Haustierseiten » Hamster » Zwerghamster » Hamsterverhalten: Zwerghamster verstehen lernen

Hamsterverhalten: Zwerghamster verstehen lernen

Ein jeder Zwerghamster hat einen anderen Charakter, nach dem sich auch sein Verhalten richtet. Eben genauso wie beim Menschen. Hierfür nutzen die possierlichen Tierchen die Laut- und Körpersprache.

Allgemeines zum Verhalten von Zwerghamstern

Zwerghamster gelten generell als friedliche, doch gleichsam schreckhafte Tiere, die tagsüber gerne in Ruhe gelassen werden. Meistens schlafen sie den ganzen Tag über zurückgezogen in ihrem Häuschen und verlassen dieses erst am späten Abend. Andere wiederum vergraben sich gerne im Einstreu, vor allem im Sommer. Wenn der kleine Zwerg schläft, sollte man es tunlichst vermeiden, ihn aufzuwecken. Das Beste ist, wenn der neue Mitbewohner an einem ruhigen Ort steht. Denn Hamster bekommen auch während des Schlafens alle Geräusche in ihrem Umfeld mit, da ihr Gehör sehr stark ausgeprägt ist.

Wer seinen Hamster beim Schlafen stört, wird vielleicht einen schrillen Schrei wahrnehmen. Beim so genannten Warnschrei stellt sich das Tier auf seine Hinterbeine und quietscht, um so darauf aufmerksam zu machen, dass er seine Ruhe haben möchte. Die kleinen Nager schreien aber auch schon mal im Schlaf, wenn sie einen Albtraum haben. Jetzt sollte man seinem kleinen Liebling mit sanftem Zureden begegnen, um ihn wieder zu beruhigen. Auf keinen Fall sollte man seine Hand in das Gehege strecken, sonst könnte man Bekanntschaft mit den Zähnen des quirligen Gesellen machen. Einige Zwerghamster neigen dazu, bei jeder kleinen Störung zu schreien. Andere wiederum machen sich gar nicht durch derlei Laute bemerkbar.

Fast alle Zwerghamster machen durch Gerüche auf sich aufmerksam. So kommunizieren sie nicht nur mit ihren Artgenossen, sondern auch mit ihrem Besitzer. Am Bauch der Tiere erkennt man Duftdrüsen, mit denen sie ihr Revier markieren. So können sich die Tiere gegenseitig identifizieren. Die meisten Hamster markieren ihr Revier, indem sie sich an Gegenständen reiben und dabei das Sekret ihrer Duftdrüsen absondern.

Körpersprache von Zwerghamstern

Zwerghamster bringen ihre Stimmung vor allem durch Körpersprache zum Ausdruck. Wer seinen Hamster kennen lernen möchte, sollte also genau auf dessen Körpersprache achten. Im Folgenden erläutern wir, was die einzelnen Verhaltensweisen zu bedeuten haben.

