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Einen Goldhamster kaufen: Das gilt es zu beachten

Wenn man einen Goldhamster kauft, geht man damit eine Verpflichtung ein, die nicht unterschätzt werden sollte. Deshalb ist es wichtig, sich vorher ein wenig mit dem Thema Hamsterhaltung zu beschäftigen und sich zu fragen, ob ein Goldhamster überhaupt das richtige Haustier für einen ist.

Überlegungen vor dem Kauf eines Goldhamsters

Goldhamster gelten als nachtaktive Tiere, die meistens erst gegen 20 oder 21 Uhr wach werden. Meistens leben die kleinen Nagetiere nach ihrem eigenen Rhythmus und so kann es durchaus sein, dass man sein Haustier mehrere Tage über gar nicht zu sehen bekommt. Dennoch stellt der quirlige Geselle verschiedene Anforderungen an seinen Halter und braucht zudem täglich einen mindestens einstündigen Auslauf. Aus diesem Grund sind Goldhamster in erster Linie dann die richtigen Haustiere, wenn man abends lange wach ist und dann die Zeit hat, sich auch mit dem Tier zu befassen.

Die meisten entscheiden sich für dieses possierliche Tierchen, weil es ziemlich unkompliziert in der Haltung ist und weniger Kosten verursacht als größere Haustiere, wie zum Beispiel ein Hund. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die niedlichen Nager leider eine relativ kurze Lebenserwartung haben und nur selten älter als drei Jahre werden. Kinder, die sich gerade erst an ihren Hamster gewöhnt haben und sich schon nach kurzer Zeit von diesem verabschieden müssen, können ein solches Erlebnis manchmal nur schwer verarbeiten. Deshalb und auch, weil Goldhamster keine Tiere zum Kuscheln und Schmusen, sondern eher zum Beobachten sind, gehören sie nicht unbedingt in die Obhut von kleinen Kindern.

Will ich ein Männchen oder ein Weibchen?

Diese Frage sollte man sich möglichst vor dem Hamsterkauf stellen, denn sie kann weit reichende Konsequenzen haben. Vor allem dann, wenn man nur die Möglichkeit hat, das Nagetier im Zoofachhandel zu kaufen, ist ein Männchen die bessere Wahl. Oft werden die Tiere dort nämlich nicht nach Geschlecht getrennt und da Hamster bereits wenige Wochen nach der Geburt geschlechtsreif sind, kann es sein, dass man unter Umständen ungewollt ein trächtiges Tier kauft. Einige nehmen das in Kauf, weil sie an das Gerücht glauben, dass Weibchen schneller zutraulich werden als männliche Hamster. Tatsächlich jedoch sind andere Faktoren dafür verantwortlich, ob und wie schnell dieses Nagetier zutraulich wird. Die Geduld des Halters, ein artgerechtes Zuhause und natürlich auch die Erfahrungen des jungen Tieres dafür entscheidend ist, wie schnell dieses handzahm wird.

Habe ich einen geeigneten Platz für den Hamsterkäfig?

Wer möchte, dass sich sein Goldhamster auch wirklich wohl fühlt, sollte für einen ausreichend großen und damit auch wirklich artgerechten Käfig sorgen. Dementsprechend wird auch einiges an Platz für den neuen Mitbewohner gebraucht. Da es im Zoofachhandel eher selten geeignete Hamsterkäfige gibt, die den Mindestanforderungen der Tierchen gerecht werden, sollte man sich die Frage stellen, ob es nicht besser ist, zu einem Eigenbau zu greifen. Hierfür ist zwar etwas handwerkliches Geschick und natürlich auch ein wenig Zeit erforderlich, aber in den meisten Fällen wird es sich lohnen. Passende Bauanleitungen lassen sich leicht im Internet finden.

