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Hovawart

Der Hovawart ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse. Der Vierbeiner zählt zur Gruppe der Pinscher und Schnauzer.

Geschichte und Herkunft

Hovawarts zählen zu den jungen Hunderassen, weswegen ihre Geschichte nicht weit zurückreicht. Offiziell als Hunderasse anerkannt wurde der Vierbeiner nämlich erst 1937. Trotzdem sind die ersten Ursprünge im 13. Jahrhundert auszumachen. Aufzeichnungen zufolge wurde der Vierbeiner 1275 zum ersten Mal erwähnt. Damals war von einem „universell einsetzbaren Hund“ die Rede. Verwendung fand er hauptsächlich als Hofwart, wovon sich auch die heutige Bezeichnung Hovawart ableiten lässt.

Im 15. Jahrhundert fungierten Hovawarts als Polizeihunde. Dies war für sie eine willkommene Abwechslung zum Beschützen von Haus und Hof. Aufgrund seiner vorzüglichen Wesensmerkmale wurde der große Vierbeiner eingesetzt, um Diebe aufzuspüren und diese zu bewachen. Man sollte meinen, dass ihm dies einen guten Ruf verschaffte. Tatsächlich jedoch waren die Hunde im Gegensatz zu Jagdbracken und Windspielen als weniger edel bekannt. Das ist auch der Grund dafür, warum Hovawarts nicht auf Gemälden von hoch bezahlten Künstlern zu sehen sind. Als Lohn für ihre Arbeit wurden sie meist nur mit Abfällen gefüttert und mussten Haus und Hof bei Wind und Wetter draußen bewachen. Die Zeiten, in denen sie verachtet wurden, sind aber endgültig vorbei.

Als mutiger Wächter wurde er immer seltener gebraucht, als zu Beginn des 19. Jahrhunderts wilde Tiere, wie der Wolf, ausstarben. Im 20. Jahrhundert haben sich einige Liebhaber zusammengeschlossen, damit diese Hunderasse nicht ausstirbt. Ab 1922 wurde der Hovawart als eigenständige Rasse gezüchtet.

Aussehen

Hovawarts gelten als groß und kraftvoll, sind gleichzeitig aber leicht gebaut. Kennzeichnend für sie ist ein gerader Rücken, eine breite und tiefe Brust sowie kräftige Gliedmaßen. Ihre dicht behaarte Rute reicht bis zu den Sprunggelenken. Je nach Stimmung des Tieres, wird sie gesenkt oder über dem Rücken aufgestellt getragen. Von anderen Hunderassen unterscheidet den Gebrauchshund auch, dass er einen starken, breiten Kopf mit einer gewölbten Stirn und einem geraden Fang hat. Seine mittelgroßen Hängeohren, die eine dreieckige Form haben, liegen eng an. Die Tiere erreichen je nach Geschlecht eine Schulterhöhe von 63-70 cm (Rüden) oder 58-65 cm (Hündinnen). Dabei schwankt das Gewicht zwischen 25 und 40 kg.

Was das Fell anbelangt, so sind drei verschiedene Varianten möglich: einfarbig schwarz oder einfarbig blond, wobei es bei einfarbig blond hellere Abstufungen zur Unterseite gibt, sowie schwarzmarken. Bei der letzten Variante besitzen die Hunde ein schwarzes Haarkleid mit mittelblonden Abzeichen, wobei kleine weiße Flecken an der Brust und weiße Haare an den Zehen und der Rutenspitze zulässig sind. Nach der Fellfarbe richtet sich auch die Nasen- und Krallenfarbe.

Der Hovawart hat ein doppelt beschaffenes Haarkleid, das aber nur wenig Unterwolle hat. Sein Deckhaar ist lang und dicht, liegt eng an und zeigt sich leicht wellig. Sowohl an der Brust, als auch am Bauch, an den Rückseiten der Läufer und der Rute ist es länger; an der Vorderseite der Gliedmaßen und am Kopf zeigt sich das Fell kürzer.

Hovawart

Wesen

Hovawarts haben einen temperamentvollen Charakter und zeigen sich immer neugierig, verspielt und fröhlich. Sie zeichnen sich aber auch durch eine ruhige, sanfte Seite aus. Dies macht sie zum idealen Begleiter für Hundesport sowie zur Ausbildung als Rettungshund. Wenn sie in einer Familie unterkommen, zeigen sie sich allen Familienmitgliedern gegenüber freundlich und anhänglich. Sie kommen gut mit Kindern zurecht. Fremden gegenüber sind sie zunächst misstrauisch – was daran liegt, dass sie ihre Familie vor allen Gefahren beschützen wollen.

Weil er etwas eigenwillig ist, sollte man mit ihm die Hundeschule besuchen. Mit einer konsequenten Erziehung hat man im Hovawart einen Freund fürs Leben gefunden. Lässt man ihm vollkommen freie Hand, wird er eine dominante Art an den Tag legen. Deswegen sollte so früh wie möglich mit der Erziehung begonnen werden. Seiner Anhänglichkeit sollte man sich stets bewusst sein und ihn am Familienleben teilhaben lassen. Der kleine Vierbeiner braucht den engen Kontakt zu seinen Menschen um ihn herum.

Außerdem kennzeichnend für Hovawarts ist ihre hervorragende Nase und ihre gute Konzentrationsfähigkeit.

Haltung

Der große Vierbeiner ist relativ pflegeleicht und muss nicht jeden Tag gebürstet werden. Aufgrund des geringen Anteils an Unterwolle neigt sein Fell nicht zum Verfilzen. Dafür ist diese Hunderasse aber anspruchsvoll, was Bewegung und Aufmerksamkeit anbelangt. Er braucht täglich mehrmals Auslauf. Wind und Wetter machen ihm dabei nichts aus. Gerne begleitet er Herrchen und Frauchen beim Joggen und Radfahren oder bei längeren Spaziergängen. Davon mal abgesehen, fordert er seine Familie auch gerne dazu auf, mit ihm zu spielen. Durch gemeinsame Spiele wird die Hund-Mensch-Harmonie gefördert.

Als Familienhund knüpft er eine enge Verbindung zu den Menschen um ihn herum. Er sollte immer die Möglichkeit haben, am Familienleben teilzunehmen. Zwar fühlt er sich auch in einer Familie mit Kindern wohl, sollte dann aber genügend Freiraum haben, um sich zu entwickeln. In punkto Erziehung ist darauf zu achten, dass diese so gestaltet wird, dass der Familienzuwachs Vertrauen zu seinem Halter fasst. Konsequenz und Geduld sind äußerst wichtig. Dann wird der Vierbeiner auch ohne Zögern Befehle ausführen.

Hovawarts sind sehr robuste Hunde, die nur selten krank werden. Kränkelt das neue Familienmitglied aber doch mal, ist der unverzügliche Gang zum Tierarzt erforderlich. Erbkrankheiten sind bei ihm selten anzutreffen, was daran liegt, dass die Zucht streng überwacht wird. Um ihn vor Krankheiten zu schützen, sind regelmäßige Impfungen sowie der Schutz gegen Parasiten wichtig. Die Lebenserwartung dieses Vierbeiner liegt bei etwa 12 Jahren.

Die Ernährung sieht bei diesem Gebrauchshund ebenso aus wie bei allen anderen Hunden. Hauptenergieträger der Nahrung sind Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, die diese Hunderasse in Form von Nass- und Trockenfutter zu sich nehmen kann. Erwähnenswert ist, dass die großen Hunde relativ viel trinken. Dies können pro Tag schon mal bis zu 3 Liter sein.

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