Haustierseiten » Hunde » Papillon

Papillon

Der Papillon gehört zu den kleinen Hunderassen. Er ist von der FCI offiziell anerkannt und wird zu den Gesellschafts- und Begleithunden gezählt.

Herkunft

Der Papillon ist der Sektion Kontinentaler Zwergspaniel zuzuordnen. Es gibt diesen Zwergspaniel in zwei Varianten: Phalène und Papillon. Während der Phalène seit mehr als 700 Jahren bekannt ist, ist die Rasse des Papillons noch relativ jung. Die Variante mit den stehenden Ohren wurde erst viel später gezüchtet. Genaue Nachweise lassen sich nicht mehr finden. Man geht jedoch davon aus, dass die Zucht dieses Hundes im 18. Jahrhundert begann. Darauf deuten Gemälde von Rubens, Goya und anderen Künstlern hin. Auch Maria Theresia soll sich für diese kleine Hunderasse interessiert haben. Ihre Hunde dienten ihr aber nicht nur zur Belustigung – im Winter haben sie die Schlossgänge von Ratten befreit.

Vermutlich begann die Geschichte des kleinen Vierbeiners in Europa, wobei es viele Hinweise darauf gibt, dass die Vorfahren dieser kleinen Hunderasse aus Ostasien stammen. Eine Theorie geht davon aus, dass asiatische Hundezwerge während der Entdeckungsreisen von Marco Polo den Weg nach Europa gefunden haben. Italienische Ölbilder und Fresken aus dem 13. bis 14. Jahrhundert weisen darauf hin.

Als Stammvater des kleinen Vierbeiners gilt der auch zur Jagd verwendete Spaniel. Vermutlich entstanden aus diesem im Laufe der Zeit Zwergformen, was vor allem der Wunsch adeliger Damen gewesen sein dürfte, die einen Spielgefährten für sich und ihre Kinder suchten. Zur systematischen Zucht von Papillons kam es in Frankreich und Belgien gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der erste Rassestandard wurde 1905 festgelegt.

Aussehen

Namensgebend für den Papillon waren seine stehenden Ohren – schließlich bedeutet „Papillon“ im Französischen „Schmetterling“. Wenn er seine Ohren aufstellt, sieht dies aus wie ein Flügelschlag beim Schmetterling. Allerdings zeichnen diese Hunderasse nicht nur die typischen Ohren aus. Charakteristisch für ihn ist auch sein kräftiges, mittellange Haar, das glänzt und gewellt ist. Besonders lang ist es am Hals und an der Rute und fällt am Körper von der Länge her ab. Der typische Papillon hat eine weiße Grundfarbe mit anderen Farben. Ein überwiegend weißer Kopf ist nicht zulässig.

Vom Körperbau her ist diese Hunderasse sehr klein und erreicht eine Schulterhöhe von ungefähr 20 cm. Dabei bringt der Vierbeiner ein Gewicht zwischen 1,5 und 5 kg auf die Waage. Insgesamt ist der Körper dieses Hundes robust und harmonisch gebaut. Man erkennt die Tiere an ihrem Kopf, der einen kurzen, spitz zulaufenden Fang hat. Seine Pfoten sind schmal und lang. Seinen Halter schaut der Papillon mit seinen gut frequentierten, mandelförmigen Augen an, die dunkel und ausdrucksvoll erscheinen. Die Rute trägt der kleine Vierbeiner hoch und über der Rückenlinie gebogen.

Papillon

Wesen

Der Zwerghund ist sehr familienbezogen und fühlt sich am wohlsten, wenn er „seine“ Menschen um sich herum hat. Sein lebhaftes Wesen ist auch durch eine einfühlsame und sehr intelligente Art gekennzeichnet. Eigentlich ist der Papillon immer bereit zum Spielen, Toben und Schmusen. Wenn er sich einmal an seine Familie gewöhnt hat, zeigt sich dieser gegenüber sehr anhänglich. Zudem ist er wachsam und stets bereit, seine Familie vor kleinen und großen Angreifern zu verteidigen.

Zwar gilt der Papillon als außerordentlich sensibel. Wenn seine Erziehung vernachlässigt wird, übernimmt er aber auch gerne selbst die Führung. Sein großes Einfühlungsvermögen sorgt aber auch dafür, dass der Vierbeiner erkennt, wann sein Besitzer Zeit für sich braucht. Streitigkeiten und Unstimmigkeiten innerhalb der Familie machen ihm schwer zu schaffen. Deshalb gehört er ausschließlich in eine harmonische Familie.

Alleine bleibt er nur ungern. Berufstätige, die mehrere Stunden am Tag außer Haus sind, sollten sich deshalb genau überlegen, ob sie sich einen Papillon nach Hause holen wollen. Außerdem macht es Sinn, dem neuen Mitbewohner einen Spielkameraden an die Seite zu stellen. Dies kann ein anderer Zwerghund oder eine Katze sein.

Wie fast alle „Schoßhunde“ ist der Papillon eitel – anfassen darf ihn nicht jeder. Wenn er auf andere Hunde trifft, ist er jedoch meistens friedfertig und schließt relativ schnell Freundschaft mit seinem Artgenossen.

Haltung

Der Papillon ist ein Wohnungshund, der es liebt, sich in der Nähe seiner Familie aufzuhalten. Eine Haltung im Zwinger ist deswegen ausgeschlossen. Weil diese Hunderasse zu den zehn intelligentesten überhaupt zählt, wird er zunehmend auch als Therapie-Hund eingesetzt. Was man auf keinen Fall machen sollte, ist, seinen kleinen Liebling zu verhätscheln. Außerdem sollte man den ausgeprägten Spieltrieb des Hundes akzeptieren und ihm notfalls einen Spielkameraden zur Seite stellen.

Spazieren geht der Papillon besonders gerne. Auch größere Wanderungen sind kein Problem für ihn. Bei schönem Wetter legt er sich gerne raus und genießt die wärmenden Strahlen der Sonne. Obwohl er auch in einer Stadtwohnung gut zurechtkommt, ist es besser, wenn er im Grünen – am besten in einem Haus mit Garten – aufwachsen kann.

Was seine Erziehung anbelangt, so ist Konsequenz wichtig. Bereits im Welpenalter sollte damit begonnen werden. Ansonsten riskiert man, dass das neue Familienmitglied zu einem Kläffer wird. Obwohl er ein relativ langes Haarkleid hat, gestaltet sich die Fellpflege unaufwändig, weil das Fell keine Unterwolle hat. Es genügt vollkommen, seinen kleinen Liebling täglich kurz zu kämmen.

Bei der Ernährung ist Ausgewogenheit wichtig. Wie bei allen Hunden gilt, dass Zwiebeln, Schokolade und Ähnliches tabu sind. Hinsichtlich des Fertigfutters sind sie relativ unkompliziert. Natürlich sollte auf einen hohen Fleischanteil geachtet werden. Ab und an kann auch Feuchtfutter angeboten werden. Sobald der Papillon Durchfall bekommt oder andere Auffälligkeiten, sollte die Ernährung überprüft werden.

Die Lebenserwartung des Papillon liegt bei 16 Jahren.

Bewerte den Artikel