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Artgerechtes Terrarium für Geckos

Geckos werden in der Haustierhaltung üblicherweise in einem Terrarium untergebracht. Allerdings stellen sie ganz spezielle Anforderungen an dieses, damit die Haltung auch wirklich artgerecht erfolgen kann. Wie sieht die ideale Terrariengröße aus? Welche Einrichtung gehört in ein artgerechtes Terrarium? Welches Klima sollte die Umgebung für Geckos überhaupt haben? Und auf was muss in Sachen Beleuchtung geachtet werden? In diesem Artikel möchten wir diese und weitere Fragen bezüglich der Terrarienunterbringung von Geckos beantworten.

Was bedeutet eigentlich artgerecht?

Viele fragen sich nun vielleicht, warum man für die Geckohaltung überhaupt ein artgerechtes Terrarium benötigt bzw. was artgerecht in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Zunächst einmal zur Frage des „Warums“. Dies ist ganz einfach zu beantworten, denn jeder verantwortungsbewusste Haustierhalter sollte das Wohl des Tieres immer im Hinterkopf haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass schlechte Haltungsbedingungen der Hauptgrund für viele Krankheiten oder frühzeitige Todesfälle sind, die vermieden werden könnten. Jeder Gecko-Halter, der das Wohl seiner Lieblinge im Sinn hat, sollte also für möglichst artgerechte Haltungsbedingungen sorgen.

Und was bedeutet nun artgrecht? Artgerecht bedeutet, dass man versucht, Haustiere so zu halten, dass die Haltungsbedingungen möglichst nah an das Leben der Tiere in der Natur heranreichen. Bei den Geckos beginnen diese artgerechten Haltungsbedingungen beim Terrarium. Schließlich stellt das Terrarium den Lebensraum der Tiere in der Gefangenschaft dar und sollte deshalb zuallererst über eine gewisse Mindestgröße verfügen, damit die Geckos sich auch vernünftig bewegen und entfalten können.

Wie sieht die ideale Terrariengröße aus?

Generell gilt: Die Terrariengröße sollte sich immer an der Größe der Geckos orientieren. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bonn hat einen kleinen Katalog herausgegeben, in welcher die Mindestanforderungen einzelner Reptilien beschrieben werden. Dort kann man auch nachlesen, welche Größe das Terrarium für die jeweilige Gecko-Art haben sollte.

Als Faustregel für die Berechnung der Mindestgrößen haben sich ein paar einfache Formeln etabliert, die die sogenannte Kopf-Rump-Länge der Geckos mit den Dimensionen des Terrariums in Beziehung setzen. Als Kopf-Rumpf-Länge wird dabei der Abstand vom Kopf bis zum Schwanzansatz bezeichnet. Die Formel für die jeweilige Gecko-Art ist zudem von ihrem typischen Verhalten abhängig, also ob sie eher zu den Bodenbewohnern oder den Kletteren unter den Geckos zählen.

Beispiel: Leopardgecko (Bodenbewohner, Paarhaltung)

4 x 3 x 2 * Kopf-Rumpf-Länge = Länge x Breite x Höhe (= 60 cm x 45 cm x 30 cm)

Beispiel: Dickschwanzgecko (Kletterer, Paarhaltung)

6 x 6 x 8 * Kopf-Rumpf-Länge = Länge x Breite x Höhe (= 60 cm x 60 cm x 80 cm)

Je größer ein Terrarium, umso wohler fühlt sich der Gecko. Ein Gecko, der sich in seinem neuen Zuhause sichtlich wohl fühlt, ist viel schöner zu beobachten als ein Tier, das sich eingeengt fühlt. Dass ein Gecko mit der Größe seines Terrariums zufrieden ist, lässt sich daran erkennen, dass das Tier aufgeweckt ist und typische Verhaltensweisen zeigt.

Terrarium kaufen

Jetzt, wo klar ist, über welche Mindestgrößen ein Terrarium für Geckos verfügen muss, kann es an den Kauf gehen. Dies ist in den meisten Fällen allerdings leichter gesagt als getan. Hintergrund dafür ist, dass es im Zoofachhandel nur selten Terrarien gibt, die die Anforderungen in Sachen Mindestgröße erfüllen. Und falls doch, dann sind diese Terrarien meist sehr, sehr teuer. Aus diesem Grund hat man eigentlich nur die Wahl zwischen in den sauren Apfel beißen und viel Geld ausgeben oder aber das Terrarium direkt selbst zu bauen.

