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Hamsterkrankheiten: Das ist zu tun wenn der Goldhamster krank ist

Wie jedes andere Tier auch, können Goldhamster Krankheiten bekommen. Manche machen einen Besuch beim Tierarzt erforderlich, bei anderen sind die Symptome so schwerwiegend, dass das Tier operiert werden muss oder man sich die Frage stellen muss, ob es nicht besser ist, seinen Goldhamster einschläfern zu lassen. Außerdem muss vor dem Kauf überprüft werden, ob das Tier gesund ist. Wie sieht der optimale Check vor dem Hamsterkauf aus? Wie führt man den regelmäßigen Gesundheitscheck selbst durch? Was sind häufige Krankheiten beim Goldhamster? Was muss beim Gang zum Tierarzt bzw. nach Operationen beachtet werden?

Check vor dem Kauf

Bevor man einen Hamster kauft, sollte man diesen auf seine Gesundheit hin überprüfen. Bereits bevor man sich für ein bestimmtes Tier entscheidet, sollten die Gegebenheiten vor Ort inspiziert werden. Sehen die Käfige sauber aus, werden alle Tiere mit Futter und Wasser versorgt? Auch die Frage, ob Männchen und Weibchen zusammen oder getrennt gehalten werden, sagt viel über die Haltung der possierlichen Tiere aus. Werden die friedlichen Artgenossen nicht gut gehalten, sollte man erwägen, seinen neuen Mitbewohner woanders zu kaufen. Generell empfiehlt es sich nicht, Tiere im Zoohandlungen zu kaufen.

Wenn man sich für einen bestimmten Goldhamster entschieden hat, ist es Zeit, diesen genau zu beobachten. Hat der quirlige Geselle glänzende Augen, ein gesundes und trockenes Fell sowie eine saubere Nase und saubere Ohren? Bewegt sich der kleine Nager normal oder macht er den Eindruck, verletzt zu sein? Ist das Tier zutraulich oder hat der Verkäufer Angst, dieses in die Hand zu nehmen, weil dieser beißen könnte? Wie weit sind die Verkäufer vor Ort über Goldhamster und deren Haltung informiert? Wird ein Gesundheitscheck beim Herausnehmen durchgeführt?

Es gibt auch zu Handlungen, die eine artgerechte Tierhaltung bevorzugen. Dies kann man leicht daran erkennen, dass die Tiere in einem ausreichend großen Käfig leben, nach Geschlecht getrennt sind, dass der Verkäufer genau weiß, wie man den Hamster hochnehmen muss und daran, dass er einen über die artgerechte Haltung und darüber aufklärt, dass man mit dem Hamsterkauf eine Verpflichtung eingeht.

Gesundheitscheck beim Hamster – Woraus muss ich achten?

Auch dann, wenn ein Gesundheitscheck vor dem Kauf des Goldhamster sdurchgeführt wurde, entbindet einen dies nicht von der Pflicht, das Tier täglich zu beobachten. Außerdem sollten Goldhamster mindestens einmal in der Woche gewogen und ihr Gewicht notiert sowie überprüft werden. Beim wöchentlichen Gesundheitscheck sollte der neue Mitbewohner aber nicht nur gewogen werden. Es muss auch darauf geachtet werden, ob sein Fell trocken ist und glänzt, ob seine Augen und Ohren frei von Verkrustungen sind und ob sein Afterbereich sauber ist. Ebenso wichtig ist es, den quirligen Gesellen nach spürbaren Knoten und Tumoren abzusuchen. Nur dann, wenn diese frühzeitig erkannt werden, besteht die Chance auf Heilung.

Folgende Fragen sollte man sich bei der täglichen Beobachtung seines Mitbewohners stellen:

  • Sucht der Goldhamster sein Futter, nimmt er Frischfutter und Leckerlis an?
  • Verlässt er abends zur gewohnten Zeit sein Haus, zeigt Interesse an seiner Umgebung und ist munter?
  • Ist das Tier so aktiv wie immer und bewegt sich in seinem Laufrad?

