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Briard

Der Briard, auf Französisch als Berger de Brie bezeichnet, ist eine von der FCI anerkannte französische Hunderasse. Man findet sie in der FCI-Gruppe 1 unter den Hütehunden und Treibhunden.

Herkunft

Darum, wie der Briard entstanden ist, ranken sich viele Legenden. Eindeutig kann seine Herkunft nicht ausfindig gemacht werden. Eine alte Erzählung besagt, dass der Adelige Aubry de Montidier ermordet wurde. Sein Hund soll der einzige Zeuge des Mordes gewesen sein. Er soll dem Mörder unermüdlich gefolgt sein und dessen Leben zur Qual haben werden lassen. Als der König davon erfahren hat, befahl er zwischen dem Hund und dem Mörder ein Duell auf der Insel Notre-Dame. Aubry’s Hund soll den Angeklagten so heftig attackiert haben, dass dieser sein Verbrechen gestand.

Die eigentliche Zuchtgeschichte dieser Hunderasse begann in England mit der Führung eines Zuchtbuches. Demnach entstand der Briard aus einer Kreuzung aus dem Chien de Berger Francais und dem Barbet. Als eigenständige Rasse anerkannt ist der Briard seit 1896. Der erste Club dieser Hunderasse wurde um 1909 in Frankreich als „Le Club des Amis du Briard“ gegründet. Der Club beschäftigte sich mit Zucht und Ausbildung der Vierbeiner und trug dazu bei, dass diese ein einheitliches Wesen und Aussehen bekamen.

Karl der Große, Napoléon, Thomas Jefferson und Lafayette sollen bekennende Briard-Liebhaber gewesen sein.

Aussehen

Briards erreichen eine Schulterhöhe von 62 bis 68 cm (Rüden) bzw. 56 bis 64 cm (Hündinnen). Das Gewicht ist bei dieser Hunderasse nicht festgelegt. Laut Rassestandard muss die Körperlänge größer sein als die Widerristhöhe. Die Statur der Tiere ist länglich. Der Kopf eines Briards ist stark, lang, mit ausgeprägtem Stop. Dieser muss so platziert sein, dass er von der Nasenspitze den gleichen Abstand hat wie vom Hinterhauptbein aus. Der Kopf ist mit Haar bedeckt, das einen Kinn- und Schnurrbart bildet. Durch die Augenbrauen werden die Augen leicht verschleiert.

Typisch für den Briard ist seine sehr leicht gerundete Stirn sowie der geradlinige Nasenrücken. Der Fang ist weder schmal noch spitz. Von anderen Hunderassen unterscheidet den Vierbeiner außerdem, dass seine Nase eher viereckig als rund ist. Der Nasenschwamm ist immer schwarz, kräftig und hat gut geöffnete Nasenlöcher. Abgerundet wird das Bild durch hoch angesetzte Ohren, die eher kurz und nicht anliegend sind sowie durch die waagerechten Augen, die eher groß und von dunkler Farbe sind.

Diese Hunderasse gibt es sowohl in Schwarz (Noir) als auch in Rehbraun (Fauve), Fauve mit leichter bis mittlerer Charbonnierung (schwarze Haarspitzen, schwarzer Anflug) sowie in Grau (Grise).

Wesen

Der Briard ist temperamentvoll, ausgeglichen sowie sehr lernwillig, anpassungsfähig und selbstbewusst. Er zeigt sich weder aggressiv noch furchtsam und hat einen stark ausgeprägten Schutztrieb. Fremden gegenüber sind die Vierbeiner zunächst misstrauisch bzw. zurückhaltend. Sobald er gemerkt hat, dass von seinem Gegenüber keine Gefahr ausgeht, steht einer Freundschaft nichts mehr im Weg. Je nach Zuchtlinie gibt es aber auch Briards, die vollstes Vertrauen zu jedem Menschen haben.

Besonders wohl fühlt sich diese Hunderasse in Familien, wo sie sich liebevoll, verschmust und anderen Haustieren gegenüber tolerant zeigen. Auch wenn er gerne mal einem Vogel oder Hasen nachrennt, hat er keinen ausgeprägten Jagdtrieb. Als Wohnungshund verhält er sich angenehm ruhig aber dennoch wachsam, gilt jedoch nicht als Kläffer.

Haltung

Weil Briards zu den Arbeitshunden zählen, brauchen sie immer eine Aufgabe. Eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit ist Agility. Aber auch beim Breitensport und beim Schutzhundesport hat der Vierbeiner viel Spaß. Eine liebevolle aber konsequente Erziehung ist bei der Charakterbildung der Tiere entscheidend. Hilfreich bei der Erziehung ist der Besuch eines Hundeplatzes, wo man von Briard erfahrenen Trainern wertvolle Tipps bekommen kann.

Der neue Mitbewohner sollte im Welpen- und Junghundalter wöchentlich, im ausgewachsenen Zustand alle zwei bis drei Wochen gründlich gekämmt werden. Ansonsten kann das Fell sehr stark verfilzen. Nach Möglichkeit sollten die Hunde bereits vom Welpenalter an das Bürsten und Kämmen gewöhnt werden.

Gebadet werden sollte der neue Mitbewohner nur in absoluten Ausnahmefällen, denn ein zu häufiges Baden schadet der Haarstruktur. Beim Baden darf nur ein spezielles Hundeshampoo, das stark rückfettend ist, verwendet werden. Ohren, Zähne und Augen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Im Gehörgang können einige Haare vorsichtig ausgezupft werden, damit das Schlappohr besser belüftet wird. Mit Babytüchern können die Ohrmuscheln gereinigt werden. Die Afterkrallen müssen in regelmäßigen Abständen gekürzt werden.

Allgemein gilt diese Hunderasse als sehr gesund. Allerdings bleiben nicht alle Tiere von Krankheiten verschont. Am häufigsten tritt eine Magendehnung auf. Diese führt ohne Operation zum Tod des Tieres. Auch die Progressive Retinaatrophie, die Augenerkrankung Katarakt (Grauer Star) und Hüftfehlbildungen können vorkommen.

Die Lebenserwartung des Briard liegt bei durchschnittlich 10 bis 12 Jahren.

Ernährung

Handelsübliches Hundefutter sollte mit Bedacht ausgewählt bzw. beobachtet werden, wie gut dieses dem Vierbeiner bekommt. Geachtet werden sollte auf Kot, Fell, Kondition und Ausdünstung. Eventuell ist eine Futterumstellung notwendig. Auf spezielle Vitamin- und Zusatzpräparate sollte verzichtet werden, denn ein Zuviel an Vitaminen kann unangenehme Folgen haben.

Nicht auf den Speiseplan des Briard gehören rohes Schweinefleisch, Milch, Poulet- und andere Splitterknochen. Bei einer dauernden Frischfleischfütterung kann es zudem zu Mangelerscheinungen oder zu einer Überdosierung an Mineralstoffen kommen. Auch Dosenfutter sollte nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, weil es oftmals nicht vertragen wird und keine Vollnahrung darstellt.

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