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Goldhamster: Ratgeber für artgerechte Hamsterhaltung

Goldhamster brauchen eine artgerechte und verantwortungsbewusste Haltung. Dies sind die Grundvoraussetzungen für ein langes, gesundes und glückliches Hamsterleben. Dabei ist nicht nur wichtig, ein ausreichend großes Gehege zu kaufen oder zu bauen. Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung, der richtige Umgang sowie artgerechte Pflege spielen in der Goldhamster-Haltung eine Rolle.

Für wen sind Goldhamster geeignet?

Ein glückliches, gesundes und langes Hamsterleben setzt voraus, dass man sich die Frage stellt: Für wen sind Goldhamster geeignet? Viele Eltern wollen ihren Kindern eine Freude machen, indem sie diesen einen Hamster kaufen. Allerdings ebbt das Interesse an diesem relativ schnell ab, das Tier wird vernachlässigt, wird unglücklich und stirbt aufgrund falscher Haltungsbedingungen viel zu früh. Aus diesen Gründen sind Goldhamster für Kinder nicht geeignet.

Verantwortungsbewusstsein spielt eine große Rolle in der Hamsterhaltung. Deshalb sollten die quirligen Gesellen nur Kindern anvertraut werden, die verantwortungsbewusst sind und durch ihre Elternhilfe bei der Pflege und Haltung bekommen. Ansonsten sollten Goldhamster nur verantwortungsbewussten Jugendlichen und Erwachsenen anvertraut werden. Da die kleinen Tiere im Gegensatz zu anderen Nagern einige Besonderheiten haben, ist es wichtig, sich mit den Eigenschaften des Haustieres auseinanderzusetzen und dann zu entscheiden, ob dieses für einen geeignet ist oder nicht.

Eigenschaften von Goldhamstern

Goldhamster sind nachtaktive Tiere, die meistens erst in den späten Abendstunden ihr Haus verlassen. Dann sind sie emsig damit beschäftigt, sich zu putzen, auf Futtersuche zu gehen und im Laufrad ihre Runden zu drehen. In jedem Fall sollte daran gedacht werden, dass sich die Nachtaktivität des Tieres durch laute Geräusche bemerkbar macht. Berufstätige, die früh abends ins Bett gehen und früh morgens aufstehen müssen, werden wenig Freude an den possierlichen Tieren haben.

Da die kleinen Gesellen erst abends oder nachts munter werden, brauchen sie tagsüber ihre Ruhe. Nach Möglichkeit sollten sie einen eigenen kleinen Raum haben, in welchem sie tagsüber ungestört schlummern können. Tiere, die oft geweckt oder gestört werden, sind stressanfälliger und sterben nicht selten viel früher.

Die Aussage, dass die kleinen Nagetiere wenig Platz brauchen, ist schlichtweg falsch. Der neue Mitbewohner muss jeden Tag die Möglichkeit haben, sich außerhalb seines Geheges frei zu bewegen. Bevor man sich einen Hamster ins Haus holt, sollte man sicherstellen, dass man die nötige Zeit und den notwendigen Platz hat, um nicht nur für ein ausreichend großes Gehege aufstellen, sondern auch für regelmäßigen Auslauf sorgen zu können.

Aufgrund seiner geringen Größe und Zerbrechlichkeit darf der Goldhamster nicht als Schmusetier angesehen werden. Was noch ein weiterer Grund dafür ist, warum Hamster nicht die geeigneten Haustiere für Kinder sind. Mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und einer artgerechten Haltung können die Tiere aber zahm werden. Zahm heißt in diesem Fall, dass die Nager von selbst auf die Hand klettern, sich hoch nehmen lassen und interessiert der Stimme ihres Halters lauschen. Kuscheln wie mit Katzen oder anderen Haustieren kann man mit den possierlichen Tierchen aber nicht.

Alle Mittelhamster gelten als sehr reinliche Tiere. Dem Bedarf an einer gewissen Pflege kann man zum Beispiel über ein Chinchilla-Sandbad nachkommen. Das ausgiebige Wühlen und Buddeln darin hilft dem Tier aber nicht nur bei der Fellpflege, sondern ist auch eine ideale Möglichkeit, Stress abzubauen.

Mindestanforderungen an das Goldhamster-Heim

Ein liebevolles Zuhause zeichnet sich durch einen ausreichend großen Käfig aus. So empfiehlt der Schweizer Tierschutz Käfige mit den Mindestmaßen 150 x 75 cm Grundfläche und 30 cm Höhe. Da Hamster Einzelgänger sind, darf man höchstens ein Tier pro Käfig halten. Außerdem muss auf die artgerechte Einrichtung der Behausung geachtet werden. Dazu gehört ein großes Mehrkammernhaus, ein artgerechtes Laufrad, eine Badewanne, eine Trinkflasche sowie diverses Spielzeug.