Sobald man eine Unregelmäßigkeit bei der Beobachtung feststellt, muss man sich die Symptome notieren. Je nachdem, sollte ein Gang zum Tierarzt in Erwägung gezogen werden. Hierfür muss immer eine mit etwas Futter, Zellstoff und Streu gefüllte Transportbox bereitstehen. Außerdem sollte man dem Tierarzt wichtige Daten seines Haustieres nennen können.

Grundvoraussetzungen für lange Gesundheit

Halter selbst können sehr viel dafür tun, dass ihr Haustier gesund bleibt. Neben der Haltung in einem großen und abwechslungsreich eingerichteten Hamsterkäfig ist die Ernährung besonders wichtig. Diese sollte artgerecht und abwechslungsreich sein. Auf keinen Fall sollte an der falschen Stelle gespart und auf minderwertiges Trockenfutter zurückgegriffen werden. Nur qualitativ hochwertiges Hamsterfutter enthält alle Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die das Tier braucht, um gesund zu bleiben. Darüber hinaus ist es wichtig, den Käfig regelmäßig zu reinigen, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen können. Beim täglichen Auslauf müssen Gefahrenquellen, wie giftige Pflanzen und Steckdosen, beseitigt werden.

Hamster – Häufige Krankheiten

Allgemeine Krankheitsanzeichen

Wer mindestens einmal in der Woche das Gewicht seines Goldhamsters beobachtet, sollte auf Gewichtsschwankungen achten. So deutet ein Gewichtsverlust fast immer auf Krankheiten hin. Völlig normal hingegen sind Gewichtsschwankungen von etwa 5 g die Woche. Sollte der Unterschied größer sein, kann dies ein Hinweis auf eine ernste Erkrankung oder auf Stress des Tieres sein. Zu dick sein sollte der Hamster natürlich auch nicht. Denn das erhöht das Risiko für Erkrankungen.

Pilzbefall

Wenn man kahle oder schorfige Stellen an seinem Mitbewohner bemerkt und sich dieser vermehrt kratzt, kann dies ein Hinweis auf einen Pilzbefall, auf Milben oder einen Parasitenbefall sein. Am häufigsten kommt beim Goldhamster die Ring- oder Glanzflechte vor, die unbedingt vom Tierarzt behandelt werden muss – auch, weil diese Pilzarten auf den Menschen übertragen werden können. Ein eindeutiger Hinweis auf einen Pilzbefall sind kreisrunde, haarlose und oft weißlich verschorfte Stellen am Fell. Nicht selten kommt es nur zu einem Haarausfall im Flankenbereich oder Genitalbereich. Wie kann man einen Pilzbefall verhindern? Ist der Hamster starkem Stress ausgesetzt und wird zum Beispiel zu oft geweckt oder lebt in einem zu lauten Raum, kann dies den Pilzbefall ebenso begünstigen wie ein unsauberer Käfig oder schlechte Ernährung, die Abwehrkräfte des Tieres schwächen. Besondere Vorsicht ist bei alten Tieren geboten. Sie haben weniger Abwehrkräfte, weshalb sich Pilze bei ihnen leichter ansiedeln können. Behandelt wird der Pilzbefall beim Tierarzt durch ein lokal wirkendes Antimykotika.

Abgebrochene Vorderzähne

Beim wöchentlichen Gesundheitscheck sollten die Zähne des Nagers genauer angesehen werden. Diese sollten so zueinanderstehen, dass sie sich gut abnutzen können. Was die Farbe anbelangt, so deuten gelbe bis orangefarbene Vorderseiten der Schneidezähne auf gesunde Zähne hin. Wichtig ist, dass die Zähne nicht zu lang sind. Ansonsten muss man dem friedlichen Artgenossen mehr Zweige zum Nagen oder harte Hundeknochen geben. Sollte sich das Problem dadurch nicht lösen lassen, muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Augenentzündungen

