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Norwegische Waldkatze

Unter allen Katzen hat sich die Norwegische Waldkatze vor allem deswegen einen Namen gemacht, weil sie besonders groß ist. Aber auch ihr niedliches Aussehen sorgt dafür, dass sie immer häufiger als Haustier gehalten wird.

Herkunft

So wirklich bekannt wurde die Norwegische Waldkatze erst 1977. Eigentlich handelt es sich aber um eine sehr alte Katzenrasse. Sie wurde bereits in alten norwegischen Sagen erwähnt. Diesen Sagen zufolge sollen Katzen mit einem buschigen Schwanz den Wagen der nordischen Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe – Froya – gezogen haben.

Heute geht man davon aus, dass diese Katzenrasse von Katzen abstammt, welche die Wikinger bei ihren Raubzügen aus dem Mittelmeerraum mitgebracht haben. Über die Jahrhunderte haben sich die kleinen Vierbeiner dem rauen Klima Skandinaviens angepasst und sich entsprechend verändert.

Aussehen

Charakteristisch für die Norwegische Waldkatze, die in ihrer Heimat Norwegen Norsk Skogkatt genannt wird, ist ihr üppiges Fell. Wer glaubt, dass hier eine intensive Fellpflege nötig ist, der irrt. Denn anders als zum Beispiel bei der Perserkatze handelt es sich um eine Art Gore-Tex-Fell. Außen ist das Fell Wasser abweisend, so dass Regenwasser abperlt, ohne dabei die Haare zu verkletten. Das Unterfell hingegen ist wollig weich. Norwegische Waldkatzen gibt es in verschiedenen Farben. Sowohl einfarbige Tiere als auch Varianten in Schwarz sowie Rein-Weiß sind zugelassen.

Beim Norweger handelt es sich um eine große Katze, die einen kräftig gebauten, lang gestreckten Körper hat. Ebenso kennzeichnend für sie sind ihre langen Beine, die dicken Pfoten und der solide Knochenbau. Die Hinterbeine sind etwas höher als die vorderen, so dass sich die typisch ansteigende Rückenlinie ergibt. Der Schwanz des Norweger ist dick, vom Ansatz an buschig und genauso lang wie der Körper. Wenn sich diese Hauskatze fortbewegt, trägt sie den Schwanz senkrecht aufgestellt.

Charakter und Verhalten

Nicht zuletzt ist es ihr Charakter, der sie als Haustier so beliebt macht: Diese großen Katzen schmusen gerne und folgen ihrem Halter, wohin dieser auch geht. Aufgrund ihrer Geselligkeit suchen sie nicht nur den Kontakt zu Menschen, sondern fühlen sich auch mit ihren Artgenossen sehr wohl. Außerdem lieben sie es, zu schwatzen. Das tun sie mit einer fein modulierten, nicht aufdringlichen Stimme.

Weil sie besonders gesellig ist, lebt sie gerne inmitten ihrer Familie und verwöhnt die Menschen um sich herum mit Schmuseeinheiten. Doch trotz ihrer Anhänglichkeit und ihrem offensichtlichen Hang zum Schmusen hat sich die Norwegische Waldkatze ihren natürlichen Jagdinstinkt bewahrt.

Kennzeichnend für diese Katzenrasse ist überdies ihr starkes Temperament. Dennoch achten sie darauf, nichts kaputt zu machen. Wer ruhige Katzen bevorzugt, sollte sich lieber nach einer anderen Rasse umsehen. Denn mit einem Norweger kommt im wahrsten Sinne des Wortes Leben in die Wohnung.