Auch Abwechslung ist für den Goldhamster enorm wichtig – und zwar nicht nur durch abwechslungsreiches Futter, sondern auch durch Einrichtungsgegenstände und Spielzeuge, die nach der Käfigreinigung neu angeordnet oder hin und wieder durch neue Anschaffungen ergänzt werden. Die kleinen Erdenbewohner sind keine reinen Vegetarier. Um dem erhöhten Eiweißbedarf nachzukommen, müssen getrocknete Insekten gefüttert werden. Dies mag am Anfang zwar etwas eklig und gewöhnungsbedürftig sein, ist für die Gesunderhaltung des kleinen Gesellen aber unerlässlich.

Hamsterhaltung – Das kostet ein Hamster

Natürlich kostet die Anschaffung und Haltung eines Goldhamsters weniger als bei einem Hund. Dennoch sollten die Kosten nicht unterschätzt werden. Nachfolgend haben wir zusammengestellt, mit welchen Kosten man bei der Anschaffung und der Haltung von Hamstern rechnen muss. Natürlich sind dies nur ungefähre Angaben. Sparen kann man zum Beispiel dann, wenn man passendes Zubehör im Internet kauft. Ein großer Vorteil dabei: Unterschiedliche Angebote können miteinander verglichen werden. Allerdings sollte niemals am falschen Fleck gespart werden. Und vor allem beim Laufrad für den Hamster ist es wichtig, ein wenig mehr zu investieren, um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erwerben.

Anschaffungskosten

  • Goldhamster: ca. 5-12 Euro im Zoofachhandel, etwas mehr beim Züchter oder im Tierheim
  • Hamsterkäfig: herkömmliche Käfige ab 50 Euro, artgerechte Bauten aus dem Internet ab ca. 100 Euro, Eigenbauten ca. 60-80 Euro), Terrarien ab 100 Euro
  • Schlafhaus: billige Varianten aus Plastik ab ca. 5 Euro, hochwertige Wohnlabyrinthe ca. 20-30 Euro
  • Futternapf und Nagertränke: jeweils ca. 5-8 Euro
  • Badenapf oder -häuschen: ca. 8-12 Euro
  • Restliche Käfigeinrichtung (Holzröhren, Heunester, Brücken etc.): je ab ca. 8 Euro
  • Laufrad: artgerechte Varianten (WodentWheel) ab ca. 20 Euro
  • Transportbox: ca. 15 Euro

Haltungskosten

  • Futter (Trockenfutter und Frischfutter): ca. 5-10 Euro
  • Einstreu: Hamsterstreu je Packung (reicht für einmal Saubermachen) 2-4 Euro, Maisstreu 10 l ca. 15 Euro, Stroh 400 g ca. 4 Euro
  • Heu: 500 g Packungen ab 2 Euro
  • Badesand: ca. 1 Kg Chinchilla-Sand 3 Euro

Ungeplante Kosten

Im Laufe ihres Lebens können Goldhamster krank werden. Für diesen Fall sollte man unbedingt ein Geldpolster von knapp 100 Euro für den Besuch beim Tierarzt haben.

Die richtige Pflege

Goldhamster sind sehr reinliche Tiere. Da sie sich selbst pflegen, gelten sie als besonders pflegeleichte Haustiere. Um sich wirklich wohl zu fühlen, brauchen die kleinen Gesellen allerdings eine saubere Umgebung. Deshalb muss die komplette Behausung im Abstand von etwa 4-8 Wochen gründlich gereinigt werden, Pipi- und Kot-Ecken müssen alle paar Tage gesäubert werden. Ein unsauberer Käfig kein artgerechtes Zuhause und kann sogar Krankheiten auslösen.

Während die Krallen bei Meerschweinchen vom Halter selbst gekürzt werden müssen, erübrigt sich dies bei der richtigen Haltung beim Goldhamster. Durch das Klettern und Wühlen nutzen sich die Krallen der Tiere normalerweise von alleine ab. Aber nur dann, wenn für die richtige Einrichtung des Hamsterheims gesorgt wurde. Für die Krallenpflege unerlässlich sind zum Beispiel Äste, Laub von Bäumen, Fliesen und Sandbäder. Sollten die Krallen des kleinen Mitbewohners trotz der richtigen Haltung zu lang sein, müssen sie beim Tierarzt gekürzt werden.