Wenn sich um die Augen des Goldhamsters ein milchiger oder wässriger Ausfluss bildet, kann dies auf Augenentzündungen hindeuten. Auch Verklebungen am Auge sowie Verkrustungen und nasse Stellen im Fell können ein Hinweis auf eine solche Entzündung sein. Oftmals sind auch die Augenränder gerötet und es bildet sich ein trockener Ausfluss. Nicht selten gehen bakterielle Infektionen der Atemwege und andere allgemeine Erkrankungen mit einer Augenentzündung einher. Verantwortlich dafür sein kann auch staubige Einstreu, die die Augen reizt. Hat der Goldhamster Probleme damit, seine Backentaschen zu leeren, kann sich auch das in häufig tränenden Augen widerspiegeln. Unbedingt vom Tierarzt abgeklärt werden muss, ob es sich um eine allgemeine Augenentzündung oder vielleicht um einen Tumor hinter dem Auge handelt. Eine bakterielle Bindehautentzündung wird durch eine antibiotische Augensalbe oder durch Augentropfen behandelt. Verletzungen im Auge werden vom Tierarzt durch Reinigung mit einer Kochsalzlösung beseitigt.

Gebärmutterentzündung

Weibchen, die einen übel riechenden Ausfluss und eine schmutzige und verschmierte Analregion haben, könnten von einer Gebärmutterentzündung betroffen sein. Auch ein starker Aktivitätsverlust, die Verweigerung von Futter und eine Druckempfindlichkeit am Bauch deuten auf eine Gebärmutterentzündung beim hin. Ursache hierfür sind bakterielle Erreger, die an den empfängnisbereiten Tagen in die Gebärmutter eindringen und dort Entzündungen hervorrufen. Besonders stark gefährdet von einer Gebärmutterentzündung sind ältere Goldhamster. Besteht die Möglichkeit, dass der kleine Mitbewohner eine Gebärmutterentzündung hat, muss unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden. Bleibt diese Erkrankung unbehandelt, kann sie zum Tod des Tieres führen. Behandelt wird die Gebärmutterentzündung vom Tierarzt durch ein Antibiotikum, welches entweder gespritzt oder oral eingeführt wird. Eine solche Behandlung erstreckt sich meistens über einen Zeitraum von 7-10 Tagen. Besonders hilfreich sind auch Schmerzmittel, da diese Entzündung recht häufig mit starken Schmerzen einhergeht. Außerdem kann es erforderlich sein, dem Haustier zuzufüttern.

Durchfall

Ob ein Hamster Durchfall hat, ist aufgrund der Reinlichkeit des Tierchen nur schwer zu erkennen. Doch ungewöhnlich stark stinkender Kot und schmierige Kotabsonderungen im Käfig können erste Hinweise auf Durchfall sein. Die Ursachen für Durchfall sind meistens in einer zu schnellen Ernährungsumstellung nach dem Kauf zu finden. Deshalb muss der Hamster langsam an das neue Futter gewöhnt werden. Dies gilt insbesondere für Frischfutter. Dieses sollte vorher immer gewaschen werden. Allerdings kann für Durchfall auch eine bakterielle oder virale Infektion sowie ein Befall mit Würmern und eine Hefepilzinfektion verantwortlich sein. Durchfall, der länger als 24 Stunden andauert, muss vom Tierarzt überprüft werden. Denn länger anhaltender Durchfall kann zum Tod des Goldhamsters führen.

Milbenbefall

Zwar bekommen Goldhamster selten Milben, ausgeschlossen ist dies jedoch nicht. Sowohl eine Gewichtsabnahme als auch kleine schwarze Punkte im Fell deuten auf Haar- und Pelzmilben hin. Davon werden aber meistens nur alte oder geschwächte Nager befallen. Schorfige und teilweise blutig verkrustete Wunden, Unruhe, Inaktivität, Juckreiz und Gewichtsabnahme deuten hingegen auf Räudemilben hin. Tiere, die besonders stark von Räudemilben befallen sind, sterben nicht selten durch Stress. Charakteristisch für Haarlinge und Flöhe, die sich bevorzugt am Kopf und am After ansiedeln, sind kleine weiße oder schwarze Würmer oder Flöhe, die man unter dem Mikroskop erkennen kann. Um zu verhindern, dass die possierlichen Tierchen Milben bekommen, sollte immer auf einen sauberen Käfig, auf die richtige Käfigeinrichtung, die richtige Einstreu und artgerechte Ernährung sowie darauf geachtet werden, dass das Tier keinem Stress ausgesetzt wird. In jedem Fall ist der Gang zum Tierarzt erforderlich, wenn der Goldhamster eindeutige Anzeichen für Milben aufweist. Dieser kann dem friedlichen Artgenossen Mittel zum Spritzen oder Produkte verschreiben, die direkt auf das Fell aufgebracht werden.

