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Maine Coon Katze

Eigentlich ist die Maine Coon Katze eine amerikanische Katzenrasse. Mittlerweile wird sie jedoch auch bevorzugt in Europa als Hauskatze gehalten.

Geschichte

Maine Coon Katzen sind, zumindest optisch, eine Mischung aus Katze und Waschbär – daher haben sie auch ihren Namen (racoon = Waschbär). Um ihre Herkunft ranken sich viele Legenden. Eine besagt, dass ein englischer Handelskapitän namens Coon, der Katzen über alles liebte, Gründungsvater dieser Katzenrasse sein soll. Seine Langhaarkatzen sollen ihm an Land immer gefolgt sein und sich mit einheimischen Katzen verpaart haben. Die Einwohner haben die daraus entstandenen langhaarigen Babys schmunzelnd „Coons Katzen“ genannt. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass diese Katzenrasse durch eine natürliche Selektion entstanden ist. Im rauen Klima von Maine haben nur Tiere, die sehr robust sind, eine Überlebenschance.

Schon früher gab es viele Geschichten zur Entstehung der Maine Coon Katze. Diese faszinierten die Einwohner so stark, dass der Gouverneur von Maine das Tier im April 1985 als offizielle Nationalkatze eintragen ließ. In ihrer heutigen Form genetisch nachgewiesen ist der Vierbeiner seit 1850; 1861 wurde er erstmals als eigenständige Rasse in Büchern erwähnt.

Mit der Zeit ging der Trend hin zu anderen Rassekatzen, da eine Bauernkatze nicht mehr als schick genug für das Wohnzimmer galt. 1911 wurde sogar behauptet, dass die Maine Coon ausgestorben sei. Erst 1953 erlangte der Vierbeiner wieder Popularität, als in Maine der Central Maine Cat Club gegründet wurde. Allerdings dauert es noch einige Jahre, bis sie von den amerikanischen Katzenvereinen anerkannt wurde. Der größte Katzenverband CFA hat diese Rasse sogar erst 1976 offiziell anerkannt.

Aussehen

Maine Coon Katzen sind die größten Rassekatzen überhaupt. Kater können ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen, während die Weibchen stolze 5-6 kg schwer werden. Bis sie sich körperlich voll entwickelt haben, dauert es ungefähr vier Jahre. Charakteristisch für diese Katzenrasse sind die großen, mit Pinseln besetzten Ohren, die hoch am Kopf angesetzt sind. Die Rassekatzen haben große, leicht schräg gestellte Augen und eine kantige Schnauze, die vor allem bei den Katern gut ausgeprägt ist.

Ihr Körper ist lang gestreckt, muskulös und kräftig und bildet mit den Beinen ein Rechteck. Unverkennbar sind auch die Haarbüschel zwischen den Zehen. Diese sorgen dafür, dass ihre Füße wie Schneeschuhe wirken und verhindern, dass sie im Schnee einsinken. Wetterfest ist auch das glänzende, zottelige aber dennoch weiche Fell, das vom Nacken nach hinten immer länger wird. Es besteht größtenteils aus Deckhaar und hat nur wenig Unterwolle. Ein auffallendes Merkmal der Maine Coon Katze ist auch die Halskrause, die vor allem im Winter gut zur Geltung kommt.

Der lange und am Ansatz breite Schwanz ist dicht behaart und dient den Katzen als Wärmeschutz. Wenn ihm kalt ist, legt sich der Vierbeiner das Schwanzende zusammengerollt zum Schutz vor das Gesicht.

Wesen

Maine Coones sind verschmust, jedoch unaufdringlich. Haben sie erstmal einen Menschen gefunden, dem sie ihr Vertrauen schenken können, sind sie immer in dessen Nähe anzutreffen. Das Wesen der Samtpfoten ist temperamentvoll und gesellig. Sie lieben es, die höchsten Kletterbäume zu erklimmen und sind auch Spielen gegenüber nicht abgeneigt. Dabei sind natürlich auch Herrchen und Frauchen gefragt. Diese werden immer wieder dazu aufgefordert, mitzuspielen. Sorgt man nicht für genügend Spielmöglichkeiten, sucht sich der neue Mitbewohner diese von alleine – was nicht immer glimpflich für die Wohnungseinrichtung ausgeht.

