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Yorkshire Terrier

Der von der FCI anerkannte Yorkshire Terrier zählt zu den kleinen Hunderassen und wird in der Gruppe der Terrier geführt.

Herkunft

Im Gegensatz zu anderen kleinen Hunderassen ist der Yorkshire Terrier relativ spät entstanden – nämlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Herkunft ist es auch, die ihm seinen Namen verliehen hat. Benannt wurde der Vierbeiner nach der Grafschaft Yorkshire, wo mit der Zucht begonnen wurde.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts sowie auf dem Höhepunkt der britischen industriellen Revolution trieb es viele Minen- und Fabrikarbeiter aus Schottland nach Yorkshire. Sie brachten ihre verschiedenen Varianten der als Broken Haired Scotch Terrier bekannten Hunde mit. Heute geht man davon aus, dass der Yorkshire Terrier durch die Kreuzung mehrerer Rassen entstand. Maßgeblich an der Zucht beteiligt gewesen sein soll vor allem der Skye Terrier. Allerdings gibt es darüber keine Aufzeichnungen, so dass es sich lediglich um Vermutungen handelt. Ebenfalls an der Zucht beteiligt gewesen sein könnten Clydesdale, Paisley und Waterside Terrier. Das typische Fellmuster hat aller Wahrscheinlichkeit nach der English Black and Tan Terrier einfließen lassen.

Die eingekreuzten Hunde galten als Arbeitshunde, die die Aufgabe hatten, Ungeziefer in den Textilfabriken und Kohlenminen unter Kontrolle zu halten. Der Yorkshire Terrier wurde schließlich eingesetzt, um die Städte von Ratten und Mäusen zu reinigen. Heute geht man davon aus, dass er auch illegal für die Kaninchenjagd eingesetzt wurde.

Erstmals erwähnt wurde diese Hunderasse 1861 auf einer englischen Hundeshow. Damals erhielt sie die Bezeichnung Broken-Haired Scotch Terrier. Als mit der Zucht dieser Hunderasse begonnen wurde, lag die Schulterhöhe bei 40-45 cm. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts ging man zu der jetzt einheitlichen Größe über.

Aussehen

Yorkshire Terrier wiegen bei einer Schulterhöhe von etwa 22-24 cm knapp 2,4 bis 3,1 kg. Der kompakte Gesellschaftshund hat eine athletische Statur sowie eine aufrechte Haltung, die ihm ein selbstbewusstes Auftreten verleiht. Erkennen kann man diesen kleinen Terrier an seinen guten Proportionen und dem geraden Rücken, der an der Nackenbasis die gleiche Form wie am Schwanzansatz hat. Die Rute des Vierbeiners ist stark behaart und wird etwas über Rückenniveau getragen. Sowohl die Vorderläufe als auch die Hinterläufe stehen von hinten aus gesehen gerade. Betrachtet man sie jedoch von der Seite, sind sie leicht angewinkelt. Durch die starke Behaarung kann man sowohl die Vorder- als auch die Hinterläufe kaum erkennen.

Seine V-förmigen Ohren sind aufrecht und relativ hoch auf dem Kopf angesetzt. Yorkshire Terrier haben feine, glänzende und lange Haare. Diese sind glatt und weder gewellt noch gekräuselt. Außerdem verfügen sie über kein Unterfell. Hinsichtlich der Farbe sollten die Tiere laut Standard ein Fell haben, das ein dunkles Stahlblau aufweist. An der Brust hat das Haarkleid ein volles, helles Tan. Es gibt aber auch Tiere, die schwarz und tan geboren werden.

Yorkshire Terrier

Wesen

Yorkshire Terrier gelten als sehr sensible Tiere, die sich gerne in der Umgebung von Menschen aufhalten. Mit Kindern tun sie sich allerdings etwas schwer, was vermutlich daran liegt, dass sie mit nervösem und hektischem Verhalten nicht gut umgehen können. Ihr starkes Selbstbewusstsein sorgt dafür, dass sie gerne mit anderen Hunden und Menschen kommunizieren. Dabei kann es auch sehr laut werden. Damit sich der neue Mitbewohner nichts zu einem Kläffer entwickelt, ist eine liebevolle, aber konsequente Erziehung gefragt.

Etwas, womit man lernen muss, umzugehen, ist das Temperament der Tiere. Sie lieben es, sich mit quietschendem Spielzeug zu beschäftigen. Dafür brauchen sie nicht unbedingt Gesellschaft – obwohl es ihnen natürlich viel mehr Spaß macht, wenn Herrchen oder Frauchen mitspielen.

Obwohl man es aufgrund seiner geringen Größe nicht vermutet, gilt der Vierbeiner als sehr mutig und wachsam. Sein Beschützerinstinkt ist stark ausgeprägt. Anfängern ist er nicht zu empfehlen, weil er eine starke Hand sowie eine liebevolle Zuwendung braucht. Was er gar nicht mag, ist, verhätschelt zu werden. Womit man auch rechnen muss, ist eine geballte Ladung Angriffslust. Kommt man dem nicht mit einer entsprechenden Erziehung entgegen, wird bald der neue Mitbewohner das Sagen in der Familie haben. Mit der richtigen Erziehung kann man auch positiv auf die angeborene Sturheit des Yorkshire Terrier einwirken.

Haltung

Yorkshire Terrier sollten möglichst als Einzelhund gehalten werden. Immerhin fordern sie von ihrem Besitzer nicht nur viel Zeit und Aufmerksamkeit, sondern vertragen sich mit den meisten Hunderassen nicht gut. Wichtig ist auch, dass er nur dann mit Kindern zusammen ist, die er bereits als Welpe kennen gelernt hat. Etwas, das er gar nicht leiden kann, ist, den ganzen Tag in der Wohnung zu bleiben. Zwar kann er auch in einer Stadtwohnung untergebracht werden, dann sollte aber darauf geachtet werden, dass er spielen und herumtollen kann. Auch regelmäßiger Auslauf ist dann Pflicht. Nur so kann man seinem starken Bewegungsdrang und Spieltrieb nachkommen. Wenn Herrchen und Frauchen bei Schnee, Regen und kalten Temperaturen noch zögern, hat der kleine Vierbeiner kein Problem damit, vor die Tür zu gehen. Er braucht oft und viel Auslauf – am besten dreimal täglich für 1 Stunde. Aber auch längere Ausflüge sind für ihn kein Problem.

Fellpflege ist ein wichtiges Stichwort. Damit das Fell schön glänzt, muss man schon ein wenig Zeit aufwenden. Jeden Tag sollte das Fell gekämmt und gebürstet werden. Die kopflangen Haare dürfen die Augen nicht verdecken und müssen gegebenenfalls gekürzt werden. Hilfreich ist auch, die Haare mit Babyöl einzureiben, damit diese ihren Glanz behalten.

Wenn der Yorkshire Terrier zehn Monate alt ist, reicht es, ihn einmal täglich zu füttern. Je nachdem, ob bis zur nächsten Fütterung alles aufgefressen ist oder nicht, sollte die Menge entsprechend angepasst werden. Die Futtermenge sollte sich immer nach Alter und Größe richten. Auch die körperliche Beanspruchung ist entscheidend. Ein ausgewachsener Hund braucht täglich etwa 100 g Fleisch mit 30-50 g Flocken. Gefüttert werden können zum Beispiel 150 g Dosen-Vollnahrung oder 50 g Trockenfutter.

Der Yorkshire Terrier hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 13-16 Jahren.

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