Geschwollene Hoden

Beim männlichen Goldhamster ist es vollkommen normal, dass die Hoden im Sommer sehr stark anschwellen. So wird der Samen des Tieres gekühlt. Wenn die Hoden bis zur Murmelgröße anschwellen und leicht rot werden, braucht man sich normalerweise keine Sorgen zu machen. Allerdings sollte daran gedacht werden, dass die Haustiere dann etwas Kühlung benötigen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass sich der Hamster nicht an scharfkantigem Streu verletzt

Blasen- oder Nierenerkrankung

Schmerzen und ein krummer Rücken beim Wasserlassen, stark riechender Urin, Blut im Urin sowie ein ständig feuchter Afterbereich können auf eine Blasen- oder Nierenerkrankung hindeuten, die unbedingt vom Tierarzt behandelt werden muss. Allerdings gibt es auch Nahrungsmittel, die den Urin rot färben können. Dazu zählen in etwa Fenchel, Karotten und Rote Beete.

Harter Bauch

Unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden muss, wenn beim quirligen Gesellen ein angespannter Bauch, Inaktivität und verminderte Nahrungsaufnahme beobachtet werden. Dies sind eindeutige Anzeichen für eine starke Fehlgärung im Darm, die meistens durch falsches, nasses und unverträgliches Frischfutter ausgelöst wird. Beim weiblichen Hamster kann ein angespannter Bauch auch auf eine Gebärmutterentzündung hindeuten. Das sollte unbedingt vom Tierarzt abgeklärt werden!

Tumore

Goldhamster, die spürbare Verdickungen haben, müssen unbedingt zum Tierarzt. Denn nur dieser kann abklären, ob es sich um Krebs, Zysten, einen Tumor oder um andere Wucherungen handelt. Werden diese rechtzeitig erkannt, bestehen recht gute Heilungschancen.

Hirnhautentzündung (LCM)

Eine Hirnhautentzündung kann vom Goldhamster bis zu einem Alter von drei Monaten auf ungeborene Babys im Mutterleib übertragen werden. Zwar handelt es sich um eine äußerst seltene, durch Körperflüssigkeiten übertragener Erkrankung, dennoch sollte man sich bei Schwangerschaft keinen Hamster anschaffen.

Knochenbrüche

Der Hamsterkäfig sollte nach Möglichkeit so eingerichtet sein, dass sich das Haustier beim Sturz keine Verletzungen zufügen kann. Ansonsten kann es zu ernsthaften Knochenbrüchen kommen.

Allergien

Goldhamster können Allergien bekommen, was sich sehr häufig durch Niesen bemerkbar macht. Dafür verantwortlich sein kann zum Beispiel eine Allergie gegen das Streu oder Heu. Wenn neues Streu verwendet wird, sollte zunächst überprüft werden, ob es sich um eine allergische Reaktion handelt. Da Niesen auch auf eine Lungenentzündung hindeuten kann, ist in jedem Fall die rechtzeitige Abklärung über den Tierarzt erforderlich.

Nassschwanzkrankheit

Eine Krankheit, die nur sehr junge Tiere (unter acht Wochen) bekommen können, ist die Nassschwanzkrankheit. Erkennen kann man diese Erkrankung daran, dass das Fell im Bereich des Schwanzes großflächig feucht ist. Wenn man sofort den Tierarzt aufsucht, gibt es die Möglichkeit, die Krankheit durch ein Antibiotikum einzudämmen. Eine Ursache für die Nassschwanzkrankheit kann Stress, aber auch falsches Futter, ein zu kleiner Käfig sowie eine zu frühe Trennung von der Mutter sein.

Speichelkrankheit

Mumpsähnliche Symptome beim Goldhamster, die eventuell durch Lähmungen begleitet werden, deuten auf eine Virusinfektion, die Speicherkrankheit, hin und machen den Gang zum Tierarzt erforderlich.

