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Zwerghamster: Ratgeber für artgerechte Haltung

Wer einen Zwerghamster hält, muss auf eine artgerechte als auch auf eine verantwortungsbewusste Pflege achten. Damit das kleine Tier ein langes, gesundes und auch glückliches Hamsterleben führen kann, müssen bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel sollte man sich vorher darüber informieren, für wen Zwerghamster geeignet sind, wie die richtige Ernährung der quirligen Gesellen aussieht und welche Mindestanforderungen das Haustier an sein neues Zuhause hat. Außerdem informieren wir auch darüber, was die Haltung eines Zwerghamsters kostet, wie die richtige Hamsterpflege aussieht, wie man Zwerghamster richtig hoch nimmt und trägt und welche Gefahren bei einer schlechten Haltung drohen.

Für wen sind Zwerghamster geeignet?

Wer seinem neuen Mitbewohner ein langes und glückliches Leben bescheren möchte, sollte sich zunächst die Frage stellen: Für wen sind Zwerghamster geeignet?

Entgegen der landläufigen Meinung, Zwerghamster seien die idealen Haustiere für kleine Kinder, gehören diese Tiere nur in verantwortungsbewusste Hände. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn eine Familie mit Kindern einem kleinen Nager ein neues Zuhause geben möchte. Allerdings sind kleinere Kinder meistens nicht verantwortungsbewusst genug, um sich alleine um die Pflege eines Lebewesens kümmern zu können. In jedem Fall müssen die Eltern bei der Pflege und Haltung helfen, wenn Kinder unter zwölf Jahren einen Zwerghamster haben möchten. Da die kleinen Zwerge jedoch keine Tiere zum Spielen und Schmusen sind, eignen sie sich weniger als Spielgefährten für Kinder. Die weitaus bessere Wahl sind diese Nagetiere für verantwortungsbewusste Erwachsene, die gerne Tiere beobachten.

Nur wer die Eigenschaften und Eigenheiten von Zwerghamstern kennt, kann sich artgerecht um diese kümmern. Im Gegensatz zu anderen Tieren zeigen die friedlichen Artgenossen nämlich nicht immer, wenn es ihnen schlecht geht. Feingefühl und Beobachtung des Halters sind also besonders wichtig.

Eigenschaften von Zwerghamstern

Zwerghamster sind, ebenso wie ihre Artverwandten, die Goldhamster, nachtaktive Tiere. Die meisten passen sich jedoch bis zu einem gewissen Punkt dem Tages-/Wachrhythmus ihres Halters an. Dennoch muss damit gerechnet werden, dass der neue Mitbewohner nachts viel Krach macht, wenn er sein Laufrad testet oder wild im Käfig herumwuselt. Nicht zuletzt deswegen sollten diese Haustiere ein separates Zimmer bekommen, wo sie sich ihren Gewohnheiten entsprechend verhalten können, ohne jemanden zu stören.

Um auch wirklich etwas von seinem Haustier zu haben, sollte man nach Möglichkeit abends Zeit haben, um sich mit dem Zwerghamster zu beschäftigen. Wer abends früh ins Bett geht und morgens früh außer Haus geht, wird also wenig Freude an den quirligen Gesellen haben. Da die kleinste bislang bekannte Hamsterrasse nachtaktiv ist, braucht der neue Mitbewohner tagsüber seine Ruhe. Zu viel Lärm stört seinen natürlichen Rhythmus und sorgt für Stress bei dem kleinen Tier – was nicht selten damit endet, dass sich die Lebenszeit des Hamsters deutlich verkürzt.

Zwerghamster sind solitär lebende Tiere, dürfen also nicht mit ihren Artgenossen gemeinsam in einem Gehege gehalten werden. Die Tatsache, dass sich die kleinen Nager in den ersten Lebenswochen relativ gut mit ihren Artgenossen verstehen, sorgt meistens dafür, dass viele denken, Zwerghamster könnte man in Gruppen halten. Tatsächlich jedoch kommt es bei einer Gruppenhaltung recht häufig zum Streit, der nicht selten mit schwerwiegenden Verletzungen einhergeht. Das Beste ist also, man stellt jedem Hamster von Anfang an einen separaten Käfig zur Verfügung.

