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Zwergkaninchen: Rassen und ihre Unterschiede

Wie bei anderen Tieren auch, gibt es bei Zwergkaninchen verschiedene Rassen, die sich sowohl von ihrem Aussehen als auch von ihrem Charakter voneinander unterscheiden. Wir gehen in diesem Text darauf ein, woran man reinrassige Zwergkaninchen erkennt und zeigen, welche Zwergkaninchen-Rassen es gibt, sowie, was deren typische Merkmale sind.

Woran erkennt man ein reinrassiges Zwergkaninchen?

Wenn man Zwergkaninchen in der Zoohandlung kauft, sollte man sich darauf einstellen, dass nur die wenigsten von ihnen wirklich reinrassig sind. Wer Wert auf ein reinrassiges Tier legt, sollte dieses unbedingt bei einem Züchter holen.

Reinrassige Zwergkaninchen sollten ganz bestimmte Merkmale erfüllen. So muss ihr Gewicht zwischen 0,7 und 1,5 kg liegen. Ihre Körperform ist gedrungen sowie vorne und hinten gleichmäßig breit. Der Kopf eines reinrassigen Zwergkaninchens ist im Verhältnis zu seinem Körper groß, außerdem treten seine großen Augen hervor. Ebenso charakteristisch für sie sind ihre eng zusammenstehenden und etwa 5 cm langen Ohren.

Wie werden Zwergkaninchen in Rassen unterteilt?

Bei der Unterteilung von Zwergkaninchen in unterschiedlicher Rassen spielen sowohl das Fell, als auch die Farbe und die Zeichnungsarten eine Rolle. Im Gegensatz zu normalen Kaninchen handelt es sich bei Zwergkaninchen um kleine Hauskaninchen, für die ihre typische Körperform charakteristisch ist.

Welche Zwergkaninchen-Rassen sind offiziell anerkannt?

Mittlerweile gibt es sieben vom ZDRK (Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter) anerkannte Zwergkaninchen-Rassen: das Hermelinkaninchen, den Farbenzwerg, Scheckenzwerge, den Fuchszwerg sowie Rexzwerge, Zwergwidder und Jamora.

Das Hermelinkaninchen – Aussehen und Charakter

Wie jede andere Zwergkaninchen-Rasse auch, gibt es ganz typische Merkmale für das Hermelinkaninchen. Hermelinkaninchen haben ein Mindestgewicht von 1 und ein Höchstgewicht von 1,5 Kilo. Typisch für sie ist ihr breiter und gedrungener Körper sowie ihr kurzer und dicker Kopf. Außerdem kann man Hermelinkaninchen von anderen Kaninchenrassen durch die breite Schnauze, das Froschmaul, die stark hervortretenden Augen und die kurzen und straff aufgerichteten Stehohren erkennen. Das kurze, sehr dichte und weiche Fell des Hermelin ist komplett weiß.

Das Hermelin hat einen sehr liebenswerten Charakter. Hat es sich erstmal in einer Familie eingelebt, sieht es sich als Teil dieser an. Allerdings sollte man bedenken, dass spezielle Urinstinkte nie komplett abgelegt werden können. Das Hermelinkaninchen fordert seine Streicheleinheiten ebenso wie seine 5-Minuten, in denen es wild toben kann.

Farbenzwergkaninchen – Aussehen und Charakter

Farbenzwerge sind aus der Zucht von Wildkaninchen und Hermelinkaninchen entstanden. Mittlerweile gehören sie zu den beliebtesten Kaninchenrassen – sowohl bei Züchtern als auch bei Heimtierhaltern. Typisch für Farbenzwerge ist ihr rundlicher, kompakter Körper, der geprägt ist von kurzen und kleinen Läufe sowie einem relativ großen Kopf, großen Augen und engen zusammenstehenden kurzen Ohren. Das ideale Gewicht von Farbenzwergen liegt zwischen 1,1 und 1,35 Kilo.

Aufgrund zahlreicher Züchtungen findet man Farbenzwerge heutzutage in einer Vielzahl von Farbschlägen. Wer dieser Zwergkaninchen-Rasse bei sich ein Zuhause geben möchte, sollte wissen, dass die Tiere genetisch bedingt eine Zahnfehlstellung der Schneidezähne haben kann. Weil sich die Zähne deshalb nicht gleichmäßig abnutzen können, müssen diese regelmäßig beim Tierarzt gekürzt werden.

Farbenzwerge gelten als lebhaft und neugierig. Ein großer Vorteil: Diese Kaninchenrasse wird sehr schnell zutraulich.

Das Fuchskaninchen – Aussehen und Charakter

Da es sich beim Fuchskaninchen um eine langhaarige Kaninchenrasse handelt, sollte man sich auf eine entsprechende Fellpflege einstellen. Allerdings ist diese weniger aufwändig als zum Beispiel beim Angorakaninchen, weil das Fell der Fuchskaninchen dem jahreszeitlichen Haarwechsel unterliegt und nicht geschoren werden muss. Unter den Kaninchen ist das Fuchskaninchen eine mittelgroße Rasse, die ein Gewicht von 3-4 Kilo erreichen kann. Es gibt aber auch so genannte Fuchszwerge oder Fuchskaninchen, die lediglich ein Gewicht von 1,1 bis 1,35 Kilo erreichen, und zu den Zwergkaninchen gehören.

