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Hamsterverhalten: Den Goldhamster verstehen lernen

Wie jedem anderen Tier auch, können dem Goldhamster verschiedene Verhaltensweisen zugeordnet werden. Dazu gehört nicht nur das typische Hamstern von Futter, sondern auch das ausgiebige Laufradfahren sowie die Körper- und Lautsprache. Die Tiere bringen damit nicht nur Freude, Angst und Unsicherheit zum Ausdruck. An bestimmten Verhaltensweisen lässt sich auch erkennen, ob der Goldhamster krank ist.

Hamstern

Besonders typisch für Goldhamster ist das Hamstern von Nahrung. Dieses Verhalten hat den Tieren ihren Namen eingebracht. Jeder Halter sollte seinem kleinen Mitbewohner erlauben, etwas Nahrung im Haus oder an anderer Stelle zu bunkern. Für das Tier bedeutet dies Sicherheit, denn in der freien Wildbahn bringen Mittelhamster den ganzen Winter im Winterschlaf zu. Um dann genügend Nahrung zu haben, sind sie den ganzen Sommer damit beschäftigt, Vorräte zu sammeln. Somit liegt es ganz einfach in ihrer Natur, sich ein kleines Futterdepot anzulegen. Hamster, die dies nicht tun, zeigen ein sehr untypisches Verhalten und sind weitaus anfälliger für Stress als ihre Artgenossen.

Als Halter sollte man allerdings darauf achten, dass nur Trockenfutter gebunkert wird. Frisches Futter, wie Obst und Gemüse, muss nach spätestens zwei Tagen aus dem Käfig entfernt werden, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Goldhamster sind nachtaktiv

Im Gegensatz zu anderen Nagetieren sind Goldhamster nachtaktiv. Meistens verlassen sie erst in der späten Abenddämmerung ihr Haus, sind dann aber die ganze Nacht über aktiv. Man sollte sich also nicht daran stören, dass man seinen kleinen Liebling erst sehr spät am Abend zu Gesicht bekommt. Da dieser dann nicht selten durch Laufradfahren und andere Verhaltensweisen Lärm macht, ist es gut, wenn der Hamster nicht im Schlafzimmer steht. In jedem Fall muss Rücksicht auf die Nachtaktivität des Tieres genommen werden. Wird der kleine Mitbewohner zu häufig aus dem Schlaf gerissen, bedeutet dies für ihn viel Stress und kann das Leben des Goldhamsters verkürzen.

Goldhamster lieben das Laufradfahren

Zwar können Laufräder dem quirligen Gesellen einen großen und abwechslungsreich eingerichteten Käfig nicht ersetzen, dennoch sind sie wichtig. Da Goldhamster in freier Natur nachts mehrere Kilometer zurücklegen, um Futter zu suchen, müssen sie diesem Bewegungsdrang auch in der Heimtierhaltung nachgehen. Den possierlichen Tierchen kein Laufrad in das Gehege zu stellen, kann Stereotypien fördern und außerdem das Herz-Kreislauf-System sowie die Konditionen des Tieres negativ beeinflussen.

Da Laufradfahren für Mittelhamster enorm wichtig ist, ist darauf zu achten, ein qualitativ hochwertiges Laufrad auszuwählen. Ob der Hamster mit der Wahl seines Halters zufrieden ist, kann man daran erkennen, ob er viel oder wenig Zeit im Hamsterrad verbringt. Artgerechte und verletzungssichere Varianten werden mitunter die ganze Nacht genutzt.

Putzen und Baden

Ein für den Goldhamster typisches Verhalten ist auch das Putzen und Baden, das man meistens direkt nach dem Aufstehen beobachten kann. Damit das Tier seinen natürlichen Verhaltensweisen nachkommen kann, sollte es direkt nach dem Aufstehen erstmal in Ruhe gelassen werden. Nachdem sich der Hamster geputzt hat, nimmt er meistens noch ein ausgiebiges Bad im Chinchilla-Sand. Dieses dient nicht nur der Fellpflege, sondern auch dem Stressabbau.

Sterotypien – Käfignagen & Co.

Nager, die unglücklich sind, zeigen dies nicht immer durch Lautsprache. Die meisten von ihnen entwickeln so genannte Stereotypien, zu denen vor allem das lästige Käfignagen oder das ständige Hin- und Herrrennen auf der Stelle gehört. Für den Halter sollte dies immer ein Zeichen dafür sein, dass sich sein Haustier nicht wohl fühlt. In den meisten Fällen ist ein zu kleiner und nicht abwechslungsreich gestalteter Käfig für dieses Verhalten verantwortlich.

