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Irischer Wolfshund

Der Irische Wolfshund ist weltweit die größte Hunderasse. Er wird von der FCI als irische Hunderasse in der Gruppe 10 (Windhunde) geführt.

Herkunft

Bis heute kennt man den genauen Ursprung des Irischen Wolfshundes nicht. Allerdings belegen archäologische Funde, dass es windhundartige Hunde mit einer Größe von mehr als 70 cm schon um 7000 v. Chr. in Irland und Wales gegeben hat. Auch in alt-römischen Quellen wird diese Hunderasse erwähnt.

Der Irische Wolfshund war vor allem im antiken und mittelalterlichen Irland vor der Einführung von Feuerwaffen beliebt. Damals wurde er zur Jagd auf Wölfe und auf anderes Großwild eingesetzt. Zur damaligen Zeit war es ausschließlich dem Hohen Adel vorbehalten, einen solchen Hund zu besitzen.

Obwohl es sich um eine irische Hunderasse handelt, waren die Vierbeiner im 16. und 17. Jahrhundert in England weit verbreitet. Auch hier wurde der Vierbeiner eingesetzt, um auf Wölfe sowie auf Bären Jagd zu machen. Nachdem Feuerwaffen eingeführt wurden, kam es in England und Irland schließlich zur Ausrottung des Wolfes und man hatte für den Irischen Wolfshund keinen speziellen Zweck mehr. Um den letzten Bestand zu retten, erließ Oliver Cromwell zur Mitte des 17. Jahrhunderts ein Ausfuhrverbot aus Irland.

Der erster Rassestandard überhaupt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Schotten Capt. George Augustus Graham festgelegt. Er war es auch, der die wenigen noch lebenden Exemplare mit Doggen, Barsois, Deerhounds und anderen Rassen kreuzte: Der Irische Wolfshund, wie wir ihn heute kennen, war geboren. Allerdings kam es sowohl im Ersten Weltkrieg als auch beim Zweiten Weltkrieg zu einem Einbruch der Population. Nur langsam schafft die Hunderasse es, sich zu erholen. Zu einem weltweit exponentiellen Anstieg der Zuchtpopulation kam es ab 1965.

Aussehen

Der weltweit größte Hund erreicht eine Mindest-Schulterhöhe von 79 cm (Rüden) bzw. 71 cm (Hündinnen). Die durchschnittliche Größe des Wolfshundes liegt bei 81 bis 86 cm – wenige Tiere erreichen auch eine Schulterhöhe von mehr als 100 cm. Dabei bringen sie ein Gewicht von mindestens 54,5 kg auf die Waage. Zwar erreichen die Tiere fast die beachtliche Körpergröße der Deutschen Dogge, sind jedoch nicht so massig. Ihr Körperbau ist muskulös und kräftig, aber dennoch elegant und lebhaft.

Ihren langen und horizontalen Kopf tragen die Vierbeiner hoch. Zwischen den dunklen Augen haben sie eine kleine Vertiefung. Typisch für diese Hunderasse sind die kleinen Rosenohren, die nach hinten gefaltet sind. Von anderen Hunden unterscheidet den Irischen Wolfshund auch sein langer Hals, der keine losen Hautfalten zeigt. Sein Rücken ist eher lang, seine Lenden leicht gewölbt, die Brust sehr tief und nur mäßig breit. Die mäßig dicke Rute ist lang und leicht gebogen. Durch seine muskulösen Schultern bekommt dieser Hund eine breite Erscheinung.

Die Wolfshunde gibt es in verschiedenen Fellfarben – darunter grau, gestromt, rot, schwarz, rehbraun, reinweiß und in jeder anderen Farbe, die auch beim Deerhound anzutreffen ist. Das Haarkleid fühlt sich rau an. Es ist insbesondere am Rumpf, an den Läufen und am Kopf drahtig. Unschwer zu erkennen ist auch, dass die Haare über den Augen und am Unterkiefer etwas länger und dicker sind.

Wesen

Trotz seiner imposanten Größe ist der Irish Wolfhound sanft und sensibel. Man sollte seine Energie, die er zum Beispiel beim Toben im Garten an den Tag legt, aber nicht unterschätzen. Menschen gegenüber zeigt er sich sehr freundlich und anhänglich. Am wohlsten fühlt er sich, wenn er viel Zuwendung von seinem Besitzer bekommt. Fremden gegenüber verhält er sich meist misstrauisch, ist aber niemals grundlos aggressiv. Man kann ihn problemlos mit anderen Haustieren zusammenhalten. Zudem ist er auch sehr kinderlieb.

Weil er einen starken Jagdtrieb hat, ist eine gründliche Erziehung wichtig. Mit dieser sollte bereits im Welpenalter begonnen werden.

Haltung

Der Irish Wolfshound stellt keine besonderen Ansprüche an seinen Halter. Wichtig ist aber, dass er genügend Auslauf bekommt. Gemeinsame Spaziergänge mit seinem Halter liebt er. So kann er seinen hohen Bedarf an Bewegung decken. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich eine konsequente Erziehung. Ansonsten kann es durchaus passieren, dass der neue Mitbewohner bei einem Spaziergang anderen Tieren hinterher jagt und seinem natürlichen Jagdinstinkt nachgeht.

Wie andere große Hunderassen auch, hat der Irische Wolfshund eine kürzere Lebenserwartung als Hunde kleinerer Rassen. Seine Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 6,5-10 Jahren. Erblich bedingte Krankheiten, die bei ihm vorkommen können, sind Epilepsie, Dilatative Kardiomyopathie (DKM/DCM) und Magendrehung.

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