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Artgerechte Kanarienvogel-Haltung

Kanarienvögeln merkt man an, ob sie sich wohl fühlen oder nicht. Wem daran gelegen ist, dass es seinem kleinen Liebling gut geht, sollte sich intensiv damit beschäftigen, wie eine artgerechte Kanarienvogel-Haltung aussieht.

Wichtig ist in etwa, ob Kanarienvögel einzeln, paarweise oder im Schwarm gehalten werden; wie das Zusammenleben mit anderen Vogelrassen aussieht; welche Umgebung die Tiere brauchen und wie der tägliche Freiflug aussehen sollte.

Werden Kanarienvögel einzeln, paarweise oder im Schwarm gehalten?

Leider gehen viele davon aus, dass Kanarienvögel häufiger singen oder dem Menschen gegenüber anhänglicher werden, wenn man sie einzeln hält. Doch das ist nichts anderes als Tierquälerei und nur dann eine Option, wenn es gar nicht anders geht. Also etwa dann, wenn der Partner gestorben ist, ein Tier krank ist oder es zu Disharmonie zwischen den beiden Vögeln kommt. Ansonsten hat sich bei Kanarienvögeln die paarweise Haltung etabliert. Im Gegensatz zu Wellensittichen fühlen sie sich in einem großen Schwarm nämlich nicht wohl. die Haltung von einem Pärchen ist sehr unproblematisch und auch über einen längeren Zeitraum möglich. Zwei männliche Kanarienvögel vertragen sich eher selten – bei zwei Weibchen ist diese Variante der Paarhaltung einen Versuch wert.

Auch eine Gruppenhaltung ist möglich, muss aber der Jahreszeit angepasst werden. Diese Haltung empfiehlt sich nur im Winter; im Frühling sollten die Vögel paarweise getrennt werden, da sich der zur Brutzeit entstehende Stress sonst negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirken könnte.

Kann man Kanarienvögel mit anderen Vogelrassen zusammenhalten?

Es gibt auch die Möglichkeit, Kanarienvögel in einem kleinen Schwarm mit anderen Vogelrassen zusammen zu halten. Allerdings funktioniert das nicht mit allen Vogelarten. Keinerlei Probleme gibt es meistens mit Wellensittichen und Zebrafinken. Zu Streitereien kommen würde es mit Rosenköpfchen, Rußköpfchen, Schwanzköpfchen sowie anderen Agaporniden.

Charakter und Eigenschaften

Wie andere Vögel auch, handelt es sich bei Kanaren keinesfalls um Kuscheltiere. Sie sind Tiere zum Beobachten und zum Beschäftigen. Wer viel Geduld aufbringt, kann es schaffen, seine geflügelten Freunde handzahm zu machen. Generell ist der Kanarienvogel aber ein Tier, das sehr aktiv – und auch laut – ist und deshalb seinen Freiraum braucht.

Wie hält man Kanarienvögel richtig?

Wie bereits angesprochen, sind Kanarienvögel aktive Tiere – obgleich sie auch weniger verspielt als Wellensittiche sind – und brauchen daher viel Freiraum. Als artgerechte Unterbringung gilt eine ausreichend große Voliere, in der die Tiere auch die Möglichkeit haben, umher zu fliegen. Experten empfehlen pro Vogel hier ein Mindestmaß von 60 x 40 x 40 cm, wobei das wirklich die absolut kleinsten tolerierbaren Maße sind. Daneben ist auch die artgerechte Gestaltung der Volieren von zentraler Bedeutung. Dazu zählen Sitzstangen und entsprechendes Spielzeug.

Auf was sollte beim Freiflug geachtet werden?

Kanarienvögel sollten immer die Möglichkeit haben, Freiflug im Zimmer oder der kompletten Wohnung in Anspruch nehmen zu können. Hierfür müssen einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. So müssen bei den ersten Freiflügen die Vorhänge der Fenster geschlossen werden. Kanarienvögel erkennen Glasscheiben nicht und könnten sich ernsthaft verletzen. Nach einigen Tagen kann der Vorhang immer ein Stückchen geöffnet werden, so dass die Tiere lernen, die Größe des Raumes einzuschätzen und Glasscheiben als Begrenzung erkennen. Auch für die Tiere giftige Pflanzen und Gegenstände, an denen sie sich ernsthaft verletzen könnten, müssen beiseite gestellt werden.

Spielsachen für den Kanarienvogel

Kanarienvögel sind verspielt, weshalb ihr Käfig mit einer entsprechenden Einrichtung ausgestattet sein sollte. Zwar reicht ihr Spieltrieb nicht so weit wie der von Wellensittichen und Nymphensittichen, doch auch sie brauchen Abwechslung. Dies erreicht man mit einer interessanten Gestaltung ihres Alltags.

Ganz weit vorne steht natürlich der Freiflug, den sie tagtäglich bekommen sollten. Wenn sie unterschiedliche Landeplätze zur Verfügung gestellt bekommen, sorgt dies für viel Abwechslung, was wiederum das Wohlbefinden der Kanarienvögel positiv beeinflusst.

Für Beschäftigung sorgen kann man auch über das Futter. Leckerlis, wie frische Gräser und Hirse, sollten so angebracht werden, dass die Tiere dabei ihr Flugverhalten und somit auch ihre Flugmuskulatur trainieren. Außerdem sollten frische Äste immer mit Blättern und jungen Knospen verfüttert werden. Ihre Balance schulen können Kanarienvögel überdies mit Sisalseilen und sogenannten Vogelrädern.

Wer kümmert sich bei Urlaub und Krankheit um die Tiere?

Auch dann, wenn man in Urlaub fährt oder krank ist, muss eine ausreichende Versorgung der Kanarienvögel gewährleistet sein. Vor der Anschaffung sollte man sich deshalb auch mit dem Gedanken auseinandersetzen, wer sich in diesem Fall um die Tiere kümmert. Am besten ist natürlich, wenn dies eine Person ist, zu welcher die Vögel bereits Vertrauen gefasst haben.

Wie hoch sind die Haltungskosten?

Bei vielen herrscht der Irrglaube, Kanarienvögel seien sowohl in der Anschaffung als auch in der Haltung günstig. Tatsächlich jedoch haben sie ebenso wie andere Tiere auch bestimmte Ansprüche und das Recht auf eine artgerechte Versorgung. Diese kann erhebliche Kosten mit sich bringen. Das Beste ist, wenn man sich bereits im Vorfeld darüber informiert, wie hoch diese sind.

Nachfolgend haben wir eine Auflistung möglicher monatlicher Haltungskosten zusammengestellt:

  • Futtermischung: ca. 1,50 Euro/Kg
  • Vogelgrit: ca. 3 Euro
  • Sepiaschale: ca. 1 Euro
  • Vogelsand: ca. 0,5 Euro/Kg
  • Ei- und Keimfutter: ca. 5 Euro/Kg
  • Kolbenhirse: ca. 5 Euro/Kg
  • Knabberstangen: ca. 1 Euro/Stück
  • Vogelwiese: ca. 5 Euro
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