Stereotypien sind immer ein Anzeichen für Langeweile. Selbst in einem ausreichend großen Käfig kann das Gitternagen vorkommen. Dann fehlen dem Tier schlichtweg Spielzeug und Buddelmöglichkeiten. Auch fehlende Laufräder können dieses Verhalten begünstigen. Goldhamster aus Zoohandlungen, die schlecht gehalten wurden, haben nicht selten das Knabbern am Gitter erlernt. Selbst dann, wenn sie einen ausreichend großen Käfig bekommen, können sie dieses Verhalten nur schwer ablegen. Als Halter kann man lediglich versuchen, seinem Hamster viel Abwechslung und Beschäftigung zu bieten.

Übrigens kann auch Stress Stereotypien auszulösen. Deshalb muss immer auf die artgerechte Haltung geachtet werden. Da Mittelhamster als nachtaktiv gelten, sollten sie tagsüber in keinem Fall gestört werden. Auch dann, wenn das Gehege zu oft gereinigt wird und das Futterdepot des Tieres einfach verschwindet, zeigen die possierlichen Tierchen ihr Unbehagen durch Gitternagen. Das Gleiche kann passieren, wenn es in der Käfigumgebung zu laut ist.

Wenn der Hamster alt wird

Wenn Goldhamster alt werden, sieht man ihnen dies nur selten an. Meistens wird ihr Fell nur etwas lichter, dünner und struppiger oder sie bekommen graue Haare sowie weiße Stellen im Fell. Viel verlässlicher sind typische Verhaltensweisen, die alte Hamster an den Tag legen. So werden seine Bewegungen insgesamt langsamer, das Tier bleibt länger in seinem Häuschen und verkürzt seine Aktivitätszeiten. Ein tollpatschiger Gang deutet auf die Verminderung der Sehkraft des Tieres hin, trübe Augen können ein Anzeichen für grauen Star oder eine beginnende Erblindung sein.

Nicht jeder Hamster entwickelt im Alter Krankheiten, die behandlungsbedürftig sind. Dass es dem kleinen Mitbewohner gut geht, kann man daran erkennen, dass er weiterhin Laufrad fährt. Erst dann, wenn sich das Tier gar nicht mehr im Laufrad bewegt, ist davon auszugehen, dass es ihm nicht gut geht.

Folgende Verhaltensweisen sind typisch für alte Hamster

  • verlangsamte Bewegungen
  • längere Schlafzeiten und verkürzte Aktivitätszeiten
  • Auslauf wird seltener genutzt
  • häufiges Verstecken im Haus
  • tolpatschiger, steifer, langsamer und gemächlicher Gang
  • Umgebungsveränderungen verunsichern das Tier
  • seltener im Laufrad, langsameres Fahren
  • veränderte Fressgewohnheiten

Wenn der Goldhamster beißt

Goldhamster sind keine aggressiven Tiere, vorausgesetzt, sie werden artgerecht gehalten und mit Respekt behandelt. Dafür, dass ein Hamster beißt, kann es unterschiedliche Ursachen geben. In den meisten Fällen ist der Halter selbst verantwortlich. Mit kleinen Veränderungen können bissige Goldhamster zahm werden.

Mögliche Ursachen für bissige Hamster

  • Das Tier wird zu früh oder zu oft geweckt
  • Der Mittelhamster wird in seiner Routine (Futtersammeln, Baden, Putzen) gestört
  • Die Hamsterdame ist schwanger und reagiert gereizt
  • Das Hamstermännchen befindet sich in der Pubertät (Alter: 2-3 Monate) und will sein Revier verteidigen
  • Der Nager ist krank und hat Schmerzen
  • Der Goldhamster verwechselt den Geruch seines Halters mit einer Leckerei
  • Fremde Gerüche verunsichern den quirligen Gesellen

Hin und wieder kommt es auch vor, dass gerade junge Tiere ohne Grund beißen. Meistens wollen sie dabei nur testen, ob sich um etwas Essbares handelt. Ein solcher Biss tut normalerweise nicht weh. Dennoch muss dem Hamster gezeigt werden, dass dieses Verhalten nicht tolerierbar ist. Wenn man gebissen wird, sollte man seinen kleinen Liebling ganz einfach leicht mit dem Finger wegschubsen. Sollte das nichts bringen, gibt es noch eine andere Methode, um den quirligen Gesellen am Beißen zu hindern: Mittelscharfen Senf dünn auf die Fingerkuppen streichen. In geringen Dosen ist Senf für Hamster nicht gefährlich, kann diese jedoch vom Beißen abhalten.