Alle Zwerghamster-Arten haben gemein, dass sie ein ausreichend großes Gehege benötigen. Wenn sie wach sind, flitzen sie fast die ganze Zeit in diesem herum. Allerdings ersetzt auch ein ausreichend großer Käfig nicht den täglich erforderlichen Auslauf, der eine gute Möglichkeit ist, dass Hamster und Hamsterhalter eine enge Verbindung miteinander eingehen.

Eigenschaften von Dsungarischen Zwerghamstern

Natürlich gibt es zwischen den einzelnen Zwerghamster-Arten hinsichtlich der Eigenschaften einige Unterschiede. Dsungarische Zwerghamster zum Beispiel flitzen gerne in einem möglichst großen Käfig umher und klettern dabei gerne über dicke Wurzeln und Korkröhren. Da sie auch gerne an den Gitterstäben des Käfigs bis unter die Decke emporklettern und sich von dort aus fallen lassen, muss darauf geachtet werden, dass das Tier nicht tiefer als 20-30 cm fallen kann. Einstreu in einer Dicke von mehreren Zentimetern ist also Pflicht. Bei der Käfigeinrichtung muss außerdem darauf geachtet werden, dass diese viele Klettermöglichkeiten besitzt.

Da Dsungarische Zwerghamster sehr empfindlich auf Staub reagieren, ist Hanfstreu dem normalen Kleintierstreu vorzuziehen ist. Was ihr Verhalten anbelangt, gelten Dsungaren eher als ruhige Tiere, die sich aber genauso flink fortbewegen können wie andere Zwerghamster. In ihrem Verhalten sind sie aber etwas überlegter als ihre Artgenossen.

Eigenschaften von Chinesischen Streifenhamstern

Zwischen Chinesischen Streifenhamstern und Dsungaren gibt es im Verhalten erhebliche Unterschiede. Nimmt man die gestreiften Zwerghamster auf die Hand, klammern sich diese an einem Finger fest, anstatt, wie ihre Artgenossen, von der Hand herunter zu springen. Dadurch bringen sie ein besonders vertrautes und inniges Verhältnis zu ihrem Halter zum Ausdruck. Außerdem sind Chinesische Streifenhamster besonders gute Kletterer. Ihr Gehege muss so eingerichtet werden, dass sie genügend Klettermöglichkeiten haben, sich aber dennoch nicht verletzen können. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn sie einzeln gehalten werden und einen ausreichend großen Käfig ganz für sich alleine haben. Zwar vertragen sie sich mitunter eine ziemlich lange Zeit mit ihren Geschwistern, doch die Gruppenhaltung löst bei vielen Tieren enormen Stress aus.

Die kleinen Chinesen haben eine genetische Prädisposition, eine Diabetes zu entwickeln. Deshalb sollte man bei ihnen von Anfang an auf sehr süßes Obst und Futter mit Zuckerzusatz verzichten. Außerdem müssen sie die Möglichkeit haben, sich zu bewegen. Auch so kann einer Diabetes entgegengewirkt werden.

Eigenschaften von Campbell Zwerghamstern

Die gescheckten Campbell-Zwerghamster sind im Gegensatz zu anderen Zwerghamstern etwas wilder und verwechseln nicht selten die Hand ihres Halters mit etwas Essbarem. Wenn man gebissen wird, sollte man dies dem kleinen Tier also nicht übel nehmen, denn es tut dies nicht aus Bosheit. Campbells erfordern viel Geduld und Einfühlungsvermögen, weshalb sie für Kinder und Jugendliche die denkbar ungeeignetste Zwerghamster-Art sind.

