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Shetland Sheepdog (Sheltie)

Der Shetland Sheepdog ist von der FCI offiziell als britische Hunderasse anerkannt. Aufgrund seiner geringen Körpergröße gehört er zu den kleinen Hunderassen.

Herkunft

Der Name ist beim Shetland Sheepdog Programm, denn er stammt von den Shetlandinseln im Nordosten Schottlands. Seine heutige Form verdankt der Shetland Sheepdog nicht einer selektiven Auswahl von immer kleineren Langhaar-Collies, wie dies bei anderen Miniatur-Rassen der Fall ist. Trotzdem ähnelt der Shetland Sheepdog kleinen Collies. Was die Entstehung dieser kleinen Hunde anbelangt, gibt es verschiedene Theorien. So geht man davon aus, dass es sich um eine Rasse handelt, die aus von Walfänger mitgebrachten Grönlandhunden, die später durch Collies ersetzt wurden, sowie einem Border-Collie entstanden ist. Wie eine alte Geschichte besagt, soll am Zuchtvorgang dieser Hunderasse auch der King Charles Spaniel beteiligt gewesen sein. Eine andere Theorie geht davon aus, dass an der Zucht zum Shetland Sheepdog Papillons sowie Zwergspitze beteiligt waren.

Was man sicher weiß ist jedoch, dass langhaarige Collies eingekreuzt wurden, um zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Typ dieser Hunderasse zu verbessern. Dies war bis in die 1940er gang und gäbe. Allerdings war dieser Hund damals als Shetland Collie bekannt. Deswegen hieß der erste Club, der für diese Rasse gegründet wurde, Shetland Collie Club. Er entstand 1909 und hatte die Absicht, einen Mini-Collie zu züchten. Dies passte den englischen Collie-Züchtern gar nicht, hauptsächlich deswegen, weil das Bild des Shelties damals noch uneinheitlich war. 1914 wurde diese Hunderasse DAT schließlich vom Englischen Kennel Club anerkannt.

In Deutschland gibt es verschiedene Clubs, die sich mit der Zucht von Shetland Sheepdogs befassen: der 1. Shetland Sheepdog Club Deutschland e.V., der Club für Britische Hütehunde sowie der Nationale Rassehunde Club-Deutschland e.V.

Aussehen

Durch sein spezielles Aussehen unterscheidet sich der Shetland Sheepdog von allen anderen Shelties. Seine Schulterhöhe liegt laut Rassestandards zwischen 35,5 bei Hündinnen und 37 cm bei Rüden. Abweichungen um 2,5 % nach unten oder oben werden toleriert. Weil er lediglich ein Gewicht von 5-10 Kilo auf die Waage bringt, zählt der Vierbeiner zu den kleinen bis mittelschweren Hunderassen.

Doch nicht nur sein Gewicht macht den Hütehund zu etwas Besonderem. Charakteristisch ist auch sein Fell, das aus drei verschiedenen Farben besteht. Als Standard gelten Hunde, deren Fell schwarz, weiß und lohfarben ist. Ausnahmen bestätigen die Regel – es gibt auch Vierbeiner, die nur zwei Farben besitzen:

  • black-white
  • blue-merle
  • gold-zobel
  • dark-zobel

Shelties, die Tricolor sind, erkennt man an einem tiefen Schwarz am Rumpf sowie tiefbraunen Abzeichen. Dahingegen weist der black-white Shetland Sheepdog eine schwarz-weiße Färbung auf. Vertreten sind außerdem Vierbeiner in Dark-Zobel (reinfarbenes Fell oder Fell mit dunklen Schattierungen bis hin zu Mahagoni) und Gold Zobel (reinfarbenes Fell oder Fell mit Schattierungen in hellem Gold). Der Blue-Merle Sheltie zeichnet sich durch ein klar silbriges Blau aus und hat eine schwarze Marmorierung sowie Sprenkelung.

Neben der großen Farbvielfalt ist für den Shetland Sheepdog auch die spezielle Fellbeschaffenheit charakteristisch. Das Fell der kleinen Hunde ist lang und dünn. Weil sie deshalb kaum Schmutz aufnehmen und nicht verfilzen, gestaltet sich die Fellpflege als sehr einfach.

Bei dem kleinen Vierbeiner wurde eine auffällige Halskrause und eine außergewöhnlich hübsche Kopfform gezüchtet. Dadurch kann ihm kaum jemand etwas abschlagen. Wenn es um die Rassebeschreibung geht, sollte auch erwähnt werden, dass dieser Hunde gute Proportionen hat und weder plump noch grob gebaut ist. Ihr Körper ist unerheblich länger als hoch und besitzt eine tiefe Brust.

Shetland Sheepdog

Wesen

Shelties sind intelligente und lernfreudige Hunde, die über ein liebenswertes Wesen verfügen. Manchmal kann aber auch ihr Temperament Oberhand gewinnen. Dann ähneln sie dem Terrier – sind hyperaktiv und immer in Bewegung. Dies ist aber eher die Ausnahme. Manchmal kann ein Shetland Sheepdog auch sehr schüchtern sein – was jedoch ebenfalls nur selten vorkommt. Ist dies der Fall, sollte auf eine gute Sozialisierung geachtet werden.

