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Goldhamster: So sieht eine artgerechte Ernährung aus

Goldhamster sind von Natur aus einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan gewohnt. Deshalb ist es wichtig, diesen Anforderungen in der Heimtierhaltung gerecht zu werden. Welches Trockenfutter ist für den quirligen Gesellen geeignet? Welche Leckerlis werden mit Vorliebe verspeist? Und welche im Zoohandel angebotenen Leckereien sind gesundheitsschädlich für Goldhamster?

Trockenfutter – Die Basis des Goldhamster-Speiseplans

Die Grundlage der Ernährung eines Hamsters ist Trockenfutter. Dieses sollte den größten Teil der Ernährung ausmachen. Ein ausgewachsener Goldhamster benötigt am Tag etwa zwei Esslöffel dieses Futters. Allerdings sollte am Anfang mit kleinen Mengen begonnen und das Tier langsam an die empfohlene Dosis herangeführt werden. Das Beste ist, man beobachtet, wie viel des Futters tatsächlich gegessen und wie viel gebunkert wird. Einen kleinen Vorrat sollte jeder Hamster haben dürfen. Wenn er aber besonders viel bunkert, sollte die Menge des Trockenfutters reduziert werden.

Im Zoofachhandel und im Internet gibt es bereits fertig zusammengestellte Trockenfuttermischungen, die alles enthalten, was der kleine Mitbewohner benötigt. Wichtig ist, immer einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Auf dieser sollte nach Möglichkeit keine Inhaltsstoffe wie Melasse oder Zucker in anderer Form gefunden werden. Wichtig ist dahingegen ein hoher Anteil verschiedener Getreidesorten mit wenig Weizen, viel getrocknetem Gemüse, Kräutern, Kleinsämereien und wenig Ölsaaten. Zu viele Nüsse und Kerne sollten nicht enthalten sein, da das kleine Tier sonst sehr schnell verfetten kann. Besser ist es, Nüsse und Kerne zu abwechslungsreichen Leckereien zu zählen, die nicht allzu oft gefüttert werden.

Allzu viel Vorrat an Trockenfutter sollte man sich nicht kaufen, sonst besteht die Gefahr, dass dieses verdirbt. Außerdem gehen bei einer Lagerung von mehr als vier Monaten Vitamine verloren. Aufbewahrung eignen sich Blechdosen, Gläser sowie Holzschachteln, die mit Papier oder Küchenpapier ausgelegt werden. Bei der Aufbewahrung in einem Plastikbehälter mit fest verschließbaren Deckel oder bei der Lagerung in Plastiktüten kann sich schneller Schimmel bilden und das Futter verderben.

Da Keime dem Goldhamster viele wertvolle Kohlenhydrate, Proteine, Mineralien und Vitamine bieten, dürfen sie auf dem Speiseplan nicht fehlen. Gekauftes Futter sollte man am besten einem Test unterziehen, um herauszufinden, ob dieses keimfähig ist. Tipp: Trockenfutter auf ein feuchtes Stück Küchenpapier legen und über mehrere Tage feucht halten. Wenn sich Keimlinge bilden, ist diese Mischung die richtige Wahl.

Im Zoofachhandel gibt es verschiedene Preise für Goldhamster-Hauptfutter. Diese variieren je nach Inhaltsstoffen. Allerdings sollte am Preis nicht gespart werden, denn jedes Nagetier verdient eine artgerechte Fütterung. Die Preise für spezielle Goldhamster-Futtermischungen liegen bei 4 bis 6 Euro je 500 g und enthalten viele Ballaststoffe, tierisches Eiweiß, leckeres Gemüse und Getreide und sind fettarm. Auf die im Supermarkt angebotenen Trockenfuttervarianten für etwa 2 Euro sollte besser verzichtet werden, denn hierbei handelt es sich fast immer um minderwertige Inhaltsstoffe.

