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Artgerechtes Terrarium für Geckos

Geckos werden in einem Terrarium untergebracht. Allerdings stellen sie ganz spezielle Anforderungen an dieses. Wie sieht die ideale Terrariengröße aus? Wie kann man selbst ein Terrarium bauen und welche Vorteile hat dies? Welche Einrichtung gehört in ein Gecko-Terrarium? Welches Klima sollte die Umgebung des Geckos haben? Und auf was muss bei der Beleuchtung geachtet werden?

Wie sieht die ideale Terrariengröße aus?

Generell gilt: Die Terrariengröße sollte sich immer an der Größe des Geckos orientieren. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bonn hat einen kleinen Katalog herausgegeben, in welcher die Mindestanforderungen einzelner Reptilien beschrieben werden. Dort kann man auch nachlesen, welche Größe das Terrarium für welche Gecko-Art haben sollte.

Leopardgecko (Paarhaltung)

4 x 3 x 2 * Kopf-Rumpflänge bzw. 60 x 45 x 30 cm

Dickschwanzgecko (Paarhaltung)

6 x 6 x 8 * Kopf-Rumpflänge

Halbfingergecko (Paarhaltung)

6 x 6 x 8 * Kopf-Rumpflänge

Je größer ein Terrarium, umso wohler fühlt sich der Gecko. Ein Gecko, der sich in seinem neuen Zuhause sichtlich wohl fühlt, ist viel schöner zu beobachten als ein Tier, das sich eingeengt fühlt. Dass ein Gecko mit der Größe seines Terrariums zufrieden ist, lässt sich daran erkennen, dass das Tier aufgeweckt ist und typische Verhaltensweisen zeigt.

Terrarien-Eigenbauten

Wer kein Terrarium in geeigneter Größe findet, sollte einen Eigenbau in Erwägung ziehen. Was sind die Vorteile eines Terrarien-Eigenbau?

  • Bereitstellung eines artgerechten Gecko-Terrariums in der richtigen Größe
  • individuelle Anpassung an die Anforderungen der jeweiligen Gecko-Art
  • einfache und kostengünstige Herstellung

Vor allem die Tatsache, dass es im Zoofachhandel nur selten Terrarien in artgerechter Größe gibt, sollte einen dazu bewegen, an einen Eigenbau zu denken. Wer kein handwerkliches Geschick besitzt, kann jemanden um Hilfe bitten. Wichtig ist, sich für die richtigen Materialien – idealerweise eine Kombination aus Holz und Glas – zu entscheiden und darauf zu achten, dass genügend Belüftungsflächen geschaffen werden. Außerdem müssen Vorkehrungen getroffen werden, um die richtige Beleuchtung anpassen und für die richtige Beheizung sorgen zu können. Wichtig ist auch, bei der Planung an einen Teich, einen Flusslauf oder einen Wasserfall zu denken.

So ließe sich ein Terrarien-Eigenbau verwirklichen:

  1. im Baumarkt zugeschnittene und geschliffene Glasscheiben kaufen
  2. die Glasscheiben mit Silikon zu einem Terrarium zusammenbauen
  3. Flusslauf, Teich oder Wasserfall integrieren
  4. Beleuchtung und Beheizung einbauen
  5. dem Terrarium die richtige Einrichtung verpassen

Eine gute Alternative zu einem Vollglasterrarium sind Eigenbauten, die komplett aus Holz bestehen und bei denen lediglich die Frontseite aus Glas hergestellt wird. In diesem Fall sollten Spezialplatten verwendet werden, die wasserabweisend sind. Die dritte Möglichkeit, ein Terrarium für den Gecko selbst zu bauen, besteht darin, Styroporplatten zuzuschneiden und mit Silikon zu verkleben. Bei dieser Variante ist es ziemlich einfach, Beleuchtung und Belüftungsflächen anzubringen. Die letzte Möglichkeit eines Eigenbaus besteht darin, das Terrarium mit einem Metallrahmen aus Eisen, Stahl oder Aluminium zu bauen und diesen dann mit Holz, Glas oder Plexiglas zu kombinieren.

Die Einrichtung im Gecko-Terrarium

Die Einrichtung im Terrarium muss immer der jeweiligen Gecko-Art angepasst werden. Das Beste ist, die Einrichtung wird dem natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst. Das bedeutet für einen Leopardgecko, dass seine Unterkunft mit einer etwa 10 cm hohen Sandschicht bedeckt sein sollte. So hat der Gecko die Möglichkeit, Höhlen und Gänge anzulegen. Wichtig ist auch, jedem Tier mindestens eine Höhle zur Verfügung zu stellen und auf eine Kletterwand Wert zu legen, da Leopardgeckos stets die Möglichkeit zum Klettern haben sollten.