Fuchskaninchen gibt es in verschiedenen Farbschlägen. Ein großer Unterschied zum Angora-Kaninchen besteht darin, dass diese Rasse keinen Büschel an den Ohren hat. Ansonsten ist der Körperbau ähnlich wie beim Hermelin.

Der Charakter des Fuchskaninchens wird als sehr ruhig und ausgeglichen beschrieben.

Rexkaninchen – Aussehen und Charakter

Rexkaninchen sind kurzhaarige Kaninchenrassen, die es sowohl in mittlerer als auch in kleiner Größe gibt. Wir gehen hier vor allem auf den Rexzwergwidder ein, der zu den Zwergkaninchen gehört. Im Gegensatz zu den Normalhaarrassen sind Unterwolle und Deckhaar wesentlich kürzer, wodurch das Fell samtig aussieht und sich auch genauso anfühlt. Ebenso charakteristisch für Rexzwergwidder ist ihr etwas schmaler und dadurch länglich wirkender Kopf. Mittlerweile gibt es auch langhaarige Varianten des Rexkaninchen, die als Rexlöwenwidder und Rexteddywidder bezeichnet werden.

Rexkaninchen gelten als neugierig und lebhaft, sind ihrem Halter gegenüber aber auch recht schnell anhänglich.

Zwergwidder – Aussehen und Charakter

Zwergwidder passen vom Charakter her sehr gut in eine Familie, in der jüngere Kinder leben. Die ruhigen und gutmütigen Kaninchen passen sich fast allen Verhältnissen relativ gut an.

Ebenso niedlich wie ihr Charakter ist auch ihr typisches Aussehen, das von Hängeohren sowie einem kurzen, sehr pflegeleichtem Fell geprägt ist. Das Idealgewicht der Zwergwidder liegt bei 1,5 bis 1,8 Kilo. Unterscheiden kann man Zwergwidder von anderen Kaninchenrassen übrigens auch durch ihren markanten Kopf, der dem eines Widderschafes nicht gerade unähnlich ist. Daher hat diese Kaninchen-Rasse auch ihren typischen Namen.

Das Jamorakaninchen – Aussehen und Charakter

Jamorakaninchen besitzen stehende Ohren. Ihre Größe liegt zwischen der von Zwergrassen und kleinen Rassen. Erkennen kann man das Jamora an seinem sehr langen Fell, das viel Pflege benötigt. Viele wissen beim Jamora auch die besondere Fellfarbe, die im Optimalfall ein schönes Tigerentenmuster hat, zu schätzen.

Was den Charakter anbelangt, so ist dieser besonders liebenswert und gutmütig. Sie kuscheln gerne, was gerade Kindern gefällt.

Welche anderen Zwergkaninchen-Rassen gibt es?

Neben den aufgeführten Zwergkaninchen-Rassen gibt es auch drei Rassen, die vom ZDRK nicht offiziell anerkannt sind: Löwenkopfzwerge, Teddyzwerge und Teddywidder.

Löwenkopfzwergkaninchen – Aussehen und Charakter

Das Gewicht ist bei Löwenkopfzwergen nicht festgelegt. Ihr Aussehen entspricht dem von Farbenzwergen. Das heißt, Löwenkopfzwerge besitzen ein kurzes Fell sowie eine Löwenmähne um den Kopf und Hals und an den Hinterläufen. Aufgrund ihres niedlichen Aussehens sind diese Kaninchen in der Heimtierhaltung äußerst beliebt. Dass sie besonders pflegeleicht sind, weil ihre Mähne verfilzt, ist ebenfalls ein großer Vorteil.

Weil reinerbige Rassenmerkmale und Farbschläge fehlen, sind Löwenkopfzwerge weder vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter noch vom Bund Deutscher Kaninchenzüchter anerkannt.

Teddykaninchen – Aussehen und Charakter

Ein großes Unterscheidungsmerkmal bei Teddykaninchen zu anderen Kaninchenrassen ist ihr langes, dichtes und weiches Fell. Sie erreichen ein Körpergewicht von unter 2 Kilo und sind damit typische Vertreter der Zwergkaninchen. Allerdings wird diese Kaninchenrasse lediglich von Liebhabern als Heimtier gehalten, da sie weder vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter noch vom BDK anerkannt ist.

Teddykaninchen gibt es in allen Scheckungen, Farben und Zeichnungen. Sehr häufig haben die Tiere blaue Augen. Außerdem gibt es sowohl Tiere mit stehenden als auch mit herabhängenden Ohren. Sie haben ein liebenswertes Wesen und sind, wie fast alle Kaninchen, sehr neugierig, aber auch zutraulich.

Teddywidder – Aussehen und Charakter

Teddywidder erreichen im ausgewachsenen Zustand ein Gewicht von bis zu 2 Kilo. Vom Aussehen her ähneln sie dem Zwergwidder, haben einen kurzen und gedrungenen Körperbau mit breiten Schultern, einem gut abgerundeten Becken und einem kurzen, kräftigen Nacken. Der Kopf von Teddywiddern weist eine deutliche Wölbung an der Stirn und der Nasenpartie auf und ist mit einer breiten Schnauzenpartie sowie ausgeprägten Kinnbacken versehen. Ebenso charakteristisch für Teddywidder sind ihre Wülste an den Ansätzen der Ohren, die als Kronen bezeichnet werden.

Teddywidder sind ruhige Gesellen, die in der richtigen Umgebung sehr zutraulich werden können.

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