  • Männchen machen: Die kleinen Tierchen signalisieren dadurch Neugierde als auch Aufmerksamkeit und wollen herausfinden, ob vielleicht eine mögliche Gefahr lauert oder ob es etwas Interessantes zu entdecken gibt. Oftmals wackeln Zwerghamster dabei eifrig mit der Nase, um fremde Gerüche besser wahrnehmen zu können.
  • Zurückweichen vor der Hand: Wenn der Hamster vor der Hand seines Halters zurückweicht, ist dies immer ein Zeichen für Unsicherheit und dafür, dass er vielleicht gerade bei etwas gestört wurde. Am Anfang ist es vollkommen normal, dass das Tier der fremden Hand gegenüber etwas scheu ist. In diesem Fall sollte man die Hand nicht bewegen und warten, bis das Tier sich dieser langsam nähert.
  • Enges am Boden entlang Schleichen: Unsichere Zwerge schleichen eng am Boden entlang und schnüffeln nervös. Damit signalisieren sie ihre Angst und Unsicherheit. Recht häufig kann man dieses Verhalten beobachten, wenn man den Käfig gereinigt hat und das Tier in das Gehege setzt. Die veränderte Umgebung wird dann erstmal neugierig und vorsichtig erkundet.
  • Zusammengefaltete Ohren: Zwerghamster, die gerade erst aufgestanden sind und ihr morgendliches Putzritual noch nicht abgeschlossen haben, trifft man recht häufig mit zusammengefalteten Ohren und struppigem Fell an. Jetzt sollte man das Tier unbedingt in Ruhe lassen, bis es sich geputzt hat. Bleiben die Ohren auch nach dem Putzen weiter angelegt und das Fell struppig, kann dies ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung sein.
  • Ausgiebiges Putzen: Nach dem Aufstehen ist es für Hamster vollkommen normal, sich zu putzen. Wenn sie dies aber ausgiebig und unentwegt tun, ohne ihre Umgebung zu beobachten, ist dies meistens ein Zeichen von Unsicherheit. Zu beobachten ist dieses Verhalten hauptsächlich dann, wenn sich Zwerghamster erschreckt haben und nicht wissen, was sie als nächstes tun sollen oder aber im Auslauf, wenn sie sich auf unbekanntem Terrain befinden.
  • Drohgebärden: Die normalerweise friedlichen Gesellen können auch wütend werden – aber nur dann, wenn man sie ärgert und sie sich angegriffen fühlen. Eine erste Drohung merkt man dadurch, dass der Zwerghamster zusammenzuckt, seine Backentaschen aufbläst und sich streckt. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn man könnte gebissen werden. Richtig ernst wird es, wenn das Tier mit den Zähnen klappert. Dieses Verhalten ist vor allem bei Zwerghamstern untereinander zu beobachten und läutet meistens einen schweren Kampf ein.
  • Ausgiebiges Baden: Baden ist immer ein Ausdruck von Zufriedenheit, aber auch von Stressabbau.
  • Senkrechtes in die Höhe springen: meistens dann zu beobachten, wenn sich das Tier erschreckt hat. Dieses Verhalten kann allerdings auch Ausdruck von Lebensfreude sein.
  • Gähnen: Wenn Zwerghamster gähnen, reißen sie ihr kleines Mäulchen weit auf und strecken sich dabei. Für sie ist das ein Zeichen von Entspannung, aber auch von Müdigkeit.
  • Übertriebenes Laufradfahren: Jeder Hamster braucht ein Laufrad. Und zwar nicht nur, um seinem Bewegungsdrang nachzukommen, sondern auch, um Stress abzubauen. Tiere, die es damit übertreiben, stehen möglicherweise unter enormem Stress und brauchen etwas Ruhe.

Zahmheit & Schmusen

Aufgrund ihrer geringen Größe und Zerbrechlichkeit sind Zwerghamster keine Tiere zum Streicheln und Schmusen. Wenn davon gesprochen wird, die Tiere handzahm zu machen, ist also nicht gemeint, dass diese alles mit sich machen und sich stundenlang streicheln lassen. Vielmehr lassen sich Zwerge, die handzahm sind, ohne größere Gegenwehr auf die Hand nehmen oder klettern von selbst auf diese.

Mitunter kann es ein schwieriges Unterfangen sein, den neuen Mitbewohner so weit zu bekommen, dass dieser einem vertraut. Manche brauchen Wochen, um dieses Vertrauen aufzubauen. Wichtig ist aber, jeden Tag zu üben, indem man dem Tier über die Hand ein Leckerli reicht. Irgendwann klettert der neugierige Geselle von selbst darauf. Dann kann man versuchen, ihn hoch zu nehmen. Sollte der Zwerghamster dabei Gegenwehr leisten, sollte man dies respektieren, ansonsten könnte man mit den Zähnen des Tieres Bekanntschaft machen.

Zwerghamster-Lautsprache – Was Meckern & Co. bedeutet

  • Kreischen: Einige Zwerghamster bringen ihren Unmut durch Kreischen zum Ausdruck. Da sich nicht jeder Hamster der Lautsprache bedient, sollte man aber auch Fingerspitzengefühl beweisen und auf die Körpersprache achten, um so festzustellen, wann das Tier in Ruhe gelassen werden will. Generell ist Kreischen immer ein Zeichen von Unsicherheit und Angst. Viele Hamsterhalter kommen das erste mal mit dieser Form der Lautsprache in Berührung, wenn sie das Tier aus seiner gewohnten Umgebung gerissen haben und in sein neues Zuhause transportieren.
  • Quieken: Ein Quieken ist immer ein Zeichen von Angst, bei kleineren Rangeleien der Tiere untereinander jedoch nichts Außergewöhnliches. Erst dann, wenn die Tiere auch mit den Zähnen knirschen, ist dies ein eindeutiges Zeichen von Aggressivität.
  • Brummen: Ebenso wie Quieken ist auch Brummen bei Zwerghamstern ein Ausdruck von Aggressivität. Manchmal sind diese Laute aber auch vom Hamstermännchen nach der Gattung zu hören.
  • Fauchen: Fauchen kann beim Zwerghamster unterschiedlich gedeutet werden. Auf der einen Seite ist Fauchen ein Drohlaut beim Angriff, auf der anderen Seite zeigen Hamster dieses Verhalten nicht selten beim Paarungsvorspiel.
  • Quietschen und Gebrabbel: Jeder Zwerghamster ist einzigartig und genauso einzigartig kann auch sein Verhalten sein. Zwar sind vor allem Goldhamster dafür bekannt, diverse Geräusche von sich zu geben. Aber auch bei einigen Zwerghamstern kann man dieses Verhalten beobachten. Die meisten Geräusche hören sich wie ein leichtes Niesen oder Quietschen an. Nicht selten versucht der neue Mitbewohner einem aber auch durch ein teilweise unverständliches und leises Gebrabbel etwas mitzuteilen. Dann heißt es, genau beobachten und herausfinden, was den kleinen Nager stört.

