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Norfolk Terrier

Der Norfolk Terrier ist eine von der FCI anerkannte britische Hunderasse. Typisch für ihn ist seine geringe Schulterhöhe, weshalb dieser Terrier zu den kleinen Hunderassen gezählt wird.

Herkunft

Der Norfolk Terrier stammt ursprünglich aus der Gegend von Norwich und Cambridge in der Grafschaft Norfolk. Daher hat diese Hunderasse auch ihren Namen. Die Geschichte dieser Hunderasse beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals hat ein gewisser „Roughrider Jones“, bekannt als Zureiter und Hundeführer, eines Tages seinen Herrn verlassen und einige von dessen Tieren, an denen er sehr hing, mitgenommen. Unter diesen Tieren befand sich auch „Rags“, der heute als Urahn der Norfolk Terrier gilt. Rags war niederläufig und hatte ein üppiges, drahtiges, rotes Fell. Sein Wesen war sehr aufgeweckt und quirlig. Er beschäftigte sich am liebsten, indem er Jagd auf Ratten und Füchse machte. Als Rags mit verschiedenen anderen Terrierrassen, wie dem Fox und dem Irish Terrier, gekreuzt wurde, beginnt die Geschichte der Norfolk Terrier.

Aus Aufzeichnungen weiß man, dass 1909 Jack Read, ein Pferde- und Hundezüchter, eine Enkelin von Rags kaufte. Kurze Zeit später drohte die Rasse zu verschwinden. Denn diese Hündin hatte zwar mehrere Würfe, doch nur zwei alte Hündinnen überlebten, nachdem ihr Besitzer aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte. Jack Read wollte sich nicht geschlagen geben und hat eine seiner Hündinnen mit einem Bedlington Terrier und danach eine Hündin aus dem neuen Wurf mit einem Staffordshire Bull Terrier gekreuzt. Damit wollte er das Problem mit dem Fell korrigieren, das durch die Einkreuzung des Bedlington Terriers entstanden war. Die Zucht der Norfolk Terrier wurde immer weiter vorangetrieben, bis 1930 begeisterte Züchter den ersten Norwich Terrier Club gegründet haben.

Offiziell anerkannt wurde die Hunderasse Norfolk Terrier 1932 durch den Kennel Club. Eine Unterscheidung in den stehohrigen Norwich Terrier und den kippohrigen Norfolk Terrier erfolgte aber erst ab 1964. 1965 wurden die beiden Rassetypen getrennt im englischen Stammbuch geführt. Heute findet man diesen Terrier in Großbritannien wesentlich häufiger als den Norfolk Terrier.

Aussehen

Norfolk Terrier erreichen eine Schulterhöhe von 25 bis 26 cm. Dabei kommen sie auf ein Gewicht von 5-7 kg. Damit zählt er zu den kleinsten Terriern der Welt. Der Norfolk Terrier ist ein kleiner, tief gestellter und schneidiger Hund, der ein kompaktes und kräftiges Auftreten hat. Kennzeichnend für ihn ist ein kurzer Rücken sowie die starken Knochen. Es gibt ihn in den verschiedensten Fellfarben – angefangen von Schwarz mit Lohfarben über Weizenfarben bis hin zu Braun. Die meisten Norfolk Terrier sind allerdings rot.

Der kompakte Körper des kleinen Vierbeiners sitzt auf kurzen, stabilen Läufen. Sein Kopf hat einen kurzen Fang, dunkle Augen und kleine Kippohren, die dem Vierbeiner einen fröhlich-pfiffigen Ausdruck verleihen. Von anderen Hundearten unterscheidet ihn auch sein Fell, das drahtig und dicht ist. Es ist schmutz- und wasserabweisend. Auch die strubbelige Halskrause, die dem Norfolk Terrier ein raubeiniges Aussehen verleiht, gehört einfach dazu. Unter seinem Deckhaar befindet sich feine, wärmende Unterwolle.

