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Bengalkatze

Die Bengalkatze wird mittlerweile von vielen Katzenliebhabern gehalten. Vor allem ihre Gegensätze – außen wild, innen zart – ziehen viele an.

Geschichte

Eigentlich sind Bengalkatze Raubkatzen. Weil die Amerikanerin Jean Mill 1963 eine Asian Leopard Cat mit einem schwarzen Hauskater kreuzte, kann diese Katzenrasse heute im Haus gehalten werden. Die Idee, die Mill verfolgte, war, eine wild und ursprünglich aussehende Katze mit liebevollem Wesen zu züchten. Aus der Verpaarung behielt sie selbst eine Katze. Jedoch konnte sie das Zuchtprogramm aus privaten Gründen zunächst nicht fortsetzen.

Einige Jahre später hat die Amerikanerin von der Universität in Kalifornien einige weibliche Tiere aus einem Zuchtprogramm zur Verfügung gestellt bekommen. Mit diesen sollte sie ihre Idee weiterentwickeln. In den 1980er Jahren hat sie einen zweiten Zuchtversuch gestartet. Dieser war von Erfolg gekrönt; 1986 konnte sie ihre erste Katze in der Öffentlichkeit präsentieren.

Durch eine beständige Weiterentwicklung und viel Hingabe in der Zucht entstand diese einzigartige Rasse in ihrer heutigen Ausprägung.

Aussehen

Ein wesentliches Merkmal der Bengalkatze ist ein breiter, keilförmiger Kopf, der runde Konturen aufweist. Der Körper der geschmeidigen und muskulösen Katze ist lang, kräftig, mittelgroß und robust. Kennzeichnend für sie ist auch ihr mittellanger, dicker, spitz zulaufenden Schwanz, der eine abgerundete Spitze hat.

Die mittelgroßen bis großen Katzen bringen ein Gewicht von 4,5-6 kg auf die Waage. Wie groß die Tiere werden, hängt von ihrer Blutlinie ab. Etwas, das bei dieser Katzenrasse für viel Aufsehen sorgt, ist das Fell. Immerhin erinnert die Fellzeichnung an Tiger- und Leopardenmuster. Diese Farb- und Mustergebung verleiht dem Vierbeiner ein exotisches Aussehen. Dabei werden die Fellzeichnungen in zwei Grundmuster unterschieden: spotted und marbled. Spotted sind Tupfer; zweifarbige Tupfer werden als rosetted bezeichnet. Bei marbled handelt es sich hingegen um eine besondere Fellzeichnung, die denen von Tigern und Zebras ähnelt. Die senkrechten Streifen wirken oftmals verschwommen bzw. Ton in Ton, wobei die gold-schwarze Färbung am häufigsten anzutreffen ist. Eine Besonderheit sind schwarze Bengalkatzen, bei denen man die typische Fellzeichnung nur im Sonnenlicht erkennen kann.

Wesen

Trotz ihres wilden Aussehens hat die Bengalkatze ein sehr liebenswertes Wesen. Sie zeigt sich sehr anhänglich und verschmust. Am liebsten würde sie ihrem Halter überall hin folgen. Relativ schnell entpuppt sie sich als selbstbewusstes und liebenswertes Familienmitglied. Und sogar im hohen Alter zeigt sie sich noch aktiv und sehr verspielt. In Familien wird sie schon bald durch ihre lebendigen Art und ihre Neugier eine aktive Rolle spielen. Mit Kindern und anderen Haustieren kommen die Vierbeiner gut zurecht.

Um Aufmerksamkeit zu erregen, schmusen, schnurren, miauen und gurren diese Katzen und erinnern durch ihre stimmlichen Äußerungen teilweise an einen Hund. Charakteristisch für sie ist auch ihre hohe Intelligenz, die dafür sorgt, dass sie immer gefordert werden wollen. Bengalkatzen, denen langweilig ist, neigen zu Verhaltensauffälligkeiten.

Natürlich ist jedes Tier anders, so dass es durchaus auch sein kann, dass man sich einen eher zurückhaltenden Gefährten ins Haus geholt hat. Letztendlich wird der Charakter der Katze durch ihre Jungtierphase geprägt. Deswegen ist es wichtig, dass der neue Mitbewohner von einem erfahrenen Züchter stammt.

Haltung

Bengalkatzen brauchen ständig Beschäftigung. In der Wohnung sollten genügend Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Weil sie gerne klettern und Fitnessübungen machen, ist ein Kratzbaum ein Muss. Gefordert und gefördert werden sollte der neue Mitbewohner aber nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ideal zum Einüben von Tricks ist der Clicker. Wer nur wenig Zeit hat, sollte seiner Katze entweder einen zweiten Spielpartner zur Seite stellen oder aber sich lieber für einen Einzelgänger entscheiden. Wenn die kleinen Raubkatzen etwas gar nicht leiden können, dann sind es Einsamkeit und Langeweile.

Aufwändige Pflege brauchen diese Katzen nicht. Um ihr Fell kümmern sie sich selbst, wobei es nicht schaden kann, seinen kleinen Liebling hin und wieder zu bürsten. Allerdings sollte man dies nicht zu häufig tun, weil sonst das Fell in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Krallenpflege ist normalerweise nur dann erforderlich, wenn die Bengalkatze ausschließlich in der Wohnung gehalten wird. Trotz eines Kratzbaums kann es notwendig sein, die Krallen zu stutzen. Zur Pflege der Ohren kann bei Bedarf eine spezielle Ohrlotion verwendet werden.

Die Grundlage für ein langes zufriedenes Leben ist die richtige Ernährung. Der neue Mitbewohner hat einen erhöhten Eiweißbedarf und sollte mit maximal 2 % Kohlenhydrate gefüttert werden. Wichtig ist auch die Zufuhr von Arginin, Taurin, Arachidonsäure, Linolsäure sowie Niacin und Vitamin A. Die natürlichste und gesündeste Ernährung ist BARF (Biologisch-Artgerechte-Roh-Fütterung). Das bedeutet, seine Katze mit Mäusen, Ratten, Eintagsküken, Wachteln, Fisch und Tauben zu ernähren. Daneben sollten auch Innereien, rohe Eier und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Erbkrankheiten, die bei dieser Katzenrasse gehäuft auftreten können, sind Patella Luxation (herausspringende Kniescheiben), Progressive Retina Atrophie (Schrumpfung der Netzhaut mit einhergehende Erblindung), Polyzystische Nierenerkrankung, Pyruvatkinasedefizienz und Hypertrophe Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels). Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bengalkatze liegt bei etwa 15 Jahren.

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