Wichtig ist aber auch, sich vor dem Kauf des neuen Mitbewohners Gedanken darüber zu machen, ob man dem quirligen Gesellen regelmäßig Auslauf bieten kann. Ideal hierfür ist ein aus Brettern hergestellter Auslauf (Internet oder Eigenbau), der beliebig in der Wohnung aufgestellt werden kann. Aber auch kleine Räume, die von giftigen Pflanzen und Elektrokabeln befreit werden (Goldhamster sind schließlich Nagetiere und wollen ihrem Name auch alle Ehre machen…), können als Auslauf dienen.

Was passiert mit dem Goldhamster, wenn ich in Urlaub fahre?

Goldhamster sind Tiere, die sich recht schnell an Personen gewöhnen. Wer in Urlaub fährt, muss während der Urlaubszeit für eine adäquate Betreuung seines Haustieres sorgen. Nach Möglichkeit sollte der Hamster mit den Personen, die ihn betreuen, bereits vertraut sein. In keinem Fall sollte er über mehrere Tage mit ein wenig Futter alleine gelassen werden. Auch wenn diese Tiere eher zum Beobachten als zum Schmusen geeignet sind, gewöhnen sie sich schnell an ihren Futtergeber und würden dessen Abwesenheit natürlich doch bemerken bzw. verwundert darüber sein, warum sie so plötzlich keine Aufmerksamkeit mehr bekommen.

Wo sollte ich den Goldhamster kaufen?

Noch immer ist es leider weit verbreitet, Goldhamster und andere Nagetiere im Zoofachhandel oder, noch schlimmer, in einem Gartencenter mit angeschlossener Tierabteilung zu kaufen. Allerdings werden die Tiere dort nur selten wirklich artgerecht gehalten und müssen sich mit mehreren Artgenossen einen oftmals viel zu kleinen Käfig – nicht selten sogar ohne Laufrad und Spielmöglichkeiten – teilen. Goldhamster, die in solch schlechter Umgebung aufgewachsen sind, werden häufig weniger schnell handzahm und zeigen oftmals sogar Verhaltensauffälligkeiten. Denn nicht selten sammeln sie in den ersten Tagen ihres Lebens schlechte Erfahrungen und tun sich schwer, Vertrauen zu Menschen zu fassen. Auf keinen Fall sollte man sich durch den günstigen Preis im Zoofachhandel überzeugen lassen, denn man könnte seine Entscheidung recht schnell bereuen. Da der Hamster von Anfang an unter nicht glücklichen Umständen aufgewachsen ist, spiegelt sich dies in seinem kompletten Verhalten wider.

Goldhamster kann man nicht nur im Gartencenter oder im Zoofachhandel kaufen. Die kleinen Nagetiere kann man auch von privat, wie in etwa einem Züchter, kaufen. Bei einem professionellen Züchter kann man sich übrigens sicher sein, dass die Tiere keine Erbkrankheiten durch Überzüchtung haben, bekommt in vielen Fällen Tipps zur Haltung und Fütterung und man weiß, dass die Tiere bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht haben.

Hin und wieder gibt es auch Goldhamster in Tierheimen, die auf ein neues Zuhause warten. Allerdings muss man sich auf eine kleine Auswahl einstellen und sollte sich gerade bei älteren Tieren immer darüber informieren, warum diese abgegeben wurden und aus welcher Haltung sie stammen.

Was kostet ein Goldhamster?

Beim Kauf eines Goldhamsters im Zoofachhandel muss der Halter mit Kosten von 5-12 Euro rechnen. Leider ist für viele der Preis ausschlaggebendes Kriterium dafür, wo sie den Hamster kaufen. Dabei sollten auch die bisherige Haltung und die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden. Bei einem Verkaufspreis von nur 5 Euro stehen die Chancen, dass der quirlige Geselle bislang eine artgerechte Unterbringung, frisches Futter und eine gute Käfigausstattung hatte, ziemlich schlecht.

