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Zwergkaninchen

Aussehen

Je nachdem, um welche Rasse es sich handelt, kann sich das Aussehen von Zwergkaninchen zu Zwergkaninchen sehr stark unterscheiden. So gibt es zum Beispiel Arten, die besonders kurze Haare haben (Kurzhaarzwergkaninchen) als auch Tiere, die am Kopf eine Mähne haben und dadurch besonders niedlich aussehen (Löwenkopfzwergkaninchen). Je nach Rasse können diese Tiere ein Gewicht von bis zu zwei Kilo erreichen.

Verbreitungsgebiet

Zwergkaninchen, die vom Wildkaninchen abstammen, sind auf der ganzen Welt verbreitet.

Lebenserwartung

Die Frage, wie alt diese speziellen Kaninchen werden, ist alles andere als einfach zu beantworten. Meistens wird die Lebenserwartung mit 8-10 Jahren angegeben. Bei einer artgerechten Haltung und bei bestimmten Rassen ist es aber auch möglich, dass diese Tiere ein Alter von 12 oder mehr Jahren erreichen.

Geschlecht

Bei der Anschaffung ist darauf zu achten, dass diese niedlichen Nagetiere nicht einzeln, sondern immer pärchenweise untergebracht werden. Am besten verstehen sich Geschwister verschiedenen Geschlechts, die miteinander aufgewachsen sind. Um Nachwuchs zu vermeiden, sollte das Böckchen allerdings kastriert werden. Eine schlechtere Kombination ist es, zwei Männchen zu halten. Vor allem für Anfänger ist eine solche Gruppe nicht geeignet, ebenso wenig wie die Haltung von zwei Weibchen. Fortgeschrittene, die genügend Wissen und Gespür für eine artgerechte Haltung haben, können prinzipiell die Haltung in jeder möglichen Kombination versuchen.

Das Geschlecht von Zwergkaninchen kann man erst im Alter von 4-6 Wochen bestimmen. Um das Geschlecht feststellen zu können, legt man das Kaninchen vorsichtig auf den Rücken und zieht mit beiden Händen die Bauchdecke leicht nach oben, damit das Geschlechtsorgan leicht auseinandergezogen wird. Bei einem Weibchen kann man im oberen Teil einen Schlitz erkennen, beim Männchen sieht der obere Teil aus wie ein Punkt. Bei älteren Tieren kommt dann, wenn man einen leichten Druck auf die Bauchdecke ausübt, der Penis zum Vorschein.

Haltung

Vorraussetzung für eine artgerechte Haltung ist, dass Zwergkaninchen keinesfalls alleine, sondern mindestens zu zweit gehalten werden. Ebenso viel falsch machen kann man, was die Größe des Geheges anbelangt. Wenn die Kaninchen keinen Auslauf bekommen, sollte ihnen eine Fläche von 2 m² zur Verfügung stehen. Das hat auch für den Halter den Vorteil, dass er spürt, dass sich die Zwergkaninchen in ihrem neuen Zuhause sichtlich wohl fühlen. Deswegen sollte man nicht auf Käfige, die es im Zoofachhandel gibt, zurückgreifen. Besser ist es, einen Eigenbau zu kreieren. Im Internet gibt es außerdem die Möglichkeit, auf solche Eigenbaukäfige zurückzugreifen.

Auf den Boden des Gehege gehört Streu. Pelleteinstreu und harte Einstreu sollte immer mit einer dicken Lage Stroh oder Heu überdeckt werden. Ansonsten können die empfindlichen Kaninchenpfoten Ballenabszesse bekommen.

Was die Einrichtung des Käfigs anbelangt, so darf auf keinen Fall eine Wasserschale fehlen, die täglich mit frischem Wasser gefüllt wird. Jedes Kaninchen sollte außerdem ein eigenes Haus haben, das so groß ist, dass mindestens zwei Tiere darin lang ausgestreckt liegen können. Häuser aus Plastik sind fehl am Platz, besser sind Varianten aus Naturholz. Da Zwergkaninchen gerne auf ihre Häuser springen, sollten diese ein Flachdach besitzen. Etagen und Rampen sorgen für die nötige Abwechslung. Für die tägliche Versorgung mit Heu sind Heuraufen ideal. Weitere Einrichtungsgegenstände, die den Tieren viel Freude machen können, sind Korkröhren, Korkhöhlen, Katzenkratzbäume, Holzbrücken, Zweige, Wurzeln und Steine sowie eine Kaninchentoilette.

Ernährung

Zwergkaninchen brauchen eine Mischung aus frischem Gras, Grasähren, Heu sowie getrockneten Kräutern und Grünfutter. Da Kaninchen Vitamine mit ihrem Kot wieder aufnehmen, sollte dieser keinesfalls aus dem Gehege entfernt werden. Was Grünfutter anbelangt, so dürfen sich die Tiere an diesem satt fressen. Frischfutter in Form von Obst und Gemüse bringt Abwechslung in den Futterplan. Täglich sollte mindestens zweimal Gemüse gefüttert werden. Die Mengen sollten nur so groß sein, dass diese bis zur nächsten Fütterung verzehrt werden. In Bezug auf die Menge des Futters gilt die Faustregel: 80 g Frischfutter pro ein Kilo Kaninchengewicht sollte den Tieren im Winter zur Verfügung stehen, kombiniert mit wenig Grünfutter und ausreichend Heu. Und auch täglich frisches Wasser ist für die Gesundheit der Nager unerlässlich.

Verhalten

Wer Kaninchen hat, wird ziemlich bald merken, dass diese ihre ganz eigene Sprache haben, die für Menschen nicht immer leicht zu verstehen ist. Neben Lautäußerungen machen sie sich durch Körpersprache und bestimmte Aktionen bemerkbar. Dazu gehört in etwa das Klopfen mit den Hinterläufen, mit dem sie sich gegenseitig warnen. Vollkommen unbedenklich ist es, wenn Zwergkaninchen Dinge umherschubsen. Um ihren ausgeprägten Spieltrieb zu fördern sind Toilettenpapierrollen, die mit Heu gefüllt werden, sowie Futterbälle und andere Spielzeuge ideal.

Umgang

In den ersten beiden Wochen nach der Anschaffung befinden sich die Tiere in der Eingewöhnungsphase und man sollte sich ihnen nur sehr langsam nähern. Nach diesem Zeitraum kann versucht werden, die neuen Mitbewohner handzahm zu machen, indem man ihnen frisches Futter und Leckerlis direkt von der Hand aus anbietet.

Da sich die Krallen der Tiere nicht immer ausreichend abwetzen, gehört es zur Aufgabe des Halters, eine regelmäßige Krallenkontrolle durchzuführen und diese gegebenenfalls zu schneiden. Das Beste ist, man hat hierfür einen Helfer an seiner Seite. So kann einer das Kaninchen festhalten und der andere die Krallen schneiden. Bei Kaninchenarten, die langes Fell haben, gehört auch das Bürsten zur wöchentlichen Pflege. Verfilzte Stellen müssen außerdem vorsichtig herausgeschnitten werden.

Nicht weniger wichtig ist, Kaninchen mindestens einmal im Jahr im Frühling zu impfen, um Krankheiten vorzubeugen. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Tiere draußen gehalten werden.

Zwergkaninchen
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