Der neue Mitbewohner liebt aber nicht nur den Kontakt zu Menschen, sondern versteht sich auch sehr gut mit Artgenossen und mit Hunden. Auch Familien mit Kindern sind für ihn kein Problem. Den ganzen Tag über begleitet den Vierbeiner ein Gurren und Mauzen. Trotz ihrer Anhänglichkeit kommen diese Katzen sehr gut alleine zurecht. Als Schoßkatzen sind sie eher ungeeignet. Viel lieber lassen sie sich in der Nähe ihres Halters als auf dessen Schoß nieder.

Charakterlich gibt es zwischen Männchen und Weibchen einen klaren Unterschied: Kater bleiben ihr Leben lang Clowns und sind ständig darum bemüht, im Mittelpunkt zu stehen, während die Katzen mütterlich und würdevoll auftreten.

Haltung

Die Maine Coon Katze kommt problemlos damit klar, wenn ihr nur eine Wohnung als Zuhause zur Verfügung steht. In diesem Fall muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Wohnung ausreichend groß ist und viel Abwechslung bietet. Weil diese Tiere ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis haben, sind sie vor allem für Berufstätige geeignet. Manche Katzen sind pro Tag bis zu 16 Stunden mit Schlafen und ihrer Körperpflege beschäftigt. Es sollte darauf geachtet werden, dass der neue Mitbewohner genügend Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten hat. Wie bereits angesprochen, verträgt sich die Maine Coone sehr gut mit Kindern, Artgenossen sowie Hunden.

Im Gegensatz zu anderen Halblanghaarkatzen neigt das Fell der Maine Coon Katze weniger dazu, zu verfilzen. Dies liegt daran, dass sie sehr wenig Unterwolle hat und sich nicht so leicht Knoten bilden können. Allerdings heißt das nicht, dass die Fellpflege vollkommen vernachlässigt werden kann. Wichtig ist, das Fell regelmäßig zu bürsten, so dass abgestorbene Haare entfernt werden. Gut ist, seinen kleinen Liebling von Anfang an an das Bürsten zu gewöhnen – nicht, dass die Maine Coone bereits beim Anblick einer Bürste flüchtet.

Bei der Pflege des neuen Mitbewohners ist auch wichtig, die Krallen regelmäßig zu kontrollieren. Sind diese zu lang, werden sie vorsichtig mit einer speziellen Krallenschere gekürzt. Auf keinen Fall dürfen Nagelklippser oder Ähnliches verwendet werden. Es sollte nur mit dafür vorgesehenen Krallenscheren hantiert werden. Daneben sollten auch Augen, Nase und Ohren sauber gehalten werden, damit es nicht zu Entzündungen kommt. Dies geht am besten mit Ohrstäbchen bzw. Wattepads, die in lauwarmes Wasser getaucht werden.

Was die Wohnungseinrichtung anbelangt, so sollte man sich an den Interessen seines kleinen Lieblings orientieren. Ein Muss sind Kratzbäume und Schlafhöhlen. Ideal sind Kratzbäume, die einen Holzstamm mit einem Durchmesser von mindestens 12 cm sowie Liegeflächen aus Massivholz haben. Man sollte sich allerdings darauf einstellen, den Kratzbaum von Zeit zu Zeit erneuern zu müssen.

Im Laufe der Zucht haben sich bei dieser Katzenrasse erblich bedingte Krankheiten herauskristallisiert. Das sind vor allem die Hypertrophe Kardiomyopathie, Hüftgelenkdysplasie/Ellenbogendysplasie/Patellaluxation (Komplikationen in den jeweiligen Gelenken), die spinale Muskelatrophie und die polyzystische Nierenerkrankung. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Maine Coon Katze liegt bei 12-15 Jahren.

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