Ganz allgemein gesehen gibt es verschiedene Einrichtungsgegenstände für Geckos, die diesen das Leben im Terrarium noch schöner machen. Damit es in einer Gruppe nicht zu Streit kommt, sollte jeder Gecko mindestens eine Höhle bzw. Versteckmöglichkeit haben. Um dem natürlichen Lebensraum der Geckos gerecht zu werden, muss in den meisten Terrarien ein Wüstenklima oder das Klima einer Steppe nachempfunden werden. Als Bepflanzung eignen sich Tillandsien am ehesten, weil diese auch in der natürlichen Umgebung von Geckos zu finden sind. Man kann sich aber auch für künstliche Pflanzen entscheiden.

Die meisten Gecko-Arten bevorzugen als Untergrund ein Gemisch aus Lehm und Sand. Indem das Terrarium mit einer 5-10 cm hohen Untergrundschicht gefüllt wird, haben sie die Möglichkeit, nach Herzenslust zu graben. Ebenso wichtig für Geckos sind Versteckmöglichkeiten, in denen die Tiere meistens den ganzen Tag zubringen. Hier kann man seiner Fantasie vollkommen freien Lauf lassen. Geeignet sind zum Beispiel folgende Versteckmöglichkeiten:

  • Stein-Aufbauten
  • Wurzeln
  • Korkeichenrinde
  • umgedrehte Blumen-Untersetzer
  • halbierte Blumentöpfe
  • Kunsthöhlen

Die Versteckmöglichkeiten für Geckos sollten aber niemals zu geräumig sein. Ansonsten fühlt sich das Tier in ihnen nicht geborgen. Ergänzend zu vielen Verstecken sollte auch an Klettermöglichkeiten gedacht werden. Da fast alle Geckos gerne klettern, sind dicke, raue Äste sowie eine strukturierte Rückwand mit Plateaus ein unbedingtes Muss. Wer handwerkliches Geschick besitzt, kann auch mithilfe von Styropor, flachen Steinen oder Mörtel eine Rückwand im Terrarium bauen.

Das Klima im Terrarium

Für das Wohlbefinden von Geckos spielt neben der Einrichtung auch das Klima im Terrarium eine entscheidende Rolle. Je nachdem, um welche Gecko-Art es sich handelt, können die Anforderungen unterschiedlich aussehen. In jedem Fall ist wichtig, für unterschiedliche Klimazonen in der Unterkunft des Geckos zu sorgen. So kann dieser zwischen unterschiedlichen Temperaturbereichen wählen. Wer noch nie einen Gecko gehalten hat, sollte am Anfang ein Thermo- bzw. Hygrometer benutzen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit überprüfen zu können.

In folgendem Klima fühlt sich zum Beispiel der Leopardgecko wohl:

  • Temperaturgefälle
  • Lufttemperaturen zwischen 25 und 30 °C (tagsüber)
  • Lufttemperaturen zwischen 20 und 24 °C (nachts)
  • einzelne Zone mit Spotstrahler auf 45 °C erwärmen

Nicht vernachlässigt werden darf auch die Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Diese ist entscheidend für die artgerechte Unterbringung des Geckos und sollte wie folgt aussehen:

  • tagsüber: Luftfeuchtigkeit zwischen 30 % und 40 %
  • nachts: Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %

Wie kann man diese Luftfeuchtigkeit im Terrarium erreichen? Neben der Möglichkeit, Höhlen aus gebranntem Ton regelmäßig mit Wasser zu übergießen, so dass diese Feuchtigkeit aufnehmen und sie mit der Zeit abgeben, kann man auch das Terrarium allgemein regelmäßig mit Wasser besprühen. Sinnvoll sein kann auch eine so genannte Beregnungsanlage.

Die Beleuchtung im Terrarium

Der letzte wichtige Punkt bei der Einrichtung des Gecko-Terrariums ist die Beleuchtung. Wer diese vernachlässigt, sorgt nicht nur dafür, dass sich sein neuer Mitbewohner nicht wohl fühlt, sondern kann dessen Leben im negativen Sinne beeinträchtigen. Schließlich übernimmt die Beleuchtung im Terrarium vielfältige Aufgaben:

  • Schaffung von Wärme und Helligkeit
  • notwendige UVA- und UVB-Strahlung
  • Stoffwechselsteuerung
  • Tag-/Nachtregulierung
  • Jahreszeitensimulation

Doch längst nicht bei jedem Gecko spielt die Beleuchtung eine so wichtige Rolle. Dies ist immer abhängig davon, ob das Tier tagaktiv oder nachtaktiv ist.

Im Gecko-Terrarium muss sehr stark auf den richtigen UV-Anteil geachtet werden. Dieser ist enorm wichtig für die Gesundheit des Tieres. Wird dieses in einer Umgebung ohne die optimale Beleuchtung groß, kann das seinen Stoffwechsel negativ beeinträchtigen. Die Lichtintensität im Gehege sollte immer abhängig von der jeweiligen Gecko-Art und deren Lebensraum sein.

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