Trotz der Tatsache, dass sich Campbell-Zwerghamster wochenlang nach ihrer Geburt mit der Familie vertragen, sollten sie ein eigenes Gehege bekommen. Ansonsten riskiert man, dass es in Gruppen zu erbitterten Revierkämpfen, die blutig oder tödlich enden können, kommt. Auch Campbells klettern gerne und sollten in ihrem Gehege verschiedene Klettermöglichkeiten, zum Beispiel aus Keramik und Kork, vorfinden.

Ebenso wie Chinesische Streifenhamster besteht auch bei Campbell-Zwerghamstern ein erhöhtes Risiko, Diabetes zu entwickeln. Für das Wohlergehen der Tiere kann es deshalb sinnvoll sein, komplett auf süßes Futter, wie Obst und gezuckerte Leckerlis, zu verzichten.

Auffällig bei Campbells ist auch, dass diese im Gegensatz zum populären Goldhamster tagsüber aktiver und in ihrem Verhalten interessanter sind. Allerdings lassen sich die meisten Campbell-Zwerghamster nicht so gerne anfassen, geschweige denn hochnehmen. Respektiert man den Willen des Tieres nicht, wehren sie sich nicht selten mit ihren Zähnen.

Eigenschaften von Roborowski Zwerghamstern

Roborowskis gelten als flinkeste und quirligste Zwerghamster-Art. Als Schmusetiere sind sie deswegen gänzlich ungeeignet. Aufgrund ihres eigenwilligen Charakters ist es auch besonders schwierig, Roborowski Zwerghamstern Auslauf zu geben. Deshalb und weil Roborowskis einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben, ist ein möglichst großer Käfig bei ihnen besonders wichtig ist. Da sie ebenso wie alle anderen Zwerghamster Einzelgänger sind, sollten sie nicht in Gruppen gehalten werden.

Robos sind dafür bekannt, gut, aber nicht besonders hoch springen zu können. Deshalb können sie problemlos in einem flachen Terrarium oder Aquarium gehalten werden. Hamsterkäfige sind weniger geeignet, da insbesondere junge Tiere spielend leicht zwischen den Gitterstäben hindurchschlüpfen können. Was das Verhalten dem Menschen gegenüber anbelangt, sind Roborowski-Zwerghamster äußerst friedfertig und beißen relativ selten. Hochnehmen lassen sie sich trotzdem nicht so gerne. Aufgrund ihres lebendigen Wesens und ihres starken Bewegungsdrangs macht es aber besonders viel Spaß, diese Zwerghamster zu beobachten.

Mindestanforderungen an das Zwerghamster-Heim

Alle Zwerghamster-Arten sind sehr bewegungsfreudig, weshalb sie nicht nur ein Laufrad in ihrem Gehege, sondern auch einen ausreichend großen Käfig brauchen. Bei der Käfigauswahl muss demnach auf die richtigen Mindestmaße geachtet werden. Diese liegen bei 40 x 80 x 50 cm (H x L x B), idealerweise ist die Hamsterbehausung jedoch größer. Tierschutzorganisationen empfehlen bei der Hamsterbehausung eine Grundfläche von mindestens 1 m². Denn ein ausreichend großes Gehege bietet unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem macht es weitaus mehr Spaß, einen glücklichen Hamster zu beobachten.

Wie bereits angesprochen, sind Zwerghamster Einzelgänger. Jeder Hamster braucht also ein eigenes Gehege. Nicht weniger wichtig ist die artgerechte Einrichtung des Geheges. Ein Mehrkammernhaus mit mehreren Eingängen und einem Dach ist ebenso erforderlich wie ein ausreichend großes Laufrad, ein Sandbad, eine Trinkflasche sowie diverses Spielzeug zum Klettern. Sinnvoll sind auch Etagen, die den Tieren die Möglichkeit geben, zu klettern oder sich darunter zu verstecken.