Verhaltensauffälligkeiten und -störungen

In den meisten Fällen machen Zwerghamster ihr Unbehagen durch Verhaltensauffälligkeiten deutlich, besser bekannt als Stereotypien. Dazu gehört zum Beispiel das ständige Nagen am Käfiggitter, das Rappeln an der Käfigtür, aber auch das aufgeregte Hin- und Herlaufen. Solche Verhaltensauffälligkeiten sind immer ein Zeichen dafür, dass es den Tieren nicht gut geht. Häufig zu beobachten sind Stereotypien bei zu kleinen oder nicht artgerecht eingerichteten Käfigen. Eine artgerechte Haltung ist also eine gute Voraussetzung dafür, dass der Zwerghamster keine Verhaltensauffälligkeiten oder Verhaltensstörungen zeigt.

Warum beißt mein Zwerghamster?

Ein Problem, mit dem sich viele Halter konfrontiert sehen, ist das Beißen des Zwerghamsters. Hierfür kann es mehrere Gründe geben. Vor allem in der ersten Zeit in seinem neuen Zuhause hat das Tier noch Angst und möchte seine Umgebung in aller Ruhe erkunden. Ein fürsorglicher Halter sollte ihm mindestens eine Woche Ruhe gönnen und anschließend beginnen, ihm kleine Leckerlis mit der Hand zu reichen. Erst dann sollte man versuchen, vorsichtig das Fell des Nagers zu streichen. Wenn man zu schnell und ungeschickt handelt, kann es durchaus vorkommen, dass man gebissen wird.

Ein anderer Grund für die Bissigkeit von Hamstern kann sein, dass diese zu oft tagsüber in ihrem Schlaf gestört werden – zum Beispiel durch Musik, den Fernseher oder spielende Kinder. Wichtig ist deshalb, sich vorher Gedanken über den Standort des Hamsterkäfigs zu machen. Andernfalls müssen die störenden Geräusche unterbunden werden. Denn diese sorgen nicht nur dafür, dass das Tier scheu bleibt, sondern lösen bei ihm auch Stress aus und verkürzen damit seine Lebenserwartung.

Nicht selten verwechseln Zwerghamster den Finger ihres Halters mit etwas Essbarem. Mit der Zeit wird das Tier den Unterschied lernen. Viele Zwerge sind sich gerade am Anfang unsicher und beißen deshalb nur sehr leicht zu. Angst davor haben, dass man durch das Tier ernsthaft verletzt wird, braucht man also nicht. Im Übrigen kann Bissigkeit auch immer ein Ausdruck von Schmerzen und Krankheit sein. Werden noch weitere Verhaltensauffälligkeiten beobachtet, sollte man mit dem Tierarzt gehen.

Warum nagt mein Zwerghamster am Käfig?

Eine zweite, oft vorkommende Verhaltensauffälligkeiten ist das Käfignagen, welches in den meisten Fällen mit Langeweile zu tun hat. In jedem Fall muss der Zwerghamster genügend Spielmöglichkeiten in seinem Gehege haben, sollte ein artgerechtes Laufrad und ein Mehrkammernhaus besitzen. Hamster, die genügend Möglichkeiten haben, sich im Gehege zu beschäftigen, nagen nur in den seltensten Fällen am Gitter. Eine wichtige Voraussetzung in der Hamsterhaltung ist also immer ein gut strukturierter und geräumiger Käfig. Und auch mit dem täglichen Auslauf kann man dieser Stereotypie entgegenwirken.

Leider kann es auch vorkommen, dass der Hamster dieses Verhalten bereits erlernt hat, was vor allem bei Tieren aus Zoofachgeschäften der Fall ist. Dann ist es umso wichtiger, sich intensiv mit dem Tier zu beschäftigen und ihm Abwechslung zu bieten. Manchmal legt sich das Käfignagen dann nach einigen Monaten.

Hamsterverhalten: Zwerghamster verstehen lernen
4.7 (93.33%) 3 Stimme[n]