Wesen

Norfolk Terrier haben ein sehr liebenswertes Wesen und einen unkomplizierten Charakter. Deswegen sind sie auch sehr gut für Anfänger geeignet. Aber auch diejenigen, die bereits Erfahrung mit anderen Hunderassen haben, werden mit ihnen viel Freude haben. Der kleine Vierbeiner ist sehr aufgeweckt und immer bereit zum Scherzen und Spielen. Seine Erziehung gestaltet sich relativ einfach. Weil er nicht streitsüchtig ist, kommt der Norfolk Terrier auch gut mit anderen Hunden zurecht – im Gegensatz zu vielen anderen Terrierrassen.

Norfolk Terrier sind zwar wachsam, aber nicht als Kläffer verschrien. Sie kommen also auch gut in einer Stadtwohnung zurecht, brauchen aber auch immer Beschäftigung und Bewegung. Die Wohnung sollte unbedingt groß genug sein, damit er in ihr herumtollen kann. Er verfügt über unbändige Energie, die man auf den ersten Blick spürt. Los werden kann er seine überschüssige Energie am besten bei regelmäßigem Auslauf. Gerade in Familien steht er gerne im Mittelpunkt und möchte in diese voll integriert werden. Hat man einmal sein Vertrauen gewonnen, ist er einem treu ergeben und sucht stets die Nähe.

Norfolk Terrier sind sehr wachsame Hunde, die niemals ohne Grund bellen. Dennoch kommen seine Fähigkeiten als Jagd- und Wachhnd zum Einsatz, wenn er seine Familie bedroht sieht. Ein idealer Gefährte ist er für Kinder, denen er ein hervorragender Spielkamerad ist. Außerdem ist er immer zum Schmusen aufgelegt. Allerdings sollte man seinen Kindern beibringen, ihren vierbeinigen Freund respektvoll zu behandeln.

Haltung

Norfolk Terrier sind bei Spaziergängen kaum zu bändigen. Sie rennen gerne querfeldein, schnüffeln an allem und jedem und haben eine Vorliebe dafür, in Mäuselöchern zu graben. Auch das wilde Spiel mit seinem Herrchen und Frauchen liebt der kleine Terrier. Eine besondere Freude macht man ihm, wenn man sein Lieblingsspielzeug versteckt oder eine Plastikflasche mit Hundeleckerlis füllt. Das beschäftigt ihn über lange Zeit. Das Leben auf dem Land zieht er klar dem Dasein in einer Stadtwohnung vor, weil er auf dem Land viel mehr Möglichkeiten hat, sich auszutoben.

Norfolk Terrier neigen zu Übergewicht, wenn sie zu viel Futter bekommen. Wichtig ist, ihm täglich genügend Eiweiß zu füttern. Wenn er Frischfutter bekommt, reichen 75 g Fleisch am Tag vollkommen aus. Dieses wird noch mit Reis und Gemüse ergänzt.

Zur Haltung des niedlichen Hundes auch, dessen Fell richtig zu pflegen, indem man es regelmäßig bürstet. Hierbei werden lose Haare entfernt – was gerade während des Fellwechsels im Herbst und im Frühjahr wichtig ist. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Ohren immer sauber sind. Verschmutzungen können vorsichtig mit einem Ohrstäbchen oder einem weichen Tuch und Babyöl entfernt werden.

Wenig geeignet sind Norfolk Terrier für diejenigen, die gerne den ganzen Tag in ihrer Wohnung verbringen. Wer lange Spaziergänge und Wanderungen durch Wald und Feld liebt, findet in seinem Vierbeiner einen treuen Begleiter für diese Freizeitaktivitäten. Aufgrund seines unempfindlichen Fells machen ihm auch Wind und Wetter dabei nichts aus.

Jedes Jahr sollte der Norfolk Terrier gegen Leptospirose, Tollwut und Parvovirose geimpft werden. Alle zwei Jahre ist eine Impfung gegen Staupe und Hepatitis wichtig. Die Lebenserwartung des Norfolk Terrier liegt bei 12-14 Jahren.

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