Zwerghamster sind nicht nur sehr bewegungsfreudig, sondern auch abenteuerlustig und lebendig. Als liebevoller Halter sollte man deswegen darauf achten, den neugierigen Gesellen genügend Abwechslung zu bieten. Zum Beispiel, indem man seiner Kreativität bei der Käfiggestaltung freien Lauf lässt und die Einrichtungsgegenstände nach jeder Reinigung neu anordnet. Um das Tier in Bewegung zu halten und um es zu beschäftigen, sollte das Futter niemals in einem Napf angeboten, sondern im kompletten Gehege verstreut werden.

Am Anfang vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber in jedem Fall erforderlich, ist die Fütterung von getrockneten Insekten. Denn: Zwerghamster sind keine reinen Vegetarier. Da sie einen erhöhten Eiweißbedarf haben, muss man unbedingt darauf achten, sie nicht rein vegetarisch zu ernähren.

Hamsterhaltung – Das kostet ein Zwerghamster

Leider machen noch immer viele Eltern den Fehler, zu glauben, die Haltung eines Hamsters sei finanziell gesehen sehr günstig und das Tier habe keine speziellen Anforderungen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn Anschaffung und Haltung eines Zwerghamsters wesentlich günstiger sind als zum Beispiel bei einem Hund, sollten die Kosten, aber auch die Verantwortung, die mit der Hamsterhaltung einhergehen, nicht unterschätzt werden.

Sowohl bei den Anschaffungs- als auch bei den Haltungskosten lässt sich einiges sparen. Im Internet gibt es meistens recht günstige Angebote. Unterschiedliche Onlineshops geben einem darüber hinaus die Möglichkeit, die Preise einzelner Anbieter miteinander zu vergleichen. Generell empfiehlt es sich immer, auf Qualität zu setzen, insbesondere beim Laufrad. Man sollte als durchaus dazu bereit sein, hochwertige und unter Umständen teurere Produkte für den quirligen Gesellen zu kaufen.

Nachfolgend haben wir ungefähre Anschaffungskosten, Haltungskosten und ungeplante Kosten aufgeführt. Dabei handelt es sich allerdings nur um ungefähre Angaben.

Anschaffungskosten

  • Zwerghamster (abhängig davon ob aus Zoohandel, von privat, vom Züchter oder aus Tierheim): 5-30 Euro
  • Gehege (abhängig von Gehegeart): 30-300 Euro
  • Mehrkammernhaus/Wohnlabyrinth: 30-40 Euro
  • Käfigzubehör (z.B. Korkrinden, Heunester, Holzröhren, Brücken): insgesamt 40-60 Euro
  • Etagen: 16-20 Euro
  • Futternapf (nur für Frischfutter benutzen): ab 3 Euro
  • Wassertränke: 3-8 Euro
  • Sandbad: 4-8 Euro
  • Laufrad: 20-30 Euro

Haltungskosten pro Monat

  • Futter (Trockenfutter, Frischfutter, Eiweißfutter, Leckerlis): 5 Euro
  • Einstreu: 2-4 Euro
  • Chinchilla-Badesand: 2-4 Euro
  • Nistmaterial (Heu, Taschentücher etc.): 1-2 Euro

Ungeplante Kosten (TA)

Selbst bei einer artgerechten und vorbildlichen Haltung können Zwerghamster krank werden. In diesem Fall ist der Besuch bei einem Tierarzt erforderlich. Neben den Kosten für die Untersuchung muss dann mit weiteren ungeplanten Kosten für Medikamente, gegebenenfalls auch für Operationen, gerechnet werden. In jedem Fall sollte man immer ein Geldpolster von etwa 100 € bereithalten.