Goldhamster-Trockenfutter – Eigene Kreationen

Wer auf Fertigfuttermischungen nicht zurückgreifen möchte, hat die Möglichkeit, seinem Goldhamster ein selbst gemischtes Trockenfutter zur Verfügung zu stellen. In diesem sollten folgende Bestandteile enthalten sein:

Getreide: Haferflocken, Haferkörner, Weizenkörner, Weizenflocken, Gerste, Roggen, Buchweizen, grüner Hafer, Kolbenhirse, Amarant
Kleinsämereien: Grassamen, Kräutersamen (Löwenzahn, Fenchel), Ölsamen in geringen Maßen (Leinsaat, Hanf, Mohn, Sesam)
getrocknetes Gemüse: Rote Beete, Karotten, Sellerie, Kohlrabi, Fenchel
getrocknete Früchte: Rosinen, Äpfel, Birnen, Hagebutten (nur in kleinen Mengen), ungezuckerte Bananenchips (sollten aufgrund ihrer Süße eine Ausnahme bleiben)
getrocknete Kräuter: Dill, Petersilie, Gänseblümchen, Haselnussblätter, Kamille, Löwenzahn, Melisse, Pfefferminzblätter, Sonnenblumenblüten, Vogelmiere
Nüsse und Kerne: Aufgrund des hohen Fettgehalts und der Energiedichte nur als Leckerlis beimischen; besonders geeignet sind Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Kürbiskerne, Pecannüsse, Pinienkerne, Macadamianüsse
Insekten: Aufgrund der Energiedichte nur in geringen Mengen; besonders gerne gegessen werden getrocknete Mehlwürmer, Bachflohkrebse, Grillen und Heimchen
Weitere Bestandteile: Interessanter und abwechslungsreicher werden selbst kreierte Trockenfuttermischungen mit Erbsenflocken, Maiskörnern, ungezuckerten Cornflakes, rohen Nudeln, ungezuckertem Früchtemüsli und Johannisbrot – allerdings sollten sie nur in geringen Mengen beigefügt werden

Trockenfutter für Goldhamster selbst herstellen – Rezept

Um ca. 780 g Hamstertrockenfutter herzustellen, sollte man folgende Bestandteile mischen:

  • 200 g Getreidekornmischung (bestehend aus Hirse, Gerste, Hafer, Roggen und Weizen) mit 100 g Vogelfutter bzw. Kleinsämereien (zuckerfreies Wellensittichfutter mit verschiedene Hirsesorten, Gras- und Kräutersamen sowie wenig Mohn und Reis)
  • 100 g Mehrkornflocken oder Mehrkornmüsli (Haferflocken, Weizenflocken, Gerstenflocken, Roggenflocken, Reisflocken, zuckerfreie Maisflocken, Rosinen und andere Trockenfrüchte in Maßen)
  • 100 g Trockengemüse (Möhren, Pastinaken, Rotebeete, Sellerie etc.)
  • 100 g Kräutermischung (getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter von Sonnenblumen, Kamille, Ringelblumen, grünem Hafer, Löwenzahn, Spitzwegerich, Melisse und Schafgarbe)
  • 80 g Insekten (getrocknete Mehlwürmer, Bachflohkrebse, Grillen und Heimchen)
  • 50 g Nüsse und Kerne (Sonnenblumenkerne, Hasenüsse und Walnüsse)
  • 50 g Leckerlis (Erbsenflocken, Maisflocken, Reisflocken, Trockenfrüchte)

Erlebnisfutter für Goldhamster – Anregung zur Bewegung und Beschäftigung

Wild lebende Goldhamster verbringen die meiste Zeit damit, auf Futtersuche zu gehen. Auch Hamster in der Heimtierhaltung wissen es zu schätzen, so genanntes Erlebnisfutter zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dieses ist nicht nur Anregung zur Bewegung, sondern dient auch der Beschäftigung.

Kolbenhirse

Kolbenhirse ist eine sehr schöne Beschäftigungsmöglichkeit für die quirligen Gesellen, sollte allerdings nur höchstens einmal in der Woche gegeben werden. Sie wird entweder an den Gitterstäben im Käfig angebracht oder direkt in das Gehege gelegt.

Futtersammlung

Trockenfutter sollte niemals in einen Futternapf gefüllt, sondern immer im Käfig verstreut werden. Dies kann für neue Hamster am Anfang gewöhnungsbedürftig sein, weil sie es bisher gewohnt waren, ihr Futter in einem Napf vorzufinden. Durch die Futtersuche ist der neue Mitbewohner aber eine Zeit lang beschäftigt und es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen.