Eigenbauten

Wer im Handel kein Terrarium in geeigneter Größe und / oder zu einem bezahlbaren Preis findet, sollte einen Eigenbau in Erwägung ziehen. Was sind die Vorteile eines Terrarien-Eigenbau?

  • Bereitstellung eines für Geckos artgerechten Terrariums mit der richtigen Größe
  • individuelle Anpassung an die Anforderungen der jeweiligen Gecko-Art
  • freie Materialwahl und zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten
  • relativ einfache und kostengünstige Herstellung

Wer kein handwerkliches Geschick besitzt oder sich den Eigenbau nicht zutraut, kann vielleicht im Bekanntenkreis jemanden um Hilfe bitten. Wichtig beim Eigenbau ist vor allem, sich für die richtigen Materialien – idealerweise eine Kombination aus Holz und Glas – zu entscheiden und darauf zu achten, dass genügend Belüftungsflächen geschaffen werden. Außerdem müssen Vorkehrungen getroffen werden, um die richtige Beleuchtung anpassen und für die richtige Beheizung sorgen zu können. Wichtig ist auch, bei der Planung an einen Teich, einen Flusslauf oder einen Wasserfall zu denken.

So ließe sich ein Terrarien-Eigenbau verwirklichen:

  1. im Baumarkt zugeschnittene und geschliffene Glasscheiben kaufen
  2. die Glasscheiben mit Silikon zu einem Terrarium zusammenbauen
  3. Flusslauf, Teich oder Wasserfall integrieren
  4. Beleuchtung und Beheizung einbauen
  5. dem Terrarium die richtige Einrichtung verpassen

Eine gute Alternative zu einem Vollglasterrarium sind Eigenbauten, die komplett aus Holz bestehen und bei denen lediglich die Frontseite aus Glas hergestellt wird. In diesem Fall sollten Spezialplatten verwendet werden, die wasserabweisend sind. Die dritte Möglichkeit, ein Terrarium für den Gecko selbst zu bauen, besteht darin, Styroporplatten zuzuschneiden und mit Silikon zu verkleben. Bei dieser Variante ist es ziemlich einfach, Beleuchtung und Belüftungsflächen anzubringen. Die letzte Möglichkeit eines Eigenbaus besteht darin, das Terrarium mit einem Metallrahmen aus Eisen, Stahl oder Aluminium zu bauen und diesen dann mit Holz, Glas oder Plexiglas zu kombinieren.

Die Einrichtung im Gecko-Terrarium

Die Einrichtung im Terrarium muss immer der jeweiligen Gecko-Art angepasst werden. Das Beste ist, die Einrichtung wird dem natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst. Das bedeutet für einen Leopardgecko, dass seine Unterkunft mit einer etwa 10 cm hohen Sandschicht bedeckt sein sollte. So hat der Gecko die Möglichkeit, Höhlen und Gänge anzulegen. Wichtig ist auch, jedem Tier mindestens eine Höhle zur Verfügung zu stellen und auf eine Kletterwand Wert zu legen, da Leopardgeckos stets die Möglichkeit zum Klettern haben sollten.

Ganz allgemein gesehen gibt es verschiedene Einrichtungsgegenstände für Geckos, die diesen das Leben im Terrarium noch schöner machen. Damit es in einer Gruppe nicht zu Streit kommt, sollte jeder Gecko mindestens eine Höhle bzw. Versteckmöglichkeit haben. Um dem natürlichen Lebensraum der Geckos gerecht zu werden, muss in den meisten Terrarien ein Wüstenklima oder das Klima einer Steppe nachempfunden werden. Als Bepflanzung eignen sich Tillandsien am ehesten, weil diese auch in der natürlichen Umgebung von Geckos zu finden sind. Man kann sich aber auch für künstliche Pflanzen entscheiden.