Die richtige Pflege

Zwerghamster sind sehr reinliche Tiere, die sich selbst putzen und pflegen. Jedoch brauchen sie hierbei auch etwas Hilfe von ihrem Halter. Dieser muss ihnen zum Beispiel ein Sandbad mit Chinchilla-Sand zur Verfügung stellen. In diesem betreiben die quirligen Gesellen täglich eine ausgiebige Fellpflege. Hamsterhalter müssen darüber hinaus im Abstand von 4-8 Wochen das Gehege sowie die Einrichtungsgegenstände komplett und gründlich reinigen. Pipi- und Kot-Ecken sollten mehrmals die Woche gereinigt werden. Außerdem muss das Hamsterhaus regelmäßig auf Frischfuttervorräte überprüft und diese gegebenenfalls entfernt werden. Die regelmäßige Reinigung des Hamsterheims ist sehr wichtig, da sich sehr leicht Krankheiten ausbreiten können.

Werden die kleinen Mitbewohner artgerecht gefüttert, entsteht normalerweise keine Karies. Zuckerhaltige Leckerlis und menschliche Süßigkeiten dürfen deshalb in keinem Fall verfüttert werden. Denn Karies kann bei Zwerghamstern erheblichen Schaden anrichten, wenn er sich im Körper ausbreitet. Um die Zahnpflege seines kleinen Lieblings zu unterstützen, sollte man diesem regelmäßig Äste und gesunde Nagerstangen ohne Zuckerzusatz anbieten.

Bei einer artgerechten Einrichtung erübrigt es sich, Krallen bei Zwerghamstern zu schneiden. Durch Klettern und Wühlen nutzen sich die Krallen der Tiere selbstständig ab. Nachhelfen sollte man mit Ästen, Laub von Bäumen, Fliesen und Sandbädern. Sollten die Krallen des Hamsters doch mal zu lang sein, müssen sie vom Tierarzt gekürzt werden.

Pflegeplan für Zwerghamster

Wann und wie pflege ich meinen Zwerghamster am besten?

Täglich: Um sich zu vergewissern, dass es dem Zwerghamster gut geht, sollte man jeden Tag kontrollieren, ob er sein Futter auffrisst und allgemein einen munteren Eindruck macht. Außerdem muss jeden Tag das Trinkwasser erneuert und das Tier gefüttert werden. Dabei sollte auch an den erhöhten Eiweißbedarf der Nager gedacht werden. Zutrauliche Zwerghamster brauchen außerdem täglich mindestens 1 Stunde Auslauf.
Alle 2-3 Tage: Jeden zweiten bis dritten Tag müssen Pipi- und Kot-Ecken gereinigt werden. Um die Ausbreitung von Bakterien und Schimmel zu verhindern, sollte übrig gebliebenes Frischfutter aus dem Nest entfernt werden.
Einmal die Woche: Ein fürsorglicher Hamsterhalter vergewissert sich einmal die Woche mit einem gründlichen Gesundheitsscheck, ob es seinem kleinen Liebling gut geht. Bei Bedarf sollten auch kleinere Teile des Gehege gereinigt werden.
Alle 4-8 Wochen: Etwa jeden Monat sollte das Hamsterheim inklusive der Einrichtungsgegenstände gründlich gereinigt werden. Im Sommer macht es Sinn, das Gehege häufiger zu reinigen.

Auslauf

Alle Zwerghamster-Arten sind bewegungsfreudige Gesellen. Doch ein ausreichend großes Gehege und ein artgerechtes Laufrad reichen nicht aus, um den Bewegungsdrang des Tieres zu stillen. Auslauf ist für Zwerghamster deswegen sehr wichtig. Allerdings sollten sie erst dann Auslauf erhalten, wenn sie einigermaßen handzahm sind und sich an ihre neue Umgebung gewöhnt haben. Dies kann, je nach Charakter des Tieres, mehrere Wochen dauern.

