesterplatten aus dem Baumarkt gut geeignet. Diese müssen nur an die Wände geklebt und im Anschluss daran mit einem Fön bearbeitet werden. Danach werden mehrere Schichten Fliesenkleber aufgetragen. Gedacht werden muss im Übrigen auch an ein Wasserbecken – am besten indem ein kleiner Kunststoffteich verbaut wird.

Wo sollte das Terrarium stehen?

Doch nicht nur das Terrarium an sich sollte sorgfältig ausgesucht werden. Das gleiche gilt für den Standort der Leguan-Behausung. Eine sehr artgerechte Unterbringung ist, den Tieren einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen. Infrage kommen zum Beispiel ein Wintergarten oder ein beheizbarer Kellerraum.

Die richtige Einrichtung

Zunächst einmal spielt der Bodenuntergrund eine wichtige Rolle. Am besten ist, dieser besteht aus normaler Erde oder ungedüngter Blumenerde. Abstand genommen werden sollte von Rindenmulch, da dieser von Leguanen verschluckt werden und für einen Darmverschluss sorgen kann.

Zu einer artgerechten Terrarieneinrichtung gehören auch Kletteräste, die nach Möglichkeit frisch geschnitten werden. Wichtig ist, dass diese in etwa den Durchmesser des Leguans haben und fest im Terrarium installiert werden. Eiche, Ahorn und Weide eignen sich hierfür am besten.

Was die Bepflanzung im Terrarium anbelangt, muss schon ein wenig mehr Zeit investiert werden. Zwar sorgen echte Pflanzen für ein besseres Klima, aber die meisten Pflanzen überleben Leguane nicht lange. Der Grund dafür: Die kleinen Reptilien haben sehr scharfe Krallen und ein hohes Gewicht. Pflanzen für das Terrarium müssen deshalb sehr robust und stabil als auch klimaverträglich sein. Infrage kommen folgende Pflanzen: Yuccapalmen, Hibiscusbaum, brasilianischer Regenbaum und malayischer Stachelbeerbaum.

Abgerundet wird die Terrarieneinrichtung durch einen großen Fressnapf, eine Badeschale und eine Wasserschale.

Das richtige technische Equipment ist unverzichtbar

Technisches Equipment ist bei der Leguan-Haltung unverzichtbar. Immerhin haben die Tiere ganz spezielle Anforderungen an ihre Umgebung. Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, muss zum Beispiel an die Beleuchtung gedacht werden. Helligkeit, Wärme und eine ausreichende UV-Versorgung erreicht man mit HQI-Strahlern, einer UV-Lampe, wie der Osram Ultra-Vitalux 300 Watt von Osram, und Par38 Spots Flood (z.B. Osram Concentra oder Silvana Highspots).

Auch die Beregnungsanlage nimmt eine wichtige Stellung im Leguan-Terrarium ein. Diese sorgt für das notwendige Klima im Terrarium. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass verschiedene Modi eingestellt werden können. Düsen, die zu feinen Nebel erzeugen, können gesundheitsschädlich sein, weil sich der Nebel in den Lungen der Tiere absetzen kann.

Um die für den Leguan erforderliche Wärme gewährleisten zu können, sind Heizstäbe, Heizmatten und Wärmelampen geeignet. Zur Überprüfung und Einhaltung von Temperatur und Luftfeuchte sehr hilfreich sind Messgeräte.

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