Die meisten Gecko-Arten bevorzugen als Untergrund ein Gemisch aus Lehm und Sand. Indem das Terrarium mit einer 5-10 cm hohen Untergrundschicht gefüllt wird, haben sie die Möglichkeit, nach Herzenslust zu graben. Ebenso wichtig für Geckos sind Versteckmöglichkeiten, in denen die Tiere meistens den ganzen Tag zubringen. Hier kann man seiner Fantasie vollkommen freien Lauf lassen. Geeignet sind zum Beispiel folgende Versteckmöglichkeiten:

  • Stein-Aufbauten
  • Wurzeln
  • Korkeichenrinde
  • umgedrehte Blumen-Untersetzer
  • halbierte Blumentöpfe
  • Kunsthöhlen

Die Versteckmöglichkeiten für Geckos sollten aber niemals zu geräumig sein. Ansonsten fühlt sich das Tier in ihnen nicht geborgen. Ergänzend zu vielen Verstecken sollte auch an Klettermöglichkeiten gedacht werden. Da fast alle Geckos gerne klettern, sind dicke, raue Äste sowie eine strukturierte Rückwand mit Plateaus ein unbedingtes Muss. Wer handwerkliches Geschick besitzt, kann auch mithilfe von Styropor, flachen Steinen oder Mörtel eine Rückwand im Terrarium bauen.

Das Klima im Terrarium

Für das Wohlbefinden von Geckos spielt neben der Einrichtung auch das Klima im Terrarium eine entscheidende Rolle. Je nachdem, um welche Gecko-Art es sich handelt, können die Anforderungen unterschiedlich aussehen. In jedem Fall ist wichtig, für unterschiedliche Klimazonen in der Unterkunft des Geckos zu sorgen. So kann dieser zwischen unterschiedlichen Temperaturbereichen wählen. Wer noch nie einen Gecko gehalten hat, sollte am Anfang ein Thermo- bzw. Hygrometer benutzen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit überprüfen zu können.

Beispiel: Leopardgeckos

Das folgende Klima ist für Leopardgeckos geeignet, die im Rahmen der Haustierhaltung wohl die derzeit populärste Gecko-Art darstellen:

  • Temperaturgefälle
  • Lufttemperaturen zwischen 25 und 30° Celsius (tagsüber)
  • Lufttemperaturen zwischen 20 und 24° Celsius (nachts)
  • einzelne Zone mit Spotstrahler auf 45° Celsius erwärmen

Nicht vernachlässigt werden darf auch die Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Diese ist entscheidend für die artgerechte Unterbringung der Geckos und sollte wie folgt aussehen:

  • tagsüber: Luftfeuchtigkeit zwischen 30 % und 40 %
  • nachts: Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %

Wie kann man diese Luftfeuchtigkeit im Terrarium erreichen? Neben der Möglichkeit, Höhlen aus gebranntem Ton regelmäßig mit Wasser zu übergießen, so dass diese Feuchtigkeit aufnehmen und sie mit der Zeit abgeben, kann man auch das Terrarium allgemein regelmäßig mit Wasser besprühen. Sinnvoll sein kann auch eine so genannte Beregnungsanlage.

Die Beleuchtung im Terrarium

Der letzte wichtige Punkt bei der Einrichtung des Terrariums für die Geckos ist die Beleuchtung. Wer diese vernachlässigt, sorgt nicht nur dafür, dass sich seine neuen Mitbewohner nicht wohl fühlen, sondern kann auch deren Leben im negativen Sinne beeinträchtigen. Schließlich übernimmt die Beleuchtung im Terrarium vielfältige Aufgaben:

  • Schaffung von Wärme und Helligkeit
  • notwendige UVA- und UVB-Strahlung
  • Stoffwechselsteuerung
  • Tag-/Nachtregulierung
  • Jahreszeitensimulation

Bei tagaktiven Geckos muss sehr stark darauf geachtet werden, dass das Licht im Terrarium die Tiere mit genügend UV-Strahling versorgt. Diese ist nämlich enorm wichtig für die Gesundheit von tagaktiven Geckos. Werden tagaktive Geckos in einer Umgebung ohne die optimale Beleuchtung groß, kann das den Stoffwechsel negativ beeinträchtigen und Krankheiten verursachen. Die Lichtintensität im Gehege sollte deshalb immer abhängig von der jeweiligen Gecko-Art und deren natürlichen Lebensraum sein.

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