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Leguane

Aussehen

Leguane, die zu den Reptilien zählen, können je nach Unterart eine Körperlänge von 14 cm bis 2 m erreichen. Charakteristisch für diese Tiere ist, dass ihr Schwanz in den meisten Fällen länger als der übrige Körper ist. Außerdem sind ihre Köpfe in den meisten Fällen mit Schuppenkämmen oder Kehlwamme versehen, wobei diese bei den Männchen stärker ausgeprägt sind als bei den Weibchen. Leguane haben meistens kleine Schuppen am Rücken, am Bauch sind diese größer, jedoch unregelmäßig.

Eine einheitliche Aussage über das Gewicht der Echsen kann nicht getroffen werden, da dieses je nach Unterart variiert. So kann der Blaue Leguan ein Gewicht von bis zu 14 Kilo und eine Kopfrumpflänge von bis zu 76 cm erreichen, während der Grüne Leguan bei einer Größe von bis zu 2 m ein Gewicht von 4-5 Kilo erreicht.

Verbreitungsgebiet

Leguane sind vor allem in Amerika verbreitet. Man findet sie sowohl im Süden der USA als auch in Paraguay, auf den Karibischen Inseln, den Fidschi-Inseln und den Galápagos-Inseln. Mittlerweile werden sie aber weltweit als Haustiere im Terrarium gehalten.

Lebenserwartung

Bei einem Leguan muss man sich darauf einstellen, über mehrere Jahre die Verantwortung für dieses Tier zu übernehmen. Bei artgerechter Pflege können diese Echsen nämlich 15-20 Jahre alt werden.

Haltung

Für die artgerechte Haltung ist es wichtig, zu wissen, welche Anforderungen Leguane an ihre Umgebung haben. So gelten Grüne Leguane als Baumbewohner und geschickte Kletterer, weshalb ihr Terrarium eher hoch als breit sein muss. Da diese Echsenarten bis zu 200 Zentimeter groß werden, sollte das Terrarium entsprechend ausgelegt sein.

Generell gilt, dass Leguane im Terrarium gehalten werden sollten. Experten empfehlen sogar, ein eigenes Zimmer für das Tier einzurichten. Dies könnte in etwa ein beheizter Kellerraum oder ein Wintergarten sein. Leguane sind dafür bekannt, gerne zu graben. Deshalb sollten sie in ihrem neuen Zuhause eine ausreichend hohe Erdschicht vorfinden. Für die Gestaltung bieten sich auch Pflanzen an, die von den Tieren recht häufig als Leckerbissen angesehen werden. Deshalb muss darauf geachtet werden, keine für den Leguan giftigen Pflanzen auszuwählen.

Leguane stellen ganz bestimmte Anforderungen an ihre Umgebung. So sollte die durchschnittliche Temperatur am Tag bei 30° liegen und an lokalen Sonnenplätzchen auf bis zu 42° ansteigen. In der Nacht kann die Temperatur etwas niedriger sein, sollte aber immer über 22° liegen. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei 70-80 % liegen und in der Nacht auf mehr als 90 % steigen. Ansonsten können die Tiere Häutungsprobleme bekommen.

Der Leguan hält für gewöhnlich keine Winterruhe und muss deshalb auch in den kalten Monaten täglich gefüttert werden, damit die Gesundheit der Echse nicht gefährdet wird. Bei der Haltung mehrerer Leguane sollte man sich optimalerweise für ein Männchen und zwei Weibchen entscheiden.

Ernährung

Leguane zählen, anders als andere Reptilien, zu den Vegetariern. Ihre Verdauung ist hauptsächlich auf Blätter ausgelegt. Obwohl es in Zoohandlungen immer noch gang und gäbe ist, Grillen und Mehlwürmer für Leguane anzubieten, gehört dies nicht zum Speiseplan der Tiere.