Andere typische Verhaltensweisen

In der Heimtierhaltung gibt es natürlich auch andere, für den Hamster typische Verhaltensweisen, von denen wir hier einige vorstellen möchten.

  • Vorsichtiges über den Boden Kriechen, flach an die Oberfläche gedrückter Körper: Der Goldhamster erkundet eine ihm fremde Umgebung. Meistens nach der Käfigreinigung zu beobachten.
  • Eng anliegende Ohren: Das Tier zeigt in einer ihm nicht vertrauten Umgebung so seine Unsicherheit.
  • Zögerliches Gehen, Tier richtet seinen Körper immer wieder auf: Neugierige Erkundung der Umgebung.
  • Schnelles Weglaufen und Verstecken: Meistens zu beobachten, wenn man sich dem Hamsterkäfig zu schnell nähert. Das Tier hat Angst und kann mit der stressigen Situation nicht richtig umgehen. Fast immer gibt sich dies mit der Zeit, wenn das Nagetier Vertrauen zu seinem Halter gefasst hat.
  • Kleine Augen, angelegte Ohren, struppiges Fell: Der kleine Mitbewohner ist gerade erst wach geworden. Der er wahrscheinlich gleich mit seinem täglichen Putzritual beginnt, sollte er jetzt nicht gestört werden. Wenn das Tier sich nach dem Aufstehen allerdings nicht putzt und seine Fellpflege vernachlässigt, können dies Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.
  • Buddeln und Baden in Sand oder Streu: Dem Goldhamster geht es gut, er fühlt sich sichtlich wohl und geht seinen natürlichen Instinkte nach.
  • Schrubben/Anschmiegen an Einrichtungsgegenständen: Hamster markieren durch das Sekret ihrer Seitenflankendrüsen ihr Revier – meistens wenn sie paarungsbereit sind, aber auch nach der Käfigreinigung.
  • Zurückweichen vor Hand: Der Nager fühlt sich unsicher und hat Angst. Der Halter sollte seine Hand jetzt nicht bewegen und warten, bis das Tier von selbst auf ihn zukommt.
  • Aufgerichtete Ohren, auf Hinterbeine stellen: Der Goldhamster hat etwas gehört und versucht neugierig, herauszufinden, was es war.
  • Ausgiebiges Putzen: Ausgiebiges Putzen kann ein Zeichen von Unsicherheit sein. Vor allem dann, wenn sich das Tier beim Auslauf putzt. Ansonsten ist der Putzvorgang nach dem Aufstehen etwas Natürliches.
  • Kreischen/Quietschen: Manche Hamster bringen ihre Angst und Unsicherheit durch ein lautes Kreischen zum Ausdruck. Allerdings kann dies auch auf Schmerzen hindeuten.
  • Gähnen: Gähnen ist sowohl ein Zeichen von Entspannung als auch von Müdigkeit. Wenn das Tierchen den Mund aufreißt ohne sich dabei zu strecken, ist dies ein Zeichen für Angriffslust.
  • Klappern mit den Zähnen: Vorstufe von Aggressionen. Man sollte das Tier jetzt in Ruhe lassen.
  • Fauchen: Wenn der Halter das Tier dennoch nicht in Ruhe lässt, geht dieses noch einen Schritt weiter, indem es durch Fauchen ein aggressives Droh- und Abwehrverhalten zeigt.
  • Zusammenzucken, Aufblasen von Backentaschen, Strecken: Drohgebärde – Jetzt ist für den Halter Vorsicht geboten, denn er hat seinen kleinen Liebling verärgert. Wer jetzt nicht aufpasst, riskiert einen Biss.
  • Beißen und Zurückweichen: Dies sind eindeutige Zeichen dafür, dass der Goldhamster jetzt seine Ruhe braucht.
  • Enges an den Boden Drücken, Hochstrecken des Hinterteils, bewegungsloses Daliegen: Weibliche Hamster signalisieren damit ihre Empfängnis- oder Paarungsbereitschaft.
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