Normalerweise bekommen Goldhamster keine Karies. Damit dies so bleibt, dürfen den Tieren auf keinen Fall menschliche Süßigkeiten gefüttert werden. Vorsichtig sein sollte man auch mit zuckerhaltigen Nagerdrops und anderen Leckereien. Diese sollten nur in Maßen gefüttert werden. Harte Nahrungsbestandteile bei der Fütterung sorgen gleichzeitig dafür, dass die ständig nachwachsenden Schneidezähne des Goldhamsters abgenutzt werden. Neben Nagerstangen und anderen Hamstersnacks können Hundekekse oder Trockenfutter für Katzen angeboten werden. Bei einer Zahnschiefstellung, die zum Beispiel nach einem Sturz vorkommen kann, können sich die Zähne nicht mehr richtig abnutzen. In diesem Fall müssen die Zähne vom Tierarzt gekürzt werden.

Pflegeplan für Hamster

Wann und wie pflege ich meinen Goldhamster am besten?

  • Täglich: Jeden Tag muss kontrolliert werden, ob der Goldhamster etwas gefressen hat und einen munteren Eindruck macht. Außerdem muss das Tier gefüttert und sein Trinkwasser erneuert werden. Zutrauliche Nager sollten täglich mindestens 1 Stunde Auslauf bekommen.
  • Alle 2-3 Tage: Jeden 2. bis 3. Tag müssen Pinkel-Ecken sowie Wasser- und Futternäpfe gereinigt werden. Der Halter sollte außerdem kontrollieren, ob Frischfutter gebunkert wurde und dieses gegebenenfalls entfernen.
  • Einmal die Woche: Einmal in der Woche muss ein gründlicher Gesundheitscheck durchgeführt werden. Bei Bedarf sollten jetzt auch besonders verschmutzte Stellen im Gehege gereinigt werden.
  • Alle 4-8 Wochen: Je nach Größe des Geheges muss dieses alle 4-8 Wochen gründlich gereinigt werden.

Richtiges Hochnehmen und Tragen

Bis das neue Haustier wirklich handzahm ist, kann es ein wenig dauern. In jedem Fall sollte man viel Geduld mit seinem Mitbewohner haben. Ebenso wichtig ist, den Nager richtig hoch zu nehmen und zu tragen. Auslauf bekommen sollte der Hamster übrigens erst dann, wenn er von selbst auf die Hand klettert und auf die Stimme seines Mitbewohners reagiert.

Wie nimmt man einen Goldhamster richtig hoch? Auch einem handzahmen Tier darf man sich nicht von oben nähern, da dieses sonst Angst bekommt und flüchtet oder aggressiv wird. Das Beste ist, wenn man den Hamster auf seine Hand laufen lässt. Dann nimmt man seinen kleinen Liebling vorsichtig mit den Fingern der anderen Hand von oben auf oder legt die Hand von oben über seinen Körper, bis ein kleiner Hohlraum entsteht. Dabei darf das Tier nicht zu fest umfasst werden, da es sonst zu inneren Verletzungen kommen kann. Ungeübte sollten zunächst versuchen, ein kleines Gefäß (Pappkarton, leere Kaffeedose) vor den Goldhamster zu halten. In den meisten Fällen schlüpft er dort sofort hinein. Auf keinen Fall sollte das kleine Nagetier am Nackenfell gepackt und hochgehoben werden. Denn dieser Griff löst bei ihm nicht nur Angst aus, sondern kann auch zu verstärkter Aggressivität führen.

Wenn man seinen kleinen Spielgefährten herausgenommen hat, sollte man diesem die Möglichkeit geben, auf dem Körper zu krabbeln und dort umherzulaufen. Dies sollte nach Möglichkeit im Sitzen passieren, damit das Tier sich beim Herunter fallen keine schweren Verletzungen zufügen kann. Viele Hamster lieben es auch, in weite Ärmel zu kriechen.

Bei schlechter Haltung drohen Stereotypien

In der Natur schlafen Goldhamster den ganzen Tag über. Wenn die Abenddämmerung einsetzt, ist für sie der richtige Zeitpunkt gekommen, auf Futtersuche zu gehen. Dies ist in der Heimtierhaltung nicht anders. Als verantwortungsbewusster Halter muss man dafür sorgen, dass das Tier seinen natürlichen Beschäftigungen nachgehen kann. Nach dem Aufstehen putzen sich die Tiere ausgiebig, suchen ihr Futter, klettern, laufen und legen dazwischen immer mal wieder ein Nickerchen ein. Der natürliche Rhythmus der Tiere darf auf keinen Fall gestört werden. Dies kann ebenso zu Stereotypien führen wie eine nicht artgerechte Behausung.

Zu stereotypen Verhaltensweisen gehören in etwa das Nagen am Gitter oder das stundenlange Herumrennen im Laufrad. Dem kann man mit einer artgerechten Behausung sowie einem abwechslungsreichen Alltag entgegenwirken. Dennoch sollten die niedlichen Mitbewohner niemals einem Zwang ausgesetzt werden und selbst bestimmen können, wann sie auf die Hand klettern oder sich streicheln lassen möchten.

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