Verstecke

Verstecke, wie Heuberge, Pappröhren und Pappkartons, werden besonders gerne vom Goldhamster angenommen. Dort können Trockenfutter, aber auch Leckerlis und Kräuter versteckt werden. Außerdem ist dies auch die ideale Möglichkeit, dem kleinen Tier gleichzeitig Nistmaterial in Form von Taschentüchern oder Heu zur Verfügung zu stellen.

Obst- und Gemüsespieße

Im Zoohandel gibt es Metallspieße, die dafür gedacht sind, Obst und Gemüse für den Hamster aufzuspießen. Den kleinen Nagern macht es viel Spaß, sich ihr Futter erst zu erarbeiten. Frischfutter kann aber auch anderweitig versteckt werden (in Taschentüchern, zerknülltem Papier, in Pappröhren und Pappschachteln) oder an die Decke gehängt werden.

Heuglocken

Heuglocken gibt es bereits fertig gepresst im Zoohandel und sogar in hamstertauglicher Größe sowie in diversen Sorten. Den meisten Tieren bereitet es viel Spaß, sich dieses Futter selbst zu erarbeiten. Neben Heuglocken gibt es im Handel auch Baumstämme, die mit getrockneten Kräutern und Gräsern gefüllt sind. Auch diese werden von Goldhamstern gerne angenommen.

Graswiesen

Graswiesen gibt es immer häufiger zu kaufen. Dabei handelt es sich um fertige Samenmischungen, die nur noch mit Wasser angesetzt werden müssen. Oder aber man nimmt einfach einen Blumentopf, füllt diesen mit ungedüngtem Torf und diversen Samen. Hierfür kommen Kräuter, aber auch Sonnenblumen oder Gras infrage. Sobald die Samen etwa 10 cm hoch gewachsen sind, werden diese ganz einfach samt Topf in den Käfig gestellt.

Frischfutter für Goldhamster

Goldhamster können nicht nur von Trockenfutter leben, sondern brauchen hin und wieder auch frisches Futter. Besonders reich an Vitaminen und Mineralien sind Kräuter (Löwenzahn, Kamille, Petersilie, Dill und Melisse, Basilikum, Echinacea, Pfefferminze), Blumen (Blüten samt Blättern: Kornblumen, Sonnenblumen, Gänseblümchen, Ringelblumen, Löwenzahn), Gräser (Weidelgras, Kammgras etc.) sowie Kraut und Blätter (Brennnessel, Brombeerblätter, Giersch, Hafer und Weizen, Johannisbeerblätter, Haselnussblätter, Spitzwegerich, Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter). Oftmals bietet es sich an, Blumen und Kräuter sowie Gräser auf dem Balkon oder in der Küche selbst zu ziehen. Ansonsten gilt, dass Frischfutter immer gereinigt und getrocknet werden sollte, bevor es dem Hamster angeboten wird.

Eine Bereicherung für den Speiseplan können auch Obst und Gemüse sein. Wobei der Hamster nur langsam auf Frischfutter umgestellt werden sollte. Die meisten Tiere bekommen sonst starke Verdauungsprobleme. Folgende Gemüsesorten können auf den Futterplan gesetzt werden: Blattspinat, Broccoli, Chicoree, Eisbergsalat, Endivien, Feldsalat, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Kürbis, Mangold, Karotten, Pastinaken, Paprika, Petersiliewurzel, Rotebeete, Römersalat, Sellerie, Steckrüben, Tomaten, Topinambur, Zucchini und Maiskolben

Bei Obst kommen folgende Sorten für die Ernährung des Goldhamsters infrage: Äpfel, Bananen, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Wassermelone, Zuckermelone, Weintrauben

Goldhamster brauchen eiweißreiches Futter

Goldhamster benötigen regelmäßig Eiweiß, welches man ihnen am besten in Form von getrockneten Mehlwürmern, Bachflohkrebsen, Grillen, Naturjogurt, Hüttenkäse, Käse, Eiweiß (hart gekochte Eier), Magerquark und Hundeknochen zuführt. Viele Nager lieben diese Leckereien. Dennoch sollten sie nicht täglich, sondern nur etwa einmal die Woche gefüttert werden, da sie besonders viele Kalorien enthalten.