Haltung

Eigentlich sind Norwegische Waldkatzen relativ unkompliziert – sie passen sich unheimlich schnell an. Deswegen können sie auch problemlos in kleinen Wohnungen gehalten werden. Dann sollte aber an ausreichend Klettermöglichkeiten gedacht werden. Ansonsten kann der große Bewegungsdrang des neuen Mitbewohners nicht gestillt werden. Ein unbedingtes Muss ist deshalb ein großer, stabiler Kratzbaum, der dicke Stämme hat. Dies sorgt gleichzeitig dafür, dass die kleinen Samtpfoten ihrer Krallen abnutzen können. Tiere, die ausschließlich in der Wohnung leben, sollten alle Räume dieser benutzen dürfen. Bei der Anschaffung mehrerer Katzen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass diese sich vom Verhalten und vom Charakter her miteinander verstehen.

Ihren Spieltrieb können sie nur schwer verstecken. Am liebsten verbringen sie den ganzen Tag damit, mit einem vierbeinigen Gefährten zu spielen. Aber auch Schmuseeinheiten mit Herrchen und Frauchen bestimmen ihren Alltag.

Die große Katze ist definitiv nichts für Menschen, die den ganzen Tag unterwegs sind. Wer selten zuhause ist, sollte unbedingt darauf achten, dem Norweger einen zweiten Artgenossen an die Seite zu stellen. Außerdem sollte an genügend Spielzeug in Form von Fellmäusen, Bällen, Catnip-Säckchen und Federwedel gedacht werden. Wenn die Sonne scheint, fühlen sich die Samtpfoten auf einem mit Netzen gesicherten Balkon, einer Terrasse oder im Garten wohl. Dort können sie stundenlang die Sonnenstrahlen genießen, Fliegen fangen oder Vögel beobachten.

Ernährung

Wie alle Katzen, braucht auch die Norwegische Waldkatze eine ausgewogene Ernährung, die energiereich und nährstoffreich ist und leicht verdaut werden kann. Katzen sind vorwiegend Fleischfresser, weswegen Fleisch Hauptbestandteil des Futters sein sollte. Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Kalzium und Phosphor, Kalium, Natrium und Magnesium sind ebenso wichtig wie eine ausreichende Aufnahme der Vitamine A, B, C, D, E und K. Gedacht werden muss auch an Spurenelemente, wie Eisen, Jod, Kupfer, Zink und Mangan. Tiere, die die benötigten Nährstoffe nicht in der geforderten Mengen zur Verfügung gestellt bekommen, leiden an Mangelerscheinungen. Diese können sich in stumpfem Fell, Augenproblemen und Erkrankungen der inneren Organe zeigen.

Im Handel gibt es verschiedene Futtermischungen für Katzen, wobei sowohl Feuchtfutter als auch Trockenfutter angeboten werden können. Besonders gut ist eine Kombination aus beiden Futtermitteln sowie die Fütterung von rohem Rindfleisch und Fisch. Natürlich muss auch daran gedacht werden, seinem kleinen Liebling täglich frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.

Pflege

Trotz ihres üppigen Fells braucht der neue Mitbewohner nur wenig Fellpflege. Es reicht vollkommen aus, den Fellwechsel mit regelmäßigem Bürsten und Kämmen zu unterstützen. So wird auch der Bildung von Haarbällen im Magen-Darmbereich vorgebeugt. Ansonsten reicht es, seinen kleinen Liebling einmal in der Woche zu kämmen. Die meiste Fellpflege übernimmt das Tier alleine. Gebadet werden sollte die Katze wirklich nur in absoluten Notfällen.

Gesundheit und Lebenserwartung

Das raue Klima in Skandinavien hat diese Katzenrasse abgehärtet. Sie gilt allgemein als sehr robust. Allerdings wird nicht jedes Tier von Krankheiten verschont. Rezessiv vererbt wird zum Beispiel die Glykogenspeicherkrankheit HCM. Jungtiere, die das Gen für diese Erkrankung erben, sterben meistens in ihren ersten Lebenswochen. Andere überleben die erste Zeit, sterben dann jedoch mit einigen Monaten unter furchtbaren Qualen. Deshalb ist der Test auf HCM bei Jungtieren sehr wichtig.

Die Norwegische Waldkatze hat eine Lebenserwartung von durchschnittlich 8-10 Jahren. Sie kann aber auch ein Alter von 15 Jahren erreichen.

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