Karies

Wer den Fehler macht, seinem kleinen Mitbewohner zu oft zu viel Süßes zu füttern, kann eine Karies bei dem Tier begünstigen. Dies kann für die Gesundheit des Tieres sehr verheerend sein. Wenn Karies zu einer Entzündung des Zahnfleisches führt und sich diese Entzündung innerlich ausbreitet, kann nur noch eine gezielte Antibiotika-Gabe helfen – vorausgesetzt, die Krankheit wird rechtzeitig erkannt.

Hitzeschlag

Goldhamster können im Gegensatz zu Menschen nicht schwitzen, da sie keine Schweißdrüsen haben. Heiße Sommer können für sie deswegen besonders fatal sein. Bei sehr hohen Umgebungstemperaturen können die Tiere deswegen einen Hitzeschlag bekommen. Dieser zeigt sich durch eine völlige Teilnahmslosigkeit, durch Flankenatmung sowie einen schwachen Puls. In diesem Fall ist unverzügliches Handeln gefragt. Das Tier sollte so schnell wie möglich in ein kühles und feuchtes Handtuch gewickelt werden. Außerdem muss dem Hamster Flüssigkeit eingeflößt werden und seine Füße müssen in kühles, jedoch nicht eiskaltes, Wasser eingetaucht werden. Anschließend steht der Gang zum Tierarzt bevor. Dort wird der kleine Nager mit Infusionen und einem Mittel gegen Kreislaufversagen versorgt.

Das kann man vorbeugend tun: Ideal für Goldhamster sind konstante Temperaturen, die bei etwa zwei 20° liegen sollten. Bei Temperaturen über 22°, also vor allem im Sommer, ist es wichtig, dem Tier Kühlung zu verschaffen, ansonsten kann es zu einem Hitzeschlag kommen. Kacheln und Steine, die in das Gehege gelegt werden, sind für die friedlichen Zeitgenossen bei Sommerhitze eine gute Kühlungsmöglichkeit. Ebenso beliebt sind feuchte Tontöpfe, die vorher für kurze Zeit in das Gefrierfach gelegt werden. Auch ein Sandkasten mit eventuell leicht feuchtem Chinchillasand kann dem Nagetier helfen, sich abzukühlen. Bei einem besonders heißen Sommer können Eiswürfel oder Kühlakkus, die in eine Tüte gegeben und auf das Gitter des Geheges gelegt werden, helfen, die heißen Temperaturen besser zu verkraften.

Gelenkentzündung

Bekommt der Goldhamster zu wenig Vitamin E, führt dies zu Beeinträchtigungen seines Bewegungsapparates sowie zu Gelenkentzündungen. In diesem Fall ist es wichtig, das Haustier mit entsprechendem Futter, wie Weizenkeimen, Hafer, Quark, Joghurt, frisches Obst oder Gemüse, zu versorgen.

Schnupfen

Werden Hamster Kälte oder Zugluft ausgesetzt, können sie einen Schnupfen bekommen, der sich im Ernstfall zu einer Lungenentzündung entwickeln kann. Erkennen kann man Schnupfen daran, dass sich die Atmung des Tieres wie ein leises Pfeifen anhört. Außerdem leidet der niedliche Mitbewohner meistens unter Niesen und Naselaufen und verweigert die Nahrungsaufnahme. Bei leichtem Schnupfen reicht es, Vitaminpräparate zu geben und die Raumtemperatur konstant bei 20° zu halten. Darüber hinaus sollte der Goldhamster die nun notwendige Ruhe bekommen. Sofern sich in den nächsten Stunden keine Besserung zeigt, ist der Gang zum Tierarzt erforderlich.

Der Gang zum Tierarzt

Bei vielen Krankheitsanzeichen von Goldhamstern ist schnelles Handeln gefragt. Bei einer Krankheit erst noch nach einem passenden Tierarzt zu suchen, kann wertvolle Minuten oder Stunden kosten. Das Beste ist, man sucht sich direkt nach dem Kauf des Haustieres einen Tierarzt, der sich auf Kleintiere spezialisiert hat.