Ganz wichtig ist, die geeignete Stelle für den Auslauf zu finden. Ideal ist, wenn man ein kleines Zimmer hat, in dem alle gefährlichen Gegenständen, wie Pflanzen und Kabel, beseitigt werden. Badezimmer ohne Fußbodenheizung sind für den Auslauf eher weniger geeignet. Zwerghamster können sich durch die kalten Fliesen recht schnell eine Erkältung einfangen. Wer kein geeignetes Zimmer hat, um seinem Tier Auslauf zu geben, kann sich auch für einen speziellen Hamster-Auslauf entscheiden. Dieser besteht aus mehreren aneinandergereihten Brettern. Die Gesamtfläche sollte in diesem Fall mindestens so groß sein, dass man sich auch selbst hineinsetzen und mit dem Tier spielen kann. Eine gute Alternative zu diesen fertig erhältlichen Ausläufen sind Holzbretter, die man mit Klebeband miteinander verbindet. Auf keinen Fall sollte der Zwerghamster ohne Aufsicht laufen gelassen werden. Als verantwortungsbewusste Hamsterhalter sollte man sich jeden Tag 30-60 Minuten Zeit nehmen, um den Auslauf des neuen Mitbewohners zu beobachten.

Richtiges Hochnehmen und Tragen

Viele Zwerghamster sind am Anfang sehr scheu und lassen sich nicht gerne hochheben. Doch es ist nicht nur für das Zutrauen sehr wichtig, das Tier richtig hochnehmen zu können. Denn auch beim wöchentlich durchzuführenden Gesundheitsscheck muss man den Hamster hoch nehmen. Geduld und Einfühlungsvermögen können hier sehr viel bewirken. Am Anfang sollte man sehr leise mit dem Zwerghamster reden und versuchen, ihn mit einem Leckerli auf die Hand zu locken. Dieses Ritual sollte mehrere Tage lang wiederholt werden, bis sich der quirlige Geselle streicheln lässt. Dabei ist es vollkommen normal, dass der Hamster am Anfang wegläuft. Wer nicht aufgibt und geduldig bleibt, wird nach einiger Zeit damit belohnt, dass sich das Tier streicheln lässt. Hat sich der friedlichen Artgenosse an seinen neuen Halter gewöhnt und erkennt ihn als seinen Futtergeber, läuft er ganz selbstverständlich auf ihn zu, wenn dieser seine Hand in das Gehege hält.

Wenn der Hamster auf der Hand sitzen bleibt, kann man ihn hoch nehmen. Allerdings sind hier Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten, gelten Zwerghamster doch als recht flinke Gesellen. Deshalb muss man den kleinen Nager unbedingt mit beiden Händen komplett umschließen. Ist das Tier noch nicht zahm genug oder hat man Angst davor, gebissen zu werden, kann man auch eine Transportbox oder eine kleine Pappschachtel zur Hilfe nehmen. In diese legt man ein Leckerli und kann beobachten, wie der Zwerghamster bereits nach kurzer Zeit hineinklettert. Auf keinen Fall dürfen Hamster am Nackenfell hochgenommen werden. Dies ist für sie nicht nur besonders schmerzhaft, sondern macht ihnen auch Angst.

Bei schlechter Haltung drohen Stereotypen

Stereotype Verhaltensweisen sind bei Zwerghamstern leider keine Seltenheit. Sie entstehen bei nicht artgerechter Haltung. In den meisten Fällen kann der Hamsterhalter gar nichts dafür, wenn sein neuer Mitbewohner wie wild am Käfiggitter nagt. Zwerghamster gewöhnen sich Stereotypien relativ schnell an. Und dann ist es schwer, dieses Verhalten wieder los zu werden. Recht häufig kann man diese Verhaltensweisen bei Tieren beobachten, die aus dem Zoohandel stammen. In solchen Fällen kann man nur versuchen, dieses Verhalten durch einen ausreichend großen Käfig, einen regelmäßigen Auslauf, viel Bewegungsfreiheit sowie eine artgerechte Einrichtung mit vielen Kletter- und Buddelmöglichkeiten zu ändern.

Da Stereotypien dem Hamster nicht nur schaden, sondern ihm auch Schmerzen zufügen, ist es wichtig, diese zu unterbinden. Die Voraussetzung für ein langes und glückliches Leben der Tiere ist also, diese von Anfang an in einer artgerechten Unterkunft zu halten.

Zwerghamster: Ratgeber für artgerechte Haltung
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