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Angorakatze

Angorakatzen sind weltweit in der Heimtierhaltung beliebt. Kein Wunder, üben die Samtpfoten mit langem Fell doch auf jeden Menschen einen ganz besonderen Reiz aus.

Geschichte

Mittlerweile gibt es verschiedene Unterarten bei der Angorakatze. Die Ursprünge gehen einige Jahrhunderte zurück. Der erste Vertreter dieser Rasse stammt vermutlich aus der früheren Region Angora in Kleinasien. Dort wurden diese Tiere als Hauskatzen gehalten, bis sie im 17. Jahrhundert nach Europa gelangten. An den Höfen des europäischen Adels stießen sie recht schnell auf Gegenliebe.

Lange Zeit über glaubte man, dass diese Katzen die Urmutter der heutigen Perserkatzen sind. Allerdings haben neuere Untersuchungen ergeben, dass die Perserkatze eher der europäischen Hauskatze, nicht aber orientalischen Katzenrassen entspricht.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert herum wurden Vereine zur Rassekatzenzucht gegründet. Diese formulierten erstmals Zuchtstandards und vergaben Namen an die verschiedenen Rassekatzen. Von nun an wurde die aus der Angorakatze hervorgegangene langhaarige Variation als Perserkatze bezeichnet. Die reine Angorakatze wurde nicht weiter gezüchtet. Erst um das Jahr 1930 versuchte der Felinologe Schwangart, den traditionellen Angoratyp neu zu beleben. Die Katzen wurden aber unter dem Namen „Deutsch Langhaar“ geführt und gerieten relativ schnell in Vergessenheit.

Die historische Angorakatze wurde erst in den 1970er Jahren neu entdeckt. Diese Katzen werden inzwischen als Türkisch Angora anerkannt und weltweit gezüchtet.

Aussehen

Katzen dieser Rasse haben eine kraftvolle und elegante Statur. Kennzeichnend für sie ist auch ihr seidiges, mittellanges Fell. Der Kopf ist gleichmäßig und keilförmig. Auf ihm sitzen die mandelförmigen, leicht hochgezogenen Augen. Angorakatzen haben große und breite Ohren. Diese stehen aufrecht und haben an den Spitzen feine Pinselhärchen.

Der Körperbau dieser Vierbeiner ist muskulös, gleichzeitig jedoch anmutig und elegant. Durch den sehr schlanken und langen Körper wirken die Tiere sehr zart. Tatsächlich jedoch sind sie sehr robust. Von anderen Katzenrassen unterscheidet sie ihr langer, buschiger Schwanz, der ihre natürliche Anmut noch betont. Zwischen ihren kleinen, rundlichen Pfoten sitzt viel Fell. Am Kragen sowie am Schwanz ist das Fell länger. Je nach Jahreszeit, wechselt das Fell: Im Sommer ist es kürzer als im Winter. Im Laufe der Jahre haben sich die kleinen Samtpfoten dem Lebensraum ihrer Heimat angepasst.

Zulässige Fellfarben sind Weiß, Schwarz und Rot, wobei es auch andere Farbvarianten gibt. Reinrassig sind diese Katzen nur dann, wenn ihr Fell weiß ist. Nicht erwünscht sind Farben, wie Chocolate, Lilac, Fawn und Point. Im ausgewachsenen Zustand kann diese Rasse ein Gewicht von 2,5-4 kg erreichen.

Wesen

Angorakatzen gelten vom Charakter her als sehr unkompliziert. Typisch für sie ist der ausgeprägte Instinkt, mit dem nicht jeder Halter klarkommt. Auch dann, wenn sie in menschlicher Obhut aufwächst, kann sie ihrem Drang, Beute zu jagen und zu erlegen, nicht widerstehen.

Charakteristisch für diese Katzenrasse ist, dass die Tiere sehr gutmütig und verschmust sind. Die kleinen Vierbeiner haben kein Problem damit, ihren Halter daran zu erinnern, dass sie gestreichelt werden wollen. Für manchen mag dies ein wenig aufdringlich sein. Trotz der Tatsache, dass sie gerne schmust, ist sie keine ruhige Katze, die den ganzen Tag auf der Couch liegt. Sie ist intelligent, lebhaft, neugierig und verspielt und möchte, dass sich ihr Besitzer mit ihr beschäftigt. Wird sie zu häufig alleine gelassen, kann sich dies auf ihr Gemüt niederschlagen.

Für Anfänger ist sie bestens geeignet, da sie kleine Fehler vergibt und schnell Vertrauen aufbauen kann. Man sollte aber darauf achten, seinen kleinen Liebling nicht zu oft zu enttäuschen.

Haltung

Ihre liebenswerten Charaktereigenschaften machen die Angorakatze zur idealen Familienkatze. Man sollte jedoch bedenken, dass sie kein Einzelgänger ist, sondern Gesellschaft liebt. Deswegen sollte man sich mindestens zwei dieser Katzen anschaffen, wobei die zweite Katze nicht unbedingt eine Angora sein muss. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die beiden Tiere in Bezug auf Temperament und Sozialverhalten zueinander passen.

Ansonsten gestaltet sich die Haltung dieser Katzenrasse sehr unkompliziert. Damit das schöne Fell des Tieres erhalten bleibt, sollte es jedoch regelmäßig gepflegt werden. Um Verfilzungen zu vermeiden, kämmt man seinen neuen Mitbewohner am besten täglich.

Eine erblich bedingte Krankheit, die bei Angorakatzen auftreten kann, ist eine Ataxie. Ansonsten kann es – allerdings nur bei bei rein weißen Katzen – zu Taubheit, Schwerhörigkeit, Störungen des Gleichgewichtssinns und Zittern der Augen kommen. Die Lebenserwartung der Angorakatze liegt bei durchschnittlich 12-15 Jahren.

Der neue Mitbewohner sollte ausschließlich mit frischem Futter ernährt werden. Reste müssen aus dem Futternapf entfernt werden, damit sich keine Bakterien und Parasiten bilden. Empfehlenswert ist, seinen kleinen Liebling zweimal am Tag zu füttern. Jede Mahlzeit sollte zu drei Vierteln aus eiweißreicher Nahrung in Form von Fisch und Fleisch bestehen. Das restliche Viertel setzt sich aus Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien zusammen.

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