Seine Treue und Loyalität machen den kleinen Vierbeiner zu einem perfekten Begleithund. Während er sich den Familienmitgliedern gegenüber liebevoll und anhängig zeigt, ist er Fremden gegenüber zunächst reserviert. Dies kann man mit einer guten Sozialisierung ändern. Er versteht sich sehr gut mit Kindern und ist deswegen in einer Familie mit Nachwuchs gut aufgehoben. Regelmäßigen Auslauf vorausgesetzt, verträgt sich der Shetland Sheepdog ziemlich gut mit anderen Hunden und ist auch für eine Stadtwohnung geeignet.

Diese kleine Hunderasse versucht ständig, der Familie, die ihn aufgenommen hat, zu gefallen. Seine liebenswerten Charakterzüge sorgen dafür, dass der Sheltie in den letzten Jahren als Haustier sehr beliebt geworden ist. Außerdem gestaltet sich die Erziehung relativ einfach, da diese Hunde intelligent sind und schnell verstehen. Wer möchte, kann seinem neuen Mitbewohner auch ausgefallene Tricks beibringen – muss dafür aber ein wenig Zeit investieren.

Ein großer Pluspunkt ist sein gutes Einfühlungsvermögen. Der Shetland Sheepdog passt sich der Stimmung um ihn herum relativ gut an. Gefühle und Stimmungen von Menschen versteht er gut und weiß, darauf entsprechend zu reagieren. Wenn einzelne Familienmitglieder gute Laune haben, sorgt dies dafür, dass der kleine Vierbeiner ausgelassen und fröhlich ist. Hat niemand Zeit für ihn, ist besorgt oder traurig, zeigt sich der Sheltie eher zurückhaltend.

Haltung

Den Menschen in seiner Umgebung versucht er, jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Hat er etwas gut gemacht, sollte man mit Lob nicht sparen. Dies registriert der neue Familienzuwachs und wird dieses Verhalten dann öfters an den Tag legen. Hat er etwas falsch gemacht, ist es natürlich in Ordnung, mit dem kleinen Vierbeiner zu schimpfen. Hart und streng sollte die Erziehung aber niemals sein. Darauf könnte das Tier eher negativ reagieren.

Obwohl er seiner Familie gefallen möchte, lässt er sich von dieser auch gerne verwöhnen – und quittiert dies mit seinem freundlichen Verhalten gegenüber den Menschen um ihn herum. Nicht untypisch ist, dass es mit der Zeit eine feste Bezugsperson gibt. Diese lässt der kleine Hund keine Sekunde aus den Augen. Alles, was sie tut oder nicht tut, wird registriert.

Weil gerade in Sachen Fellpflege nicht viel Wissen erforderlich ist, wird der Shetland Sheepdog auch Anfängern empfohlen. Es reicht vollkommen aus, das Fell in unregelmäßigen Abständen zu kämmen und zu bürsten. Dabei dürfen die Stellen hinter den Ohren, in den Achseln und am hinteren Körper nicht vergessen werden. Damit die Haare nicht verfilzen, sollte das Fell provisorisch einmal in der Woche gut gekämmt oder gebürstet werden. Ansonsten muss nichts weiter beachtet werden, denn das Fell des neuen Mitbewohners ist relativ resistent gegen Schmutz und Staub. Gebadet werden sollte der kleine Vierbeiner lediglich einmal im Jahr. Sonst wird sein Fell in Mitleidenschaft gezogen und verliert seinen schönen Glanz.

Was die Ernährung anbelangt, so ist der Miniatur-Hund sowohl mit Nass- als auch mit Trockenfutter einverstanden – wobei die meisten Nassfutter klar bevorzugen. Für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen Reis, Teigwaren, Fleisch, Spinat und grüne Bohnen.

Ganz wichtig ist, die unbändige Bewegungsfreude seines neuen Mitbewohners zu akzeptieren und zu fördern. Wird er in einer Stadtwohnung gehalten, ist regelmäßiger Auslauf sehr wichtig. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Vierbeiner auch mal ohne Hundeleine laufen kann. Zu zimperlich sollte man nicht sein, denn er läuft auch gerne stundenlang bei Wind und Wetter. Welpen sollten jedoch in punkto Bewegung am Anfang nicht überfordert werden. Spaziergänge sollten in den ersten Wochen nicht länger als 10 Minuten dauern. Übrigens gehen Shelties nicht nur gerne spazieren, sondern begleiten Herrchen sowie Frauchen auch gerne beim Radfahren, Reiten und Joggen. Sie sind außerdem für viele Hundesportarten, wie Agility und Obedience, geeignet.

Die Erziehung gestaltet sich bei ihm relativ einfach, was an seiner Intelligenz in Kombination mit seiner hohen Anpassungsfähigkeit liegt. Sogar Anfänger können sich für diese Hunderasse entscheiden – sofern sie sich damit auseinandersetzen, was ihr neuer Mitbewohner für Ansprüche und Bedürfnisse hat.

Eine Krankheit, die bei ihm relativ häufig auftritt, ist Dermatomyositis. Shetland Sheepdogs erkranken relativ häufig an der genetisch bedingten Haut-Muskel-Krankheit. Zudem gibt es einigen Medikamenten gegenüber eine Überempfindlichkeit, was als MDR1-Defekt bezeichnet wird. Besondere Vorsicht geboten ist auch bei Augenerkrankungen, wie CEA und PRA. Der Shetland Sheepdog hat eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren.

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