Kauft man den Goldhamster hingegen von privat oder durch einen Züchter, können die Kosten höher sein. Meistens jedoch bekommt man die Tiere von privat sogar unentgeltlich – zum Beispiel dann, wenn jemand ein trächtiges Weibchen im Zoohandel gekauft hat und jetzt unerwartet Nachwuchs hat. Bei einem Züchter fallen Kosten in Höhe von 5 bis 30 Euro an.

Wenn man einen Hamster aus dem Tierheim mitnehmen möchte, fallen meistens keinerlei Kosten an und man wird in den meisten Fällen höchstens nach einer kleinen Spende gefragt.

Nach dem Kauf: Transport nach Hause und Eingewöhnung

Bevor man einem Goldhamster ein neues Zuhause geben kann, sollte man alle Vorkehrungen treffen. Von Spontan-Käufen sollte demnach abgesehen werden, denn überhastet sollte man an die Sache nicht herangehen. Denn auch wenn Goldhamster recht klein sind, so sind sie doch Lebewesen mit Gefühlen und einem Sinn für ihre Umwelt. Am besten ist es deshalb, wenn Zuhause bereits alles einzugsfertig auf den Hamster wartet. Käfig und die dazugehörige Einrichtung sollten also besser schon vorher gekauft werden. Um dem neuen Mitbewohner den Stress des Umzugs etwas zu nehmen, sollte der Käfig auch bereits mit Streu und dem nötigen Zubehör ausgestattet sein.

Zum Züchter oder in die Zoohandlung fährt man am besten kurz vor Ladenschluss, denn dann sind Goldhamster mit großer Wahrscheinlichkeit bereits aktiv und müssen nicht aus dem Schlaf aufgeweckt werden. Zudem hat man so auch die Möglichkeit, die Tiere vor dem Kauf zu beobachten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Hamster keine offensichtlichen Verletzungen hat. Sein Fell sollte sauber sein und glänzen, seine Augen dürfen nicht verkrustet sein. Kranke Tiere sollte man hingegen nicht kaufen, vor allem wenn offensichtlich mangelhafte Haltungsbedingungen im Geschäft vorherrschen. Auch wenn das vielleicht grausam klingt, aber entsprechende Mitleidskäufe sorgen letztendlich dafür, dass das Tierleid immer weiter geht. Ein Mitleidskauf sorgt nämlich dafür, dass es für die betreffenden Geschäfte keinen Grund gibt, die schlechten Zustände zu beseitigen.

Für den Transport nach Hause sollte auf die im Zoofachhandel angebotenen Pappkartons möglichst verzichten werden. Besser ist es, man bringt eine mit Streu und etwas Futter ausgelegte Transportbox mit. Dort fühlt sich der Goldhamster wohler und hat es leichter, den Umzugsstress zu verkraften.

Zu Hause angekommen, sollte das Tier vorsichtig in seinen neuen Käfig gesetzt und erstmal in Ruhe gelassen werden. Viele Hamster ziehen sich zunächst in ihr Haus zurück und suchen dort erst einmal Schutz. Andere wiederum erkunden gleich munter den Käfig und zeigen keine größere Scheu. Auch Hamster sind eben Individuen. Der Halter sollte den (meist) zunächst schüchternen Gesellen am ersten Tag lieber komplett in Ruhe lassen. Am zweiten Tag können erste Kontakte geknüpft werden, indem man sich dem Käfig leise und langsam nähert und mit beruhigender Stimme auf den Hamster einredet. Man kann ihm zum Beispiel etwas vorlesen oder etwas aus seinem Alltag erzählen, damit er sich an die ihm unbekannte Stimme gewöhnen kann. Wenn dies der Fall ist, kann man versuchen, dem Nager ein Leckerli (Hamsterwaffel, Mehlwürmer, Drops) zu reichen. Mit der Zeit wird das Tier immer mehr Vertrauen gewinnen und irgendwann von selbst auf die Hand klettern. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, dem Goldhamster täglich Auslauf zu geben. Übrigens kann man durch eine artgerechte Käfigeinrichtung und Umgebung dazu beitragen, dass das Tier schneller handzahm wird.

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