Der Hauptbestandteil des Futters für Leguane sind Blätter und Salate. 5 % des Futters dürfen auch aus Früchten und Obst bestehen. Da eine Unterdosierung an Vitaminen und Kalzium für die Tiere ebenso schädlich ist wie eine Überdosierung, sollte die Beigabe der Vitamine und des Kalzium immer auf das Gewicht der Leguane abgestimmt werden. Dabei ist einer abwechslungsreiche Fütterung wichtig. Einem Leguan sollten jeden Tag mindestens 6-8 verschiedene Pflanzensorten zur Verfügung stehen. Gerne gefressen wird zum Beispiel Löwenzahn, aber auch im Handel erhältliches Gemüse sowie diverse Obstsorten.

Außerdem benötigen die Reptilien jeden Tag frisches Wasser zum Trinken.

Verhalten

Je nachdem, für welche Unterart man sich beim Leguan entscheidet, können die Tiere mehr oder weniger zahm werden. So ist zum Beispiel der Grüne Leguan dafür bekannt, bei guter Pflege relativ schnell zahm zu werden.

Leguane haben ein ganz bestimmtes Verhalten, anhand dessen man erkennen kann, was das Tier braucht. Typisch für die Tiere ist zum Beispiel das Kopfnicken, das bereits in der Jugendzeit beginnt. Was oftmals witzig aussieht, ist eine ernste Warnung an andere Leguane. Es ist aber auch möglich, dass die Tiere diese Geste als Balzritual benutzen. Leguane können aber auch über den Geruchssinn kommunizieren, indem sie eine Substanz aus ihren Poren ausscheiden. Recht häufig beobachtet wird bei den Tieren auch das so genannte Züngeln. Dies hat den Hintergrund, dass die Tiere über einen weiteren Empfänger verfügen, das so genannte Jakobsonsche Organ, und dieses funktioniert nur in Verbindung mit der Zunge.

Wundern sollte man sich auch nicht über das ausgeprägte Territorial-Verhalten der Leguane. Vor allem dann, wenn das Gehege gereinigt wurde, inspizieren die Tiere dieses ausgiebig, um ihre Grenzen auszukundschaften. Während aggressiver Phasen, hauptsächlich von Männchen, sind Drohungen zu beobachten, indem die Tiere ihren Körper der Länge nach zusammenpressen und aufblähen. Zu ihrer Verteidigung nutzen die Leguane auch ihren Schwanz, was meistens mit langsamen, ausholenden Bewegungen des gesamten Schwanzes beginnt. Bevor es dann tatsächlich zum Schwanzschlagen kommt, zuckt als letzte Warnung die Schwanzspitze. Eine ebenso häufig genutzte Verteidigungsstrategie ist das Beißen.

Verletzungen zufügen kann der Leguan anderen auch durch seine langen und kräftigen Krallen. Außerdem beginnen Leguane zu fauchen, wenn sie sich bedroht fühlen. Je nach Unterart springen und klettern die Tiere auch von Ast zu Ast, was ihnen mit ihren langen und sehr scharfen Krallen gelingt.

Darüber, dass sich der Leguan gehäutet, sollte man sich nicht wundern. Im Gegensatz zu Schlangen kriechen die Tiere dabei nicht aus ihrer kompletten Haut heraus, sondern häuten sich bereichsweise.

Umgang

Leguane lieben Wasser, weshalb sie in ihrem Terrarium unbedingt eine kleine Wasserstelle vorfinden sollten. Außerdem trägt das Wasser zur Luftfeuchtigkeit in der Umgebung bei. Wichtig ist, dass die Wassertemperatur bei 25-30° liegt. Manche Tiere nehmen auch gerne einmal in der Woche ein Bad in der Badewanne.

Zur Pflege gehört auch das regelmäßige Krallenverschneiden. Dabei sollten die Krallen behutsam zerschnitten werden, um dem Tier keine Verletzungen zuzufügen. Um Leguane an sich zu gewöhnen, sollte man wissen, dass die Tiere sehr sensibel, aber auch neugierig sind. Beim Umgang mit den Tieren sollte sehr behutsam vorgegangen werden, da Leguane ein sehr gutes Gedächtnis haben und sich schlechtes Verhalten ihres Besitzers merken. Üblicherweise dauert es 3-4 Wochen, bis sich die Echse an ihre neue Umgebung gewöhnt hat. Dann kann man anfangen, dem Tier kleine Leckerbissen mit der Hand anzubieten.

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