Kein Tier geht gerne zum Arzt. Deshalb sollte man seinem Liebling den Besuch beim Tierarzt so angenehm wie möglich machen. Eine ausreichend große Transportbox aus Kunststoff, die mit Streu, Heu und etwas Futter ausgestattet ist, ist für solche Fälle unerlässlich. Sinnvoll ist auch, etwas Streu aus dem Gehege in die Transportbox zu geben, da der Hamster so gewohnte Gerüche bei sich hat. Beim Gang zum Tierarzt im Sommer muss auch an wasserhaltiges Frischfutter gedacht werden. Im Winter hingegen ist eine Wärmeflasche, die unter die Transportbox gehalten wird, wichtig.

Natürlich muss darauf geachtet werden, dass die Transportwege so kurz wie möglich sind. Und auch der Halter selbst sollte sich auf den Tierarztbesuch vorbereiten und sich hierfür folgende Daten notieren:

  • Alter des Goldhamsters
  • Gewicht des Tieres
  • Vorangegangene Erkrankungen
  • Krankheitssymptome
  • Medikamente, die der Nager einnimmt oder eingenommen hat
  • Selbst durchgeführte Heilungsmaßnahmen

Medikamentengabe

In der Tierarztpraxis findet meistens nur die Erstversorgung der Tiere statt und weitere Medikamente müssen Zuhause verabreicht werden. Da nur die wenigsten Tabletten, Pasten und Tropfen gut schmecken, muss mit einigen Tricks gearbeitet werden. Tabletten sollten unbedingt zerrieben und unter einem Klecks Marmelade oder mit Saft verabreicht werden. Das Gleiche gilt für Antibiotika, andere Tropfen, Pulver und Pasten. Um die Medikamentengabe zu erleichtern, können auch Milchprodukte verwendet werden. Sollte das Tier freiwillig nichts vom Löffel nehmen, sollte man versuchen, das Medikament mit einer nadellosen Spritze direkt in den Mund zu geben. Gut ist, wenn man dabei etwas Hilfe hat. Während jemand den kleinen Nager hält und auf dem Arm fixiert, schiebt der Helfer die Spritze seitlich hinter die Zähne und streichelt über den Hals des Tieres, damit der Schluckreflex ausgelöst wird. Auf keinen Fall sollten Medikamente über das Trinkwasser verabreicht werden. Hierbei ist die Gefahr zu groß, dass der Goldhamster zu wenig trinkt und damit den Wirkstoff nicht in ausreichender Menge aufnimmt.

Operationen

Bei besonders schwerwiegenden Erkrankungen müssen Goldhamster operiert werden. Schon wenige Tage vor der Operation sollte vom Halter alles hierfür Notwendige vorbereitet werden. Auch das Tier kann auf die Operation vorbereitet werden, indem die Einstreu aus dem Gehege genommen und dieses mit Küchentüchern und Geschirrtüchern ausgelegt wird. Direkt nach der Operation muss auch daran gedacht werden, das Sandbad zu entfernen, damit die Wunde sauber bleibt.

Das letzte Frischfutter sollte der quirlige Geselle am Abend vor der Operation bekommen. Trockenfutter darf weiterhin so viel gegessen werden, wie vom Patienten gewünscht. Damit es dem kleinen Nager nach der Operation gut geht, sollte er auf einem Wärmekissen gelagert werden. Idealerweise sollte der Arzt vorher gefragt werden, ob er ein solches Wärmekissen hat. Ansonsten sollte man ein solches Kissen mit zur Behandlung nehmen. Auch auf dem Weg nach Hause ist Wärme für den Hamster besonders wichtig. Eine Wärmeflasche, die vorher fest in ein Handtuch eingewickelt wird, sollte unbedingt mit in die Transportbox und später in den Käfig gelegt werden, bis es dem Tier wieder besser geht.

Nach Operationen sind eingehende Beobachtungen sehr wichtig. Wenn das Tier nicht von selbst frisst, muss es eventuell zwangsernährt werden. Bis etwa eine Woche nach der Operation sollte der Käfig weiterhin mit Handtüchern statt Streu ausgelegt werden, damit sich Wunden nicht entzünden. Außerdem müssen die Wunden täglich kontrolliert werden. Sollte der Hamster sichtbare Schmerzen haben oder der Halter Entzündungen entdecken, ist unmittelbar ein Tierarzt aufzusuchen.

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