Äste und Zweige zum Zahnabrieb

Goldhamster sind auf Äste und Zweige angewiesen, um ihre Zähne abreiben zu können. Entgegen der landläufigen Meinung ist altes und hartes Brot hierfür ungeeignet. Es enthält nicht nur zu viel schwer verdauliche Stärke, sondern auch Konservierungsstoffe und kann bei übermäßiger Fütterung zu Übergewicht führen. Besser ist es, man greift auf Zweige und Äste zurück. Hierbei kommen folgende Sorten infrage: Ahorn, Apfelbaum, Birke, Birnenbaum, Buche, Erle, Esche, Hainbuche, Haselnussstrauch, Heidelbeerbusch, Johannisbeerbusch, Linde und Pappel.

Ungeeignet sind hingegen folgende Zweige: Tannen (Rottanne, Weißtanne, Edeltanne und Fichte), Zypressen und Eibe, Weiden, Kastanie, Eichen, Steinobst.

Für Goldhamster giftiges Futter

Natürlich gibt es nicht nur Futter, das für die friedlichen Artgenossen eine Bereicherung des Speiseplans darstellt. Folgende Pflanzen, Obst- und Gemüsesorten sind für Goldhamster nicht nur unverträglich, sondern sogar giftig:

Giftiges Gemüse

Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Kartoffeln, Klee, viele Kohlarten (Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl) Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse (Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln)

Giftige Blumen, Pflanzen und Kräuter

Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse, Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch

Giftiges Obst

Steinobst (Kirschen, Pfirsich, Pflaume, Nektarine, Mirabelle etc.), exotische Früchte (Papaya, Cherimoya, Curuba, Granatapfel, Guaven, Physalis, Kumquat, Litchi, Mangos, Papaya etc., Avokado

Aufbaubrei – Sinnvoll bei Stress und Krankheiten

Aufbaubrei, häufig als Päppelbrei bezeichnet, kann eine sinnvolle Ergänzung zum Speiseplan sein. Vor allem dann, wenn der Goldhamster krank ist oder enormem Stress ausgesetzt ist sowie einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralien, zum Beispiel während der Schwangerschaft, hat, kommt Aufbaubrei infrage. Diesen gibt es immer häufiger in Online-Shops und im Zoofachhandel zu kaufen. Die mitgelieferte Pipette macht eine genaue Dosierung möglich. Alternativ dazu kann man seinem kleinen Mitbewohner Babybrei füttern.

Goldhamster brauchen Wasser

Rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss dem Hamster frisches Wasser. Dieses sollte täglich gewechselt und am besten über eine geeignete Trinkflasche gereicht werden. Außerdem muss daran gedacht werden, die Trinkflasche bei jedem Wasserwechsel mit warmem Wasser zu reinigen. Bei starken Verschmutzungen eignet sich eine Mischung aus (wenig) Essigessenz und Wasser.

Futterplan – Wie oft muss man Goldhamster füttern?

Hier ein kleiner Speiseplan, wie eine artgerechte Ernährung beim Goldhamster aussehen kann. Dabei sind die Mengenangaben lediglich Richtwerte. Es muss immer ausgetestet werden, wie viel der kleine Mitbewohner tatsächlich frisst. Außerdem hat jeder Hamster einen anderen Geschmack. Was für den einen eine echte Delikatesse ist, wird vom anderen nicht angeschaut.

Täglich: etwas Heu, zwei Teelöffel Trockenfutter, frisches Wasser und 1 Stück grünes Futter (Blätter und Blüten, Gemüse) für zwischendurch, Zweige und Äste zum Zahnabrieb

Zweimal die Woche: 1 Stück Obst, Menge ähnlich einer Fingerkuppe (getrocknet und frisch)

Einmal die Woche: eiweißreiches Futter (2 Mehlwürmer, 1 TL Magerquark, ein Stück Käse, ein Stück Eiweiß, etc.), Zusatzfutter ohne Zuckerzusatz, ein kleiner Stängel Kräuter

Ab und an: energiereiche Leckerlis wie Nüsse und Kerne

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